• 10:25 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen steigt - weiter bundesweiter Hotspot
  • 09:20 Uhr: ➤ Umfrage zeigt: Mehrheit für Impfpflicht und Verschärfung der Regeln
  • 06:30 Uhr: RKI registriert 74.352 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 442,1
  • 01:10 Uhr: RKI: Bislang vier erwiesene Omikron-Fälle - PCR-Tests priorisieren

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➤ Umfrage zeigt: Mehrheit für Impfpflicht und Verschärfung der Regeln

Angesichts drastisch steigender Infektionszahlen unterstützt die Mehrheit der Deutschen eine Verschärfung der Corona-Regeln. Im neuen ARD-"Deutschlandtrend" gaben sechs von zehn Befragten an, ihnen gingen die bestehenden Corona-Maßnahmen nicht weit genug, wie der WDR am Donnerstag mitteilte. Der Anteil lag demnach so hoch wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie.

Nur jeder Fünfte - 20 Prozent - bezeichnete die geltenden Corona-Regularien als weiterhin angemessen, während sie mit 17 Prozent für jeden sechsten Befragten zu weit gehen.

79 Prozent der Umfrageteilnehmenden bewerteten das derzeitige Corona-Krisenmanagement von Bund und Ländern kritisch, nur etwa jeder Sechste (18 Prozent) äußerte sich zufrieden. Die Verantwortung für die aktuellen Probleme bei der Eindämmung der Pandemie sehen die Kritikerinnen des Krisenmanagements laut Umfrage nicht in erster Linie bei den Ländern, sondern beim Bund.

Die Sorge, sich selbst mit dem Corona-Virus anzustecken, stieg im Vergleich zur vorherigen Erhebung im November und bewegt derzeit mit 33 Prozent jeden Dritten. Größere Sorgen als die eigene Infektion bereiten den Deutschen aber weiterhin mögliche Ansteckungen bei bislang ungeimpften Kindern - 57 Prozent äußerten sich so. 73 Prozent der Befragten treibt zudem die Sorge um schwere Krankheitsverläufe bei älteren Infizierten um.

Für die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht für Erwachsene sprachen sich 71 Prozent aus - das sind 14 Prozentpunkte mehr als im November. Zuspruch findet demnach eine allgemeine Impfpflicht in den Reihen aller Parteianhängerschaften mit Ausnahme der AfD.

Neben einer Impfpflicht befürworteten 81 Prozent den erneuten Ausschluss des Publikums bei Bundesliga-Spielen, 67 Prozent eine strengere Beschränkung von Kontakten sowie 64 Prozent das Schließen von Bars und Kneipen. Für die Schließung auch von Weihnachtsmärkten sprachen sich 57 Prozent aus. Deutlich abgelehnt wurden mit 73 Prozent Einschränkungen bei Schulen sowie mit 75 Prozent bei Kitas.

Für die Erhebung hatte das Meinungsforschungsunternehmen Infratest dimap 1.316 Wahlberechtigte von Montag bis Mittwoch dieser Woche befragt - also vor den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern zur Verschärfung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.

Die weiteren Corona-News des Tages

Schalke-Trainer Grammozis positiv auf Corona getestet

10:45 Uhr: Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 43-Jährige befindet sich in häuslicher Isolation, wie der Zweitligist am Freitag mitteilte. Grammozis hatte in dieser Woche wegen erkältungsähnlicher Symptome bereits die komplette Trainingswoche seiner Mannschaft verpasst. Vor dem positiven Abstrich, der am Donnerstag erfolgte, hatte es sowohl positive als auch negative Befunde gegeben. Grammozis hat laut dem FC Schalke 04 seit dem 5:2-Heimsieg am vergangenen Samstag gegen den SV Sandhausen keinen Kontakt mehr zur Mannschaft gehabt.

Spahn rechtfertigt umfassende Beschränkungen für Ungeimpfte

10:38 Uhr: Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die beschlossenen weitreichenden Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte im Advent gerechtfertigt. "Wären alle erwachsenen Deutschen geimpft, steckten wir nicht in dieser schwierigen Lage", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin mit Blick auf deutlich höhere Anteile Ungeimpfter an Infizierten und Intensivpatienten. Die Bund-Länder-Beschlüsse zu schärferen Maßnahmen machten deutlich: "Deutschland nimmt die Lage ernst." Diese Entscheidungen seien spät gekommen, aber immerhin getroffen. Sie müssten nun umgesetzt werden.

Selbst wenn die Maßnahmen schon morgen volle Wirkung zeigten, würden die Klinikbelastungen aber ansteigen, sagte Spahn. Deutschland werde die Zahl von mehr als 5.000 Corona-Patienten auf den Intensivstationen in den nächsten Tagen und Wochen deutlich übersteigen. Die Lage werde "rund um Weihnachten ihren traurigen Höhepunkt erreichen".

Spahn sagte, er bitte jeden einzelnen: "Helfen Sie mit, weiteres Leid zu verhindern." Alle Bürger sollten Auflagen einhalten und Kontakte reduzieren. Es gehe auch nicht darum, jede Regel auszureizen. Die Impfkampagne nehme wieder deutlich Fahrt auf und nähere sich täglichen Rekordzahlen des Frühsommers. Spahn betonte, dass für das Ziel von bis zu 30 Millionen Impfungen bis zum Jahresende genug Impfstoff verfügbar ist.

Corona-Inzidenz in Sachsen steigt - weiter bundesweiter Hotspot

10:25 Uhr: Die Corona-Inzidenz in Sachsen ist wieder gestiegen. Das Robert-Koch-Institut gab die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen am Freitag mit 1.224,7 an. Am Donnerstag lag der Wert bei 1.180,1, am Mittwoch bei 1.209,4. Der Freistaat bleibt somit den RKI-Daten zufolge mit Abstand der Corona-Hotspot Deutschlands - gefolgt von Thüringen (1.013,6) und Sachsen-Anhalt (757,2)

Fast alle Kreise und Städte in Sachsen lagen mit ihren Inzidenzen laut RKI am Freitag über der 1.000er-Schwelle. Lediglich die Landkreise Nordsachsen (992,2), Zwickau (962,1) und der Vogtlandkreis (961,1) sowie die Stadt Leipzig (696,9) bewegten sich noch darunter. Die höchste bundesweite Inzidenz hat den Angaben zufolge der Landkreis Mittelsachsen (2.062,5).

Seit Beginn der Pandemie sind im Freistaat laut RKI 524.645 COVID-19-Fälle und 11.147 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet worden. Am Freitag kamen 11.576 Infektionen dazu und 68 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus.

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Ist Ihr Landkreis dabei? Das sind die zehn Corona-Hotspots der Republik

In Deutschland sind die Inzidenzwerte weiterhin hoch. Wir listen die zehn Landkreise auf, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz zur Zeit besonders extrem sind. Der unrühmliche Spitzenreiter hat die 2.000er-Inzidenz-Marke überschritten (Stand: 03.12.2021).

Ex-Corona-Hotspot Ischgl startet in Skisaison - Auftakt im Lockdown

10:27 Uhr: Bei strahlendem Sonnenschein und mit frischem Neuschnee ist die österreichische Wintersportgemeinde Ischgl am Freitag in die Saison gestartet. An den Liften in dem Tiroler Ort, von dessen Après-Ski-Szene aus sich das Coronavirus Anfang 2020 über Österreichs Grenzen in viele Länder Europas verbreitet hatte, herrschte kaum Betrieb. Rund 150 Skifahrer stiegen am Morgen in der ersten halben Stunde in die frisch desinfizierten Kabinen der Silvrettaseilbahn - an schönen Tagen seien es sonst fast zehn Mal so viele gewesen, sagte Günther Zangerl, Vorstand der Silvrettaseilbahn.

Unter den Gästen waren viele Einheimische. Hotels und Gastronomie sind wegen des landesweiten Lockdowns geschlossen.

Ischgl hat nach seinem unrühmlichen Debüt 2020 als Corona-Hotspot strikte Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die Lifte dürfen nur Geimpfte oder Genesene nutzen, die Nachweise werden zwei Mal kontrolliert. Zudem hatte die Gemeinde schon vor dem Lockdown ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen erlassen. Der Ort setze stärker auf das Naturerlebnis und das länderübergreifende Skigebiet mit dem schweizerischen Samnaun mit 239 Pistenkilometern, hieß es.

Testpflicht auch für Geimpfte in Restaurants in Baden-Württemberg

09:55 Uhr: Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen. Für die Gastronomie gelte künftig die Regel 2G plus, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr. Dies soll am Samstag in Kraft treten.

Südafrikanische Wissenschaftler: Kleinkinder nicht vor Omikron gefeit

09:05 Uhr: Die neue Coronavirus-Variante Omikron überrascht Wissenschaftler in Südafrika durch eine zunehmende Infektion auch von jungen Kindern. "Es gibt eine Zunahme bei Krankenhauseinlieferungen von Kindern der Altersgruppe bis fünf Jahre", sagte die Wissenschaftlerin Michelle Groome vom Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten NICD am Freitag. Das unterscheide die in Südafrika beginnende vierte Infektionswellen von früheren derartigen Phasen. Es sei aber noch zu früh, aus den bisher vorhandenen Daten wissenschaftlich fundierte Schlüsse zu ziehen.

Allein im Großraum um die Hauptstadt Pretoria (Tshwane-Metropole) habe es in den vergangenen zwei Wochen rund 100 Hospitalisierungen junger Kinder gegeben. Nach der Altersgruppe der über 60-Jährigen stellten junge Kinder dort nun die zweitgrößte Gruppe.

"Wir haben einen Anstieg der Krankenhauseinlieferungen bei unter Fünfjährigen beobachtet", bestätigte am Freitag auch Ramphelane Morewane vom südafrikanischen Gesundheitsministerium. Bei all diesen jungen Patienten seien die Eltern nicht geimpft gewesen, sagte die NICD-Medizinerin Waasila Jassat. Sie schloss nicht aus, dass Kleinkinder nun für das Virus empfänglicher seien als zuvor. Der Kap-Staat bereitet sich angesichts rasant steigender Fallzahlen nun auf die vierte Infektionswelle vor.

Laut Gesundheitsminister Joe Phaahla gibt es trotz zunehmender Behandlungen im Krankenhaus aber noch keine Engpässe in den Kliniken.

Epidemiologe Grundmann: Impfung besser als Lockdown

08:53 Uhr: Der Freiburger Infektionsepidemiologe Hajo Grundmann mahnt angesichts verstärkter Forderungen nach einem Lockdown zur Vorsicht. "Weder ein Lockdown noch Kontaktbeschränkungen werden uns auf Dauer weiterhelfen, das kann nur die Impfung", sagte der medizinische Leiter des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Freiburg in einem Interview mit der "Badischen Zeitung" (BZ/Freitag). Zwar würden durch einen Lockdown die Zahlen schnell zusammenbrechen und man hätte wieder Platz in den Kliniken. Dafür gäbe es aber wieder Menschen in Kurzarbeit sowie in Arbeitslosigkeit und es drohten Insolvenzen.

Mit der 2G-Regelung gebe es bereits einen Quasi-Lockdown für Ungeimpfte. "Diesen bestehenden Maßnahmen muss man etwas Zeit geben und sich anschauen, wie sich das entwickelt. Einen solchen vorsichtigen Weg würde ich derzeit noch für sinnvoll halten." Die Impfung kann man ihm zufolge nicht hoch genug bewerten. "Sie ist das Einzige, was uns aus dieser Katastrophe herausführen kann. Sonst bleibt das ein Schrecken ohne Ende und wir hangeln uns von einem Lockdown zum nächsten, das könnte noch Jahre so weitergehen."

Nach Einschätzung Grundmanns ist der vorläufige Höhepunkt der vierten Welle erreicht. "Der Grund dafür scheint mir, dass die Besorgnis bei der Bevölkerung angekommen ist." Die beschlossenen Kontaktreduzierungen würden helfen, die Corona-Zahlen zu senken. "Wenn wir nun keine neue Variante hinzukriegen, wird die Erholung der Infektionszahlen bald spürbar werden", so der Epidemiologe. Auf den Intensivstationen rechnet er aber noch bis zur dritten oder vierten Dezemberwoche mit einer zunehmenden Eskalation.

NFL-Profi Brown für gefälschten Impfausweis drei Spiele gesperrt

07:58 Uhr: Football-Profi Antonio Brown ist von der amerikanischen Liga NFL für drei Spiele gesperrt worden. Der Wide Receiver der Tampa Bay Buccaneers hat gegen die Corona-Vorschriften der Liga verstoßen, da sich Brown ihren Angaben zufolge einen gefälschten Impfausweis besorgt hatte. Neben Brown sind einer Mitteilung vom Donnerstag (Ortszeit) zufolge auch dessen Teamkollege Mike Edwards sowie der vertragslose John Franklin III. für den gleichen Verstoß für drei Spiele gesperrt worden.

US-Medienberichten zufolge habe ein ehemaliger Koch Browns angegeben, dass sich der Buccaneers-Spieler während der Saisonvorbereitung einen gefälschten Impfausweis zugelegt habe. Brown hatte sich kurz darauf dafür entschieden, sich doch gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Nach abgesessener Sperre darf Brown am 26. Dezember wieder für die Buccaneers auflaufen. Derzeit ist der Wide Receiver auf Grund einer Knöchelverletzung eh nicht einsatzfähig.

Nach negativen Corona-Tests: LeBron James wieder einsatzfähig

07:08 Uhr: LeBron James darf nach zwei negativen PCR-Tests wieder für die Los Angeles Lakers auflaufen. Der Basketball-Star stand kurze Zeit auf der Corona-Liste der nordamerikanischen Liga NBA und hatte die Partie gegen die Sacramento Kings verpasst.

Nach einem positiven Testergebnis am vergangenen Montag war James gemäß des Gesundheits- und Sicherheitsreglements der NBA auf die Corona-Liste gesetzt worden. Es folgten weitere unklare Tests, ehe mit den nun negativen PCR-Tests eine Infektion ausgeschlossen worden ist. James hatte vor der Saison erklärt, dass er gegen das Coronavirus geimpft ist.

James hatte durch das Fehlen gegen Sacramento sein zwölftes Spiel in dieser Saison verpasst: zehn wegen Verletzungen, eines auf Grund einer Sperre. Die Lakers haben fünf der zwölf Begegnungen ohne James verloren, mit dem 36-Jährigen im Kader hat das Team aus Los Angeles sieben von elf Partien gewonnen.

James ist damit für das nächste Spiel der Lakers wieder einsatzfähig: Am Freitagabend (Ortszeit) kommt es zum Stadtduell mit den Clippers.

RKI registriert 74.352 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 442,1

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach einem leichten Rückgang an den drei Tagen zuvor nun wieder gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 442,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 438,2 (Vormonat: 169,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 74.352 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:00 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 76.414 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher. Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer. Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne "einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein", heißt es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend. Allerdings könnte die Entwicklung "regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein", vermutet das Institut.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 390 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 357 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.051.560 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 5,47 an (Mittwoch: mit 5,61). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 5.023.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 102.568.

Corona-Lage am 3. Dezember

Corona-Zahlen am 3. Dezember: Inzidenz steigt nach leichtem Rückgang wieder an

Nach einem leichten Rückgang an den drei Tagen zuvor ist die Sieben-Tage-Inzidenz nun wieder gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Freitagmorgen mit 442,1 an.

Mittelstandsverband für 2G-Regel in Betrieben

04:15 Uhr: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine 2G-Regel in Betrieben gefordert. "Das ist leichter zu kontrollieren und kostengünstiger als die 3G-Regel", sagte Bundesgeschäftsführer Markus Jerger der Deutschen Presse-Agentur. "Es würde bedeuten, dass nur wer geimpft oder genesen ist, seinen Arbeitsplatz betreten darf." Vor mehr als einer Woche war die 3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft getreten: Arbeitgeber dürfen Beschäftigten nur Zugang zu Betrieben gewähren, wenn diese geimpft, genesen oder getestet sind.

Jerger sagte, Bund und Länder hätten mit ihren Beschlüssen am Donnerstag angemessen auf die dramatische Corona-Lage reagiert. "Die Politik hat geliefert." Dazu gehöre die Ausweitung der 2G-Regelung auf den Einzelhandel. Allerdings müsse nun Unternehmen, zum Beispiel in Hotellerie und Gastgewerbe, die bereits einem regionalen Lockdown unterliegen, unbürokratisch und schnell geholfen werden.

Der Einzelhandel selbst sieht das anders und kritisierte die 2G-Vorschrift für Geschäfte. "Maskenpflicht und Hygienekonzepte funktionieren, das Einkaufen ist sicher. 2G im Handel macht es den Nicht-Lebensmittelhändlern in ihrer umsatzstärksten Phase unnötig schwer, einen versöhnlichen Jahresausklang in einem durch Corona und große Herausforderungen geprägten Jahr zu finden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, der "Rheinischen Post" (Freitag). "Aufgrund der unvermeidlichen Schlangen vor der Kontrolle der Kundinnen und Kunden im Handel wird die Kundenfrequenz sinken", fügte er hinzu.

Der Mittelstandsverbund kritisierte die von Bund und Ländern beschlossenen bundesweiten Ausweitung der 2G-Regel im Einzelhandel ebenso. "Abgesehen davon, dass die konsequente Umsetzung der 2G-Regelung nur schwierig zu realisieren und schon gar nicht umfassend zu kontrollieren sein wird, sind auch Geimpfte nicht davon ausgenommen, Virentragende zu sein", heißt es in einem Brief an den voraussichtlich künftigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der der dpa vorliegt.

"So schwer es persönlich auch fallen mag, Verständnis für Menschen aufzubringen, die bislang das Impfangebot nicht angenommen haben, so muss man ihnen dennoch zunächst die Chance im Rahmen einer Übergangsfrist geben, den geänderten Bedingungen folgend, die Impfung nachzuholen." Der Mittelstandsverbund verlangte, die Impfangebote deutlich auszuweiten. Die Organisation vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 230.000 mittelständischen Unternehmen, die in rund 310 Verbundgruppen organisiert sind. Dazu zählen etwa Edeka, Rewe, Intersport und Hagebau.

Epidemiologe lobt Bund-Länder-Beschlüsse - aber Umsetzung schwierig

03:30 Uhr: Der Epidemiologe Hajo Zeeb sieht die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde vom Donnerstag insgesamt positiv. Einige seien jedoch schwer umzusetzen, sagte der Forscher vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. "Es ist fraglich, wie die Kontaktbeschränkungen von Ungeimpften durchgesetzt und kontrolliert werden können." Auch beim Impfen sei nun viel zu tun.

"Mit den Beschlüssen werden wir noch etwa drei bis vier Wochen einen Anstieg in den Kliniken und auf den Intensivstationen haben", meinte Zeeb. Auch die Inzidenz werde noch einige Zeit steigen. "Die Welle wird nicht so schnell aufhören." Es sei jedoch nicht abzusehen, wie sich die Menschen verhalten. Viele hielten sich schon an die Maßnahmen, sobald sie bekannt seien. Wann sie tatsächlich umgesetzt werden, war zunächst noch nicht klar.

"Den Beschluss, die 2G-Regel noch weiter zu verbreiten und konsequent zu erhöhen, halte ich für sehr bedeutend", sagte Zeeb. Laut Beschluss soll etwa der Zutritt zu Geschäften, Restaurants, Kinos und Theater generell auf Geimpfte und Genesene beschränkt werden. Zusätzlich können auch noch Tests vorgeschrieben werden (2G plus). Ausgenommen sind Läden des täglichen Bedarfs wie etwa Supermärkte.

Dringend nötig sei es auch, dass wie beschlossen nun auch Apotheker, Pflegekräfte und Zahnärzte impfen dürfen. "Wenn wir weiter eine Million Menschen am Tag impfen, dann haben wir bis 24. Dezember erst rund 20 Millionen", sagte Zeeb. Der derzeitige Anstieg der täglichen Impfzahl sei gut, sie müsse aber weiter steigen.

"Die Zahl der Impfungen muss auf rund 1,5 Millionen pro Tag hochgehen, um 30 Millionen zu erreichen", sagte Zeeb. Der voraussichtlich künftige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte 30 Millionen weitere Corona-Impfungen bis Weihnachten als Ziel für Deutschlands Impfkampagne ausgegeben. "Dazu muss natürlich auch genügend Impfstoff zur Verfügung sein", betonte Zeeb. Dem Bund-Länder-Beschluss zufolge soll jeder, der eine Erstimpfung und "fristgerecht" seine Zweit- oder Booster-Impfung bekommen möchte, diese bis Weihnachten erhalten können.

"Insgesamt finde ich die Beschlüsse gut", sagte Zeeb. "Es gibt föderale Mindestmaßnahmen für alle, und die sehr stark betroffenen Länder können noch mehr tun."

Herrmann: Kampf gegen Corona-Sünder wichtiger als gegen Falschparker

02:30 Uhr: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält den Kampf gegen Corona-Verstöße derzeit für wichtiger als den Einsatz gegen Raser und Falschparker. Man müsse dafür sorgen, dass das, was etwa auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag beschlossen wurde, nun auch tatsächlich befolgt werde, sagte er der dpa am Rande der Innenministerkonferenz in Stuttgart. "Es gibt eine kleine Minderheit, die meint, man könne das missachten. Da muss die Polizei einschreiten."

Die Einhaltung der Corona-Vorschriften habe nun Priorität. "Das ist im Moment einfach wichtiger, als Parkverstöße oder überhöhte Geschwindigkeit zu kontrollieren", sagte er. "Die höchste Gefahr geht von Corona aus, da muss die Polizei eine Priorität setzen."

Herrmann spricht auf der Innenministerkonferenz für die unionsgeführten Länder.

RKI: Bislang vier erwiesene Omikron-Fälle - PCR-Tests priorisieren

01:10 Uhr: Aufgrund der angespannten Situation in den Corona-Laboren empfiehlt das RKI einen zurückhaltenderen Einsatz von PCR-Tests. "In einigen Regionen befinden sich Labore an den Grenzen ihrer Auslastung. Daher ist eine Priorisierung des Einsatzes von PCR-Tests gemäß der Nationalen Teststrategie aktuell geboten", schreibt das RKI in seinem Wochenbericht von Donnerstagabend. So sollten PCR-Testungen "unter dem Aspekt der regional verfügbaren PCR-Kapazitäten entsprechend kritisch geprüft werden".

Bislang sind in Deutschland nach RKI-Angaben vier Fälle der Omikron-Variante durch Genomsequenzierung bestätigt. Bei diesen vier Fällen handele es sich um Reiserückkehrer aus Südafrika. Das Land hatte Mitte vergangener Woche über die Variante informiert. Die vier Menschen seien allesamt geimpft, keiner von ihnen musste bislang zur Behandlung ins Krankenhaus, wie das RKI mitteilte. Alle zeigten nur milde Symptome. Die Angaben beziehen sich laut RKI auf Vorabinformationen, die bis Mittwoch (1.12.) übermittelt wurden.

Corona-Pandemie: Vier erwiesene Omikron-Fälle in Deutschland

Die als besorgniserregend eingestufte Corona-Variante Omikron ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Bislang sind nach RKI-Angaben vier Fälle bestätigt. Zudem kommen Labore und Gesundheitsämter an ihre Grenzen.

Divi-Präsident fordert schärfere Kontaktbeschränkungen

00:01 Uhr: Der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung Divi, Gernot Marx, fordert in der Corona-Pandemie schärfere Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte. "Wir brauchen deutliche Kontaktbeschränkungen, aktuell tatsächlich am besten für alle", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Über die neue Virusvariante wissen wir einfach noch nicht genug. Wir können nicht ausschließen, dass die Impfstoffe vermindert wirken", sagte er mit Blick auf die Omikron-Variante. "Wegen dieses Nicht-Wissens ist zwingend notwendig, besonders vorsichtig zu sein."

Zum Brechen der vierten Corona-Welle in Deutschland hatten sich Bund und Länder am Donnerstag auf bundesweit deutlich schärfere Vorgaben und Einschränkungen geeinigt. Diese reichen von erheblichen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und Nicht-Genesene bis hin zu 2G-Regelungen für den Besuch von Restaurants, Kinos, Theatern und anderen Freizeiteinrichtungen. Marx sagte dem RND: "Es ist wichtig und richtig, dass nun bundeseinheitliche Maßnahmen und Grenzwerte beschlossen worden sind. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass einheitliche Maßnahmen am effektivsten wirken."

Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird in diesem Jahr - wie schon im vergangenen - verboten sein. Auf besonders publikumsträchtigen Plätzen soll es zudem ein Feuerwerksverbot geben. Marx hält das für die richtige Entscheidung. "Am Silvesterabend und beim Böllern auf der Straße kommen viele Menschen miteinander in Kontakt", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. "Darauf sollte dieses Jahr verzichtet werden, um die Infektionszahlen nicht noch weiter nach oben zu treiben." Für Notfallmediziner in den Notaufnahmen sei Silvester ohne Feuerwerk ebenfalls eine Entlastung, weil viele Menschen durch Feuerwerkskörper verletzt würden.

Corona, Medikament, Molnupiravir, Merck, Pille

US-Arzneimittelbehörde empfiehlt Zulassung des Corona-Medikaments Molnupiravir

Die US-Arzneimittelbehörde empfiehlt die Zulassung des umstrittenen Medikaments Molnupiravir der Firma Merck. Die Zulassung müsse jedoch an Bedingungen geknüpft sein. Laut Hersteller helfe Molnupiravir Patientinnen und Patienten auch bei einer Infektion mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron.

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.
Teaserbild: © imago images/BildFunkMV