• 23:02 Uhr: ➤ Virologe Drosten: "Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland"
  • 15:42 Uhr: Polizei löst Feier mit mehreren hundert Menschen auf
  • 15:05 Uhr: Einbruch in Corona-Testzentrum - Tausende Testkits geklaut
  • 14:05 Uhr: Weniger Corona-Patienten auf der Intensivstation
  • 12:08 Uhr: Hälfte der Bundesländer mit Inzidenzwert unter 100
  • 12:01 Uhr: Dramatische Lage in Indien - wieder mehr als 4.000 Tote an einem Tag
  • 08:16 Uhr: Zahl der Neuinfektionen sinkt weiter - doch Todesfälle steigen

➤ Virologe Drosten: "Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland"

Der Berliner Virologe Christian Drosten hat sich zuversichtlich über den Verlauf der Corona-Pandemie im Sommer gezeigt. «Ich denke, dass wir zum Juni hin erstmals Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind», sagte der Direktor der Virologie am Universitätsklinikum Charité am Sonntagabend im ZDF-«Heute Journal». «Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland.» Gerade im Außenbereich werde wieder vieles zugelassen werden können, erklärte er auf die Frage nach Urlaub, Außengastronomie und Grillen mit Freunden. Man dürfe aber nicht zu früh in «totale Euphorie» verfallen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 118,6 (Vortag: 121,5; Vorwoche: 146,5). Die Inzidenz geht seit etwa zwei Wochen ziemlich kontinuierlich zurück.

Für den Herbst werde die Herdenimmunität die Situation verbessern. «Die Krankheit wird im Herbst nicht verschwunden sein», Ungeimpfte würden sich weiter anstecken und erkranken können, sagte Drosten. Aber eine unkontrollierte Verbreitung werde es so nicht mehr geben.

Hinzu komme dann allerdings die Situation der noch ungeimpften kleineren Kinder. Viele Erwachsene hätten im Herbst ihre Impfung ein halbes Jahr hinter sich, und deren Schutz werde schwächer. Dabei gehe es dann weniger um die Gefahr einer eigenen Erkrankung der geimpften Erwachsenen als um das Risiko der Weitergabe des Virus an Kinder. Die Studien zu Impfungen kleinerer Kinder seien kompliziert und dauerten. «Ich bin ich nicht so sicher, ob man so schnell kleinere Kinder impfen kann», sagte Drosten.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Ein Drittel aller Erwachsenen in Großbritannien voll geimpft

16:46 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus hat Großbritannien einen symbolischen Meilenstein erreicht. Ein Drittel der Erwachsenen sei nun vollständig geimpft, teilten die Gesundheitsbehörden am Sonntag mit.

Etwa 17,7 Millionen Menschen erhielten die für den vollen Schutz als notwendig erachteten zwei Spritzen. Die vier Landesteile England, Schottland, Wales und Nordirland liegen dabei etwa gleichauf. Eine erste Impfung bekamen bisher 35,4 Millionen.

Großbritannien ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Mit oder an COVID-19 sind etwa 150.000 Menschen gestorben. Mittlerweile hat die Regierung aber zahlreiche Corona-Maßnahmen auch wegen des Erfolgs der Impfkampagne wieder aufgehoben.

Die Zahl der Neuinfektionen stagniert auf niedrigem Niveau. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 20,5.

Volle Pubs und Straßen: Briten feiern Ende des Corona-Lockdowns

Nach einem dreimonatigen Lockdown wurden in England am Montag die Corona-Beschränkungen gelockert. Tausende Menschen zog es in die Pubs oder zum Einkaufen

Mehr als 100.000 Corona-Tote im brasilianischen Bundesstaat São Paulo

16:05 Uhr: Der brasilianische Bundesstaat São Paulo hat die Marke von 100.000 Corona-Toten überschritten. Seit Beginn der Pandemie starben dort 100.649 Menschen im Zusammenhang mit COVID-19, wie am Sonntag aus Behördendaten hervorging.

Damit zählt der reichste Bundesstaat Brasiliens rund ein Viertel aller Toten im Zusammenhang mit COVID-19 in dem von der Pandemie schwer getroffenen Land. Wäre er ein Land, würde der Bundesstaat mit mehr als 40 Millionen Einwohnern weltweit den neunten Rang hinter Frankreich und vor Deutschland unter den Ländern mit den meisten Corona-Toten einnehmen.

Brasilien ist eines der weltweit am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Ende April überschritt das größte Land in Lateinamerika mit rund 210 Millionen Einwohnern die Marke von 400.000 nachgewiesenen Corona-Todesfällen.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost, Schutzmaßnahmen lehnt er - aus wirtschaftlichen Gründen - weiterhin ab. Mittlerweile zieht der Rechtspopulist auch den Sinn von Impfungen in Zweifel.

Polizei löst Feier mit mehreren hundert Menschen auf

15:45 Uhr: Eine illegale Party von mehr als 300 Menschen in einem ehemaligen Krankenhaus in Berlin-Buch ist von der Polizei aufgelöst worden. Jemand hatte am Sonntagmorgen die Beamten informiert, dass mehrere Menschen den Zaun zum Gelände überstiegen, wie die Polizei mitteilte. Als die Beamten eintrafen, lief in den Kellerräumen des ehemaligen Krankenhauses trotz Corona-Pandemie bei lauter Musik eine Feier. Die Einsatzkräfte forderten Verstärkung an. Ehe diese eintraf, hatten schon etwa 150 Feiernde die Party verlassen. Von weiteren 157 Teilnehmern wurde die Identität festgestellt. Gegen sie wurden Anzeigen wegen Verstößen gegen den Infektionsschutz und die Ausgangsbeschränkungen, aber auch wegen Hausfriedensbruchs gefertigt.

Einbruch in Corona-Testzentrum - Tausende Testkits geklaut

15:05 Uhr: Unbekannte sind in ein Corona-Testzentrum in der Region Hannover eingebrochen und haben rund 2.500 Antigen-Schnelltests sowie Desinfektionsmittel, OP-Handschuhe und Schutzmasken geklaut. Allein bei den Testkits sei schätzungsweise von einem Schaden von mehr als 20.000 Euro auszugehen, hieß es bei der Polizei am Sonntag.

Ob die Teststation auf einem Supermarkt-Parkplatz in Barsinghausen am Montag wieder öffnen könne, sei unklar. Im Moment gebe es dort kein Inventar, um zu arbeiten.

Der oder die Täter hatten in der Nacht auf Samstag die Türen aufgehebelt und das Material vermutlich mit einem Lieferwagen weggebracht. Zuvor berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung".

Belgische Regierung sieht Chance auf Festivals im Sommer

14:43 Uhr: Die belgische Regierung hat sich optimistisch gezeigt, dass im Sommer wieder Festivals stattfinden können. Regierungschef Alexander De Croo halte es für "möglich", dass in der "zweiten Hälfte des Sommers" wieder "einige große Festivals" veranstaltet werden können, teilte das Kabinett am Sonntag mit.

Als Beispiel wurde das Elektro-Festival "Tomorrowland" genannt, das vom 27. August bis 5. September in der belgischen Stadt Boom geplant ist. Als Zugangsvoraussetzung könne etwa das EU-weite "grüne Zertifikat" gelten.

Diese Bescheinigung soll neben Informationen über eine etwaige Corona-Impfung auch aktuelle Testergebnisse und Angaben über eine überstandene Corona-Erkrankung enthalten. Das Zertifikat wird derzeit von den EU-Ländern diskutiert. Es soll voraussichtlich Ende Juni eingeführt werden.

Der Eintritt zu den Festivals wäre den Angaben zufolge nur mit vorab gekauften Tickets möglich, um im Falle eines Corona-Ausbruchs eine Nachverfolgung zu ermöglichen. Außerdem sollen die Veranstaltungen auf Besucher aus Europa beschränkt werden.

Weniger Corona-Patienten auf der Intensivstation

14:05 Uhr: Die Zahl der COVID-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Deutschland geht zurück. "Worüber wir sehr froh sind", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), am Sonntag in einem Video-Statement. Aktuell lägen rund 4.600 Menschen mit Corona auf der Intensivstation.

Im März und April war die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen deutlich gestiegen. Dann habe der Wert etwa zehn Tage lang auf einem Plateau von etwa 5.000 gelegen, sagte Marx. "Wir haben seit einigen Tagen hier jetzt einen Rückgang zu verzeichnen."

Die Bundes-Notbremse zeige dabei Wirkung. Eines der Hauptziele der deutschen Corona-Strategie ist es, eine Überlastung des Gesundheitssystems und auch der Intensivstationen zu vermeiden.

Marx erinnerte auch daran, dass es immer noch sehr viele Corona-Patienten seien und täglich neue Schwerkranke aufgenommen würden. Nach wie vor sei die Lage in vielen Kliniken angespannt, viele andere Eingriffe können deshalb nicht durchgeführt werden. "Das heißt also auf keinen Fall Entwarnung, aber die Richtung stimmt."

Marx bedankte sich bei den Menschen in Deutschland für ihre Disziplin bei der Einhaltung der Corona-Regeln in den vergangenen Wochen. "Das hat sehr geholfen, und so werden wir gemeinsam die Pandemie bewältigen."

Rumänen lassen sich auf "Draculas" Schloss Bran impfen

13:06 Uhr: Corona-Piks vor gruseliger Kulisse: Um möglichst viele Menschen zu einer Corona-Impfung zu bewegen, lassen sich die rumänischen Behörden einiges einfallen. Auch auf dem "Dracula-Schloss" Bran können sich Besucher das Vakzin verabreichen lassen. Am Wochenende standen deshalb hunderte Menschen vor der Burg in den Karpaten Schlange.

"Ich bin gekommen, um das Schloss mit meiner Familie zu besichtigen und als ich den Aushang gesehen habe, habe ich all meinen Mut zusammengenommen und mich impfen lassen", sagte der 39-jährige Liviu Necula.

Wer sich wie Necula traute, erhielt ein Zertifikat, das ihm "Kühnheit und Verantwortungsbewusstsein" bescheinigte, sowie eine kostenlose Führung durch die Folterkammer. Die Aktion richte sich vor allem an Touristen, aber auch an Einheimische und Angestellte des Schlosses, erklärte Marketingdirektor Alexandru Priscu.

Schloss Bran wird gemeinhin mit dem rumänischen Fürsten Vlad Tepes in Verbindung gebracht, der auch als "Der Pfähler" bekannt war und im 15. Jahrhundert lebte. Tatsächlich hielt er sich jedoch wohl nie auf Schloss Bran auf. Die Geschichte des Fürsten inspirierte den irischen Autor Bram Stoker zu seinem Vampir-Roman "Dracula" von 1897.

Um die Impfkampagne voranzutreiben, haben die rumänischen Behörden auch 24-stündige Impf-Marathons in der Rumänischen Nationalbibliothek in Bukarest organisiert. Bislang haben fast 3,6 Millionen der 19 Millionen Rumänen mindestens eine Impfdosis erhalten.

Hälfte der Bundesländer mit Inzidenzwert unter 100

12:08 Uhr: Die Hälfte der Bundesländer liegt in der Corona-Pandemie mittlerweile unter der politisch maßgeblichen Inzidenzschwelle von 100. Das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Sonntagmorgen hervor.

Demnach sah es in Schleswig-Holstein mit 50,0 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche besonders gut aus. Auch in Hamburg (76,1), Niedersachsen (83,4), Mecklenburg-Vorpommern (88,2) und Brandenburg (89,1) sind die Werte deutlich unter der 100er Marke. Etwas knapper ist es in Rheinland-Pfalz (96,7), Bremen (99,2) und Berlin (99,6). Schlusslichter sind Sachsen (172,8) und Thüringen (180,0).

Im Bundesdurchschnitt gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag mit 118,6 an. Der Wert geht seit etwa zwei Wochen ziemlich kontinuierlich zurück.

Auch andere Kennzahlen wie der R-Wert und die Belegung der Intensivbetten mit Corona-Patienten weisen auf Entspannung hin. Das kann am Verhalten der Menschen liegen, aber auch am Fortschritt beim Impfen.

Zudem sind Effekte der Bundes-Notbremse denkbar. Sie greift, wenn die Inzidenz auf Kreisebene an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt. Dann gelten automatisch strengere Regeln wie Ausgangsbeschränkungen.

Da sich auch auf Kreisebene der Rückgang der Infektionszahlen bemerkbar macht, dürften einige Regionen in den Genuss von Lockerungen kommen. So liegt in 170 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten die Inzidenz laut RKI unter 100. Wenn der Wert an fünf Tagen hintereinander unter 100 liegt, treten die Regeln der Bundes-Notbremse zwei Tage später wieder außer Kraft.

Corona-Drama in Indien: Wieder mehr als 4.000 Tote an einem Tag

12:01 Uhr: Die Corona-Lage in Indien spitzt sich trotz internationaler Hilfe weiter zu. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag in Neu Delhi mitteilte, wurden zum zweiten Mal hintereinander mehr als 4.000 Tote binnen 24 Stunden gezählt.

Zudem gab es wieder mehr als 400.000 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der Toten nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 stieg auf rund 242.300. Inzwischen haben sich bereits mehr als 22 Millionen Inder mit dem Corona-Virus angesteckt. Vermutet wird, dass die Zahlen noch viel höher liegen.

In absoluten Zahlen ist das riesige Land in Südasien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern hinter den USA am stärksten von der Pandemie betroffen. Die Dunkelziffer in Indien dürfte allerdings deutlich höher liegen.

Vielerorts ist es schwer, überhaupt auch nur getestet zu werden. Besonders in ländlichen Regionen sterben viele Opfer zu Hause und tauchen nicht immer in der Statistik auf.

Gesundheitssystem und Krematorien sind an der Belastungsgrenze, in den Krankenhäusern fehlt medizinischer Sauerstoff. Für die rasante Ausbreitung werden Sorglosigkeit, große religiöse Feste und Wahlkampfveranstaltungen sowie das Auftreten von Virusmutationen in den vergangenen Wochen verantwortlich gemacht. Mehrere Bundesstaaten verhängten inzwischen Lockdowns. Die Opposition forderte Premierminister Narendra Modi zu landesweiten Beschränkungen auf.

Inzwischen haben mehr als 40 Länder Hilfe an Indien geliefert. Deutschland schickte eine große Sauerstoffgewinnungsanlage sowie 120 Beatmungsgeräte. Derweil verständigten sich die EU und Indien in Porto auf neue Gespräche über ein Freihandelsabkommen - auch, um "ungenutztes Potenzial" für die Erholung von Corona auszuschöpfen.

Johnson kündigt neue Gesetze zum Schutz von Gesundheitsdienst an

11:26 Uhr: Mit einer Reihe neuer Gesetze will der britische Premierminister Boris Johnson das Land aus der Corona-Krise führen. Vor allem der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) solle besser geschützt werden, sagte Johnson am Sonntag in London.

So soll die Strafe für Angriffe auf Beschäftigte des NHS auf bis zu zwei Jahre verdoppelt werden. Die Änderungen sollen an diesem Dienstag in der sogenannten Queen's Speech angekündigt werden. Dabei verliest Königin Elizabeth II. die Regierungserklärung zur Wiedereröffnung des Parlaments.

Außerdem will Johnson der Polizei weitere Vollmachten erteilen, um Messergewalt unter Jugendlichen einzudämmen, sowie Gerichtsprozesse zu beschleunigen. Dieses Gesetz ist allerdings besonders umstritten, weil es der Polizei erlaubt, Demonstrationen etwa wegen ihrer Lautstärke aufzulösen.

Das Vorhaben der konservativen Regierung, das als Reaktion auf Bewegungen wie Extinction Rebellion und Black Lives Matter gilt, hatte vor einigen Wochen zu heftigen Protesten und vereinzelten Angriffen auf Polizeikräfte geführt.

"Meine Regierung konzentriert sich immer noch darauf, diese Seuche zu bekämpfen, Leben und Lebensgrundlagen zu retten und Impfstoffe einzuführen. Aber wir müssen auch nach vorne blicken und vorankommen mit den Versprechen, die wir den Menschen in Großbritannien gegeben haben."

Es gehe darum, das Land zu einen und Lebensverhältnisse überall anzuheben, sagte Johnson auch mit Blick auf den Wahlerfolg von Unabhängigkeitsbefürwortern in Schottland.

Der Premierministerin kündigte zudem ein Umweltgesetz an, das rechtsverbindliche Umweltziele festlegt. Großbritannien richtet im November im schottischen Glasgow die UN-Klimakonferenz aus.

Tausende feiern in Brüssel Ende der Ausgangssperre - Polizeieinsatz

10:27 Uhr: Tausende junge Leute haben in Brüssel das Ende der nächtlichen Corona-Ausgangssperre gefeiert - bis die Polizei in der Nacht zum Sonntag einschritt und zwei Plätze räumte. Wie belgische Medien berichteten, war in sozialen Netzwerken zu einem Flashmob auf dem beliebten Platz Flagey im Viertel Ixelles aufgerufen worden.

Die Menschen kamen am Samstagabend in Massen zum Flagey und dem nahen Platz Sainte-Croix. Sie feierten dicht gedrängt, viele ohne Masken.

Die Polizei beobachtete die Feier zunächst stundenlang, wie Sprecher Olivier Slosse der Nachrichtenagentur Belga sagte. Gegen 01:30 Uhr begannen die Beamten den Angaben zufolge dann aber mit der Räumung.

Zu diesem Zeitpunkt waren dort noch etwa 500 Menschen unterwegs. Dabei setzte die Polizei auch einen Wasserwerfer ein. Slosse sagte, einige Wurfgeschosse seien gegen die Polizei geflogen.

In Brüssel galt seit dem 19. Oktober für knapp sieben Monate eine nächtliche Ausgangssperre von 22:00 bis 06:00 Uhr. Auch die Terrassen von Cafés und Restaurants dürfen wieder öffnen.

Doch gilt weiter ein nächtliches Alkoholverbot. Nach 22:00 Uhr dürfen offiziell nicht mehr als drei Personen auf öffentlichen Plätzen zusammenkommen.

Medienbericht: Mehr häusliche Gewalt in der Coronakrise

09:51 Uhr: Die Zahl der Opfer von häuslicher Gewalt durch den Partner oder Ex-Partner ist in Deutschland während der Coronakrise deutlich gestiegen. Wie eine Umfrage der "Welt am Sonntag" bei Innenministerien und Landeskriminalämtern in den 16 Bundesländern ergab, sind im vergangenen Jahr 158.477 Opfer polizeilich registriert worden.

Das entspricht einem Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Jahr 2019. Zwei Drittel der erfassten Opfer sind Frauen. Die Dunkelziffer dürfte groß sein, weil viele Opfer sich nicht trauen, Anzeige zu erstatten.

Den stärksten Zuwachs verzeichnete der Bericht zufolge Brandenburg mit einem Plus von 23,7 Prozent. Dahinter kommen Mecklenburg-Vorpommern (plus 16,4 Prozent), das Land Bremen/Bremerhaven (plus 13,8 Prozent) und Thüringen (plus 12,6 Prozent). Das Saarland und Sachsen meldeten als einzige keinen Anstieg.

Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen haben die Zahlen demnach zugenommen (plus 7,9 Prozent). Landesfamilienminister Joachim Stamp (FDP) sieht wegen der Corona-Pandemie zusätzlichen Handlungsbedarf.

"Wir erleben im Lockdown massiv tatsächliche Schäden an Leib und Seelen in den Familien." Es wäre verantwortungslos, den Kinder- und Familienschutz zu ignorieren. "Darum müssen Kitas und Schulen so schnell wie möglich wieder für alle Kinder geöffnet werden", fordert Stamp.

Baden-Württemberg weist einen Anstieg von 5,9 Prozent aus. Innenminister Thomas Strobl (CDU), derzeit Vorsitzender der Innenministerkonferenz, sagte der "Welt am Sonntag": "Gewalt in der Familie ist weder Privatsache noch ein Kavaliersdelikt, das man einfach unter den Wohnzimmerteppich kehren kann. Die Opfer sind der Gewalt in der häuslichen Umgebung oft schutzlos ausgeliefert."

Lambrecht warnt vor Fälschung von Impfausweisen

08:48 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht warnt angesichts Lockerungen für Corona-Geimpfte und Genesene davor, Impfausweise zu fälschen oder gefälschte Dokumente zu nutzen. "Wer dies tut, setzt andere der Gefahr einer schweren Erkrankung aus und verhindert eine wirkungsvolle Bekämpfung der Pandemie", sagte die SPD-Politikerin der "Welt am Sonntag".

"Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die mit empfindlicher Geldstrafe oder mit Freiheitsstrafe geahndet werden kann." Das gelte nicht nur für die Fälscher, sondern auch für diejenigen, die die gefälschten Dokumente gebrauchten.

"Auch wer das echte Dokument eines anderen als sein eigenes ausgibt, macht sich strafbar", mahnte sie. "Ich bin sicher, dass hier genau hingeschaut wird. Wer täuscht, fliegt schneller auf als er denkt und riskiert ein Strafverfahren."

Lambrecht sagte, das geplante digitale Impfzertifikat müsse gerade mit Blick auf die anstehende Urlaubssaison "schnellstmöglich" kommen. "Wir müssen dabei sicherstellen, dass die Übertragung von gefälschten Impfnachweisen auf das elektronische Zertifikat verhindert wird und die Taten zur Anzeige gebracht werden." Die Freigabe für die Übertragung soll es nach ihren Worten deshalb dort geben, wo auch geimpft worden sei.

Für vollständig gegen Corona Geimpfte und Menschen, die eine Infektion nachweislich schon durchgemacht haben, sind seit diesem Sonntag bundesweit wesentliche Einschränkungen aufgehoben. Sie können sich wieder uneingeschränkt mit anderen Menschen treffen und müssen auch nächtliche Ausgangsbeschränkungen, die aufgrund der sogenannten Bundes-Notbremse verhängt wurden, nicht mehr beachten.

Außerdem brauchen Genesene und Geimpfte für Einkäufe oder Friseurbesuche keinen negativen Test mehr. Es reicht der Impfnachweis oder ein maximal sechs Monate alter positiver PCR-Test als Beleg für eine vergangene Infektion.

Zahl der Neuinfektionen sinkt weiter - doch Todesfälle steigen

08:16 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 12.656 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:37 Uhr wiedergeben.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 16.290 gelegen. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 118,6 (Vortag: 121,5; Vorwoche: 146,5). Die Inzidenz geht seit etwa zwei Wochen ziemlich kontinuierlich zurück. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 127 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 110 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.520.329 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.159.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.775.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagnachmittag bei 0,91 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 91 weitere Menschen anstecken.

Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Zahl der Neuinfektionen sinkt weiter - doch Todesfälle steigen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 12.656 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 127 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:37 Uhr wiedergeben. Vorschaubild: picture alliance / Zoonar/Milos Drndarevic

Corona-Notstand in Spanien nach sechseinhalb Monaten zu Ende

00:08 Uhr: Der zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausgerufene Notstand in Spanien ist nach sechseinhalb Monaten zu Ende gegangen. Die meisten der teils sehr strengen Einschränkungen des öffentlichen Lebens liefen im einstigen Infektions-Hotspot der EU am Samstag um Mitternacht aus.

Dazu gehörte zum Beispiel die Abriegelung zahlreicher Regionen, in denen bisher Ein- oder Ausreisen ohne triftigen Grund verboten waren. Die Bewohner der Hauptstadt Madrid dürfen zum Beispiel seit Sonntag wieder ans Meer nach Andalusien, Valencia oder Katalonien.

Die linke Zentralregierung mahnte dennoch weiter zur Vorsicht. "Wir müssen alle vorsichtig bleiben, die Pandemie ist noch nicht zu Ende", sagte Vize-Ministerpräsidentin Carmen Calvo am Samstag am Rande einer Veranstaltung in Madrid. Es sei aber nun an der Zeit, "an die Umarmungen, an die Unternehmen und an die Arbeitsplätze zu denken", betonte die sozialistische Politikerin.

Die verschiedenen Regionen des Landes entscheiden nun je nach Lage und im Rahmen ihrer juristischen Möglichkeiten, welche Maßnahmen sie aufrechterhalten oder neu beschließen wollen, damit das Virus nicht wieder außer Kontrolle gerät. Auf Mallorca bleiben etwa die Innenräume von Bars und Restaurants noch mindestens zwei Wochen zu.

Die Frage, welche Maßnahmen ohne Notstand rechtlich zulässig sind, sorgte jedoch in den vergangenen Tagen für hitzige Debatten und viel Verwirrung. Während zum Beispiel die Oberlandesgerichte der Balearen und von Valencia die Aufrechterhaltung der bisher für alle zwingend vorgeschriebenen nächtlichen Ausgehsperre guthießen, wurde sie von der baskischen Justiz als verfassungswidrig abgelehnt.

Spanien hatte zeitweilig zu den Ländern mit den höchsten Infektionszahlen in Europa gehört. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist inzwischen aber deutlich niedriger als etwa in Deutschland, zuletzt betrug sie nur noch 84 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner - Tendenz fallend. In einigen Urlaubsregionen wie Valencia (etwa 16 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner) und den Balearen (etwa 26) mit Mallorca ist die Situation sogar noch entspannter.

Italien will für EU-Urlauber Einreisen ohne Quarantäne erlauben

00:02 Uhr: Italien will zur Ankurbelung des Tourismus noch im Mai Einreisen ohne die bisherige Kurz-Quarantäne erlauben. Schon ab Mitte Mai sollten Reisende aus Europa, die voll geimpft seien, leichter ins Land kommen können, kündigte Italiens Außenminister Luigi Di Maio am Samstag auf Facebook an.

Zusammen mit dem Gesundheitsminister arbeite er außerdem daran, die "Mini-Quarantäne" für EU-Bürger, Briten und Reisende aus Israel abzuschaffen, die negativ getestet, geimpft oder von COVID-19 genesen seien.

Bisher benötigen Italien-Besucher aus der EU in der Regel einen negativen Test vor der Reise, sie müssen im Land fünf Tage in Quarantäne und dann einen zweiten Corona-Test machen.

Di Maio kündigte an, dass im Juni auch die Regeln für Besucher aus den USA gelockert werden sollten. "Der Tourismus ist ein wichtiger Baustein für den Neustart Italiens", schrieb der Politiker der Fünf-Sterne-Bewegung. Die genauen Vorschriften und Daten für die Neuregelungen sind noch nicht gesetzlich fixiert.

In dem Mittelmeerland waren die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen gesunken. Am Samstag waren über 27 Prozent der Bevölkerung mindestens ein Mal gegen Corona geimpft.

Gesundheitsminister Roberto Speranza unterschrieb zudem einen Erlass, wonach es ab Montag (10. Mai) keine Roten Zonen mit besonders strengen Corona-Sperren in Italien mehr gibt.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.