• 17:44 Uhr: ➤ Booster-Impfung laut EMA schon nach drei Monaten möglich
  • 16:29 Uhr: In NRW: Quarantäne nach Kontakt mit Omikron-Patient auch für Geimpfte
  • 15:17 Uhr: Stiko empfiehlt Corona-Impfung für jüngere Kinder mit Vorerkrankung
  • 13:38 Uhr: Mehr als 100.000 bekannte Corona-Fälle bei Schülern in Deutschland
  • 11:57 Uhr: Menschenrechtsinstitut: Ungeimpfte bei Triage nicht benachteiligen

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➤ Booster-Impfung laut EMA schon nach drei Monaten möglich

Booster-Impfungen gegen COVID-19 könnten nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA auch schon nach drei Monaten erfolgen. Ungeachtet der geltenden Empfehlungen, die Auffrischung nach sechs Monaten zu verabreichen, "sprechen die derzeit verfügbaren Daten für eine sichere und wirksame Auffrischungsdosis bereits drei Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung", sagte der EMA-Direktor für Impfstrategie Marco Cavaleri am Donnerstag bei einer Pressekonferenz der Behörde in Amsterdam. Ein so kurzer Abstand wäre möglich, wenn dies "unter dem Gesichtspunkt der öffentlichen Gesundheit wünschenswert ist".

Deutschlands Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, dass eine Auffrischimpfung in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen soll. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate kann laut Stiko "im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden".

Cavaleri äußerte sich zudem optimistisch hinsichtlich einer baldigen Zulassung des zu den Proteinimpfstoffen zählenden Corona-Vakzins des US-Herstellers Novavox. Sie könne noch in diesem Jahr erfolgen, sagte er. Damit würde dem in der EU zur Verfügung stehenden Arsenal an autorisierten Corona-Impfstoffen ein fünfter hinzugefügt werden.

Experten hatten bereits im laufenden Prüfverfahren Studien zur Wirkung von Nuvaxovid (NVX-CoV2373) bewertet. Sollte die EMA eine bedingte Marktzulassung empfehlen, muss die EU-Kommission noch endgültig zustimmen, was aber als Formsache gilt.

Das Novavax-Produkt ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff - wie die Präparate von Biontech und Moderna - noch ein Vektor-Impfstoff wie die von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen.

Die weiteren Corona-News des Tages

In NRW: Quarantäne nach Kontakt mit Omikron-Patient auch für Geimpfte

16:29 Uhr: Wer mit einem nachweislich mit der Omikron-Variante des Coronavirus Infizierten Kontakt hatte, muss in Nordrhein-Westfalen trotz eigener Immunisierung mit zweiwöchiger Quarantänepflicht rechnen. Das Gesundheitsministerium in Düsseldorf hat die Verordnung mit den Regeln dazu geändert. Aus der ab Donnerstag gültigen Fassung geht hervor, dass die Gesundheitsämter sowohl für Haushaltsangehörige als auch für andere Kontaktpersonen von Infizierten mit besorgniserregenden Varianten 14 Tage Quarantäne anordnen können.

Nach Ministeriumsangaben betrifft das die Omikron-Variante. Zuletzt waren Geimpfte oder Genesene mit näherem Kontakt zu Corona-Infizierten von der Quarantänepflicht ausgenommen, sofern sie keine Symptome aufwiesen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat das Robert Koch-Institut in Nordrhein-Westfalen bis Donnerstag 23 Omikron-Fälle nachgewiesen. Weitere 47 Verdachtsfälle sind demnach in Klärung. Das Gesundheitsministerium beobachte die Ausbreitung der Variante im Land "sehr aufmerksam", hatte eine Vertreterin des Ressorts am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtages vorgetragen. Das Wissen zur Gefährlichkeit und zur Wirksamkeit der Impfung sei weiterhin sehr begrenzt.

Stiko empfiehlt Corona-Impfung für jüngere Kinder mit Vorerkrankung

15:17 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat Corona-Schutzimpfungen für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen. Wie das Gremium am Donnerstag in Berlin mitteilte, empfiehlt es Impfungen in dieser Altersgruppe zusätzlich auch für Kinder, in deren Umfeld Risikopatienten leben, die sich selbst nicht durch Impfungen schützen können. Für alle anderen Kinder soll eine Impfung bei "individuellem Wunsch" möglich sein, hieß es der entsprechenden Erklärung der Kommission.

Die Impfungen sollen sollen demnach mit zwei Dosen des Wirkstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer im Abstand von drei bis sechs Wochen erfolgen. Ziel der Impfempfehlung sei es, "unter anderem schwere COVID-19-Verläufe und Todesfälle bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren zu verhindern". Angesichts der derzeitigen Coronalage werde sich auch ein Großteil der Kinder "mittelfristig" anstecken.

Dabei verliefen die allermeisten Infektionen in der Altersgruppe aber symptomlos. Für gesunde Kinder ohne Vorerkrankungen sei daher von einer Impfempfehlung abgesehen worden, zumal das Risiko von seltenen Nebenwirkungen aufgrund der eingeschränkten Datenlage "derzeit nicht eingeschätzt werden kann", wie das Gremium erklärte.

Auf die Entscheidung des unabhängigen Expertengremiums war mit Spannung gewartet worden, weil sich Ärzte in Deutschland in aller Regel an deren Beschlüssen orientieren und nur auf Basis seiner Empfehlungen impfen. Den Impfstoff von Biontech und Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren wurde von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA bereits vor rund zwei Wochen zugelassen und ist damit zur Anwendung frei. Politik und Behörden begannen daraufhin bereits mit der Organisation von Impfangeboten für Kinder.

EMA: Offenbar großteils "leichter" Krankheitsverlauf bei Infektion mit Omikron

15:12 Uhr: Ein Großteil der bisher mit der Omikron-Variante des Coronavirus infizierten Europäer hat offenbar einen "leichten" Krankheitsverlauf. "Die Fälle scheinen großteils leicht, aber wir müssen noch mehr Daten sammeln", teilte am Donnerstag die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) mit. Es könne noch keine Aussage gemacht werden zur Wirksamkeit der derzeit gegen das Coronavirus eingesetzten Impfstoffe gegen die Omikron-Variante.

Es müssten noch mehr Daten gesammelt werden, "um zu ergründen, ob das Spektrum der Schwere des Krankheitsverlaufes bei Omikron unterschiedlich ist zu den bisher zirkulierenden Varianten", sagte der Chef der EMA-Impfstrategie, Marco Cavaleri. Seine Behörde werte alle verfügbaren Daten aus, um schnell Aussagen über die Effektivität der Impfstoffe gegen Omikron treffen zu können.

Der Hersteller Biontech/Pfizer hatte am Mittwoch erklärt, dass sein Impfstoff eine geringere Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante aufweist. Für einen umfänglichen Schutz seien drei Dosen des Mittels nötig, erklärten die beiden Unternehmen. Bei zwei Impfungen sei aber zumindest ein Schutz vor schweren Krankheitsverläufen gewährleistet.

Die Omikron-Variante war Ende November von Wissenschaftlern in Südafrika entdeckt worden. Seither wurde sie in dutzenden Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland. Sie weist 50 Mutationen im Vergleich zu dem ursprünglichen Virus auf, davon 32 am sogenannten Spike-Protein, mit dem das Coronavirus an der Wirtszelle andockt. Die Sorge ist groß, dass Omikron deshalb infektiöser ist als die vorherigen Varianten - und die aktuellen Impfstoffe weniger wirksam sind.

Allerdings weisen die bisherigen Fälle auf einen offenbar leichteren Verlauf der Erkrankung hin - dies hatten vor der EMA bereits der US-Präsidentenberater Anthony Fauci und südafrikanische Forscher erklärt.

Österreichische Ärzte in Corona-Impfstraßen haben Sicherheitsbedenken

14:33 Uhr: Ab Februar gilt in Österreich die Corona-Impfpflicht. Dadurch lassen sich vermehrt auch Menschen immunisieren, die der Schutzimpfung entgegen der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu deren Nutzen skeptisch oder ablehnend gegenüberstehen. Die Aggression steigt, Ärzte in den Impfstraßen werden beschimpft. Wegen Sicherheitsbedenken absolvieren Mediziner teilweise keinen Dienst mehr in Impfstraßen, berichtete das "Ö1"-Mittagsjournal am Donnerstag.

Man merke, dass die Leute nicht mehr primär aus freien Stücken kommen, die Aggressivität hat sich deutlich erhöht, berichtete ein Arzt dem Journal. Für die Mediziner sei es auch unangenehm, Menschen ein medizinisches Prozedere angedeihen zu lassen, die das nicht wollen, schilderte er. Zeitweise sei die Situation bedrohlich, sagte ein Ärztin. Nach der Impfung würden ihr bei manchen Personen die Knie zittern, sie denke sich, "gut, dass der jetzt draußen ist".

Der interviewte Arzt wird in Impfstraßen keine Dienste mehr verrichten, die Ärztin ist am überlegen, ob sie unter diesen Bedingungen weitermachen wird. Der Mediziner forderte mehr Schutz für das Personal in Impfstraßen. Dort gebe es kein Sicherheitskonzept, Polizeipräsenz würde man sich wünschen, betonte er gegenüber "Ö1".

Gerald Schöpfer, der Präsident des Roten Kreuzes berichtete ebenso, dass die Aggressionen zunehmen. Es gebe viele Wutbürger, die ihre Wut an Leuten auslassen, die überhaupt nichts dafür können, konstatiert er. Auch die Wiener Ärztekammer bestätigte höhere Aggressivität. In der Bundeshauptstadt sei bei einer Corona-Demo sogar versucht worden, eine kleine Impfstelle anzuzünden.

Mediziner: Intensivstationen brauchen Inzidenz von unter 200

13:56 Uhr: Nach Worten des Intensivmediziners Christian Karagiannidis braucht Deutschland eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 200, um seine Intensivstationen arbeitsfähig zu halten. Das sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters dem "Spiegel".

Der Inzidenzwert lag laut Robert-Koch-Institut am Donnerstag bei 422,3 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - also mehr als doppelt so hoch. "Wir haben die Fallzahlen viel zu lange viel zu weit nach oben schnellen lassen. Wir müssen jetzt mit den Inzidenzen dringend ein gutes Stück runter, damit wir für Omikron Platz haben."

Angesprochen auf die sich oftmals wiederholenden Appelle aus der Wissenschaft an die Politik sagte Karagiannidis: "Manchmal kann ich mich selbst schon nicht mehr hören." Die Politik habe die Delta-Welle total unterschätzt und sich im kritischsten Moment in den Bundestagswahlkampf verrannt. "Ich würde empfehlen, dass die nächste Bundestagswahl verlegt wird, sollte sie noch einmal in eine kritische Phase einer Pandemie fallen."

Französische Kliniken wechseln zunehmend in Notfall-Modus

13:46 Uhr: Wegen der sich weiter verschlechternden Corona-Lage wechseln die Kliniken in Frankreich zunehmend in einen Notfall-Modus. Dieser gilt seit Donnerstag auch im größten Ballungsraum des Landes, der Region Paris. Die Sieben-Tage-Inzidenz liege inzwischen bei 446 und habe sich binnen drei Wochen mehr als vervierfacht, teilte die Gesundheitsverwaltung der Hauptstadtregion (ARS) mit. Der im Landesschnitt ähnlich hohe Wert gibt die Zahl erfasster Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tage an.

Kliniken können nun zusätzliche Betten für COVID-Patienten freimachen und Kranke zwischen Kliniken in der Region verlegen. Die übrige Gesundheitsversorgung solle nicht beeinträchtigt werden und das in der Pandemie stark belastete Personal geplanten Urlaub antreten können. Wie in Deutschland sind die Mehrzahl der Corona-Patienten ungeimpft, wie die Gesundheitsverwaltung berichtete. Wegen der hohen Impfquote - frankreichweit sind 88,5 Prozent der Impfberechtigen vollständig geimpft - belaste die aktuelle Corona-Welle die Krankenhäuser weniger dramatisch als die vorherigen, hieß es.

Zur Eindämmung der nach französischer Zählung fünften Corona-Welle greifen von Freitag an weitere Schutzmaßnahmen. Für vier Wochen schließen die Diskotheken, an Grundschulen gilt eine erweiterte Maskenpflicht und Unternehmen sollen mehr Homeoffice ermöglichen. Außerdem werden die Booster-Impfungen vorangetrieben. Bis Anfang Januar sollen 15 Millionen weitere Menschen ihre Auffrischungsimpfung erhalten können. Apotheken erlaubte das Gesundheitsministerium die Öffnung auch an Sonntagen, um möglichst viele Impfungen vorzunehmen.

Mehr als 100.000 bekannte Corona-Fälle bei Schülern in Deutschland

13:38 Uhr: Etwa einer von 40 Schülern in Deutschland war in der vergangenen Woche direkt oder indirekt von Corona betroffen, entweder durch eigene Infektion oder durch Quarantänemaßnahmen. Wie aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) hervorgeht, lag die Zahl der bekannten Corona-Infektionen bei Schülerinnen und Schülern in der Woche vom 29. November bis 5. Dezember bei 103.000.

Das waren rund 10.000 mehr als in der Vorwoche. Leicht zurückgegangen auf rund 150.000 ist die Zahl der Schüler, die darüber hinaus in Quarantäne waren (Vorwoche 152.000).

Die KMK legt im Wochenrhythmus Zahlen vor. Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus mehr als 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit etwa 10 Millionen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler und rund 40.000 Schulen und Berufsschulen. An rund 1.500 Schulen gab es demnach in der vergangenen Woche Einschränkungen im Präsenzbetrieb (unverändert zur Vorwoche). Geschlossen waren 86 Schulen (Vorwoche 140).

Die Statistik weist außerdem 7.700 Corona-Fälle bei Lehrkräften aus (Vorwoche 7.300) und zusätzlich rund 4.000 Quarantäne-Fälle (unverändert zur Vorwoche). Zugrunde liegen hier Angaben zu etwa 885.000 Lehrkräften.

Thüringen will Regeln für Corona-Hotspots verschärfen

13:22 Uhr: Thüringen will die Corona-Regeln für besonders schwer von der Pandemie betroffene Regionen verschärfen. Dies betrifft Landkreise und kreisfreie Städte mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1.000 bei Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag auf Anfrage mitteilte.

Dort sollen Gaststätten, Restaurants und Beherbergungsbetriebe nur noch für Gäste öffnen dürfen, die gegen COVID-19 geimpft beziehungsweise von COVID-19 genesen sowie zusätzlich negativ getestet sind (2G-plus-Regel). In Kommunen mit einer Inzidenz von mindestens 1.500 soll etwa die Gastronomie komplett schließen. Die Einschränkungen sollen "spätestens" am kommenden Montag in Kraft treten, wie ein Ministeriumssprecher sagte.

Derzeit werde eine Muster-Allgemeinverfügung mit einer solchen Regelung vorbereitet, die am Freitag gemeinsam mit einer Anweisung zum Erlass an die Kommunen gehen solle. Verschärft werden voraussichtlich auch Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht. Maximale Teilnehmerzahlen für öffentliche, kulturelle und auch private Veranstaltungen sollen reduziert werden.

Im Freistaat lagen am Donnerstag drei Kreise über dem Inzidenzwert von 1.500. Neun weitere Kommunen überschreiten die 1.000er Marke. Über die geplante Verschärfung hatten am Donnerstag die Thüringer Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichtet.

Statistisches Bundesamt: Corona-Pandemie führte zu Übersterblichkeit

13:00 Uhr: Die Corona-Pandemie hat in Deutschland zu einer Übersterblichkeit geführt - zu diesem Befund kommt das Statistische Bundesamt nach der Auswertung der Sterbefallstatistik seit Beginn der Pandemie. "Von März 2020 bis Mitte November 2021 sind in Deutschland mehr Menschen verstorben, als unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zu erwarten gewesen wäre", sagte der Vizepräsident des Amtes, Christoph Unger, am Donnerstag in Wiesbaden.

2020 starben fünf Prozent mehr Menschen als 2019. Allein aufgrund der Alterung der Bevölkerung wäre nur ein Anstieg der Sterbefallzahlen um zwei Prozent zu erwarten gewesen. Betrachtete man die ersten zwölf Monaten der Pandemie - März 2020 bis Februar 2021 - starben sogar 7,5 Prozent mehr Menschen als im Vorjahreszeitraum.

Die Todesursachenstatistik gibt Aufschluss, wer 2020 an und wer mit Corona gestorben ist. Laut Destatis starben knapp 40.000 Menschen an COVID-19 als Grundleiden, bei gut 8.000 war COVID-19 als Begleiterkrankung auf der Todesbescheinigung verzeichnet.

70 Prozent der COVID-19-Toten waren 80 Jahre oder älter, die meisten hatten vielfältige Vorerkrankungen. 176.000 Menschen wurden 2020 mit oder wegen Corona im Krankenhaus behandelt. Knapp 37.000 von ihnen lagen auf der Intensivstation, rund 21.000 wurden künstlich beatmet. Jeder sechste COVID-19-Fall im Krankenhaus endete tödlich.

NRW: Quarantäne nach Kontakt mit Omikron-Patient auch für Geimpfte

12:20 Uhr: Wer mit einem nachweislich mit der Omikron-Variante des Coronavirus Infizierten Kontakt hatte, muss in Nordrhein-Westfalen trotz eigener Immunisierung mit zweiwöchiger Quarantänepflicht rechnen. Das Gesundheitsministerium in Düsseldorf hat die Verordnung mit den Regeln dazu geändert. Aus der ab Donnerstag gültigen Fassung geht hervor, dass die Gesundheitsämter sowohl für Haushaltsangehörige als auch für andere Kontaktpersonen von Infizierten mit besorgniserregenden Varianten 14 Tage Quarantäne anordnen können.

Nach Ministeriumsangaben betrifft das die Omikron-Variante. Zuletzt waren Geimpfte oder Genesene mit näherem Kontakt zu Corona-Infizierten von der Quarantänepflicht ausgenommen, sofern sie keine Symptome aufwiesen.

Das Gesundheitsministerium beobachte die Ausbreitung der Variante im Land "sehr aufmerksam", hatte eine Vertreterin des Ressorts am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtages vorgetragen. Mit Stand vom Montag weise das Robert-Koch-Institut für NRW 18 bestätigte Fälle mit der neuen Variante des Coronavirus aus.

Es gebe allerdings viele ungeklärte Verdachtsfälle, so dass es sich immer nur um eine Momentaufnahme handele. Zudem sei das Wissen zur Gefährlichkeit und zur Wirksamkeit der Impfung weiterhin sehr begrenzt.

69,3 Prozent voll geimpft - knapp eine Million weitere Booster

12:07 Uhr: Fast eine Million weitere Menschen in Deutschland haben innerhalb eines Tages eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen. 992.000 Dosen wurden am Mittwoch als sogenannte Booster-Impfungen verabreicht, wie aus den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag hervorgeht.

Insgesamt haben nun 16,6 Millionen Menschen die Auffrischung erhalten - das entspricht 20 Prozent der Bevölkerung. Am Mittwoch wurden insgesamt 1,1 Millionen Dosen Impfstoff gegen Corona verabreicht - darunter rund 80.500 Erstimpfungen.

Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben mindestens 57,6 Millionen Menschen oder 69,3 Prozent der Bevölkerung. Mindestens 60,1 Millionen Menschen (72,3 Prozent) haben bisher mindestens eine Impfung.

Menschenrechtsinstitut: Ungeimpfte bei Triage nicht benachteiligen

11:57 Uhr: Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) hält angesichts der aktuellen Entwicklung in der Corona-Pandemie eine gesetzliche Regelung zur sogenannten Triage für überfällig.

"Der Impfstatus darf keine Rolle spielen" bei der Frage, wer im Falle einer möglichen Überlastung des Gesundheitssystems eine intensivmedizinische Behandlung erhalte, betonte DIMR-Direktorin Beate Rudolf. Auch eine Person, die sich "unvernünftig oder unsolidarisch" verhalte, habe ein Recht auf Gesundheit.

In seinem aktuellen Jahresbericht mahnt das Institut mit Blick auf etwaige Engpässe in den Kliniken an: "Deutschland braucht menschen- und verfassungsrechtlich begründete Prinzipien als Grundlage für Priorisierungsentscheidungen der Ärzteschaft."

Eine gesetzliche Regelung müsse Aspekte festlegen, die für die Auswahl der Patienten keine Rolle spielen dürften - zum Beispiel noch zu erwartende Lebenszeit, Lebensqualität, Leistungen für die Gesellschaft oder Alter. Der Gesetzgeber könne hier nicht auf ein noch ausstehendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts warten.

Die Kriterien der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) für die Auswahl derjenigen, die bei knappen Ressourcen intensivmedizinisch behandelt werden, stellten für Ältere und für Menschen mit Behinderungen eine "mittelbare Diskriminierung" dar. Beispielsweise würden Menschen, die im Alltag Hilfe benötigten, hier benachteiligt.

Rudolf begrüßte, dass die neue Regierung Kinderrechte im Grundgesetz verankern will. In der Pandemie habe sich gezeigt: "Sie wurden nicht berücksichtigt, nicht gehört und nicht beteiligt". Das DIMR ist die unabhängige Nationale Menschenrechtsinstitution Deutschlands.

Bremens Bürgermeister gegen einen allgemeinen Lockdown

11:46 Uhr: Ein erneuter allgemeiner Lockdown wegen der Corona-Pandemie wäre aus Sicht des Bremer Regierungschefs Andreas Bovenschulte (SPD) der falsche Weg. Wer Geschäfte, Kinos und Gaststätten flächendeckend für alle schließen wolle, der müsse auch ehrlich bekennen, dass er einen Lockdown ebenso für doppelt und dreifach Geimpfte wolle, auch wenn diese zusätzlich noch getestet seien.

"Dann gäbe es gar keinen Anreiz mehr, sich impfen zu lassen", sagte Bovenschulte am Donnerstag in einer Regierungserklärung in der Bürgerschaft.

Zudem gebe es bereits einen Lockdown für Ungeimpfte. Diese dürften in Bremen derzeit nicht in die meisten Geschäfte, nicht in Restaurants und nicht ins Kino - nicht einmal zum Friseur. Der Bürgermeister warb eindringlich noch einmal für das Impfen. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes steht Bremen derzeit mit einer Impfquote von 80,8 Prozent an vollständig Geimpften an der Spitze der Bundesländer.

"Partygate": Johnson wegen Vorwürfen über Lockdown-Partys unter Druck

11:15 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist am Donnerstag in der Affäre um angebliche Lockdown-Partys im Regierungssitz weiter unter Druck geraten. Selbst konservative Zeitungen sparten auf ihren Titelseiten nicht mit Kritik. "Eine Regel für sie und neue Regeln für den Rest von uns", titelte die "Daily Mail" in Anspielung an schärfere Corona-Maßnahmen, die der konservative Regierungschef am Vorabend angekündigt hatte.

Auf der Titelseite des "Telegraph" wurde ein Kommentar mit der Frage angerissen: "Der Anfang vom Ende für Boris?". Parteikollegen warfen ihm vor, es handele sich bei den Maßnahmen um ein Ablenkungsmanöver.

Johnson hatte sich am Mittwoch im Parlament entschuldigt. Nicht jedoch für eine angebliche Party seiner Mitarbeiter, während der Rest des Landes im Lockdown war, sondern für ein Video, bei dem seine frühere Pressesprecherin mit Kollegen darüber scherzte, wie eine solche Party öffentlich zu rechtfertigen wäre. Johnson stritt weiter ab, dass es zu einem Regelbruch gekommen war, leitete aber eine interne Untersuchung ein.

Unterdessen berichteten Zeitungen über weitere unter den damaligen Corona-Regeln illegale Partys in Regierungsgebäuden und sogar in der Dienstwohnung des Premiers Ende vergangenen Jahres. Der seit über einer Woche schwelende Skandal wird von der Presse inzwischen als "Partygate" bezeichnet.

WHO-Beirat weiter gegen Auffrischimpfungen für alle

10:57 Uhr: Der Impfrat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt weiterhin keine allgemeine Corona-Auffrischimpfung, wie sie Deutschland und viele andere Länder bereits anbieten. Es gehe um faire Impfstoffverteilung, sagte der Vorsitzende des unabhängigen Beirats für Immunisierungsfragen (SAGE), Alejandro Cravioto, am Donnerstag in Genf. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem sei die Lage anders, für sie hat der Rat schon zuvor eine dritte Impfdosis empfohlen.

So lange nicht genügend Impfstoffe vorhanden seien, müsse es Priorität bleiben, jedem Menschen der Welt eine Grundimpfung mit ein oder zwei Dosen anzubieten. Eine volle Impfung - im Fall von Pfizer/Biontech oder Moderna zwei Dosen - schütze mindestens sechs Monate gut vor einem schweren Krankheitsverlauf, sagte Cravioto.

Der Impfrat empfiehlt, dass die erste und zweite Dosis möglichst mit dem gleichen Impfstoff erfolgen. Dort, wo es Kapazitätsprobleme gebe, könne auch ein anderer Impfstoff zum Einsatz kommen. Mit der Frage, ob eine Auffrischimpfung womöglich mit einem anderen Impfstoff Sinn mache, um einen breiteren Schutz zu erzeigen, befasst sich der Rat noch und hat Empfehlungen in Kürze in Aussicht gestellt.

England verschärft Corona-Maßnahmen

10:35 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat wegen stark steigender Infektionszahlen eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen für England angekündigt. Johnson kündigte am Mittwoch Zugangsbeschränkungen für Großveranstaltungen an. Bürger müssen nun einen Nachweis der Corona-Impfung oder eines negativen Tests vorzeigen, bevor sie in Fußballstadien oder Nachtclubs dürfen. Außerdem wurde die Maskenpflicht auf die "meisten öffentlichen Gebäude" ausgeweitet. Die Maßnahmen gelten ab nächster Woche.

Bislang waren Masken in England nur in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften gesetzlich vorgeschrieben. Johnson rief die Bevölkerung zudem dazu auf, nach Möglichkeit von Zuhause aus zu arbeiten und die angebotenen Auffrischungsimpfungen in Anspruch nehmen.

Er begründete die Verschärfungen mit dem vermehrten Auftreten der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Gesundheitsminister Sajid Javid zufolge wurden bislang 568 Fälle bestätigt - die wahre Zahl liege aber "wahrscheinlich näher an 10.000". Johnson sagte, es werde immer deutlicher, dass Omikron sich "viel schneller" ausbreitet als die bisher dominierende Delta-Variante, und "wir können noch nicht davon ausgehen, dass Omikron weniger schwerwiegend ist als frühere Varianten".

"Wir müssen angesichts dieses Virus demütig sein", sagte der Premierminister, der wegen eines erneuten Skandals um mutmaßliche Regelbrüche durch Regierungsmitarbeiter stark in der Kritik steht. Seine engsten Mitarbeiter hatten Berichten zufolge im vergangenen Jahr mitten im Corona-Lockdown, als täglich hunderte Menschen am Virus starben, eine Weihnachtsfeier gefeiert. Seine Beraterin und ehemalige Sprecherin Allegra Stratton trat wegen eines Videos zurück, auf dem sie über die Party Scherze riss.

RKI registriert 70.611 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 422,3

10:17 Uhr: Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ist erneut leicht gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 422,3 an. Am Vortag hatte der Wert bei 427 gelegen, vor einer Woche bei 439,2 (Vormonat: 213,7).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 70.611 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 7:55 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 73.209 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 465 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 388 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.362.232 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 5,79 an (Dienstag: 5,45). Die Zahl der Genesenen lag am Donnerstag bei 5.278.300. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 104.512.

Zahl der Intensivbetten auf Tiefstand - und es könnte noch schlimmer werden

Die Zahl der freien Intensiv- und Beatmungsbetten in Deutschland ist auf den niedrigsten bisher erfassten Stand gesunken. Auf den Intensivstationen sei es mit nun knapp 5.000 Corona-Kranken "ziemlich voll", sagt der Intensivmediziner Christian Karagiannidis. Vorschaubild: picture alliance

Streit um Maskenpflicht beim Tanken eskaliert

08:28 Uhr: Ein Streit um die Maskenpflicht ist in der Nacht zum Donnerstag an einer Tank- und Rastanlage bei Regensburg eskaliert. Der Tankwart konnte sich im Verlauf der Auseinandersetzung nur durch einen Sprung auf die Motorhaube vor dem anfahrenden Auto eines Maskenverweigerers retten, wie die Polizei mitteilte.

Der Mann wollte in der Tank- und Rastanlage Pentling laut Polizei zunächst ohne Maske bezahlen. Nachdem er vom 25 Jahre alten Tankwart auf die Maskenpflicht hingewiesen wurde, machte er sich allerdings daran, wegzufahren, ohne die Tankschuld von 37 Euro zu begleichen. Der Tankwart versuchte daraufhin, das verschneite Kennzeichen des Autos freizulegen. Da der Kunde in diesem Moment losfuhr, rettete sich der 25-Jährige per Sprung auf die Motorhaube.

Beim Versuch des Tankwarts, den Autofahrer zum Anhalten zu bewegen, ging dann auch noch die Windschutzscheibe des Autos zu Bruch. Mehrere Polizeistreifen lösten die Situation schließlich auf. Den Autofahrer erwartet den Beamten zufolge nun eine Strafanzeige wegen Unterschlagung, Beleidigung und Nötigung.

Intensivmediziner: Omikron wird wehtun - freie Betten auf Tiefstand

08:03 Uhr: Die Zahl der freien Intensiv- und Beatmungsbetten in Deutschland ist laut dem Intensivmediziner Christian Karagiannidis auf den niedrigsten bisher erfassten Stand gesunken. Das mache ihm Sorgen insbesondere in Hinblick auf die Variante Omikron, sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters der Deutschen Presse-Agentur zum Stand vom Mittwoch. Die neue Corona-Variante werde sich mit hoher Geschwindigkeit durchsetzen.

Im Divi-Intensivregister waren am Mittwochnachmittag rund 2.250 Intensivbetten als frei ausgewiesen (1,8 pro Standort), davon 921 spezifisch für COVID-19. Auf einem solchen Level werde Omikron "wehtun, auch wenn es nicht ganz so schwer krank machen sollte", sagte der Arzt von der Lungenklinik Köln-Merheim. Er sprach von der Variante als drohende "große Unbekannte".

Die aktuelle Lage sei sehr dynamisch, sagte Karagiannidis. Die Delta-Welle scheine in eine Seitwärtsbewegung überzugehen, insbesondere wegen sinkender Infektionszahlen in Bayern. Auf den Intensivstationen sei es mit nun knapp 5.000 COVID-19-Patienten "ziemlich voll". Hinzu kämen im Unterschied zu früheren Wellen weitere zu versorgende Notfälle, zum Beispiel Unfallopfer. In Phasen mit weitreichenden Kontaktbeschränkungen sei dies seltener gewesen.

Mit der jetzigen Infiziertenzahl auf Intensivstationen ist annähernd wieder ein Niveau wie zum Höhepunkt der dritten Corona-Welle erreicht. Der Maximalwert des Frühjahrs hatte gut 5.100 betragen, den Höchststand gibt das Register mit rund 5.700 Erkrankten gleichzeitig für Anfang Januar 2021 während der zweiten Welle an. Der Modellierer Andreas Schuppert hatte kürzlich gesagt, bis Weihnachten seien bis zu 6.000 COVID-19-Kranke zu befürchten.

Im Unterschied zu früheren Wellen haben Kliniken laut Divi auch mit einem Mangel beim Pflegepersonal zu kämpfen. Allein von den wichtigen Beatmungsbetten seien daher 3.000 weniger betreibbar als vor einem Jahr. In der vierten Welle unterscheidet sich zudem die Belastung sehr stark nach Region, besonders hoch ist sie derzeit in Sachsen, Thüringen und Bayern. Die Gesamtzahl an Schwerkranken wegen Corona wäre Fachleuten zufolge noch weitaus höher, wenn vor allem der ältere Teil der Bevölkerung in Deutschland nicht mehrheitlich geimpft wäre.

Corona-Ausbruch: Tottenham will nicht gegen Rennes antreten

07:47 Uhr: Tottenham Hotspur wird nach dem Corona-Ausbruch im Team nicht zum Conference-League-Spiel an diesem Donnerstag gegen Stade Rennes antreten. "Wir können bestätigen, dass unser Heimspiel in der Gruppe G gegen Stade Rennes nicht stattfinden wird", teilte der englische Fußball-Premier-League-Club am späten Mittwochabend mit. "Die Gespräche mit der UEFA laufen noch, und wir werden zu gegebener Zeit weitere Informationen zu diesem Spiel bekannt geben."

Rennes dagegen erklärte am späten Mittwochabend, mit der geplanten Absage nicht einverstanden zu sein und und spielen zu wollen. Man behalte sich das Recht vor, "die UEFA zu kontaktieren." Die Absage durch die Spurs erfolgte kurz nach der Landung der Franzosen in London, von der UEFA gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme.

Tottenham teilte zudem mit, dass nach Gesprächen unter anderem mit der Gesundheitsbehörde empfohlen wurde, den Bereich der ersten Mannschaft im Trainingszentrum "im Interesse der Gesundheit und Sicherheit von Spielern und Personal zu schließen". Coach Antonio Conte hatte am Mittwoch mehrere Corona-Fälle bestätigt. Demnach wurden acht Spurs-Spieler und fünf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Um wen es sich handelt, wurde nicht bekannt.

Conte äußerte Unverständnis darüber, dass der Spielbetrieb vorerst weitergehen sollte. "Die Situation regt mich ein bisschen auf, weil die Lage ernst ist", sagte der Italiener. "Jeden Tag haben wir mehr positive Testergebnisse. Alle haben ein bisschen Angst. Die Leute haben Familien. Warum müssen wir das Risiko eingehen?"

"Alarmierende" Corona-Zahlen in Kitas: Infektionen fast versechsfacht

Nordrhein-Westfalen meldet stark steigende Infektionszahlen bei Kindern in Kitas und Kindergärten. Die Infektionen hätten sich laut aktuellem Wochenbericht seit Oktober fast versechsfacht. Dennis Maelzer, jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, nennt die Zahlen "alarmierend". (Teaserbild: iStock / kali9)

Karl Lauterbach: Brauchen drei Impfungen für Schutz gegen Omikron

06:27 Uhr: Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Wichtigkeit der Auffrischungsimpfungen im Kampf gegen die neue Corona-Variante Omikron unterstrichen. "Die Impfung ist nur abgeschlossen, wenn man dreimal geimpft wurde", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im "heute journal" des ZDF. Das sei die neue Realität, um vor Omikron einigermaßen geschützt zu sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden zwei Impfungen die Krankheit aber bereits abmildern, "und drei Impfungen wahrscheinlich sehr gut gegen schwere Krankheit schützen".

Man müsse dafür sorgen, dass Omikron Deutschland so spät wie möglich erreiche. Wenn die Omikron-Variante Deutschland flächendeckend erreichen würde, könnte das nach Lauterbachs Worten Auswirkungen darauf haben, wer als vollständig geimpft gilt. "Wenn wir tatsächlich die Omikron-Welle hier in Deutschland hätten, dann wäre 2G dann erreicht, wenn man quasi die dritte Impfung hat", so Lauterbach.

Man könne mit zwei Impfungen dann nicht davon ausgehen, vollständig geschützt zu sein. 2G bedeutet, dass genesene und vollständig geimpfte Menschen Zutritt zu Einrichtungen haben. "Aber wir werden diese Brücke dann überqueren, wenn wir sie erreicht haben", so Lauterbach.

Noch gehe es zunächst darum, die Infektion mit der Omikron-Variante in Deutschland zu verhindern. Dafür seien die Booster-Impfungen eine optimale Vorbereitung. Das sei die erste Säule im Gesundheitsschutz, "die wir in der Hand haben". Die zweite Säule umfasse eine allgemeine Impfpflicht.

Corona-Pandemie dominiert "Unwort des Jahres"-Suche

05:30 Uhr: Viel Corona, wenig Klima: Die bislang eingereichten Vorschläge für das "Unwort des Jahres" 2021 thematisieren vor allem die Pandemie und ihre Begleiterscheinungen. Die derzeit mehr als 600 Einsendungen mit etwa 300 unterschiedlichen Worten seien sehr coronafokussiert, berichtete Constanze Spieß, die Sprecherin der Jury der sprachkritischen Aktion. Auffallend sei, dass dagegen das Thema Klimawandel nicht so präsent sei.

Corona dominiert nach Einschätzung der Marburger Sprachwissenschaftlerin noch mehr die Vorschläge als 2020. Aktuell schlage sich auch die Impfdebatte in den eingereichten Begriffen nieder. Genannt wurden etwa Worte wie "Impfmassaker", aber auch "Querdenker" oder "systemrelevant". Begriffe zur videobasierten Kommunikation seien ebenfalls vorgeschlagen worden.

Eine deutlich kleinere Rolle spielen Spieß zufolge bislang Begriffe rund ums Thema Klima. "Das wundert mich umso mehr, weil wir ja gerade einen Wahlkampf hinter uns haben, in dem das Thema Klima, Klimaschutz, Klimakrise, Klimawandel doch sehr zentral verhandelt wurde." Ein Wort in dem Zusammenhang sei allerdings gleich mehrfach eingereicht worden: "Öko-Terrorismus".

Entwicklungen im Bereich Migration greift der vorgeschlagene Begriff "Pushback" auf, der im Zusammenhang mit möglichen illegalen Zurückweisungen von Schutzsuchenden an den EU-Außengrenzen verwendet wurde.

Interessierte können bis 31. Dezember über ein Online-Formular oder per E-Mail Vorschläge einreichen, am 12. Januar wird dann das "Unwort des Jahres" 2021 in Marburg bekanntgegeben.

Die Aktion soll auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. Es werden Wörter gerügt, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind.

Vorschläge müssen eines der Kriterien erfüllen, die Häufigkeit der Nennung spielt keine Rolle. Für das Jahr 2020 waren zwei "Unwörter" gekürt worden: "Corona-Diktatur" und "Rückführungspatenschaften".

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.