• Die wichtigsten Corona-News vom 7. Januar in der Nachlese
  • 17:50 Uhr: Hamburg ist erstes Bundesland mit schärferen Corona-Regeln
  • 16:01 Uhr: Umfrage: Jeder Fünfte würde bei dauerhaftem Homeoffice Umzug erwägen
  • 14:44 Uhr: Zusammen mit Bayer: Curevac hofft auf Impfstoff-Freigabe im Sommer
  • 14:22 Uhr: Helge Braun macht Fehler im Oktober für Zuspitzung der Corona-Lage verantwortlich

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Top-News: Hamburg ist erstes Bundesland mit schärferen Corona-Regeln

Als erste in Deutschland müssen die Hamburger am Freitag ihre Kontakte weiter einschränken. Die neue Corona-Verordnung der Stadt sollte nach Senatsangaben um Mitternacht in Kraft treten.

In einigen anderen Bundesländern sollen ab Sonntag schärfere Regeln gelten, in den meisten erst ab Montag.

Neben einer Verlängerung des bestehenden Lockdowns bis Ende Januar sieht die neue Hamburger Verordnung auch schärfere Kontaktregelungen vor. So dürfen Angehörige eines Haushalts nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts zusammentreffen. Bisher waren Kontakte auf fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten beschränkt.

Die weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Vier positive Corona-Tests vor Start des Oberhofer Biathlon-Weltcups

17:33 Uhr: Bei den ersten Corona-Tests vor dem Start des ersten Biathlon-Weltcups in Oberhof gab es bisher vier positive Fälle. Das teilte IBU-Sportdirektor Felix Bitterling am Donnerstag mit.

"Wir rechnen damit, dass der eine oder andere Fall auftreten wird nach der Weihnachtspause", sagte der Berchtesgadener. "Aber wir können mit unserem System frühzeitig reagieren." Derzeit laufe gerade die Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt, das dann auch die jeweils fälligen Restriktionen wie Quarantäne ausspricht.

Bisher führte der Biathlon-Weltverband 5.700 Tests seit dem Saisonstart Ende November im finnischen Kontiolahti durch. Dabei gab es insgesamt 22 positive Fälle bei Sportlern und Teammitgliedern, inklusive der vier jetzigen in Oberhof.

Dreyer will kleinere Kinder von Kontaktbeschränkungen ausnehmen

16:43 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, Kinder bis einschließlich sechs Jahren von der Verschärfung der Kontaktbeschränkungen auszunehmen.

Vor den Beratungen des Corona-Kabinetts über eine neue Landesverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie sagte Dreyer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa): "Ich will für Rheinland-Pfalz eine Lösung, die Kontakte weiter reduziert und lebensnah ist."

Die am Dienstag von Bund und Ländern beschlossene Festlegung einer Kontaktbeschränkung auf einen Haushalt plus einer weiteren Person sei im Grundsatz richtig, erklärte Dreyer. "Das kennen die Menschen aus der Zeit des ersten Shutdowns im Frühjahr." Sie werde dem Ministerrat allerdings Ausnahmen vorschlagen.

"Kinder bis sechs Jahre sollten davon ausgenommen sein, ebenso soll es Ausnahmen bei zwingenden Gründen für Kinderbetreuung oder die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen geben", sagte Dreyer.

Länder sollen am Freitag 667.875 Impfdosen bekommen

16:18 Uhr: Die Bundesländer sollen an diesem Freitag eine weitere Lieferung des Corona-Impfstoffs des Herstellers Biontech in sechsstelliger Größenordnung erhalten. Sie sollen insgesamt 667.875 Impfdosen erhalten, wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte.

Die Lieferung erfolge über Biontech direkt an die 27 Anlieferzentren der Länder. Den größten Anteil erhält das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 141.375 Dosen, den kleinsten Bremen mit 4.875 Dosen.

Somit soll die weitere Auslieferung der Impfdosen wie bereits angekündigt ablaufen.

Umfrage: Jeder Fünfte würde bei dauerhaftem Homeoffice Umzug erwägen

16:01 Uhr: Jeder fünfte Deutsche würde laut einer Umfrage bei dauerhafter Arbeit im Homeoffice über einen Umzug nachdenken. Als Hauptgründe dafür nannten Teilnehmer im Auftrag des Digitalverbands Bitkom das Wohnen im Grünen, die Nähe zu Freunden und weniger Miete.

Vor allem für Jüngere zwischen 16 und 34 Jahren käme ein Wohnungswechsel infrage. "In der Coronakrise hat flexibles Arbeiten einen kräftigen Schub erfahren und wird auch nach der Pandemie die neue Normalität in der Arbeitswelt prägen", teilte Verbandspräsident Achim Berg am Donnerstag in Berlin mit.

Durch den Trend zum Homeoffice seien viele Berufstätige weniger auf einen Wohnort in der Nähe der Arbeitsstelle angewiesen. Die Arbeit in den eigenen vier Wänden könne zudem die Situation in stark verdichteten Städten erleichtern und sich mäßigend auf steigende Mieten auswirken.

Bitkom hatte in der repräsentativen Umfrage 1.503 Teilnehmer und Teilnehmerinnen ab 16 Jahren befragt.

Erstmals mehr als 1.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag in Estland

15:33 Uhr: In Estland steigen trotz strenger Corona-Maßnahmen die Infektionszahlen weiter an. Am Donnerstag wurden mit 1.104 Fällen erstmals mehr als 1.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

Damit wurden in dem baltischen EU-Land mit 1,2 Millionen Einwohner seit Beginn der Pandemie fast 32.000 Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. 265 Erkrankte starben.

Estland kämpft seit dem Herbst mit einem deutlichen Anstieg der Zahl an Neuinfektionen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Ostsee-Staat aktuell schlechter als in Deutschland. Angesichts der steigenden Corona-Fälle hatte die Regierung in Tallinn die Beschränkungen im Dezember verschärft und das öffentliche Leben zurückgefahren.

So wenige Flugzeuge über Deutschland wie Ende der 1980er Jahre

15:16 Uhr: Im deutschen Luftraum hat es im Corona-Jahr 2020 so wenige Flüge gegeben wie zuletzt Ende der 1980er Jahre. Rund 1,46 Millionen Starts, Landungen und Überflüge kontrollierte die Deutsche Flugsicherung (DFS) nach Angaben vom Donnerstag. Damit habe sich das Flugverkehrsaufkommen im Vergleich zum Vorjahr, als noch 3,33 Millionen Flugbewegungen gezählt wurden, mehr als halbiert, teilte die DFS in Langen bei Frankfurt mit.

Das Verkehrsaufkommen in Deutschland sei somit auf das Niveau von vor der Wiedervereinigung gesunken: 1989 wurden im Luftraum der Bundesrepublik Deutschland rund 1,47 Millionen Flüge registriert. Seither sei das Verkehrsaufkommen mit einigen Unterbrechungen nahezu kontinuierlich gestiegen. Im Jahr der Wiedervereinigung 1990 waren es 1,55 Millionen Flüge.

"Es wird voraussichtlich bis 2025 dauern, bis das alte Niveau wieder erreicht wird", prognostizierte Dirk Mahns, Geschäftsführer Betrieb der DFS. Bis dahin werde die Deutsche Flugsicherung rund zwei Milliarden Euro weniger Gebühren einnehmen als geplant, ohne die Kosten im gleichen Maße reduzieren zu können.

Vor allem der Passagierverkehr brach im vergangenen Jahr aufgrund von Reisebeschränkungen im Zuge der Pandemie ein. Geringere Rückgänge gab es nach DFS-Angaben bei der Luftfracht.

Zusammen mit Bayer: Curevac hofft auf Impfstoff-Freigabe im Sommer

14:44 Uhr: Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hofft durch die Kooperation mit dem Pharmakonzern Bayer, seinen Corona-Impfstoff noch in diesem Sommer einsetzen zu können.

"Wir hoffen, dass unser Impfstoff Mitte des laufenden Jahres oder im dritten Quartal zugelassen wird und eingesetzt werden kann", sagte der Curevac-Sprecher Thorsten Schüller der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag).

Noch sei offen, ob Bayer neben der Hilfe zur marktreifen Entwicklung auch die Herstellung des Impfstoffs mit übernimmt, hieß es. Eine Produktion des Impfstoffs ist nicht Teil des aktuellen Kooperationsvertrags. Bayer habe jedoch zugesagt, zu prüfen, ob es möglich wäre, das Vakzin in seinen Produktionsanlagen herzustellen, so der Sprecher.

Bayer, Curevac

Impfstoff-Allianz soll bei Herstellung helfen

Der Pharmakonzern Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac ziehen bei einem Corona-Impfstoff an einem Strang. Die beiden Unternehmen schlossen einen Kooperations- und Servicevertrag, wie sie am Donnerstag mitteilten.

Helge Braun macht Fehler im Oktober für Zuspitzung der Corona-Lage verantwortlich

14:22 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat Versäumnisse im Oktober für die aktuell zugespitzte Corona-Lage und die damit verbundenen Einschränkungen verantwortlich gemacht. "Wir hätten schon Mitte Oktober entscheidender und deutlicher handeln müssen", sagte Braun am Donnerstag den Sendern RTL und n-tv.

Ausdrücklich bezog er sich dabei auf die Ministerpräsidentenkonferenz am 14. Oktober, als die Länderchefs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geforderte schärfere Schutzmaßnahmen verhindert hatten.

Damals sei die zweite Welle der Pandemie bereits erkennbar gewesen, sagte Braun. Es sei jedoch der "Vorsprung, den wir den ganzen Sommer lang hatten", erst aufgebraucht worden, "bevor wir angefangen haben, dann konsequenter zu handeln".

Auch die letztlich für November beschlossenen Lockdown-Maßnahmen seien dann "erkennbar nicht genug gewesen".

Südafrika importiert 1,5 Millionen Dosen Corona-Impfstoff aus Indien

13:45 Uhr: Südafrika bezieht im Januar und Februar 1,5 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca aus Indien. Sie sollen vor allem den 1,25 Millionen Mitarbeitern des öffentlichen und privaten Gesundheitssystems zukommen, gab am Donnerstag das Gesundheitsministerium bekannt.

Eine Million Dosen sollen noch im Januar eintreffen. Der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca und der Universität Oxford wird von der europäischen Arzneimittelagentur EMA derzeit im sogenannten Rolling Review-Verfahren geprüft. Dabei werden Daten von den Herstellern nach und nach eingereicht, um Prüfung und Zulassung zu beschleunigen.

Südafrika als das zahlenmäßig am schwersten betroffene Land Afrikas hatte im Dezember inmitten einer zweiten Infektionswelle die Marke von einer Million nachgewiesener Corona-Fälle überschritten. Die Regierung hatte daraufhin schärfere Maßnahmen verhängt. In dem Kap-Staat kursiert eine neue Variante des SARS-CoV-2-Erregers, die als Treiber für die neue Infektionswelle gilt.

Das Tempo der Ausbreitung hat seitdem deutlich zugelegt. Seit Bekanntgabe des mutierten Virus haben viele Länder daher Beschränkungen für Reisende aus Südafrika verhängt. Die Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft, die auch unter immer häufigeren Stromengpässen leidet.

Mobilität ging an Weihnachten und Silvester deutlich zurück

13:10 Uhr: Weihnachtsbesuch bei den Großeltern und Silvester mit Freunden? Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben bei vielen Menschen Pläne durchkreuzt. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, hat sich die Mobilität der Menschen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verändert.

So zeige die Sonderauswertung experimenteller Mobilitätsdaten, dass die Mobilität an den Weihnachtstagen deutschlandweit durchschnittlich um 14,6 Prozent gegenüber dem jeweiligen Tag des Vorjahres zurückgegangen sei. Der Rückgang fiel am ersten Weihnachtsfeiertag mit einem Minus von 14,3 Prozent und am zweiten Weihnachtsfeiertag mit minus 18,5 Prozent stärker aus als an Heiligabend mit minus 11,1 Prozent.

Besonders stark sank die Zahl längerer Reisen an den beiden Weihnachtsfeiertagen: Reisen mit einer Distanz von 50 bis unter 100 Kilometern gingen am 25. und 26. Dezember um gut ein Drittel, Reisen mit einer Entfernung von 100 Kilometern oder mehr sogar um etwa die Hälfte zurück. Dies deute darauf hin, dass viele Menschen insbesondere auf Besuche von weiter entfernt lebenden Familienmitgliedern und Urlaubsreisen über größere Entfernungen verzichtet haben, hieß es.

Mehr als 417.000 COVID-19-Impfungen beim Robert Koch-Institut erfasst

12:50 Uhr: Die Zahl der ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Impfungen gegen COVID-19 in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag um mehr als 46.000 gestiegen. Seit dem Beginn der Impfkampagne Ende Dezember ist das Mittel damit nun mindestens 417.060 Menschen gespritzt worden. Diese Gesamtzahl ergibt sich aus bisherigen Meldungen der Bundesländer, wie aus einer RKI-Statistik vom Donnerstag (Stand: 11.00 Uhr) hervorgeht. Pro 1.000 Einwohner sind bundesweit demnach bisher fünf Menschen gegen die Krankheit geimpft worden.

Die meisten Impfungen pro 1.000 Einwohner wurden laut der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern erfasst (13,5), die wenigsten für Thüringen (2,5). In absoluten Zahlen kommt Bayern auf den höchsten Wert von mehr als 84 000 Geimpften laut RKI. Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

Die meisten Menschen - mehr als 201.000 - wurden laut RKI-Daten aus beruflichen Gründen geimpft. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln. Zudem wurde das Präparat inzwischen mehr als 168.000 Bewohnern von Pflegeheimen verabreicht. Die Impfungen können derzeit auch wegen hohes Alters und/oder aus medizinischem Anlass geboten sein.

Kühne + Nagel übernimmt Logistik des Moderna-Corona-Impfstoffs

12:46 Uhr: Im Rennen um Großaufträge für den Corona-Impfstofftransport kann das Logistikunternehmen Kühne + Nagel einen Erfolg verbuchen. Man habe einen Vertrag über den weltweiten Transport und die Lagerung des COVID-19-Impfstoffes von Moderna abgeschlossen, teilte der Konzern am Donnerstag in Schindellegi in der Schweiz mit.

Es geht um die ganze Welt außer die USA, dort bekam ein Wettbewerber den Zuschlag. Der Impfstoff muss durchgängig auf minus 20 Grad gekühlt werden - das sei sichergestellt, betonte Kühne + Nagel.

Der Vertrag betrifft die Strecke von der Produktionsstätte bis zu einem kontinentalen Verteilzentrum - in Europa ist dies bei Moderna Branchenkreisen zufolge in Belgien. Auch die Strecke von diesem Zentrum zum nationalen Distributionszentrum - hier also die Lastwagen-Fahrt von Belgien nach Deutschland - ist in dem Vertrag drin, danach greifen andere Logistikabkommen.

Müller attackiert Wirtschaft in Coronakrise: "Unsolidarisch"

12:23 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller verlangt von der deutschen Wirtschaft in der Coronakrise mehr Solidarität, vor allem mehr Home-Office-Angebote. "Ich glaube, dass die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihre Verantwortung und Verpflichtung im Zusammenhang mit der Pandemiebekämpfung deutlich stärker wahrnehmen müssen als bisher", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Abgeordnetenhaus.

"Überall, wo nicht direkt Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger zu erbringen sind oder wo es um direkte Produktionsabläufe geht, überall an diesen Stellen muss es möglich sein, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Phase der Pandemiebekämpfung, in der wir jetzt sind, auch zu Hause zu lassen", forderte Müller. "Es geht nicht, dass wir immer stärker im privaten Bereich einschränken, immer stärker bei Älteren und Familien, aber die Unternehmen weiter so tun, als hätten wir kein Problem."

Die Politik habe immer wieder appelliert, Homeoffice-Angebote zu machen und Beschäftigte zu Hause zu lassen, so weit es geht, statt sie an den Arbeitsplatz zu bitten und damit "Kontakte und Verkehre" auszulösen. "Jeder, der jetzt darauf nicht auch in den Unternehmen reagiert, gefährdet Menschen, er verlängert damit den Lockdown und schadet unterm Strich sich und seinem Unternehmen selbst mehr", so Müller. "Und er ist schlichtweg unsolidarisch."

Ihm sei bewusst, dass die Pandemie mit dem Lockdown für viele Unternehmen dramatische Folgen habe und viele um ihr Überleben kämpften, ergänzte er. Der Berliner Senat habe deshalb von Anfang an auf eine Strategie gesetzt, auch Unternehmen mit einem "breiten Netz an Hilfen" im Zusammenspiel mit dem Bund zu helfen.

Merkel: Haben schwerste Monate der Pandemie noch vor uns

12:15 Uhr: Bei der Corona-Pandemie in Deutschland ist aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch keine Entwarnung möglich. "Natürlich haben wir die schwersten Monate - das kann man glaube ich erahnen - der Pandemie noch vor uns", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin bei der Klausurtagung der CSU-Abgeordneten im Bundestag. Dies sei jedoch "gepaart mit einem Stück Hoffnung" durch die inzwischen zur Verfügung stehenden Impfstoffe.

Merkel sagte, gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Deutschland würden nach der Corona-Pandemie "eine noch größere Herausforderung" werden. "Es ist für mich auch die Voraussetzung dafür, dass die Fliehkräfte in unserem Lande nicht immer größer werden", betonte die Bundeskanzlerin.

Britische Kliniken wegen Corona zunehmend unter Druck

12:04 Uhr: Wegen der rasant steigenden Zahl von Corona-Patienten geraten Krankenhäuser in Großbritannien immer stärker unter Druck. Besonders Kliniken in London sind kurz vor der Überlastung und könnten schon in weniger als zwei Wochen keine Kapazitäten mehr haben, berichtete das "Health Service Journal" am Donnerstag unter Berufung auf eine Präsentation des Gesundheitsdiensts NHS (National Health Service). Selbst im besten Fall würden in der Hauptstadt zum 19. Januar insgesamt 2.000 Betten, darunter Intensivplätze, fehlen.

"Es ist eindeutig schlimmer als während der ersten Welle (im Frühling)", sagte der Intensivmediziner Rupert Pearse dem Sender BBC Radio 4. Es stünde derzeit nicht ausreichend Personal zur Verfügung. "Es ist schwierig, die Qualität der Versorgung zu gewährleisten, die Patienten verdienen." Die Betreuung von Corona-Patienten führe dazu, dass etwa Herz- oder Krebspatienten vernachlässigt werden müssten.

Mit Stand 4. Januar wurden landesweit etwa 30.500 Corona-Patienten in Krankenhäusern betreut, fast ein Drittel mehr als beim Höchststand im Frühjahr. Teilweise würden normale Krankenzimmer in Intensivräume umgewandelt, hieß es. Eine Pflegekraft müsse sich um drei, bald wohl um vier Intensivpatienten kümmern, die Lücken würden mit Ärzten und ungeschultem Personal gestopft, sagte Pearse.

WHO Europa sieht Wendepunkt im Verlauf der Pandemie

11:53 Uhr: Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation in Europa sieht den Kontinent zum Start ins neue Jahr an einem wichtigen Punkt im Kampf gegen das Coronavirus. "Dieser Moment stellt einen Wendepunkt im Verlauf der Pandemie dar", sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen.

Man habe mittlerweile deutlich mehr Erkenntnisse und neue Werkzeuge wie Impfstoffe zur Verfügung. Gleichzeitig gebe es aber neue Herausforderungen wie ansteckendere Varianten des Virus. Wissenschaft, Politik und andere müssten eine Allianz bilden, um Corona zurückzudrängen.

"Wir sind auf einen herausfordernden Start 2021 vorbereitet gewesen und genau das ist es auch gewesen", sagte Kluge. Zu den Herausforderungen zählte er vor allem eine Variante des Coronavirus, die Ende 2020 zunächst in England nachgewiesen wurde.

Er verstehe die Bedenken wegen der Variante, die mittlerweile in 22 Ländern in der europäischen Region nachgewiesen worden sei, sagte Kluge. Die WHO zählt insgesamt 53 Länder zur Europa-Region, darunter auch weite Teile östlich der EU.

"Diese Variante ist besorgniserregend, da sie die Übertragbarkeit erhöht hat." Bisherigen Erkenntnissen zufolge gebe es keine signifikante Veränderung der Krankheit, die diese Variante verursacht. "Das bedeutet, dass COVID-19 weder mehr noch weniger schwerwiegend ist", sagte Kluge. "Mit erhöhter Übertragbarkeit und ähnlicher Schwere der Erkrankung löst die Variante jedoch Alarm aus."

Müller sieht in Coronakrise keine schnelle Rückkehr zur Normalität

11:48 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat mit Blick auf die angelaufenen Impfungen gegen das Coronavirus vor zu großen Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität gewarnt. "Es wird Monate dauern, bis wir den Impfstoff verimpfen können", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Abgeordnetenhaus. "So gut es ist, dass wir jetzt den Impfstoff haben, so viel Hoffnung wir zurecht daran knüpfen, so klar muss uns doch noch sein, was vor uns liegt."

In der aktuellen Phase, wo noch nicht die breite Bevölkerung immunisiert ist, sei es weiter wichtig, sich an die Regeln und Beschränkungen im Lockdown zu halten. "Wir müssen weiter daran arbeiten, dass wir besonnen mit der Situation umgehen und uns und andere weiter mit unseren Maßnahmen und Regeln schützen. In den nächsten Wochen und Monaten wird das leider nach wie vor eine Rolle spielen", so Müller.

"Es wird eine Zeit nach der Pandemie geben, und die ist jetzt in greifbarer Nähe", fügte er hinzu. "Wir haben eine Perspektive, dass sich die Situation in den nächsten Monaten normalisieren wird." Umso mehr gelte jetzt: "Wir können und dürfen jetzt nicht aufgeben. Stay at home bleibt auch in den nächsten Wochen oberste Maßgabe."

Cyber-Angriff auf Impfportal - Server mit Anfragen geflutet

11:27 Uhr: Auf das Thüringer Terminvergabeportal für die Corona-Impfungen hat es laut dem Gesundheitsministerium einen Cyberangriff gegeben. Zum Start des Onlineportals am 30. Dezember seien mehr als 158.000 Anfragen an den Server geschickt worden, so dass dieser überlastet wurde, bestätigte am Donnerstag ein Ministeriumssprecher. Zuvor hatte MDR Thüringen darüber berichtet.

Das Problem habe kurzfristig behoben werden können. Allerdings seien Impftermine verfallen, da mehrere hundert Betroffene in dieser Zeit auf Buchungsanfragen keinen Bestätigungslink erhalten hätten. Die Impfwilligen seien deshalb alle per Mail angeschrieben und gebeten worden, einen neuen Termin zu buchen. Dafür sei im Terminbuchungsportal bis Donnerstagmittag ein Exklusivzugang geschaltet gewesen.

Über das Internetportal sollen voraussichtlich an diesem Freitag wieder regulär Impftermine gebucht werden können. Um noch Termine für die Telefonvergabe freizuhalten, war das Portal aufgrund der großen Nachfrage in der vergangenen Woche bereits nach einem Tag wieder geschlossen worden. Auch zum Start der Telefon-Hotline an diesem Montag war es aufgrund eines Stromausfalls zu Serverproblemen gekommen.

Prioritäten

Corona-Impfungen in Deutschland: Das ist die Impf-Reihenfolge

Das Bundesgesundheitsministerium hat bekannt gegeben, wer zuerst eine Corona-Impfung erhalten soll. Dabei wird in drei Prioritäten unterteilt.
An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Mehr als 8 Millionen Kinder müssen zu Hause betreut werden

10:52 Uhr: Der verlängerte Corona-Lockdown mit weiter geschlossenen Schulen und Kitas stellt vor allem berufstätige Eltern mit jungen Kindern vor zusätzliche Betreuungsprobleme.

Das Statistische Bundesamt nannte am Donnerstag für das Jahr 2019 die Zahl von rund fünf Millionen Paarfamilien mit Kindern unter elf Jahren und mindestens einem Erwerbstätigen. Dazu kommen noch 581.000 berufstätige Alleinerziehende mit jüngeren Kindern.

Bei zwei von drei der genannten Paare arbeiteten beide Elternteile. Von den Alleinerziehenden waren 90 Prozent Frauen und 41 Prozent arbeiteten Vollzeit. Nach weiteren Zahlen gingen im vergangenen Schuljahr in Deutschland rund 4,5 Millionen Kinder in die Klassen 1 bis 6 und weitere 3,7 Millionen wurden in Kindertagesstätten betreut.

Curevac und Bayer schließen Kooperationsvertrag für Corona-Impfstoff

09:42 Uhr: Der Pharmakonzern Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac ziehen bei einem Corona-Impfstoff an einem Strang. Die beiden Unternehmen schlossen einen Kooperations- und Servicevertrag, wie sie am Donnerstag mitteilten.

Curevac sitzt schon seit längerem an der Entwicklung des Impfstoffes, dessen Marktzulassung aber noch nicht absehbar ist. Bayer soll nun bei aufwendigen Arbeiten für die Zulassung und für die dafür nötige Studie mitmachen und zudem die Lieferketten im Blick haben. Dass Bayer auch die Produktion übernimmt, ist im Vertrag nicht enthalten.

Für den Corona-Impfstoff "CVnCoV" von Curevac begann Mitte Dezember die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac Ende des ersten Quartals 2021.

Für den Fall einer Zulassung hat sich die EU-Kommission für die EU-Staaten 405 Millionen Dosen gesichert. Curevac-Chef Franz-Werner Haas zeigte sich erfreut über "einen weiteren starken Partner an unserer Seite". Sein Unternehmen bliebe den Angaben zufolge Inhaber der Marktzulassung. Bayer hätte aber die Option, Inhaber der Zulassung in bestimmten Märkten außerhalb Europas zu werden.

In der Pharmabranche ist es nicht unüblich, dass eher kleine Entwicklungsunternehmen den Schulterschluss mit Branchengrößen üben. Auch das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer arbeiten zusammen.

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von Moderna sind in der EU bereits zugelassen, zudem wird mit der Zulassung von Produkten anderer Wettbewerber gerechnet.

Neuer Tageshöchstwert an Corona-Todesfällen in USA - 3.865 Tote

09:39 Uhr: Den zweiten Tage in Folge haben die USA einen Höchstwert bei Corona-Todesfällen binnen 24 Stunden verzeichnet. Nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore wurden am Mittwoch 3.865 Tote im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Am Vortag waren es 3.775 gewesen, der bis dahin höchste Wert innerhalb von 24 Stunden.

Die Zahl der Neuinfektionen lag am Mittwoch bei 253.145, wie aus der Internetseite der Universität am Donnerstagmorgen (MEZ) weiter hervorging. Der bislang höchste Wert war am Samstag mit 297.491 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet worden.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 21 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 361.000 Menschen mit dem Erreger SARS-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten - nachträglich aktualisiert.

Tokio zählt Rekord an Corona-Neuinfektionen - Notstand

08:35 Uhr: Wenige Monate vor den geplanten Olympischen Spielen in Tokio ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der japanischen Hauptstadt auf einen Rekord gestiegen. Erstmals wurden binnen eines Tages mehr als 2.000 Fälle registriert, wie japanische Medien am Donnerstag berichteten. Erst am Vortag war die Zahl erstmals über die Marke von 1.500 Fällen geklettert.

Noch am Donnerstag wollte Japans Regierungschef Yoshihide Suga über die erneute Ausrufung des Notstands für den Großraum Tokio entscheiden. Es wird erwartet, dass er rund einen Monat dauert - die Vorbereitungen für die Sommerspiele sollen aber fortgesetzt werden, hatte Suga zu Wochenbeginn gesagt.

Japan hatte zuletzt im April vergangenen Jahres für Tokio den Ausnahmezustand aufgerufen, der später auf das ganze Land ausgeweitet und Ende Mai wieder aufgehoben worden war. In jüngster Zeit sind die Infektionszahlen jedoch wieder stark angestiegen, vor allem im Großraum Tokio.

Es besteht zunehmend die Sorge vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Suga deutete an, dass der Ausnahmezustand diesmal begrenzter und fokussierter als der erste ausfallen könnte. So sollen Restaurants und Bars bereits ab 19.00 Uhr keinen Alkohol mehr ausschenken und um 20.00 Uhr schließen. Die Bürger sollen zudem möglichst zu Hause bleiben, vor allem nicht nach 20.00 Uhr ausgehen.

Einen harten Lockdown hat es in Japan zu keinem Zeitpunkt gegeben. Rechtlich bindend waren die Aufforderungen der Behörden bislang nicht, stattdessen setzt man auf Freiwilligkeit. Die meisten Bürger des 127-Millionen-Landes tragen zwar Mund- und Nasenschutz. Doch waren Einkaufszonen im Vorfeld der Neujahrsfeiertage sowie Schreine zu Neujahr überfüllt. Auch benutzen viele Menschen weiter die Bahnen, andere amüsieren sich in Tokios nächtlichen Amüsiervierteln in Bars.

Mehrere tausend Menschen demonstrieren in Österreich gegen Corona-Lockdown

07:06 Uhr: Mehrere tausend Menschen haben in Österreich gegen den Corona-Lockdown demonstriert. Die größte Demonstration fand am Mittwoch in Wiener Neustadt statt, wo sich nach Polizeiangaben etwa 2.500 Menschen versammelten.

Mehrere Menschen wurden dort wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen festgenommen. In Amstetten demonstrierten rund tausend Menschen und in Judenburg etwa 500. Kleinere Proteste fanden auch in anderen Städten statt.

In Österreich gilt seit kurz vor Weihnachten ein harter Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus. Er soll noch bis mindestens zum 24. Januar andauern.

Größter Ausbruch des Coronavirus in China seit Monaten

06:41 Uhr: China erlebt den größten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten. Nachdem das bevölkerungsreichste Land das Virus seit dem Sommer weitestgehend im Griff hatte und nur noch ganz vereinzelt Infektionen zählte, sind die Zahlen in der Provinz Hebei direkt vor den Toren Pekings in wenigen Tagen auf 90 gestiegen.

Allein am Donnerstag meldete die Gesundheitskommission 51 neue Fälle in der Provinz rund um die Hauptstadt und warnte vor einem weiteren Anstieg der Infektionen. Auch wurden Dutzende asymptomatische Fälle gemeldet.

Die Behörden sind alarmiert und riefen "den Kriegszustand" im Kampf gegen das Virus aus. Transportverbindungen mit Bussen, Zügen und Flugzeugen in die 300 Kilometer nordöstlich von Peking gelegene Provinzhauptstadt Shijiazhuang wurden weitgehend unterbrochen.

Die elf Millionen Einwohner werden getestet. Auch wurden Straßensperren eingerichtet. In Shijiazhuang wurden einige Wohngebiete abgeriegelt. Der Unterricht in Kindergärten, Grund- und Mittelschulen wurde ausgesetzt. Zusätzliches medizinisches Personal wurde mobilisiert.

Betroffen sind außer Shijiazhuang auch die Städte Xingtai und Nangong, wo 500.000 Menschen getestet werden. Der neue Ausbruch weckt Sorgen über die bevorstehende Reisewelle vor dem chinesischen Neujahrsfest am 12. Februar. Zum wichtigsten Familienfest der Chinesen sind normalerweise einige hundert Millionen Menschen in ihre Heimatdörfer unterwegs. Doch rieten die Behörden bereits Wanderarbeitern, diesmal nicht nach Hause zu reisen.

Vor mehr als einem Jahr wurden in der zentralchinesischen Metropole Wuhan die ersten Fälle mit dem SARS-CoV-2-Virus entdeckt, der inzwischen weltweit 87 Millionen Menschen infiziert hat. Mehr als 1,8 Millionen sind an den Folgen gestorben. Nach einem anfänglich unzureichenden Umgang mit dem Virus haben Chinas Behörden seit Ende Januar 2020 scharfe Maßnahmen ergriffen und die Pandemie mit Quarantäne, Ausgangssperren, Kontaktverfolgung und weitgehenden Einreisebeschränkungen an den Grenzen weitgehend unter Kontrolle gebracht. So hatte sich das Leben in China wieder normalisiert.

26.391 Corona-Neuinfektionen und 1.070 neue Todesfälle gemeldet

06:10 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 26.391 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1.070 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Donnerstagmorgen bekanntgab.

Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

"Wir erwarten, dass zum Jahresanfang mit der Öffnung von Arztpraxen und Teststellen wieder mehr Personen getestet werden", hatte der erste Vorsitzende des Verbands, Michael Müller, am Dienstag erklärt. Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind. Klarheit über das Infektionsgeschehen nach den Feiertagen ist nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 17. Januar zu gewinnen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstagmorgen bei 121,8. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Mittwoch bei 0,83 (Dienstag: 0,81). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betonte, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde.

Umfrage: Mehrheit gegen Impfpflicht im Kampf gegen Corona

05:45 Uhr: Eine Mehrheit der Deutschen lehnt eine Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie ab. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 56 Prozent gegen eine zwingende Immunisierung gegen das gefährliche Virus aus. 33 Prozent befürworteten einen solchen Schritt dagegen. 11 Prozent machten keine Angaben.

Nach dem Infektionsschutzgesetz könnte das Bundesgesundheitsministerium mit Zustimmung der Länder im Bundesrat eine Impfpflicht "für bedrohte Teile der Bevölkerung" anordnen, "wenn eine übertragbare Krankheit mit klinisch schweren Verlaufsformen auftritt und mit ihrer epidemischen Verbreitung zu rechnen ist". Für den Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die Bundesregierung aber auf einen solchen Schritt verzichtet.

Eine große Mehrheit von 62 Prozent lehnt auch Vorteile für Menschen ab, die gegen das Coronavirus geimpft sind. Denkbar wäre zum Beispiel, dass Restaurants, Hotels oder auch Fluggesellschaften nur Geimpfte als Gäste oder Passagiere zulassen.

Nur sechs Prozent würden das uneingeschränkt befürworten. Weitere 23 Prozent wären dafür, wenn gesichert ist, dass die Geimpften das Virus nicht übertragen können - dafür gibt es bisher noch keine ausreichenden Erkenntnisse.

Die Impfungen in Deutschland hatten am 26. Dezember begonnen. Gesundheitsminister Jens Spahn hat versprochen, bis Mitte des Jahres allen Menschen in Deutschland eine Impfung anbieten zu können. Nach einer YouGov-Umfrage aus dem Dezember wollen sich etwa zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) gegen das Coronavirus impfen lassen.

Nach Einschätzung von Experten der Weltgesundheitsorganisation ist eine Impfquote von 60 bis 70 Prozent nötig, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Bundesregierung hofft deswegen darauf, dass sich möglichst viele Menschen in Deutschland immunisieren lassen. Jede Impfung mehr bedeute weniger Infektionen und weniger Todesfälle, hatte Spahn vor dem Impfstart gesagt.

Die Logistik bei der Impfstoffverteilung für die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna.

Arzt: Oft immer neue Wellen von Beschwerden nach Corona-Infektion

05:30 Uhr: COVID-19-Patienten sind nach ihrer Genesung von der akuten Erkrankung in vielen Fällen keineswegs gesund: Betroffene schildern, dass Beschwerden über Monate immer wieder kommen. Joachim Meyer, Pneumologe, Intensivmediziner und Chefarzt des Lungenzentrums an der München Klinik, spricht von einer wiederkehrenden "rezidivierenden Symptomatik" und einem "wellenförmigen Verlauf".

"Es bleibt eine neue Erkrankung, die wir kennenlernen müssen", sagte Meyer der Deutschen Presse-Agentur. Viele COVID-19-Patienten hätten noch lange nach der Entlassung Probleme - unter anderem mit der Lungenfunktion, der Konzentration und der Leistungsfähigkeit. Vor allem leide ein Teil der Genesenen noch lange Zeit unter einer tiefen Erschöpfung, Fatigue genannt.

US-Forscher schlüsselten den Verlauf in drei Phasen auf: Ab zwei Wochen nach der akuten Infektion könnten hyperinflammatorische Erkrankungen folgen, Entzündungsvorgänge durch eine überschießende Immunreaktion, erläutern sie im Fachblatt "Jama". Organe können demnach versagen oder Schäden davontragen, neben der Lunge auch Niere und Herz. Die dritte Phase ab der vierten Woche umfasse auch kardiovaskuläre, neurologische und psychologische Folgen.

Noch immer rätseln Mediziner, warum manche Menschen fast nichts von der akuten Infektion spüren, andere aber tödlich erkranken. Ein mögliches Kriterium für die Schwere des Verlaufs ist laut Meyer die Virenlast, die jemand bei der Ansteckung abbekommt. Deshalb sei das Tragen von Masken extrem wichtig.

Bei schwerem Verlauf werde anders als in der Anfangszeit so spät wie möglich künstlich beatmet, sagte der Pneumologe weiter. Vielfach genüge die intensive Zufuhr von Sauerstoff. Zudem sei nun deutlicher, bei welchem Schweregrad der Erkrankung und in welcher Dosierung Cortison helfen könne, den Entzündungsprozess einzudämmen. "Das sind neue Aspekte, die nicht Standard waren in der ersten Welle." Die neuen Erkenntnisse brächten bessere Überlebenschancen für schwerkranke Patienten.

Neurologe: Guillain-Barré-Syndrom kann Folge von COVID-19 sein

05:00 Uhr: Das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom (GBS) kann einem Neurologen zufolge eine seltene, aber schwere Komplikation nach einer Corona-Infektion sein. Mindestens 100 solche Fälle der entzündlichen Erkrankung der Nerven mit Lähmung von Muskeln seien weltweit beschrieben, sagte Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Presse-Agentur. Die Häufigkeit werde wahrscheinlich unterschätzt, darauf ließen Daten etwa aus Italien schließen.

Die Erkrankung mit einer mitunter kompletten Lähmung der Muskeln tritt sowohl nach bakteriellen als auch nach viralen Infekten auf. Vergleichsweise häufig wird sie als Folge einer Infektion mit dem Zika-Virus beobachtet.

Beim Corona-Virus sei man zunächst nicht von einer Koppelung ausgegangen, sagte Thomas Pfefferkorn, Direktor der Klinik für Neurologie am Klinikum Ingolstadt. Er hatte Anfang April einen der ersten nach einer Corona-Infektion betroffenen Patienten in Deutschland behandelt. "Zu dem Zeitpunkt damals hat man gedacht, das gäbe es eigentlich nicht."

Dann aber hätten mehrere Patienten nach einer Corona-Infektion die Erkrankung gezeigt - "so dass man jetzt sicher sein kann: Es gibt diese Komplikation."

Berlit schätzt die Zahl beschriebener Fälle in Deutschland auf derzeit etwa 20. Etwa 80 Prozent der Betroffenen werden demnach wieder vollständig gesund. Mitunter bleiben Funktionsausfälle. Fünf Prozent der Patienten sterben.

Beim Guillain-Barré-Syndrom werden durch eine überschießende Autoimmunreaktion Nerven geschädigt, so dass sie keine Reize mehr übertragen können. Folgen sind Lähmungen. Sie beginnen meist in den Beinen und erfassen dann auch Arme und Gesicht bis hin zur Atemmuskulatur, so dass Patienten beatmet werden müssen - was besonders schwierig wird, wenn die Lunge durch das Coronavirus schon geschädigt ist.

Forscher haben in mehreren Studien über den Zusammenhang zwischen GBS und COVID-19 berichtet. Einer Analyse im "Journal of Neurology" zufolge erkranken Betroffene meist einige Tage bis etwa drei Wochen nach der Corona-Infektion an dem Syndrom.

Verband: Messebranche hat drei Viertel ihres Umsatzes eingebüßt

04:33 Uhr: Die deutschen Messeveranstalter haben im Corona-Jahr 2020 fast drei Viertel ihres üblichen Umsatzes eingebüßt. Davon geht der Branchenverband AUMA aus. Von mehr als 360 geplanten internationalen und regionalen Messen hätten mehr als 70 Prozent abgesagt oder verschoben werden müssen, erklärte AUMA-Geschäftsführer Jörn Holtmeier. Unter normalen Umständen liege der Umsatz der Messebranche bei gut vier Milliarden Euro pro Jahr.

Nicht nur die Veranstalter selbst, sondern auch Messebau, Hotels, Gastronomie sowie Taxifahrer und Spediteure hätten unter dem zusammengestrichenen Messegeschäft gelitten. In einem normalen Jahr trage die Durchführung von Messen rund 28 Milliarden Euro zur deutschen Wirtschaftsleistung bei. Davon würden für 2020 nur rund 6 Milliarden übrigbleiben, erklärte Holtmeier.

Der Branchenverband rechnet damit, dass das Geschäft mit den Präsenzmessen im zweiten Quartal wieder anlaufen wird. Das erste Quartal werde wegen der Corona-Pandemie dagegen noch nahezu komplett ausfallen. Von einem Niveau wie im Vor-Corona-Jahr 2019 sei die Messewirtschaft noch weit entfernt.

Virologin Ciesek: Corona macht Defizite der Gesellschaft offensichtlich

04:05 Uhr: Die Coronakrise wird nach Einschätzung der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek die Gesellschaft und die Wissenschaft nachhaltig verändern. "Die immer stärker werdende Spaltung der Gesellschaft, dass da gar kein Austausch mehr möglich ist, das finde ich sehr beunruhigend und auch enttäuschend", sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum der Deutschen Presse-Agentur.

Die Berichte aus Intensivstationen, das Leid der Patienten und die Belastung des Klinikpersonals machten sie "extrem traurig", sagte Ciesek, eine der profiliertesten Expertinnen für SARS-Cov-2. "Es macht mich traurig, nachdenklich, frustriert, wenn ich sehe, wie manche Menschen das fast ins Lächerliche ziehen".

Die Pandemie habe vieles offensichtlich gemacht, was in der Gesellschaft falsch laufe, sagte Ciesek. Ein Beispiel sei, dass das Virus manche Bevölkerungsgruppen stärker treffe als andere, etwa ausländische Arbeiter in Sammelunterkünften: "Das finde ich schon bitter."

Dass die Meinung von Wissenschaftlern viel mehr gehört wird als vor der Pandemie, findet Ciesek nicht nur positiv. "Das ist auch eine Gefahr für die Wissenschaft, wenn sie falsch dargestellt wird, wenn Ergebnisse verkürzt werden. Das haben wir ja mehrmals erlebt 2020: Dass am Ende nur ein Satz zitiert wird - für Wissenschaftler ist das extrem frustrierend."

Andererseits habe sich die Wissenschaft in diesem Jahr mehr vernetzt. "Das habe ich extrem positiv wahrgenommen. Ich finde es wichtig, dass man immer offen ist für unterschiedliche Disziplinen. Ich hoffe, dass das nicht wieder verloren geht." Trotz aller Belastungen und Frustration für den Einzelnen sei die Corona-Pandemie wissenschaftlich gesehen "absolut spannend: ein Jahrhundertereignis, das wir so - hoffentlich - nie wieder erleben."

SPD legt mit Kritik an Impfstoffbeschaffung nach

02:00 Uhr: Die SPD hat mit ihrer Kritik an der Beschaffung von Impfstoffen gegen das Coronavirus nachgelegt. SPD-Bundesvize Kevin Kühnert hielt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der "Rheinischen Post" und dem "General-Anzeiger" (Donnerstag) vor, zu zögerlich bei der Bestellung gewesen zu sein. "Es ist doch so: Wenn ich die Nadel im Heuhaufen noch nicht finden kann, sie aber dringend brauche, dann kaufe ich doch erstmal zur Sicherheit den Heuhaufen, und zwar komplett." Er bezog sich dabei darauf, dass lange nicht klar war, welche Impfstoff-Entwicklungen erfolgreich sein würden.

Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf zu verstehen, wer bei der Beschaffung des Impfstoffes wie gehandelt habe, "nicht, um mit jemandem abzurechnen, sondern um daraus zu lernen", meinte Kühnert. Er halte deshalb die Frage für berechtigt, warum in der noch unsicheren Beschaffungslage des Jahres 2020 nicht präventiv umfangreichere Bestellungen veranlasst worden seien, verbunden mit finanziellen Hilfen zum Ausbau der Produktionskapazitäten.

Mehrere SPD-Politiker, darunter Generalsekretär Lars Klingbeil, hatten Spahn zuvor dafür verantwortlich gemacht, dass einige andere Länder beim Impfen weiter sind als Deutschland. Spahn verteidigte die Impfkampagne gegen Kritik. Im ZDF bekräftigte er am Mittwochabend: "Es ist am Anfang jetzt knapp. Das war klar, und das ist auch so."

In der EU und somit auch in Deutschland sind die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und - seit Mittwoch - von Moderna zugelassen. Aber auch der Moderna-Impfstoff werde in den ersten Wochen knapp sein, sagte Spahn. "Und dann ab dem zweiten Quartal wird es Zug um Zug besser."

Die grundsätzliche Entscheidung, die Impfstoff-Beschaffung europäisch zu organisieren, war und bleibe "unbedingt richtig". "Wir sind zusammen in dieser Pandemie, und wir kommen auch nur zusammen wieder raus." Es bringe ja auch nichts, wenn nur die Menschen in Deutschland geimpft seien - und die in den Nachbarländern nicht.

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