• 18:00 Uhr: ➤ Umfrage: Mehrheit für Ende kostenloser Corona-Tests
  • 15:56 Uhr: Olaf Scholz: Kostenlose Corona-Tests wird es bald nicht mehr geben
  • 15:29 Uhr: Corona im Abwasser früh nachweisbar: Daten stimmen mit Inzidenz überein
  • 14:07 Uhr: Spahn appelliert an Patriotismus der Ungeimpften
  • 13:08 Uhr: Auch ohne Impfung keine Quarantäne mehr bei Einreise nach Großbritannien

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➤ Umfrage: Mehrheit für Ende kostenloser Corona-Tests

Das von der Bundesregierung ins Gespräch gebrachte Ende kostenloser Corona-Schnelltests für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland trifft laut einer Umfrage mehrheitlich auf Zustimmung. Dass Tests für Ungeimpfte künftig nicht mehr gratis sein sollten, unterstützen 61 Prozent, wie die Umfrage für den ARD-"Deutschlandtrend" (Donnerstag) ergab. Dagegen gaben 35 Prozent an, dass dies in die falsche Richtung gehe.

Trotz des jetzt langsameren Impftempos treffen Corona-Impfungen laut der Umfrage generell auf hohen Zuspruch. Demnach gaben 71 Prozent an, schon mindestens einmal geimpft zu sein, weitere 12 Prozent planen es "auf jeden Fall". Mit zusammen 83 Prozent entfielen damit hierauf nun 8 Prozentpunkte mehr als im Mai, wie die ARD erläuterte. Dass sie sich "wahrscheinlich" impfen lassen wollen, gaben 4 Prozent an - dass sie dies wahrscheinlich nicht wollen oder ausschließen 12 Prozent.

Für den ARD-"Deutschlandtrend" befragte das Institut Infratest dimap den Angaben zufolge vom 2. bis 4. August 1.312 Wahlberechtigte ab 18 Jahren.

Von jenen, die sich wahrscheinlich nicht oder auf keinen Fall impfen lassen wollen, gaben laut der Umfrage 69 Prozent Sorgen vor möglichen unentdeckten gesundheitlichen Folgeschäden als Hauptgrund an. Dass sie keine Sorge vor einer Corona-Ansteckung haben, sagten demnach 15 Prozent, 8 Prozent sind nach eigenen Angaben grundsätzlich gegen Impfungen. Eine von der Bundesregierung ausgeschlossene Impfpflicht lehnten in der Umfrage 50 Prozent ab, 46 Prozent befürworteten dies.

Die weiteren Corona-News:

Corona-Fälle in Großbritannien steigen wieder an

19:24 Uhr: Nach einem überraschenden Rückgang der Corona-Zahlen in Großbritannien ist die Zahl der Neuinfektionen wieder angestiegen. Am Donnerstag wurden erstmals wieder mehr als 30.000 Neuinfektionen gemeldet, wie aus den offiziellen Zahlen der britischen Regierung hervorgeht. In den vergangenen Tagen hatten die täglichen Fallzahlen darunter gelegen.

Am 19. Juli waren in England fast alle noch geltenden Corona-Beschränkungen aufgehoben worden - auch Nachtclubs öffneten wieder und die Maskenpflicht wurde vielerorts abgeschafft. Dass danach die Fallzahlen für eine Weile zurückgingen, hatte Epidemiologen sowie die Öffentlichkeit überrascht. Danach hatten sie sich bei um die 20.000 Fälle täglich eingependelt, bevor sie nun wieder zunahmen. Ob der aktuelle Anstieg nun die gefürchtete Trendwende einleitet, ist noch nicht erkennbar.

Steigende Corona-Zahlen - Experte hält Lockdown in Israel für möglich

17:38 Uhr: Angesichts zunehmender Corona-Infektionen in Israel hält ein hoher Beamter des Gesundheitsministeriums einen Lockdown noch vor dem Monatsende nicht mehr für unmöglich. "Derzeit würde ich keinen Lockdown verhängen", betonte Nachman Ash, der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, am Donnerstag im israelischen Militärrundfunksender. Er hoffe, dass die dritte Impfung für über 60-Jährige und die vom Kabinett beschlossenen Maßnahmen griffen. Sollte es aber bei der andauernd hohen Zahl der Neuinfektionen bleiben, "müssen wir in zwei oder drei Wochen eine andere Entscheidung treffen".

In Israel sind an drei aufeinanderfolgenden Tagen mehr als 3.000 Neuinfektionen pro Tag registriert worden, am Mittwoch waren es 3.430 neue Fälle gewesen. Insgesamt 250 Patienten waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums schwer krank. In Israel sind etwa 58 Prozent der Bevölkerung von rund 9,3 Millionen Menschen geimpft. Mehr als 262.000 Menschen haben bereits eine dritte Impfung erhalten.

Ministerpräsident Naftali Bennett appellierte am Donnerstag an alle über 60-Jährigen, die noch keine dritte Impfung erhalten haben, sich in den kommenden Wochen besonders vorsichtig zu verhalten. Menschenmengen sollten vermieden werden, ebenso Kontakte mit möglichen Infizierten. "Wenn Sie Ihre Enkel treffen, dann draußen und mit Maske", hieß es im Appell des Regierungschefs. Die Gefahr einer Infektion sei etwa sechs mal so hoch wie bei denjenigen, die bereits eine dritte Impfung vor fünf oder mehr Tagen erhalten hätten.

Ein rechts-religiöser Politiker behauptete, der erneute Anstieg der Corona-Infektionen in Israel sei auf die Gay Pride Parade in Tel Aviv Ende Juni zurückzuführen. "Das ungebührliche Verhalten in Tel Aviv hat den Ausbruch gestartet", sagte er israelischen Medienberichten zufolge am Mittwochabend im Parlament, der Knesset. Der israelische Gesundheitsminister Nitzan Horowitz, der selbst offen schwul ist, nannte die Äußerungen am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter eine Mischung aus "Ignoranz, Populismus, Frustration und Hass".

Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums hat die Wirksamkeit der Biontech/Pfizer-Impfungen in Israel seit Anfang Juni stark nachgelassen. Danach verhindert die Impfung eine Corona-Infektion nur noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent. Gleichzeitig verbreite sich im Land die ansteckendere Delta-Variante, hieß es. Allerdings kritisieren auch Experten der Regierung, dass die Zahlen zur Wirksamkeit nicht wissenschaftlich erhoben seien.

Deutlich weniger Corona-Kontakte in England in Quarantäne

17:01 Uhr: In England und Wales sind inzwischen deutlich weniger Menschen von der Corona-App als enge Kontakte von Infizierten benachrichtigt worden. In der Woche bis zum 28. Juli wurden 395.971 Kontakte "gepingt", das waren 43 Prozent weniger als in der Vorwoche, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Gesundheitsdiensts NHS hervorgeht. Die App schlägt an, wenn sich Nutzer eine gewisse Zeit in direkter Nähe eines positiv Getesteten aufgehalten haben.

Weil zuvor die Fallzahlen stark gestiegen und zudem fast alle Corona-Regeln aufgehoben worden waren, stieg die Zahl der "Pings" auf einen Rekordstand. Die Folge: Leere Supermarktregale, volle Mülltonnen, ausgefallene Züge. Zahlreiche Menschen löschten die App, um nicht "gepingt" zu werden, Medien sprachen von einer "Pingdemie".

Nach lautstarken Beschwerden aus der Wirtschaft teilte die Regierung zu Wochenbeginn mit, dass die Einstellungen der App geändert wurden. Statt die Kontakte fünf Tage zurückzuverfolgen, werden jetzt nur noch die Begegnungen der vorigen zwei Tage aufgezeichnet. Die Zahl der "Pings" dürfte also weiter abnehmen.

Pilotversuch bei El-Al: Coronatest während des Fluges

16:22 Uhr: Mit einem Corona-Test beim Boarding und in der Luft wollte die israelische Fluggesellschaft El Al am Donnerstag erstmals eine Alternative zu dem bei der Ankunft in Israel vorgeschriebenen PCR-Test bieten. Nach Angaben der Airline wurden an Bord der Maschine, die am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) von New York nach Tel Aviv aufbrechen sollte, etwa 280 Passagiere erwartet. Bei der Ankunft in Israel sollten sie die Testergebnisse erhalten.

Normalerweise müssen ankommende Passagiere direkt nach der Ankunft am Flughafen einen PCR-Test machen, nachdem bereits vor Reiseantritt ein erster Test vorgeschrieben ist. Dieser ist auch weiterhin Voraussetzung, überhaupt an Bord gehen zu dürfen.

Nach El Al-Angaben wird dieses mit dem Gesundheitsministerium abgesprochene Verfahren weltweit erstmals erprobt. "Es ist klar, dass das Coronavirus in der einen oder anderen Form bleibt", sagte El Al-Chef Avigal Sorek. "Wir dürfen nicht aufhören zu leben, wir glauben an einen Ansatz des 'Lebens mit dem Coronavirus'."

Die Proben werden den Angaben zufolge in speziellen Teströhren transportiert, die unempfindlich gegen Bewegungen sind. Der Test kostet für vorab registrierte Fluggäste 80 Schekel (knapp 21 Euro) - ebenso viel wie der Test am Flughafen bei vorheriger Registrierung.

Olaf Scholz: Kostenlose Corona-Tests wird es bald nicht mehr geben

15:56 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht auf absehbare Zeit ein Ende der kostenlosen Corona-Tests. Für ihn sei klar, dass jetzt, wo sich praktisch jeder und jede impfen lassen könne, bald der Zeitpunkt komme, wo sich nicht mehr jeder kostenlos werde testen lassen können, sagte der frühere Hamburger Bürgermeister am Donnerstag bei einem Wahlkampfbesuch in Hamburg. "Wenn jetzt die nächsten und übernächsten Möglichkeiten zum Impfen nicht genutzt werden", dann dürfe es Tests nicht mehr auf Kosten der Steuerzahler geben, betonte der Vizekanzler.

Scholz betonte, es sei wichtig, noch mehr Menschen von der Corona-Impfung zu überzeugen. Jene, die skeptisch seien, könnten ja jetzt sehen, dass die Geimpften immer noch gesund seien. "Das ist doch eine Empfehlung, die man anderen weitergeben kann. Und deshalb bitte ich auch viele, dass sie ihre Liebsten, dass sie in Sportvereinen, bei der Arbeit, dass sie überall Werbung machen: 'Guck mal, bei mir ist es gut gelaufen, lass dich auch impfen'", sagte Scholz.

Vorerst gehe er davon aus, dass im Herbst und Winter weiter Corona-Vorsichtsmaßnahmen gelten, etwa die Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr. "Und klar ist, dass (...) bei Innenräumen zum Beispiel von Restaurants sicherlich wir Regeln werden haben müssen, die lauten: da kommt man rein, wenn man geimpft ist, wenn man genesen ist (..) oder wenn man einen frischen Test hat."

Corona im Abwasser früh nachweisbar - Studie bestätigt Vorteile

15:29 Uhr: Mit Abwasseruntersuchungen können Wissenschaftler frühzeitig den Verlauf der Corona-Pandemie und die Ausbreitung neuer Virusvarianten erkennen.

Eine einjährige Studie in München habe gezeigt, dass die im Abwasser nachgewiesene Verbreitung von SARS-CoV-2 gut mit den offiziellen Daten der Sieben-Tage-Inzidenz in den jeweiligen Stadtgebieten übereinstimme, berichten Forschende vom LMU Klinikum München. Mit dem Vorteil, dass die Entwicklungen schon drei Wochen vor den Meldezahlen der Behörden, die auf der Analyse von Atemwegsabstrichen basieren, sichtbar gewesen seien.

"Zudem konnten wir die zunehmende Ausbreitung der Virusvariante B.1.1.7 (Alpha) in der Münchner Bevölkerung bereits Anfang Januar 2021 nachweisen, Wochen bevor diese durch die Sequenzierung von Abstrich-Proben von Patienten in München in relevanter Zahl festgestellt werden konnte", erläuterte Studienleiter Andreas Wieser vom Tropeninstitut des LMU Klinikums.

Das Abwasser-Monitoring könne daher tatsächlich gut als Frühwarnsystem dienen. Es wird inzwischen gerade für Großräume auch von der Europäischen Kommission empfohlen.

Die Münchner Studie, die im Fachblatt "Science of The Total Environment" veröffentlicht wurde, ist den Angaben zufolge eine der ersten und längsten Untersuchungen zur Nachverfolgung der SARS-CoV-2-Viruslast im Abwasser weltweit. Seit April 2020 sammelten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wöchentlich Abwasserproben an sechs Standorten im Münchner Stadtgebiet. Im Labor wurde dann unter anderem das Erbgut sequenziert, um besorgniserregende Varianten zu entdecken.

Impfmüdigkeit in Israel - Regierungschef hofft auf Influencer

15:17 Uhr: Angesichts einer steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Israel setzt Regierungschef Naftali Bennett auf Influencer. Bei einem Treffen am Donnerstag rief er mehrere Dutzend israelischer Internet-Stars auf, sich bei jungen Leuten für eine Impfung stark zu machen. Sie sollten so viele wie möglich im Alter von zwölf und darüber überzeugen, sich impfen zu lassen und Masken zu tragen, sagte er. Sie könnten so dazu beitragen, Leben zu retten: "Es liegt an jedem Einzelnen von euch, 30 bis 40 Menschenleben zu retten", sagte er zu den Jungstars. "Das ist eine Gelegenheit, die ich mit 16, 17 oder 19 nicht hatte."

Der Begriff "Meinungsmacher" sei nie bedeutsamer gewesen, sagte auch der israelische Facebook-Chef Adi Soffer Teeni. "Wir können es nicht ohne euch schaffen."

Nach Daten des israelischen Gesundheitsministeriums sind mittlerweile knapp 58 Prozent der Bevölkerung von rund 9,3 Millionen Menschen geimpft. Der Anteil der geimpften Teenager und jungen Erwachsenen ist allerdings noch deutlich niedriger als unter den übrigen Altersgruppen.

Zudem ging die Zahl der täglichen Impfungen zuletzt deutlich zurück - am Mittwoch hatten 3.445 Menschen ihre erste und 3.217 ihre zweite Impfung erhalten. Eine Woche zuvor hatte die Zahl der Erstimpfungen bei 3.843 und die der Zweitimpfungen bei 12.117 gelegen. Inzwischen hat Israel als erstes Land der Welt mit einer dritten Impfung für über 60-jährige begonnen.

Corona-Testzelt auf Ikea-Parkplatz in Berlin angezündet

14:44 Uhr: Ein Corona-Testzelt auf einem Ikea-Parkplatz in Berlin ist durch einen Brand beschädigt worden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, wie sie mitteilte. Durch das Feuer in der Nacht zum Donnerstag entstanden nach Angaben einer Sprecherin zwei Löcher in der Zeltwand.

Laut Mitteilung erloschen einige Flammen von selbst, den Rest löschten Brandbekämpfer. Verletzt wurde niemand. Die Polizei ermittelt. Dabei wird laut der Sprecherin auch geprüft, ob es womöglich Videokameras auf dem Parkplatz in der Landsberger Allee gibt, die Aufnahmen liefern könnten.

Berliner Polizei prüft nach Demos gegen Corona-Politik Gewaltvorwürfe

14:21 Uhr: Nach den Auseinandersetzungen bei illegalen Versammlungen von Gegnern der Corona-Politik in Berlin sieht sich die Polizei dem Vorwurf übermäßiger Gewalt ausgesetzt. Bislang seien entsprechende Anzeigen "im mittleren zweistelligen Bereich" eingegangen, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag, nachdem die "Berliner Zeitung" berichtet hatte.

Diese würden momentan geprüft, so dass noch keine Aussage über die Zahl daraus resultierender Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte möglich sei. Man habe auch die Prüfung mehrerer Videos veranlasst, die im Internet kursieren. In einem Fall sei hier bereits ein Verfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt eingeleitet worden.

Trotz eines Verbots großer Demonstrationen, darunter solchen sogenannter "Querdenker", waren am Sonntag mehrere Tausend Menschen durch die Hauptstadt gezogen. Sie versammelten sich immer wieder in Gruppen in verschiedenen Teilen der Stadt, mehrfach kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Polizeikräften.

Mehr als 60 Polizistinnen und Polizisten seien dabei zum Teil schwer verletzt worden, bilanzierte die Polizei am Montag und sprach von einer hohen Gewaltbereitschaft mancher Demonstranten. Mehr als 500 Ermittlungsverfahren gegen Teilnehmer der Proteste wurden eingeleitet.

Jens Spahn: "Impfen ist ein patriotischer Akt"

Die Appelle von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an die noch nicht gegen das Coronavirus geimpften Bürgerinnen und Bürger werden immer eindringlicher.

"Impfen ist ein patriotischer Akt", schrieb der CDU-Politiker am Donnerstag auf Twitter. "Man schützt nicht nur sich selbst, sondern uns als Gesellschaft."

Bisher haben mehr als 73 Prozent der über 18-Jährigen mindestens eine Impfung erhalten. Experten wie der Wissenschaftler Uwe Wagschal von der Universität Freiburg, der die Befragung "Politikpanel Deutschland" leitet, gehen von einer "tendenziellen Impfbereitschaft" von mehr als 80 Prozent der Erwachsenen aus. Die Thüringer Stadt Sonneberg hatte daher zum Beispiel versucht, Impfmuffel mit einer Gratis-Bratwurst zu locken.

Die Quote für einen vollständigen Impfschutz lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag (Stand 9.20 Uhr) zuletzt bei 53,6 Prozent der Bevölkerung - nach 53,0 Prozent am Vortag. Dies entspricht rund 44,6 Millionen Bürgern. Die Impfquote war in den vergangenen Wochen langsamer angestiegen als noch zuvor. Im Schnitt werden derzeit mehr als vier Personen pro Sekunde geimpft.

Vertrauen in Gesundheitssystem gewachsen

13:22 Uhr: Die Pandemie hat einer Umfrage zufolge das Vertrauen der Bevölkerung in das Gesundheitssystem wachsen lassen. Über 60 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Vertrauen in das Gesundheitssystem gestärkt wurde, wie die Krankenkasse BKK VBU am Donnerstag mitteilte.

Mit 97 Prozent sind sich der Umfrage zufolge fast alle einig, dass Corona die Gesellschaft noch lange beschäftigen wird. Die Menschen richten sich demnach auf einen Alltag mit Corona ein und gehen davon aus, dass Alltagsgewohnheiten, Freizeitaktivitäten oder Berufliches auch in Zukunft im Schatten der Pandemie stehen werden. So sind sich sechs von zehn Befragten sicher, ihr Verhalten aufgrund der Pandemie auch dauerhaft zu ändern.

Für die Onlineerhebung im Auftrag der BKK VBU befragte die Universität Münster im Juni und Juli 2021 1.043 Kundinnen und Kunden der Krankenkasse.

Keine Quarantäne mehr für ungeimpfte Deutsche in Großbritannien

13:08 Uhr: Ungeimpfte Reisende aus Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern müssen nach Ankunft in Großbritannien nicht mehr in Quarantäne. Die britische Regierung stufte unter anderem Deutschland und Österreich in die niedrigste Risikokategorie herab, wie sie in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Die Änderung tritt am Sonntag um 5.00 Uhr (MESZ) in Kraft.

Einreisende aus Ländern auf der so genannten grünen Liste können ohne Quarantäne nach Großbritannien einreisen, müssen jedoch einen negativen Test mitbringen und spätestens am zweiten Tag nach der Einreise einen PCR-Test machen. Zuletzt konnten nur vollständig Geimpfte aus Deutschland und den meisten EU-Staaten sowie den USA einreisen, ohne anschließend in Selbstisolation zu müssen.

Bei der Rückkehr nach Deutschland können jedoch nach aktuellem Stand nur Geimpfte die Quarantäne umgehen, da das Vereinigte Königreich weiterhin als Hochrisikogebiet gilt.

Lufthansa erwartet bald US-Einreisemöglichkeit für Geimpfte

12:55 Uhr: Die Lufthansa erwartet in naher Zukunft Einreisemöglichkeiten für doppelt geimpfte EU-Bürger in die USA. Entsprechende Verlautbarungen der US-Regierung zu Einreisebedingungen werte er als klares Signal, dass mit hohem Tempo an einem Plan gearbeitet werde, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag in Frankfurt.

Ein Zeitplan für Reiseerleichterungen liege bislang aber nicht vor. Lufthansa plane bislang konservativ, dass bis Ende September Geimpfte wieder in die USA einreisen können. Er sei aber hoffnungsvoll, dass dies auch schon früher geschehen könne, meinte Spohr. Die Flüge über den nördlichen Atlantik sind das wichtigste Interkontinental-Geschäft für die Airline.

Malaysia verzeichnet Corona-Rekordzahlen - aber wenige krank

12:30 Uhr: Malaysia hat zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 20.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Schon seit Tagen melden die Behörden in dem südostasiatischen Land hauptsächlich wegen der Ausbreitung der Delta-Variante Rekordwerte. Insgesamt stieg die Zahl der registrierten Fälle bis Donnerstag auf 1,2 Millionen in dem Staat mit 33 Millionen Einwohnern. Das Gesundheitsministerium teilte gleichzeitig mit, dass 98 Prozent der Menschen, die derzeit positiv auf das Virus getestet würden, wenige oder gar keine Krankheitssymptome zeigten.

Die Regierung setzt derzeit auf seine Impfkampagne, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Bis Donnerstag waren 7,7 Millionen Malaysier - oder rund 23 Prozent der Bevölkerung - vollständig geimpft. Das Land befindet sich seit Mai in einem strikten Lockdown. Die Regierung hatte bereits angekündigt, dass dieser erst gelockert wird, wenn die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf unter 4.000 sinkt.

Frankreich will Corona-Auffrischimpfung für Risikogruppe ab Herbst

12:16 Uhr: Alte und besonders gefährdete Menschen sollen in Frankreich von September an eine Auffrischimpfung gegen das Coronavirus bekommen können. Staatschef Emmanuel Macron sagte am Donnerstag in einem Video auf Instagram, man bereite dies für den Beginn des neuen Schuljahres vor. Es brauche im Kampf gegen das Coronavirus Auffrischungen. Eine dritte Dosis sei aber nicht sofort für alle notwendig.

Frankreich kämpft zurzeit gegen eine vierte Corona-Welle. Die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche lag zuletzt bei 225. In den vergangenen Tagen stieg der Wert aber nicht mehr so schnell wie noch vor wenigen Wochen. In einigen französischen Gebieten gelten wegen der hohen Infektionszahlen mittlerweile wieder strengere Regeln wie eine Maskenpflicht im Freien oder frühere Schließzeiten für Geschäfte. Etwa 54 Prozent der Menschen in Frankreich sind bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft, knapp 65 Prozent erhielten mindestens eine Dosis.

Macron beantwortet derzeit in kurzen Videos auf Instagram und Tiktok Fragen rund um das Coronavirus. Reges Interesse gab es aber zunächst nicht nur für das Thema, sondern auch weil der Präsident unüblicherweise im T-Shirt zu sehen war.

Booster-Impfung wird zum Milliardengeschäft

11:28 Uhr: Ab September sollen Menschen, für die das Coronavirus eine besonders hohe Gefahr darstellt, in Deutschland eine dritte Impfung erhalten können. Zu dieser Gruppe zählen Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Immunschwäche. Darauf haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern geeinigt.

Für die Impfstoffhersteller bedeutet das ein Milliardengeschäft. So hat etwa die EU im Mai bei Biontech kräftig nachbestellt, rund 1,8 Milliarden Dosen für geschätzt 35 Milliarden Euro.

Die Preise für ihre Vakzine hatten die Hersteller zuletzt erhöht: Biontech und Pfizer nehmen nun 19,50 anstelle von bislang 15,50 Euro pro Dosis, Moderna kassiert 21,50 Euro statt bislang 19 Euro.

So profitieren die Pharmaunternehmen ausgerechnet davon, dass ihre Präparate keinen perfekten Schutz liefern, sondern die Schutzwirkung, soweit bekannt, zumindest bei bestimmten Patientengruppen mit der Zeit nachlässt.

Bund zahlt mehr als drei Milliarden Euro für Gratistests

10:52 Uhr: Die gratis angebotenen Corona-Schnelltests haben laut einem Zeitungsbericht in diesem Jahr den Bund bereits mehr als drei Milliarden Euro gekostet. Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf Anfrage der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Donnerstag) auf Angaben des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS).

Demnach zahlte der Bund 2021 für Leistungen der Labordiagnostik 782 Millionen Euro, an Sachkosten für die Antigen-Schnelltests (PoC-Verfahren) 1,084 Milliarden Euro und für weitere Leistungen gemäß Testverordnung - dem Bericht zufolge etwa die Abstrichnahmen - knapp 1,75 Milliarden Euro.

Zusätzlich zahlte der Bund demnach rund 74 Millionen Euro für Tests in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Obdachlosenunterkünften. In der Summe sind das knapp 3,7 Milliarden Euro in 2021.

Zum Vergleich: Für die finanzielle Unterstützung von Studierenden und Schülern (Bafög) gab der Bund 2020 rund 2,9 Milliarden Euro aus.

Olaf Scholz für Verlängerung der Pandemie-Notlage

09:55 Uhr: Der Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich dafür ausgesprochen, die Pandemie-Notlage über Ende September hinaus zu verlängern. Die epidemische Lage von nationaler Tragweite würde ansonsten dann auslaufen. Über die Verlängerung muss der Bundestag entscheiden.

"Das wird sein müssen, wenn man mich fragt", sagte Scholz am Mittwochabend auf einer Veranstaltung des Reaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in Kiel. Nötig seien weiterhin bestimmte Regeln zum Schutz vor Corona.

"Und dafür brauchen wir einen rechtlichen Rahmen", betonte der Vizekanzler. Die epidemische Lage von nationaler Tragweite ist rechtliche Grundlage für die meisten Corona-Schutzmaßnahmen von Bund und Ländern.

Scholz sagte weiter, man müsse "ein paar Vorsichtsregeln noch eine lange Zeit beibehalten". Dazu zähle beispielsweise das Masken-Tragen etwa im öffentlichen Verkehr. Er stellte sich damit in diesem Punkt hinter Forderungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Der Bundesfinanzminister sprach sich auch erneut dafür aus, Corona-Schnelltests künftig kostenpflichtig zu machen. Dies solle dann gelten, wenn alle Menschen ein Impfangebot bekommen haben. Auf einen Zeitpunkt wollte er sich aber nicht festlegen. Spahn hatte hierfür Mitte Oktober als geeigneten Zeitpunkt ins Gespräch gebracht, um auch noch nicht Geimpften die Möglichkeit zu geben, dies bis dahin nachzuholen.

Regierung legt neues Papier zu Corona-Maßnahmen vor

Für den Herbst gibt es einen neuen Leitfaden hinsichtlich der Corona-Maßnahmen. Damit es keine weitere Infektionswelle gibt, seien weitere Schutzmaßnahmen erforderlich, heißt es in einem Bericht des Gesundheitsministeriums.

Mieses Zeugnis für Bildungspolitik

08:16 Uhr: Nur wenige Bürger sehen die Schulen nach den Sommerferien besser gegen die Herausforderungen der Corona-Krise gewappnet als zum Schulstart vor einem Jahr. Optimistisch zeigten sich in einer YouGov-Befragung lediglich 16 Prozent, während 14 Prozent sogar der Meinung waren, die Schulen seien diesmal schlechter vorbereitet. Etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) meinten, die Schulen seien gleich gut oder schlecht auf das nächste Schuljahr im Zeichen der Pandemie eingestellt. Keine Angabe machten 16 Prozent. Befragt wurden nur Erwachsene ab 18 Jahren, also nicht die Schülerinnen und Schüler selbst.

Am heutigen Donnerstag beginnt die Schule wieder in Hamburg. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein büffeln die Schülerinnen und Schüler bereits wieder seit Montag. Zum Ferienende ist eine Debatte darüber entbrannt, ob Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ebenfalls gegen eine Covid-19-Erkrankung geimpft werden sollen.

SPD-Ministerpräsidenten: Ungeimpfte nicht ausschließen

07:43 Uhr: Mehrere SPD-Ministerpräsidenten haben sich gegen geplante Verschärfungen für Ungeimpfte ausgesprochen. Es sei wichtig, dass sich mehr Menschen in Deutschland impfen ließen, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig der "Bild"-Zeitung. Dabei führten "Drohungen" aber nicht weiter. "Wir müssen überzeugen."

Ähnlich äußert sich Bremens Regierender Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Ich halte es für falsch und rechtlich unzulässig, Ungeimpfte vom öffentlichen Leben auszuschließen." Angesichts der Impfkampagne sei auch "ein genereller Lockdown kein realistisches Szenario".

"Niemand soll vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden", forderte auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Mit negativem Test sollten Ungeimpfte weiter zum Beispiel an Veranstaltungen teilnehmen dürfen.

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hatte kürzlich eine Kontroverse ausgelöst, indem er sagte, Geimpfte würden künftig definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte. So könnten Ungeimpfte ab einer bestimmten Inzidenz und Krankenhausbelastung künftig auch mit negativen Tests keine Restaurants und Veranstaltungen mehr besuchen dürfen.

Medien: USA wollen bei Einreise Impfung verlangen

06:31 Uhr: Die US-Regierung will Medienberichten zufolge künftig von fast allen einreisenden Ausländern den Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung verlangen. Mit der Einführung dieses Systems sollten dann auch die aktuellen Einreisebeschränkungen für Menschen aus Europa und anderen Staaten aufgehoben werden, wie unter anderem die "New York Times" am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf Kreise des Weißen Hauses berichtete. Für die Einführung der Nachweispflicht gibt es demnach noch keinen konkreten Zeitplan.

Auch die praktische Umsetzung des Plans soll noch relativ unklar sein, inklusive der Frage, welche Impfnachweise anerkannt werden sollen. Auch soll den Berichten zufolge noch nicht entschieden sein, ob die US-Behörden nur Impfungen mit Präparaten akzeptieren würden, die auch in den USA zugelassen sind.

Seit vergangenem Jahr gilt wegen der Pandemie ein weitreichendes US-Einreiseverbot für Personen aus Europa. Ausgenommen sind lediglich US-Bürger und einige andere Personengruppen wie zum Beispiel enge Verwandte von Amerikanern, Diplomaten und Mitarbeiter internationaler Organisationen. Auch Einreisen aus China, Südafrika und Brasilien sind auf Ausnahmen begrenzt. Alle Fluggäste müssen bei der Einreise in die USA einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Die Europäische Union hatte die Vereinigten Staaten bereits im Juni auf die Liste jener Drittstaaten gesetzt, für die im Normalfall keine strengen Einreisebeschränkungen mehr gelten sollen. Die EU fordert von Washington daher ebenfalls eine zügige Aufhebung der Beschränkungen.

Olympia-Organisatoren melden 31 neue Corona-Fälle

05:59 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen im Umfeld der Olympischen Spiele ist erneut angestiegen. Die Organisatoren meldeten am Donnerstag 31 neue Fälle. Das ist ein Tageshöchstwert seit Beginn der Erfassung am 1. Juli. Betroffen ist auch ein Athlet oder eine Athletin. Namen werden in den täglichen Mitteilungen nicht genannt. Die Zahl der positiven Tests rund um die Spiele stieg auf 358. Der Höchstwert war am Mittwoch mit 29 Infektionen erreicht worden.

Nach Auskunft von OK-Sprecher Masa Takaya wurde ein weiteres Mitglied des griechischen Synchronschwimm-Teams positiv getestet. Damit sind nun sechs Team-Mitglieder, fünf Schwimmerinnen und ein Betreuer, betroffen. Sie wurden in ein Quarantäne-Hotel gebracht.

Inzidenz steigt seit vier Wochen kontinuierlich an

05:22 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über vier Wochen an. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen lag sie bei 19,4 - am Vortag hatte der Wert 18,5 betragen, am Donnerstag der Vorwoche 16,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3.539 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:20 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3.142 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 26 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 21 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.780.985 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.661.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.730.

Corona-Impfung: Senioren und Immunschwache sollten bald Auffrischung bekommen

Nach der zweiten Impfung ist vor dem dritten Piks: Ältere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sollten auch mit Blick auf die Delta-Variante bald eine Auffrischungsimpfung bekommen, raten Wissenschaftler. Patientenschützer vermissen Initiativen der Politik.

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.

Studie: Infektionsrisiko bei vollständig Geimpften um zwei Drittel niedriger

Vollständig gegen Covid-19 Geimpfte haben laut einer britischen Studie ein deutlich geringeres Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken als Ungeimpfte. Der Studie zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Geimpfter positiv auf das Coronavirus getestet wird, bei einem Drittel gegenüber Ungeimpften.