• 16:27 Uhr: ➤ Kreuzimpfung laut neuer Studie wirksamer als zweifache Impfung mit Astrazeneca
  • 14:27 Uhr: Söder kritisiert Aiwanger offen wegen Aussagen zur Corona-Impfung
  • 13:24 Uhr: RKI registriert 2.454 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 16,5
  • 12:14 Uhr: Ansteckend wie Windpocken: US-Seuchenbehörde mit alarmierenden neuen Erkenntnissen zur Delta-Variante
  • 10:13 Uhr: Portugal ändert Strategie: Lockerungsschritte erfolgen nach neuem Indikator
  • 06:48 Uhr: Mehr als 200 Corona-Fälle in Österreich nach Festival in Kroatien

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➤ Studie: Kreuzimpfung stärker als Zweimal-Impfung mit Astrazeneca

Die Kombination einer Impfung mit den Produkten von Astrazeneca und von Biontech/Pfizer ist einer Studie zufolge wirksamer als die Impfung mit Astrazeneca alleine.

Wissenschaftler der Technischen Universität München, des Helmholtz Zentrums München, des Universitätsklinikums Erlangen und des Universitätsklinikums Köln untersuchten die Immunreaktion im Rahmen einer retrospektiven Studie, die im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" erschien.

Dafür wurde nach Angaben der Forscher das Blut von rund 500 Probanden analysiert, die acht bis zwölf Wochen nach ihrer ersten Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca eine zweite Impfung mit dem mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer bekommen hatten.

"Die neutralisierende Antikörperantwort war bei diesen Probandinnen und Probanden sehr viel stärker ausgeprägt als bei Menschen, die zweimal das Vakzin von Astrazeneca bekamen", erklärte das Uniklinikum Erlangen am Freitag. Die Immunreaktion auf die Kombinationsimpfung sei mindestens genauso gut wie die Antikörperantwort nach zwei Impfungen mit Biontech gewesen.

Die Forscherinnen und Forscher kommen zu dem Schluss, dass die Kombinationsimpfung auch bei individuellen Unverträglichkeiten oder bei Versorgungsengpässen zum Einsatz kommen kann.

Sie hoffen, dass diese Kreuzimpfung "ein weiterer Baustein ist, um die Wirksamkeit der COVID-19-Impfung generell zu verbessern". Allerdings seien dafür noch weitere Studien zur Bestätigung der Sicherheit und der klinischen Wirksamkeit dieser und anderer Kombinationsimpfungen notwendig.

Die weiteren Corona-News vom 30. Juli:

Vor Bundestagswahl: SPD-Kampagne für Corona-Impfungen auf Mallorca

17:52 Uhr: Zwei Monate vor der Bundestagswahl wirbt die SPD mit einer Plakatkampagne auf der bei Deutschen beliebten Urlaubsinsel Mallorca für Corona-Impfungen. Seit Donnerstag seien auf der Insel vor allem an der Partyhochburg Playa de Palma große Plakatwände mit dem Schriftzug SPD und Aufrufen zum Impfen zu sehen, schrieb die "Mallorca Zeitung".

Es gebe zwei verschiedene Plakate. Auf einem sei ein kleiner Behälter mit Impfstoff abgebildet. Darunter stehe in großen Lettern "Schatzi, schenk mir 'ne Dosis" in Anspielung auf Mickie Krauses Ballermann-Hit "Schatzi, schenk mir ein Foto". Darunter heiße es: "Jede Impfung hilft, Corona zu besiegen. Schütze Dich und andere und hole Dir noch heute einen Impftermin."

Auf dem zweiten Plakat heiße es auf der linken Seite unter einem Impfstoff-Gläschen: "Ein kleiner Pieks für dich" und auf der rechten Seite unter einem Foto von zwei in die Ferien startenden Urlaubern: "Ein großer Schritt zur Normalität."

Die Plakate sollten bis etwa Mitte August zu sehen sein. Man wolle mit der Aktion noch mehr Menschen davon überzeugen, sich impfen zu lassen, zitierte die Zeitung SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Die fallenden Impfzahlen seien "nicht gut". Viele Deutsche seien gerade auf Mallorca im Urlaub, da sei es nur logisch, dass die SPD auch dort für den Kampf gegen Corona werbe, betonte Klingbeil demnach.

Stark gestiegene Corona-Zahlen auf Island

17:06 Uhr: Island hat vier Tage in Folge jeweils mehr als 100 neue Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Das ging am Freitag aus den aktualisierten isländischen Corona-Zahlen hervor. Was im ersten Moment nicht nach sonderlich viel klingen mag, ist für die Nordatlantik-Insel mit ihren rund 360.000 Einwohnern eine ganze Menge.

Die inländische 14-Tage-Inzidenz, die die Isländer von den an der Grenze erkannten Fällen unterscheiden, stieg in den vergangenen Tagen auf 280,6 - zuvor hatte der Wert monatelang auf einem höchstens niedrigen zweistelligen Niveau gelegen.

Die 14-Tage-Inzidenz nähert sich somit dem Spitzenwert vom Oktober 2020 an. Damals hatte sie bei rund 292 Fällen pro 100.000 Einwohner gelegen. Einen Tag mit mehr als 100 Corona-Neuinfektionen hatte es auf Island nach Angaben des Rundfunksenders RÚV zuvor überhaupt erst zweimal gegeben, nämlich jeweils einmal im März und Oktober 2020.

Island hatte Ende Juni nach 15 Monaten mit Abstand halten, Maske tragen und weiteren Maßnahmen alle Beschränkungen im Land aufgehoben. Wegen der steigenden Zahlen waren vor wenigen Tagen einige Einschränkungen wieder eingeführt worden.

Kneipen und Clubs müssen nun ab Mitternacht schließen, bei Veranstaltungen sind höchstens 200 Teilnehmer erlaubt. Außerdem sollen die Menschen wieder mindestens einen Meter Abstand halten und in Innenräumen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Bratwurst als Belohnung sorgt für Ansturm auf Impfstelle

16:20 Uhr: Eine Bratwurst als Belohnung hat der Impfstelle im südthüringischen Sonneberg am Freitag einen regelrechten Ansturm auf COVID-19-Impftermine beschert. Bis zum Nachmittag kamen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) 250 Menschen, um sich neben der Spritze in den Oberarm auch noch die kulinarische Spezialität abzuholen.

Normalerweise würden in der Impfstelle pro Tag durchschnittlich bis zu 140 Impfungen verabreicht, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz, auf Anfrage. Die Thüringer Bratwurst genießt neben Klößen einen geradezu legendären Ruf - auch über die Landesgrenzen hinaus. Für Einheimische ist sie so etwas wie ein Nationalgericht.

Das erstmals angebotene "Bratwurst-Impfen" ist eine von mehreren Ideen, mit denen Thüringen der zunehmenden Impfmüdigkeit begegnen will. Dazu gehören nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch Impfangebote bei Fußballspielen des Viertligisten FC Carl Zeiss Jena oder solche des Nachts.

Corona-Maßnahme gelockert: Moskau schafft Handschuh-Pflicht ab

15:51 Uhr: Nach mehr als einem Jahr hat Russlands Hauptstadt Moskau die als Corona-Schutzmaßnahme eingeführte Handschuh-Pflicht im öffentlichen Raum aufgehoben. Unter anderem Busse, Bahnen und Geschäfte dürfen künftig wieder ohne Handbedeckung betreten werden, wie Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin am Freitag mitteilte.

Ein Mund-Nasen-Schutz müsse aber weiterhin getragen werden. Die Handschuh-Pflicht war in Europas größter Metropole im Mai vergangenen Jahres eingeführt worden, vielerorts wurde sie allerdings nicht konsequent umgesetzt.

Die Behörden der Stadt verzeichneten zuletzt knapp 3.500 Neuinfektionen und 76 Corona-Tote binnen eines Tages. Sobjanin sprach von einer "deutlich verbesserten" Lage: Moskau mit seinen geschätzt 15 Millionen Einwohnern hatte wegen der massiven Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante in den vergangenen Wochen teils mehr als 9.000 neue Fälle pro Tag gemeldet.

Weil viele Menschen mit einer Impfung zögerten, hat Russlands Hauptstadt außerdem eine Impfpflicht für Angestellte zahlreicher Berufsgruppen verhängt.

Für ganz Russland wurden am Freitag mehr als 23.500 Neuinfektionen und 794 Todesfälle gemeldet. Im flächenmäßig größten Land der Welt sind jüngsten Angaben zufolge rund 15 Prozent der 146 Millionen Einwohner vollständig geimpft.

Sächsische Impfkommission empfiehlt Corona-Schutzimpfung ab zwölf

14:36 Uhr: Die Sächsische Impfkommission (Siko) empfiehlt eine Corona-Schutzimpfung für alle Kinder ab zwölf Jahren. Das geht aus einem Update der Empfehlungen zum 1. August hervor. Darüber hatten die "Sächsische Zeitung" und der MDR am Freitag berichtet.

Damit hat die Siko ihre Impfempfehlung für Kinder ausgeweitet. Bisher hatte sie die Schutzimpfung im Alter von 12 bis 15 Jahren bei Vorliegen von Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf empfohlen - sowie für alle nach einer ausführlichen Aufklärung.

In die neue Bewertung seien Daten aus den USA und Israel eingeflossen, schreibt die Impfkommission. Die Nutzen-Risiko-Abwägung falle demnach zugunsten der Impfung für alle Kinder ab zwölf aus. Die Mediziner haben dabei vor allem den Zusammenhang zwischen einer Impfung und Herzmuskelentzündungen bei Jugendlichen und jungen Männern angeschaut.

Die Siko-Empfehlung weicht nunmehr von der Haltung der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts ab. Diese empfiehlt bislang eine Impfung nur für 12- bis 17-Jährige, die aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung haben. Sachsen hat als einziges Bundesland eine eigene Impfkommission.

Söder kritisiert Aiwanger wegen Haltung zum Impfen

14:27 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat seinen Vize Hubert Aiwanger (Freie Wähler) wegen dessen Haltung zu Corona-Schutzimpfungen kritisiert. "Wer glaubt, sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können, verlässt die bürgerliche Mitte und nimmt am Ende selbst Schaden", sagte Söder dem "Spiegel".

Aiwanger hat bisher auf eine Corona-Schutzimpfung mit dem Argument verzichtet, es sei die freie Entscheidung jedes einzelnen und dieses Recht nehme er auch als Politiker für sich in Anspruch. Der bayerische Wirtschaftsminister kandidiert für den Bundestag und hofft, mit seiner Partei die Fünf-Prozent-Hürde zu durchbrechen.

Zuletzt hatte er von einer "Jagd" auf Ungeimpfte in Deutschland gesprochen und auch vor einer "Apartheids-Debatte" gewarnt, die von Impfgegnern losgetreten werden könnte, sollten Ungeimpfte weniger Rechte bekommen.

"Unabhängig davon, dass es in der Sache falsch ist, verstört der Sound der Argumente", sagte Söder. Aiwanger wandele auf einem schmalen Grat. "Wir stehen auf der höchsten Stufe menschlicher Zivilisation und sind beim Impfen zum Teil mit Argumenten aus dem Mittelalter konfrontiert. Wer meint, in einem solchen Becken fischen zu können, der riskiert, darin zu ertrinken", betonte der Ministerpräsident und CSU-Chef.

Unabhängig von der Haltung Aiwangers bleibe die bayerische Regierung bei ihrem Kurs. "Die bayerische Staatsregierung setzt sehr aufs Impfen und die Bekämpfung von Corona", sagte Söder. "Die Zusammenarbeit mit den Freien Wählern in Staatsregierung und Parlament ist exzellent, und es herrscht beim Impfen große Einigkeit."

Unstimmung in der Partei: Aiwanger hält Impfung für nicht ausreichend

Bayerns Vize-Ministerpräsident Aiwanger sieht eine Impfung zwar als sinnvoll und Bestandteil der Pandemiebekämpfung, aber als unzureichend. Er versteht sich als Verfechter der demokratischen Grundsätze und tritt für den Kampf gegen eine Mehrheitsgesellschaft ein, die die Regeln festlegt. In der Partei sorgt das für Unstimmung. © ProSiebenSat.1

Mit PCR-Test: Berlin will Clubs für Pilotprojekt öffnen

13:39 Uhr: Mehrere Clubs in Berlin sollen für ein Pilotprojekt wieder drinnen öffnen dürfen - die Gäste sollen vorab zum PCR-Test. Das Projekt solle unter wissenschaftlicher Begleitung der Charité - also der Berliner Universitätsmedizin - aufzeigen, ob und wie Tanzveranstaltungen in Clubs "auch unter pandemischen Bedingungen in Zukunft sicher möglich sein können", teilte die Senatskulturverwaltung am Freitag mit.

Sechs Clubs sollen mitmachen, darunter der KitKatClub und das SO36. Das Projekt soll vom 6. bis 8. August laufen - von Freitagabend bis Sonntagmittag. Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher werden zugelassen. Sie sollen vorab mit PCR- anstelle von Schnelltests auf das Coronavirus untersucht werden.

Dabei soll zum Beispiel nicht unterschieden werden, ob Menschen schon geimpft sind. Alle müssten die vorgeschlagene Teststrategie durchlaufen, hieß es in der Mitteilung. Wer mitmacht, soll einige Stunden vor Projektbeginn und einige Tage danach getestet werden.

Berlin hatte bereits im März ein Pilotprojekt für die Kultur aufgelegt. Damals spielten etwa die Philharmoniker trotz Lockdowns vor rund 1.000 Menschen.

Israel: Über 60-Jährige sollen dritte Corona-Impfung bekommen

Angesichts steigender Infektionszahlen will Israel als erstes Land über 60-Jährigen eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus geben. Das teilte der Regierungschef Naftali Bennett am Donnerstagabend mit.

RKI registriert 2.454 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 16,5

13:24 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt seit über drei Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmittag lag sie bei 16,5 – am Vortag betrug der Wert 16,0, am Freitag der Vorwoche 13,2. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 2.454 Corona-Neuinfektionen. Die Zahlen gehen aus der Fallzahl-Tabelle des RKI vom Freitagmittag (Stand 13:00 Uhr) hervor. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2.089 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 30 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 34 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.766.765 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.637.

Anmerkung: In der Fallzahltabelle wurde am Mittag eine Zahl geändert. Dadurch ergibt sich eine korrigierte Inzidenz von 16,5 statt der ursprünglich vermeldeten 17,0. Das RKI-Dashboard hatte am Freitag eine Störung.

Ansteckend wie Windpocken: US-Seuchenbehörde mit alarmierenden neuen Erkenntnissen zur Delta-Variante

12:14 Uhr: Wie die "Washington Post" berichtet, wurde bei einer internen Präsentation der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) vor der hohen Ansteckungsgefahr der Delta-Variante gewarnt - die auch für geimpfte Menschen gelte.

Demnach schütze eine Corona-Impfung zwar zu 90 Prozent vor einem schweren Krankheitsverlauf. Dennoch könnten Personen trotz Impfung sich mit dem Virus infizieren und dieses auch offenbar genauso häufig weitergeben.

Die "Washington Post" hat das interne CDC-Dokument auf ihrer Webseite hochgeladen. Darin heißt es, man müsse "anerkennen, dass sich der Krieg verändert" habe"

Die US-Seuchenbehörde hatte bislang nicht veröffentlichte Daten über das Infektionsgeschehen analysiert. Demnach ist die Delta-Variante des Coronavirus für mehr schwere Krankheitsverläufe verantwortlich als frühere Varianten.

Zudem sei sie ähnlich leicht übertragbar wie Windpocken. Maßnahmen wie sich impfen zu lassen und sich durch das Tragen einer Maske zu schützen, seien daher weiter empfehlenswert.

Portugal ändert Strategie: Lockerungsschritte erfolgen nach neuem Indikator

11:15 Uhr: Portugal will ab Sonntag seine Corona-Beschränkungen lockern. "Es ist an der Zeit, die Pandemie nach dem entscheidenden Kriterium der Impfungen zu handhaben", sagte Regierungschef António Costa. Geplant ist eine Lockerung in drei Stufen, die sich am Fortschritt der Impfkampagne orientiert. Bis Sonntag soll eine Impfquote von 57 Prozent erreicht werden.

Dann dürfen Geschäfte, Restaurants und Theater wieder bis 2:00 Uhr morgens öffnen. Die Homeoffice-Pflicht entfällt, und die nächtliche Ausgangssperre in den am meisten betroffenen Gebieten wird aufgehoben. Bis September will die Regierung 70 Prozent der Bevölkerung geimpft haben. Dann soll auch die Maskenpflicht im Freien entfallen. Wird bis Oktober eine Impfquote von 85 Prozent erreicht, sollen auch Bars und Nachtclubs wieder für Geimpfte und negativ Getestete geöffnet werden.

Nachdem die Infektionszahlen wegen der Delta-Variante des Coronavirus zunächst angestiegen waren, sanken die Zahlen laut Costa in den vergangenen Wochen wieder. "Die Impfung hat einen sehr positiven Beitrag geleistet." Seit Pandemiebeginn infizierten sich in dem Land mit seinen zehn Millionen Einwohnern mehr als 960.000 Menschen mit dem Coronavirus, mehr als 17.000 starben.

DGB ruft Beschäftigte zum freiwilligen Impfen gegen SARS-CoV-2 auf

10:03 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland dazu aufgerufen, sich freiwillig impfen zu lassen. Der DGB ermuntere alle Beschäftigten, "die Impfangebote anzunehmen und so ihren Teil zu einer hohen Durchimpfungsrate und einem höheren Schutz beizutragen", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag.

Bereits am Donnerstag hatte Piel auch gegenüber der Nachrichtenagentur AFP für mehr Impfungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern geworben. Dabei stellte sie allerdings auch klar, dass in Deutschland keine Impfpflicht gegen SARS-CoV-2 vorgesehen sei. Auch dies müssten Arbeitgeber berücksichtigen.

In den USA verhängten zuletzt die US-Internetkonzerne Google und Facebook für Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten wollen, eine Impfpflicht. Hierzulande forderte etwa der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Bildungswesen.

Fast die Hälfte der Briten fand Ende der Corona-Maßnahmen zu früh

09:39 Uhr: Die Aufhebung fast aller Corona-Maßnahmen in England findet unter den Briten einer aktuellen Umfrage zufolge längst keine flächendeckende Zustimmung. 46 Prozent von 1.500 Befragten fanden das Ende der Beschränkungen "zu früh", wie aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Redfield and Wilton Strategies für das Magazin Politico hervorgeht. 33 Prozent fanden den Zeitpunkt richtig und nur zwölf Prozent zu spät.

Am 19. Juli hatte Premierminister Boris Johnson in England trotz extrem hoher Corona-Zahlen fast alle noch geltenden Maßnahmen aufgehoben. Nachtclubs öffneten wieder und Masken sowie Abstand sind nun an vielen Orten eine persönliche Entscheidung. Die Auswirkungen sind bislang noch unklar: Zur Überraschung vieler lag die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen deutlich unter jenen der Vorwoche, die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 354 (Stand: 24. Juli). Ob der Trend anhält, lässt sich noch kaum absehen.

Schottland, Nordirland und Wales entscheiden eigenständig über ihre Corona-Politik und gehen etwas vorsichtiger vor. Aus der Umfrage geht auch hervor, dass viele Briten sich weiterhin vorsichtig verhalten und größere Menschenansammlungen meiden, auch wenn dies gesetzlich nicht mehr verpflichtend ist.

Mehr als 200 Corona-Fälle in Österreich nach Festival in Kroatien

06:48 Uhr: In Österreich sind 215 Corona-Infektionen unter Reiserückkehrern nach einem Festival in Kroatien registriert worden. Die Veranstaltung "Austria goes Zrce" fand vorige Woche auf der Insel Pag statt. Knapp 8.000 Menschen im Alter zwischen 19 und 27 Jahren waren zu der mehrtägigen Strandparty gereist, wie der Veranstalter Martin Reitstätter am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Österreichische Gesundheitsbehörden haben Besucher nun aufgefordert, sich testen zu lassen, um weitere mögliche Infektionen aufzuspüren.

Laut Reitstätter wurden alle Partygäste vor dem Betreten des Geländes zwei Mal überprüft, ob sie geimpft, getestet oder von COVID-19 genesen waren. "Wir haben uns an die Vorgaben der österreichischen und kroatischen Regierungen gehalten", sagte er. Reitstätter wies Vorwürfe einer Besucherin zurück, die im Gespräch mit der Zeitung "Der Standard" über teils laxe Kontrollen berichtete. Rund 60 Prozent der Gäste waren laut einer von den Veranstaltern durchgeführten Umfrage zumindest teilgeimpft. "Was uns am allermeisten schreckt: Dass es so viele Geimpfte unter den positiv Getesteten gibt", sagte Reitstätter.

Rund ein Drittel der Neuinfektionen in Österreich sind laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) derzeit auf Auslandsreisen zurückzuführen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg zuletzt auf 32.

Uber führt Impfpflicht für US-Angestellte ein

06:44 Uhr: Nach Google und Facebook hat mit Uber ein weiteres Digital-Unternehmen aus Kalifornien eine Impfpflicht für seine Angestellten in den USA eingeführt. Das berichteten am Donnerstag mehrere US-Medien übereinstimmend. Dem Magazin "Business Insider" zufolge verschob der Fahrdienstanbieter außerdem die Rückkehr seiner Angestellten aus dem Homeoffice bis mindestens Ende Oktober.

Die Internetkonzerne Google und Facebook hatten am Donnerstag angekündigt, dass ihre Angestellten für die Arbeit im Büro künftig eine Corona-Impfung vorweisen müssen. Dies werde in den kommenden Wochen zunächst in den USA eingeführt und danach auf andere Regionen ausgeweitet, erklärte Google; bei Facebook gilt dies ebenfalls für die USA.

Die Impfkampagne in den USA war zuletzt ins Stocken geraten. Grund ist insbesondere weit verbreitete Impfskepsis. Nach Angaben der Krankheitsbekämpfungsbehörde CDC ist knapp die Hälfte der US-Bevölkerung gegen geimpft.

Nach Angaben der US-Bundesbehörde EEOC, die für die Durchsetzung der Antidiskriminierungsgesetze am Arbeitsplatz zuständig ist, können Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern den Nachweis einer Impfung gegen Covid-19 verlangen. Ausnahmen bilden medizinische oder religiöse Gründe.

In Deutschland wäre dies hingegen nicht ohne Weiteres möglich. Der Arbeitgeber darf hierzulande eine Impfung nur verlangen, wenn sie gesetzlich für bestimmte Gruppen vorgeschrieben ist, wie etwa die Masern-Impfpflicht für Menschen in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen.

Schäuble fordert von Stiko Freigabe von Corona-Impfung für Kinder

06:02 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich dafür stark gemacht, Impfungen gegen das Coronavirus für Kinder und Jugenliche über zwölf Jahren freizugeben. "Die Corona-Risiken sind auch für sie um ein Vielfaches höher als die einer Impfung", sagte Schäuble der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ, Freitagsausgabe). Die Ständige Impfkommission (Stiko) sollte daher entsprechenden EU-Empfehlungen folgen.

"Wenn die europäische Zulassungsbehörde zwei Corona-Impfstoffe für sicher und wirksam auch für Kinder ab zwölf Jahren erklärt, spricht aus meiner Sicht sehr viel dafür, die Vakzine auch für diese Gruppe breit zu nutzen", sagte Schäuble weiter. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hatte vergangene Woche nach dem Impfstoff von Biontech/Pfizer auch das Vakzin von Moderna für Jüngere zugelassen.

"Es steht dem Bundestagspräsidenten nicht an, die Ständige Impfkommission zu kritisieren", sagte der CDU-Politiker der NOZ. "Allerdings darf ich sie an ihre Verantwortung erinnern". Als Großvater wünsche er sich persönlich, "dass meine Enkel möglichst bald geimpft werden können".

In Deutschland ist bislang nur der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren und nur bei bestimmten Vorerkrankungen zugelassen. Nach eigenen Angaben wartet die Stiko bislang noch auf weitere Studienergebnisse aus den USA, um diese Freigabe zu erweitern.

In den USA werden bereits seit längerem auch jüngere Menschen gegen Corona geimpft. Infolge der EMA-Entscheidung hatten auch in Europa einige Staaten, etwa Frankreich und Belgien die Vakzine entsprechend freigegeben. Israel will ab August Kinder zwischen fünf und elf Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen gegen Corona impfen.

Mehrere Bundesländer geben ungenutzte Impfdosen an Bund zurück

05:27 Uhr: Vor dem Hintergrund einer nachlassenden Impfnachfrage geben erste Bundesländer ungenutzte Impfdosen an den Bund zurück. So wollen Hamburg und Berlin Zehntausende Impfdosen zurückführen. Andere Bundesländer prüfen noch oder beabsichtigen dies derzeit nicht. In einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hatte das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, "Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen", an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben.

Die Impfstoffe sollten noch mindestens zwei Monate haltbar sein. Impfstoff aus Arztpraxen sowie von Betriebsärzten soll nicht an den Bund zurückgeführt werden. Als erstes sollen COVID-19-Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson an den Bund zurückgehen, die in Verteilzentren gelagert und diese seit Lieferung durch den Bund nicht verlassen haben. "Nur so kann die pharmazeutische Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der COVID-19-Impfstoffe unter Einhaltung der erforderlichen Lagerungs- und Transportbedingungen sichergestellt werden", heißt es in dem Schreiben.

Schäuble: Weniger Einschränkungen für Geimpfte und Genesene

Geimpfte und Genesene sollten in der Pandemie mehr Freiheiten genießen, findet Wolfgang Schäuble. Es sei erwiesen, dass nach Genesung oder nach der vollständigen Impfung die Gefahr deutlich sinke, andere anzustecken, sagte der Bundestagspräsident.

Vor Kabinettsbeschluss: Scholz verteidigt breitere Testpflichten

05:01 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz hat den für Freitag angestrebten Beschluss zu erweiterten Corona-Testpflichten für nach Deutschland Einreisende verteidigt. "Es geht darum, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land zu schützen", sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Auf Änderungen müssen sich nach einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums in diesem Sommer nun vor allem Ungeimpfte einstellen. Es wird erwartet, dass die breiteren Testpflichten am Freitag vom Kabinett beschlossen werden und dann ab Sonntag (1. August) gelten.

Grundsätzlich sollen laut Entwurf künftig alle Einreisenden ab zwölf Jahren über einen negativen Testnachweis, einen Genesenen-Nachweis oder einen Nachweis einer vollständigen Impfung verfügen müssen - egal von wo und auf welchem Weg sie kommen. Bei Einreise aus einem Gebiet mit besorgniserregenden Virusvarianten soll ein Testnachweis nötig sein, Nachweise als Geimpfter oder Genesener sollen dann nicht reichen. Mögliche Schnell- oder PCR-Tests im Ausland sind selbst zu zahlen.

"Wir alle sind es gewohnt, uns testen zu lassen, das tun wir schon seit sehr, sehr langer Zeit", argumentierte Scholz. Viele würden sich ohnehin im Urlaub testen lassen, zum Beispiel weil es für bestimmte Aktivitäten notwendig sei. "Wir müssen vermeiden, dass es jetzt im Herbst wieder zu Situationen kommt wie im letzten Jahr - da hilft uns das Impfen, aber eben auch das Testen."

Lehrerverband wegen Corona für Pflicht-Förderung bestimmter Schüler

04:44 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, plädiert für eine verpflichtende Förderung bestimmter Schüler in der Coronakrise. "Extra-Förderung wird gerade von denen, die sie am nötigsten brauchen, oft weniger stark in Anspruch genommen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wir als Lehrerverband sind deshalb für eine verpflichtende Extra-Förderung für jene Schülerinnen und Schüler, bei denen die weitere Schullaufbahn ansonsten gefährdet wäre."

Meidinger warnte vor langfristigen Wissenslücken. "Es besteht die Gefahr, dass dauerhafte Lücken entstehen. Da geht es auch um so grundlegende Fertigkeiten wie Lesen und Schreiben", sagte er. "Aufholprogramme sind eine gute Sache, aber gerade die Ferienangebote sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein."

Lernstandserhebungen seien nun dringend nötig, so Meidinger, weil in den meisten Ländern völlig unklar sei, wie groß die Lücken überhaupt seien. Um den zusätzlichen Unterricht zu stemmen, sollte nach seiner Einschätzung vor allem pädagogisches Fachpersonal gewonnen werden, das idealerweise im Präsenzunterricht arbeiten könne. Er bemängelte: "Es fehlt an Angeboten wie attraktiv gestalteten freiwilligen Arbeitszeitkonten, damit Lehrer solche Förderstunden selbst anbieten können und sie nicht an externe Anbieter ausgelagert werden müssen."

Jens Spahn widerspricht RKI-Chef: Inzidenz verliert an Aussagekraft

RKI-Chef Lothar Wieler hält in der Pandemie weiterhin an der Sieben-Tage-Inzidenz als Gradmesser fest. Gesundheitsminister Spahn widerspricht ihm deutlich - er findet, dass die Inzidenz an Aussagekraft verliert.

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.

Johnson & Johnson hält Auffrischungs-Impfungen für unnötig

Während Biontech und Moderna schon zu Auffrischungsimpfungen raten, ist die Coronaimpfung mit dem Wirkstoff von US-Hersteller Johnson & Johnson mit weniger Aufwand verbunden.