• 17:24 Uhr: Frankreich verzeichnet 2020 neun Prozent mehr Sterbefälle
  • 15:48 Uhr: Biontech/Pfizer reduziert seine Impfstoff-Lieferungen
  • 13:46 Uhr: Pfizer warnt laut norwegischen Behörden vor Impfstoff-Lieferkürzungen für Europa
  • 12:36 Uhr: Kretschmer für zwei, drei Wochen der harten Kontaktreduzierungen
  • 12:32 Uhr: Bundesregierung plant keine Pflicht zum Homeoffice
  • 12:20 Uhr: Sterbefallzahlen in Woche vor Weihnachten um ein Viertel über Durchschnitt
  • 11:45 Uhr: Nächstes Bund-Länder-Treffen zu Coronakrise am Dienstag

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Top-News: Frankreich verzeichnet 2020 neun Prozent mehr Sterbefälle

Frankreich hat im vergangenen Jahr neun Prozent mehr Sterbefälle verzeichnet als 2019. Wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris aufgrund vorläufiger Zahlen mitteilte, wurden insgesamt 667.400 Tote registriert, rund 53.900 mehr als 2019. Diese sogenannte Übersterblichkeit wird unter anderem auf die Corona-Pandemie zurückgeführt.

Während der "ersten Corona-Welle" zwischen dem 1. März und dem 30. April wurden in Frankreich 27.300 zusätzliche Sterbefälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gezählt, ein Anstieg um 27 Prozent. Während der "zweiten Welle" vom 1. September bis zum 31. Dezember waren es dann 33.000 zusätzliche Tote, 16 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2019.

Durch die beiden Lockdowns im Frühjahr und Herbst sei der Effekt abgeschwächt worden, schreiben die Statistiker. Auch die Zahl der Verkehrstoten sei durch die harten Ausgangsbeschränkungen im Vergleich zu 2019 zurückgegangen. Zudem seien weniger Grippetote registriert worden.

Regional gab es vor allem im Pariser Großraum und in der an Deutschland angrenzenden Region Grand Est mehr Sterbefälle. Österreich hatte am Donnerstag eine Übersterblichkeit von fast elf Prozent gemeldet, also rund zwei Prozentpunkte mehr als Frankreich. Für Deutschland liegen noch keine Vergleichszahlen vor.

Die weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Bahnchef Lutz: Keine Sonderrechte für Geimpfte in den Zügen

16:51 Uhr: Für Corona-Geimpfte soll es bei der Deutschen Bahn laut Konzernchef Richard Lutz keine Sonderrechte geben. "Wir halten uns an die politischen Vorgaben", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe). "Niemand wird deshalb vorerst auf eine Maske verzichten können, nur weil er einen Impfausweis hochhält."

Die Coronakrise hat die Fahrgastzahlen beim bundeseigenen Konzern massiv einbrechen lassen. "Noch 2019 hatten wir im Fernverkehr mit mehr als 150 Millionen so viele Passagiere wie noch nie", sagte Lutz. Auch Anfang 2020 seien die Zahlen gestiegen. "Ende 2020 waren es nur noch gut halb so viel: rund 80 Millionen."

Biontech/Pfizer reduziert seine Impfstoff-Lieferungen für drei bis vier Wochen

15:48 Uhr: Das US-Unternehmen Pfizer verringert für drei bis vier Wochen die Lieferungen des Corona-Impfstoffs seines Kooperationspartners Biontech. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Freitagnachmittag in Berlin mit. Dies sei der EU-Kommission und über diese den EU-Mitgliedsstaaten kurzfristig mitgeteilt worden, teilte das Ministerium am Freitag mit. Ein Sprecher fügte hinzu, dass die für Deutschland am Montag vorgesehene wöchentliche Lieferung wie geplant erfolge.

Grund für die Lieferprobleme sind demnach Umbauten im Pfizer-Werk im belgischen Puurs. Diese dienten nach Angaben des Unternehmens dazu, die Kapazitäten ab Mitte Februar zu erhöhen. Aus Puurs würden alle Länder der Welt außer den USA beliefert. "Die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern nehmen diese sehr kurzfristige wie unerwartete Mitteilung der Kommission und von Pfizer mit Bedauern zur Kenntnis", hieß es in der Mitteilung des Ministeriums.

Unklar ist noch, wie groß die Mengen an Impfstoff sind, die nun vorerst nicht zur Verfügung stehen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und seine Länderkollegen berieten nach Angaben des Sprechers am Nachmittag kurzfristig in einer Schaltkonferenz über die Lage. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, könnten womöglich einige Lieferungen sogar ganz ausfallen. Dafür gab es aber zunächst keine Bestätigung. Grünes Licht gaben die Behörden unterdessen für die geplante neue Produktionsstätte für den Biontech-Impfstoff im hessischen Marburg (siehe Eintrag von 15:38 Uhr).

Bund und Länder erwarteten, dass die EU-Kommission in den Verhandlungen mit Pfizer schnellstmöglich Klarheit und Sicherheit für die weiteren Lieferungen und Lieferdaten schaffe. "Zugesagt ist in jedem Fall, dass die für das 1. Quartal angekündigten Mengen vollständig im ersten Quartal geliefert werden", hieß es weiter.

Produktion von Biontech-Impfstoff in Marburg genehmigt

15:38 Uhr: Die hessischen Behörden haben die angestrebte Produktion von zusätzlichem Biontech-Impfstoff in Marburg genehmigt. Wie die Staatskanzlei in Wiesbaden mitteilte, gab das zuständige Regierungspräsidium in Gießen am Freitag grünes Licht. Das Mainzer Unternehmen Biontech hatte Anfang Dezember die Anträge für Umbau und Betrieb eines zuvor gekauften Werks in Marburg gestellt.

Eurostar durch Corona in massiven Schwierigkeiten

15:23 Uhr: Der Eurostar mit seinen Zugverbindungen unter dem Ärmelkanal ist durch die Coronavirus-Pandemie in massive Schwierigkeiten geraten. Die französische Bahngesellschaft SNCF als Mehrheitseignerin sprach am Freitag von einer "sehr kritischen" Lage. Derzeit gebe es nur noch eine tägliche Hin- und Rückfahrt zwischen London und Brüssel beziehungsweise Paris.

Der Chef der SNCF-Reisesparte, Christophe Fanichet, fürchtet einen weiteren Einbruch der Passagierzahlen, wenn ab Montag die neuen französischen Corona-Regeln in Kraft treten. Frankreich verlangt dann von Einreisenden aus Großbritannien einen negativen PCR-Test, eine einwöchige Quarantäne sowie einen weiteren Test an deren Ende. In Großbritannien müssen Reisende vom Kontinent ihrerseits in Quarantäne.

"Ich bin sehr besorgt um den Eurostar", sagte Fanichet. Bereits im vergangenen Jahr habe die Gesellschaft 85 Prozent ihrer Passagiere eingebüßt. Zudem sei es "eine französische Gesellschaft in England - deshalb helfen ihr weder Engländer noch Franzosen" mit Hilfszahlungen wie für die angeschlagenen Airlines, kritisierte er. Verhandlungen mit London über Hilfskredite seien aber noch nicht abgeschlossen.

Illegales Treffen in einem Iglu - Flucht vor Polizei

14:48 Uhr: Ein gegen Corona-Regeln verstoßendes Treffen in einem Iglu hat die Polizei in einem Park in Augsburg abrupt beendet. Fünf Menschen aus mehr als zwei Haushalten hatten die "arktische Unterkunft" nach andauernden Schneefällen am Donnerstag im Wittelsbacher Park selbst gebaut und für ein Treffen genutzt, das wegen der Pandemie so nicht erlaubt war, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Als sie den Streifenwagen entdeckten, flüchteten die "Iglu-Bewohner" nach Angaben der Ermittler in verschiedene Richtungen. Einen 22-Jährigen konnten die Polizisten demnach aber einholen. Ihn erwartet nun eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

Downloads und eingegebene Testresultate bei Corona-Warn-App wachsen weiter

14:32 Uhr: Die Downloadzahlen der Corona-Warn-App steigen weiter. Die App sei in den vergangenen 14 Tagen im Schnitt etwa 23.000 Mal pro Tag heruntergeladen worden, teile das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mit. Damit sei die Gesamtzahl der Downloads auf mehr als 25 Millionen gestiegen.

Auch die Zahl der über die App bereitgestellten Ergebnisse von Corona-Tests steigt demnach weiter. Bis zum 11. Januar seien etwa 7,1 Millionen Laborergebnisse mit der App übermittelt worden, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Allein in der ersten Januarwoche seien es rund 366.000 Ergebnisse gewesen. Die meisten niedergelassenen Labore seien inzwischen an die App angebunden.

Etwa 201.000 Menschen, die ein positives Corona-Testergebnis erhielten, teilten dies den Angaben zufolge in der App und warnten so Kontaktpersonen. Allein in der ersten Woche des neuen Jahres hätten dies etwa 18.000 Menschen getan.

Das Ministerium kündigte weitere Zusatzfunktionen der App an. So sollen im Laufe des Februar Informationen über das aktuelle Infektionsgeschehen hinzukommen. Auch soll die Nutzung der App auf weiteren iPhones ermöglicht werden. Ebenfalls im Februar soll zudem eine freiwillige Nutzerbefragung zur Evaluation der App freigeschaltet werden.

RKI meldet Rekordwert von mehr als 94.000 Impfungen pro Tag

14:13 Uhr: Innerhalb eines Tages sind 94.654 Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft worden. Dies ist der bislang höchste Tageswert, der seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember vom Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt wurde. Die Gesamtzahl der Impfungen näherte sich dem Bericht vom Freitag zufolge mit 961.682 der Millionengrenze.

Dabei geht es jeweils um die erste von zwei Injektionen, die für einen vollständigen Impfschutz erforderlich sind. Die zweite Impfrunde dürfte an diesem Wochenende starten. Verwendet wird bislang in erster Linie das Produkt des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer, in geringerem Umfang auch das des US-Herstellers Moderna.

Bei den Erstimpfungen wurde laut RKI bislang eine Quote von bundesweit 1,16 Prozent erreicht. Um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssten Schätzungen zufolge allerdings mehr als 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Gebremst wird die Impfkampagne derzeit vor allem durch den Mangel an Impfstoffen.

Alltagsfrage: Was bedeutet die Abkürzung NR auf FFP2-Masken?

Menschen auf der ganzen Welt tragen zum Schutz vor dem Coronavirus neben den herkömmlichen Mund-Nase-Bedeckungen die sogenannten FFP2-Masken. Neben der Schutzstufe, dem Norm-Code und dem CE-Zeichen mit der vierstelligen Prüfnummer ist eine weitere Abkürzung zu finden. Im Video erklären wir, was es mit der Abkürzung NR auf sich hat.

Pfizer warnt laut norwegischen Behörden vor Impfstoff-Lieferkürzungen für Europa

13:46 Uhr: Der US-Pharmagigant Pfizer hat nach Angaben der norwegischen Behörden vor anstehenden Lieferkürzungen bei dem gemeinsam mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten Impfstoff gegen das Coronavirus gewarnt.

"Die vorübergehende Kürzung wird alle europäischen Länder betreffen", erklärte am Freitag das staatliche Gesundheitsinstitut in Oslo. Die Kürzungen würden "ab kommender Woche" erfolgen, Pfizer wolle in der Zeit seine Produktionskapazitäten verbessern.

Kretschmer für zwei, drei Wochen der harten Kontaktreduzierungen

12:36 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich wegen der weiterhin viel zu hohen Corona-Infektionszahlen dafür ausgesprochen, die Kontaktbeschränkungen bundesweit für zwei bis drei Wochen drastisch zu verschärfen. Man habe die Erfahrung machen müssen: "Reduzierung von Inzidenz geht nur mit ganz hartem Lockdown", sagte Kretschmer am Freitag in einer Online-Pressekonferenz vor dem CDU-Parteitag. "Dieser softe Lockdown mit offenen Schulen, Kindergärten, mit offenen Einkaufsmöglichkeiten bringt nichts. Deswegen: Hart und konsequent."

Wegen der Veränderungen des Virus stehe man vor einer neuen Bedrohung, sagte Kretschmer. Deswegen sei es angezeigt, "noch einmal einen auch deutschlandweiten Kraftakt zu wagen". Er sprach sich zugleich für die Möglichkeit regionaler Abweichungen aus.

Es müsse immer mitbedacht werden, welche Durchhaltefähigkeit man habe, sagte Kretschmer. Könne man das Land über Monate so runterfahren, wie man es getan habe, oder gehe das nur für eine begrenzte Zeit. Sein Zieldatum sei der 8. Februar. Bis dahin wolle er maximal die Inzidenz - also die Anzahl von Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche - reduzieren.

Angesichts der hohen Infektionszahlen sei es "richtig, jetzt noch einmal zu versuchen, zwei oder drei Wochen (zu) reduzieren, gemeinsam, um dann von einem anderen Niveau aus entweder Lockerungen vorzunehmen oder die schwere Zeit der Mutation zu durchstehen und die Krankenhäuser eben nicht vorher schon übervoll zu haben".

Bundesregierung plant keine Pflicht zum Homeoffice

12:32 Uhr: Trotz der anhaltend hohen Zahl von Corona-Infektionen plant die Bundesregierung weiterhin keine Homeoffice-Pflicht. Derzeit stehe "keine zwingende Regelung auf der Tagesordnung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Er schloss sich zwar dem Appell von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Ausweitung der Heimarbeit an, betonte aber auch: "Homeoffice ist nicht für jeden Beruf, für jede Tätigkeit geeignet."

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums zog zudem in Zweifel, ob eine Verpflichtung wirklich zielführender wäre. Nach ihrer Einschätzung führen Absprachen zwischen den Betroffenen zu einer höheren Akzeptanz. Seibert betonte allerdings auch, dass beim ersten Lockdown im Frühjahr der Homeoffice-Anteil höher gewesen sei: "Es ist also möglich."

Sterbefallzahlen in Woche vor Weihnachten um ein Viertel über Durchschnitt

12:20 Uhr: In der Woche vor Weihnachten sind in Deutschland 24 Prozent oder 4568 Menschen mehr gestorben als im Durchschnitt der Vorjahre. Insgesamt starben vom 14. bis 20. Dezember mindestens 23.550 Menschen in Deutschland, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Bereits in der Woche davor hatten die Sterbefallzahlen um 25 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Der Anstieg der Sterblichkeit könnte mit der seit Oktober steigenden Zahl der Corona-Toten in Deutschland zusammenhängen. Besonders auffällig bleibt die Entwicklung der Sterbefälle in Sachsen, wo die Zahl der Verstorbenen in der Woche vor Weihnachten mehr als doppelt so hoch war wie im Durchschnitt der vier Vorjahre. Demnach starben 109 Prozent oder 1226 Menschen mehr.

Auch in Brandenburg mit einem Plus von 41 Prozent, in Thüringen mit einem plus von 36 Prozent und in Hessen mit einem plus von 32 Prozent war die Zahl der Toten mindestens 30 Prozent höher als im Durchschnitt von 2016 bis 2019.

Ob die Corona-Pandemie in Deutschland im Jahr 2020 zu einer Übersterblichkeit führte, steht nach Angaben der Statistiker erst Mitte dieses Jahres fest. Neben der Pandemie könnten auch Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung zu überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen beitragen. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie könnten auch dafür sorgen, dass weniger Sterbefälle durch andere Infektionskrankheiten wie die Grippe verursacht werden.

Nächstes Bund-Länder-Treffen zu Coronakrise am Dienstag

Bund und Länder ziehen angesichts der Coronakrise Beratungen über das weitere Vorgehen in die kommende Woche vor. An diesem Dienstag um 14.00 Uhr sind Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder geplant, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin sagte.

Ursprünglich war die nächste Bund-Länder-Schalte für den 25. Januar angesetzt. Hintergrund ist eine Diskussion über mögliche weitere Verschärfungen von Corona-Beschränkungen. Ein bereits verschärfter Lockdown ist vorerst bis zum 31. Januar vorgesehen.

Seibert sagte, die Zahl der Neuinfektionen sei weiterhin viel zu hoch. Dazu komme das neue Risiko einer Virus-Mutation, die in Irland und Großbritannien zu einem extremem Anstieg der Fälle geführt habe. Nötig sei, noch mehr zu tun, um Kontakte zu reduzieren. Dazu gehöre unter anderem eine stärkere Nutzung von Homeoffice.

Chemiebranche warnt vor Lockdown auch für die Industrie

11:27 Uhr: Die deutsche Chemiebranche warnt vor einem Herunterfahren der Industrie im Zuge eines verschärften Lockdowns. Industriebetriebe müssten offen bleiben, forderten der Verband der Chemischen Industrie (VCI) und der Chemie-Arbeitgeberverband BAVC am Freitag.

"Wer mitten in der härtesten Krise der letzten Jahrzehnte die Wirtschaft abschalten will, muss erklären, wie das Geld für die zahlreichen Hilfsmaßnahmen erwirtschaftet werden soll", sagte BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller. Die Branche habe ihre Standards im Gesundheitsschutz kontinuierlich optimiert. Doch werde es nicht gelingen, die Industrieproduktion von zu Hause zu erledigen.

Ein Herunterfahren der Betriebe mache in der Chemie- und Pharmaindustrie "absolut keinen Sinn", sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. Die Branche leiste zentrale Beiträge zur Eindämmung der Pandemie - bei der Impfstoffproduktion, der Herstellung lebensnotwendiger Arzneien oder als Vorlieferant für Diagnostika, Medizin- und Laborgerätehersteller. Impfstoffe und Desinfektionsmittel ließen sich nicht im Homeoffice herstellen.

Lauterbach gibt Prognose ab: Im Sommer wird es besser

10:41 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet für den Sommer mit einer deutlichen Verbesserung der Corona-Lage. "Wichtig ist, dass wir so schnell wie möglich impfen, damit wir schwere Mutationen des Virus verhindern", sagte Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben nur für etwa 25 Millionen Menschen Impfstoff im ersten Halbjahr, also bis ungefähr Ende Juni. Weit über die Hälfte der Bevölkerung wird also bis zur Mitte des Jahres nicht geimpft sein. Aber im zweiten Halbjahr werden wir dann eine deutliche Erleichterung erleben."

Lauterbach rechnet nicht damit, dass die Durchimpfung der Bevölkerung an Impfskepsis scheitern wird. "Die Menschen werden mit der Zeit sehen, dass diejenigen, die geimpft sind, ein viel besseres Leben führen können", glaubt er. "Das wird sich immer mehr herumsprechen, und dadurch wird der Wunsch, sich impfen zu lassen, immer ausgeprägter sein."

Lauterbach betonte: "Jetzt kommen die wirklich ganz schweren Monate. Die nächsten zwei Monate werden die härtesten der Pandemie werden. Aber dann werden wir zunehmend impfen können. Ich gehe von einem sehr befreiten, sehr guten Sommer aus. Dann wird das Schlimmste hinter uns liegen."

Mehrfaches Tragen von Einwegmasken kann Haut und Schleimhäute reizen

Das mehrfache Verwenden einer Einwegmaske kann zu gesundheitlichen Problemen führen. So können unter anderem die Haut und die oberen Atemwege gereizt werden. Hintergrund sind freigesetzte Faserstücke.

Ziemiak: Einstellung des Nahverkehrs hat niemand vorgeschlagen

09:28 Uhr: Nach Aussagen von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak gibt es keine Planungen zur Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs. "Es gab ja Meldungen, die Politik will den öffentlichen Personennahverkehr komplett einstellen. Sowas ist natürlich nicht richtig. Das hat auch niemand vorgeschlagen", sagte Ziemiak am Freitag den Sendern RTL und ntv.

Einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach im Kanzleramt über die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nachgedacht werde, wies Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Angaben mehrerer Teilnehmer bereits Donnerstagabend nach Online-Sitzungen der CDU-Spitzengremien zurück.

Ziemiak erläuterte am Freitagmorgen erneut, dass die CDU dringenden Handlungsbedarf im Kampf gegen die Coronakrise sieht. "Für uns ist klar, dass wir gerade angesichts des mutierten Virus in einer ganz gefährlichen Lage sind. Und die Kanzlerin war gestern so wie wir sie kennen: ganz rational. Sie hat sich ganz genau die Zahlen angeschaut und überlegt: Was kann jetzt der richtige Weg sein. Aber: Keine Panik, sondern kluges Handeln ist jetzt gefragt."

Deutschland überschreitet Schwelle von zwei Millionen Corona-Infektionen

06:31 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie hat die Marke von zwei Millionen Fällen überschritten. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden 22.368 neue Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der Infektionen wuchs damit auf 2.000.958. Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Gesamtzahl noch deutlich höher liegen dürfte, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Laut RKI wurden zudem innerhalb eines Tages 1.133 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verzeichnet. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 44.994. Am Donnerstag hatte das RKI mit 1.244 Corona-Toten einen neuen Höchstwert bekanntgegeben.

Gezählt werden dabei sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstarben, als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bei denen sich die genaue Todesursache nicht abschließend nachweisen lässt.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das RKI mit rund 1.641.200. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Freitag 146,1 und war damit etwas niedriger als am Vortag. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum.

Hunderte COVID-19-Patienten in Manaus warten auf ein Krankenhausbett

04:09 Uhr: Das Gesundheitssystem in der Amazonas-Metropole Manaus ist erneut zusammengebrochen. "Wir befinden uns wieder in einer äußerst ernsten Situation", sagte der brasilianische Gesundheitsminister Eduardo Pazuello in einer Übertragung in sozialen Netzwerken zusammen mit Präsident Jair Bolsonaro. "Es gibt einen Kollaps in der Gesundheitsversorgung in Manaus." Demnach warteten dort 480 COVID-19-Patienten auf ein Krankenhausbett.
Brasilien ist eines der am härtesten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 8,3 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 207.000 Patienten sind im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben. Manaus, die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, registrierte zuletzt die meisten Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit COVID-19 seit April. Aufgrund dessen ging der Sauerstoff aus, Patienten müssen in andere Bundesstaaten geschickt werden.
Manaus war auch in der ersten Welle schon eine der ersten brasilianischen Städte gewesen, in denen Gesundheitssystem und Bestattungswesen an ihre Grenzen gerieten und sich dramatische Szenen abspielten.

Mediziner: Lockerung erst bei unter 1.000 Intensivpatienten möglich

02:01 Uhr: Eine Lockerung der Corona-Maßnahmen kommt aus Sicht von Intensivmedizinern erst bei bundesweit weniger als 1.000 COVID-19-Intensivpatienten infrage. Krankenhäuser seien trotz leicht sinkender Zahlen vielerorts an ihrer Belastungsgrenze, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Aktuell werden fast 5.200 COVID-19-Patienten in ganz Deutschland intensivmedizinisch behandelt.

"In Ampelfarben gesprochen: In 11 von 16 Bundesländern ist die Ampel rot, dort gibt es weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten", sagte Marx. Lockerungen dürften erst kommen, wenn sich die Lage deutlich entspannt hätte. "Die Zahl der intensivmedizinisch versorgten COVID-19-Kranken muss dafür bundesweit stabil klar unter 1.000 Patienten liegen." Sollte sich die womöglich deutlich ansteckendere Virusmutation ausbreiten, könne Deutschland schnell wieder einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen erleben, warnte er.

Auch der Chef der Bundespflegekammer, Markus Mai, warnte vor einem weiteren Anstieg der Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen. "Wir sind jetzt beim Pflege-Fachpersonal an der kritischen Grenze angelangt und müssen alles dafür tun, damit die Zahl der Intensivpatienten nicht weiter ansteigt. Andernfalls steht für deren Versorgung nicht mehr genügend gut ausgebildetes Personal zur Verfügung", sagte er der "Rheinischen Post" (Freitag).

Die Diskussion über die Impfpflicht für Pflegepersonal bezeichnete Mai als kontraproduktiv. "Wenn wir durch eine Impfpflicht auch nur zehn Prozent des Fachpersonals verprellen würden, fehlt uns dieses dringend benötigte Personal in der direkten Versorgung, in der es ja jetzt schon mehr als eng ist", sagte er der Zeitung.

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Weil fordert Tempo bei der Zulassung des Impfstoffs von Astrazeneca

00:01 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat eine schnelle Zulassung des Corona-Impfstoffes des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca gefordert. "Den Ansatz, bei der Impfstoffbeschaffung europäisch vorzugehen, finde ich richtig. Was ich nicht begreife, ist, warum bestimmte Impfstoffe in Europa später zugelassen werden als im Rest der Welt", sagte Weil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir jetzt so schnell wie möglich die Zulassung für den Impfstoff von Astrazeneca bekommen", betonte Weil. "Mit dem Impfstoff von Astrazeneca können Tausende Hausärzte in die Impfkampagne einsteigen, was richtig Schwung in die Sache bringen würde", sagte der SPD-Politiker. "Bei der Grippeschutzimpfung impfen wir viele Millionen Menschen in wenigen Wochen." So schnell werde das bei Corona nicht gelingen, aber die Einbeziehung der Hausärzte wäre ein Durchbruch.

Für die immer noch geringe Impfbereitschaft unter Pflegebeschäftigten äußerte Weil Verständnis, appellierte aber an deren Verantwortungsbewusstsein: "Ich kann verstehen, dass Menschen ungerne die Ersten sein wollen, aber inzwischen gibt es täglich mehr gute Erfahrungen. Das Pflegepersonal trägt eine große Verantwortung - nicht nur für die eigene Gesundheit."

Die Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) nach einer Impfpflicht für Pflegende lehnte Weil dagegen ab. "Von einer Impfpflicht für das Pflegepersonal halte ich gar nichts. Schon die Debatte darüber ist schädlich. In einer Situation, in der viele Menschen zweifeln und zögern, muss die Forderung nach einer Pflicht doch zusätzliches Misstrauen auslösen. Das können wir nicht gebrauchen", sagte er.

Alle Corona-Meldungen vom 14. Januar zum Nachlesen finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.