• 19:29 Uhr: ➤ Experten sehen Problem in schneller Übertragbarkeit von Omikron
  • 17:39 Uhr: Südafrikanische Wissenschaftler erwarten weitere Corona-Varianten
  • 16:48 Uhr: EU-Gesundheitsbehörde: Omikron dürfte Anfang 2022 dominieren
  • 14:38 Uhr: Ärztepräsident über Auffrischungskampagne: "Da bleibt einem der Mund offen stehen"
  • 12:08 Uhr: Pflegerin verbreitet Corona-Falschinformationen und wird freigestellt
  • 10:30 Uhr: Arbeitsminister Heil kritisiert Ex-Gesundheitsminister Spahn wegen Impfstoff-Beschaffung

➤ 15. Dezember: Experten sehen Problem in schneller Übertragbarkeit von Omikron

Die Epidemiologin Berit Lange vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung schließt nicht aus, dass es wegen der Omikron-Variante des Coronavirus im Januar wieder zur drastischeren Maßnahmen wie Schulschließungen kommen könnte. "Durch die schnelle Übertragbarkeit von Omikron kann das Geschehen ungemein schnell außer Kontrolle geraten, ohne dass man so richtig Reaktionszeit hat, wie wir das bisher meistens tatsächlich immer noch hatten", sagte sie am Mittwoch in einem Online-Gespräch mit Journalisten.

Auch wenn Schulschließungen zur Entlastung der Gesundheitssysteme der Erwachsenen immer ultima ratio sein sollten, müsse man sich jetzt auch darauf vorbereiten, "dass man möglicherweise in deutlicher anderer Form im Januar in den Schulbetrieb geht, als das aktuell noch geplant ist", sagte sie. "Diese Vorbereitung von Seiten der Schulbehörden ist wichtig, gerade um die schweren negativen Folgen zu minimieren, sollten tatsächlich Schließungen notwendig werden."

Die weiteren Corona-News vom 15. Dezember:

Mainzer Rosenmontagszug abgesagt

20:20 Uhr: In der Narren-Metropole Mainz ist der Rosenmontagszug des kommenden Jahres pandemiebedingt abgesagt worden. Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) als Veranstalter beschloss am Mittwochabend auf einer Vorstandssitzung, wegen der dauerhaft angespannten Corona-Lage das zweite Jahr in Folge auf den Höhepunkt der Fastnacht zu verzichten.

"Wir machen keine Züge, weil wir sie nicht machen können", sagte MCV-Präsident Reinhard Urban der Deutschen Presse-Agentur. Nach der gegenwärtigen Corona-Verordnung des Landes seien nur 10.000 Zuschauer zugelassen. Auch im Januar und Februar werde nicht mit einer Verordnung gerechnet, die das gemeinsame Feiern von mehreren hunderttausend Menschen ermögliche.

Bund will für 2,2 Milliarden Euro zusätzliche Impfdosen kaufen

17:51 Uhr: Die Bundesregierung will für rund 2,2 Milliarden Euro zusätzliche Corona-Impfstoffe kaufen. Davon sollen 80 Millionen Dosen von Biontech über EU-Verträge und weitere 12 Millionen Dosen durch direkten Kauf beschafft werden, wie das Gesundheitsministerium nach Bewilligung der Mittel durch den Haushaltsausschuss des Bundestags am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Ressortchef Karl Lauterbach (SPD) sagte: "Für schnelle Booster-Impfungen und mögliche Omikron-Impfungen benötigen wir schnell mehr Impfstoff." Er sei Finanzminister Christian Lindner (FDP) und dem Ausschuss dankbar, dass sie dies möglich machten.

Südafrikanische Wissenschaftler erwarten weitere Corona-Varianten

17:39 Uhr: Bei der neuen Coronavirus-Variante Omikron verstärken sich die Erkenntnisse einer hohen Infektionsrate bei nur milden Krankheitsverläufen. Unter Hinweis auf erste Erfahrungswerte aus dem Epizentrum des Infektionsgeschehens im Großraum um die Hauptstadt Pretoria meinte der südafrikanische Epidemiologe und Ex-Regierungsberater Salim Abdool Karim am Mittwoch: "Bei den vergangenen drei Infektionswellen waren zwei von drei eingewiesenen Patienten schwere Fälle - nun haben wir Hinweise von den gleichen Hospitälern, dass es nur noch einer von vier Patienten ist."

Zwar seien diese Hinweise noch keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse, doch deuteten die bisherigen Daten einen Trend an. "Wir können ziemlich sicher behaupten, dass sich Omikron rasend schnell verbreitet - mindestens 25 Prozent schneller als die Delta-Variante", sagte er bei einer Konferenz, bei der es um die Neuausrichtung der afrikanischen Gesundheitssysteme ging. Es gelte nun, sich auf neue Herausforderungen vorzubereiten: "Varianten haben das Spiel verändert - wir werden weitere Varianten sehen», sagte er vorher.

John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) bestätigte diese Einschätzung und mahnte: "Der Kontinent sollte sich beeilen, ein neues Gesundheitssystem aufzubauen." Neue Ansätze seien nötig. Der Ebola-Ausbruch vor einigen Jahren in Westafrika sei bereits eine Vorwarnung gewesen. "Als Kontinent müssen wir dabei unsere eigenen Lösungen finden", gab die Medizinerin Ebere Okereke vom Tony Blair-Institut zu bedenken.

Die CDC - die die Konferenz organisierte - versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren.

Heftige Kritik von Patientenschützer an Hendrik Wüst

17:05 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) für die Kommunikation zu den Booster-Impfungen in Nordrhein-Westfalen scharf kritisiert. "Die Landesregierung produziert ein Chaos", sagte Vorstand Eugen Brysch am Mittwoch. Er sieht dabei insbesondere den Regierungschef in der Verantwortung, dessen Äußerung zutiefst populistisch gewesen sei. Eine Mindestspanne von lediglich vier Wochen zwischen Zweitimpfung und der Auffrischungsimpfung habe weder aus medizinischer noch virologischer Sicht einen Rückhalt, betonte der Patientenschützer.

Wüst habe mit seinen Äußerungen Erwartungen geweckt, die auch gar nicht erfüllt werden könnten. Brysch forderte von der Landesregierung Maßnahmen, wie Infektionsketten in den Pflegeheimen ausgeschlossen werden können und ein Konzept, wie auf die neue Omikron-Variante reagiert werde. "Populismus ist in jeder Hinsicht Gift", unterstrich Brysch und fügte hinzu: Insbesondere den Populisten gegenüber, den Corona-Leugner und Impfgegner, könne man nicht mit Populismus ankommen. "Das endet in einem Desaster der Kommunikation."

Die Landesregierung hatte am Montag in einem Erlass an die Kommunen überraschend eine Untergrenze von lediglich vier Wochen für die Auffrischungsimpfungen eingeführt. Dies sei nicht als Empfehlung zu verstehen, erklärte Wüst am Dienstag. Wer allerdings frühestens vier Wochen nach der Zweitimpfung zum Boostern komme, werde auch nicht weggeschickt. Mit einem neuen Erlass des Gesundheitsministeriums ist der Mindestabstand nun jedoch auf vier Monate festgelegt worden.

EU-Gesundheitsbehörde: Omikron dürfte Anfang 2022 dominieren

16:48 Uhr: Die Omikron-Variante des Coronavirus dürfte nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC schon innerhalb der ersten beiden Monate 2022 zur dominierenden Variante in Europa werden. Es werde mit einer weiteren zügigen Zunahme der Omikron-Fallzahlen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gerechnet, schrieb die in Stockholm ansässige Behörde in einer am Mittwoch aktualisierten Risikobewertung. Zum EWR zählen die 27 EU-Staaten, Norwegen, Island und Liechtenstein.

Die epidemiologische Lage in der Region sei derzeit weiterhin von hohen Fallzahlen und einer niedrigen, aber langsam ansteigenden Sterberate geprägt, schrieb das ECDC. Noch herrsche die Delat-Variante vor. Omikron werde Modellvorhersagen zufolge aber wahrscheinlich innerhalb der ersten beiden Monate des kommenden Jahres im EWR zur dominanten Variante werden. Abhängig sei dies vom Verbreitungsvorteil im Vergleich zu Delta und dem Grad der sogenannten Immunflucht des Erregers. Es werde als sehr wahrscheinlich betrachtet, dass Omikron zusätzliche Krankenhauseinlieferungen und Todesfälle verursachen werde.

"Die kommenden Monate werden schwierig", stellte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides fest. Omikron werde voraussichtlich in einer großen Welle kommen und erneuten Druck auf die Gesundheitssysteme ausüben. Während sich die Europäerinnen und Europäer auf die Festtage vorbereiteten, dürfe man die Vorsicht nicht in den Wind schlagen. Auffrischimpfungen sollten "unser Wellenbrecher" sein, erklärte die Kommissarin.

Auch ECDC-Direktorin Andrea Ammon sagte, die Länder sollten ihre Bemühungen steigern, Menschen vollständig zu impfen, die dies bislang noch nicht seien, und so bald wie möglich Auffrischungsimpfungen zu verabreichen. Impfungen alleine seien in der derzeitigen Situation aber nicht genug. Es brauche auch eine schnelle Wiedereinführung oder Verschärfung von nicht-pharmazeutischen Maßnahmen - dazu zählen etwa das Tragen von Masken und genügend Abstand halten.

Corona-Inzidenz in Rheinland-Pfalz geht zurück

16:23 Uhr: Der Rückgang der Corona-Inzidenz in Rheinland-Pfalz hat sich zur Wochenmitte beschleunigt. Das Landesuntersuchungsamt ermittelte am Mittwoch einen Wert von 233,4 nach 254,3 am Vortag. Die Gesundheitsämter erfassten 1658 Neuinfektionen an einem Tag (Stand 14:10 Uhr). Derzeit sind demnach nachweislich 38.021 Menschen mit SARS-Cov-2 infiziert.

Die Hospitalisierungsinzidenz kletterte von 4,13 auf 4,30 Krankenhaus-Neuaufnahmen von COVID-Patienten pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle stieg um 18 auf 4.452.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen gab es am Mittwoch im Kreis Germersheim mit 498,4 Infektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Danach folgten die Städte Neustadt an der Weinstraße (437,1), Speyer (413,9) sowie der Kreis Kaiserslautern (412,9). Am niedrigsten war die Sieben-Tage-Inzidenz mit 123,8 in der Stadt Trier.

Zwei Corona-Fälle bei Real Madrid: Luka Modric und Marcelo

16:11 Uhr: Die Fußball-Profis Luka Modric und Marcelo von Real Madrid sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der spanische Rekordmeister am Mittwoch ohne weitere Details mit. Der 36 Jahre alte Mittelfeldspieler aus Kroatien, diese Saison einer der besten im Team um Nationalspieler Toni Kroos, und der Brasilianer Marcelo (33) verpassen somit die beiden letzten Liga-Begegnungen der "Königlichen" in diesem Jahr: das Spiel daheim gegen den FC Cádiz am Sonntag sowie das Duell bei Athletic Bilbao am nächsten Mittwoch.

Die beiden Profis seien zu Hause in Quarantäne, berichtete das Fachblatt "AS". Obwohl nach diesen positiven Tests der Rest des Kaders und auch alle Angehörigen des Trainerstabs um Chefcoach Carlo Ancelotti negativ getestet worden seien, herrsche im Verein die Sorge, dass es weitere Fälle geben könnte, hieß es.

Real kann unterdessen Ausfälle wohl leicht verkraften: Nach 17 Spielen führen die Madrilenen die Primera División mit 42 Zählern und acht Punkten Vorsprung vor Verfolger FC Sevilla, der allerdings ein Spiel weniger auf dem Konto hat, an. Titelverteidiger Atlético Madrid hat bereits 13 Punkte Rückstand und Erzrivale FC Barcelona sogar 18 Zähler weniger als Real. Beide haben 16 Spiele.

Dänische Kronprinzessin Mary mit Coronavirus angesteckt

15:55 Uhr: Die dänische Kronprinzessin Mary (49) hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Frau des dänischen Thronfolgers Kronprinz Frederik (53) sei am Montag positiv getestet worden und halte sich nun in Isolation auf Schloss Amalienborg in Kopenhagen auf, teilte das dänische Königshaus mit.

Ob die gebürtige Australierin Krankheitssymptome zeigt, ging aus der kurzen Mitteilung des Hofes nicht hervor. Bei anderen Familienmitgliedern sei keine Infektion festgestellt worden. Bereits vor rund einem Jahr war der älteste Sohn von Mary und Frederik, Prinz Christian (16), nach einem Corona-Ausbruch an seiner Schule positiv getestet worden.

Hendrik Wüst lobt Impfbereitschaft von Joshua Kimmich

15:36 Uhr: Angesichts der Impfskepsis vieler Menschen hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) die Bereitschaft zur Impfung von Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich gelobt. "Besser spät als nie", sagte Wüst am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag. "Vielleicht bringt ja gerade seine Geschichte auch andere Zweifler zur richtigen Einsicht." Kimmich hatte sich zunächst nicht gegen Corona impfen lassen wollen, sich dann mit dem Virus infiziert und seine Haltung danach geändert.

Impfen bedeute Schutz und mehr Freiheit, gerade auch für Kinder und Jugendliche, die in der Pandemie auf so vieles hätten verzichten müssen, sagte Wüst. "Ganz wichtig aber bleibt, dass die Erwachsenen mit gutem Vorbild vorangehen, auch wenn die Entscheidung bei manchen länger und - objektiv gesehen - zu lange reifen musste."

Angesichts des Vormarsches der Omikron-Virusvariante komme es jetzt auf die Booster-Impfung an, betonte Wüst. Inzwischen hätten rund 26 Prozent der Menschen in NRW die Auffrischungsimpfung bekommen. Allein in den vergangenen sieben Tagen hätten sich rund 1,7 Millionen Menschen in NRW gegen Corona impfen lassen, davon seien knapp 100.000 Erstimpfungen gewesen.

Damit habe NRW deutlich mehr geschafft, als auf dem Höhepunkt der sommerlichen Impfkampagne mit den damals noch geöffneten großen Impfzentren. Bundesweit seien bis heute 21 Millionen Booster-Impfungen erfolgt.

Johnson geht auf Corona-Rebellen in eigenen Reihen zu

15:15 Uhr: Nach einer parteiinternen Revolte gegen seine Corona-Regeln hat der britische Premierminister Boris Johnson Verständnis für die Rebellen gezeigt. "Ich respektiere die berechtigten Ängste der Kollegen", sagte Johnson am Mittwoch im Parlament in London. Zugleich warb er für die "ausgewogenen und verhältnismäßigen" Maßnahmen, die unter anderem 3G-Regeln für den Besuch von Discos und Großveranstaltungen vorsehen.

Die Regierung hatte die Pläne am Vorabend nur dank der Stimmen der Opposition durchs Unterhaus bekommen. Johnson schien diese Tatsache am Mittwoch jedoch zu bestreiten und behauptete, er habe die Abstimmung mit Stimmen seiner Konservativen Partei gewonnen.

Der Premier warf Oppositionsführer Keir Starmer politische Spielchen vor. Die Regierung habe stets umgehend gehandelt und für die schnellste Impfkampagne in Europa gesorgt, während Starmers Labour-Partei gezaudert habe. "Wir liefern, sie beschweren sich", sagte Johnson. Die Öffentlichkeit sehe, dass die Regierung liefere.

Starmer kritisierte, Johnson habe seinen Laden nicht im Griff. Die Labour-Partei habe den Corona-Plan des Premiers gerettet und die Führungsstärke gezeigt, die Johnson fehle, sagte Starmer. "Er ist das Problem, seine Abgeordneten haben nicht Unrecht, ihm zu misstrauen." Johnson führe die Bevölkerung in die Irre. "Die britische Öffentlichkeit sucht einen Premierminister, der das Vertrauen und die Autorität hat, Großbritannien durch die Krise zu führen. Stattdessen sind wir mit dem schlechtesten möglichen Premierminister zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt belastet."

Am Dienstagabend hatten 99 Tory-Abgeordnete gegen verschärfte Corona-Regeln gestimmt. Johnsons Mehrheit beträgt 79 Mandate.

Hospitalisierung in Niedersachsen leicht gestiegen

15:01 Uhr: Trotz eines sinkenden Infektionsgeschehens haben die coronabedingten Krankenhauseinweisungen in Niedersachsen zugenommen. Der für die Bewertung der Pandemie-Situation maßgebliche Hospitalisierungsindex lag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes am Mittwoch bei 6,4, nachdem er am Dienstag noch bei 6,3 gelegen hatte.

Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen auf 100.000 Einwohner gerechnet mit einer COVID-19-Erkrankung neu in eine Klinik aufgenommen wurden. Die Auslastung der Intensivbetten in den niedersächsischen Krankenhäusern ging leicht von 10,6 auf 10,5 zurück.

Die Sieben-Tages-Inzidenz in Niedersachsen ging von 187,1 auf 178,6 zurück. Dieser Wert bezeichnet, wie viele Menschen von 100.000 Einwohnern sich innerhalb der vergangenen sieben Tage mit dem Virus infiziert haben. An neuen Infektionsfällen kamen am Mittwoch 2.684 hinzu, die Zahl der Toten stieg um 22 auf 6.616 Menschen.

Impfpflicht: Verfassungsschutz rechnet mit Radikalisierung

14:48 Uhr: Eine Corona-Impfpflicht könnte nach Einschätzung des sächsischen Verfassungsschutzpräsidenten Dirk-Martin Christian zu einer weiteren Radikalisierung von Impfgegnern führen. Die politisch diskutierte Pflicht werde als "Rechtfertigungsnarrativ für verleumderische und Gewalt-befürwortende Äußerungen instrumentalisiert", sagte Christian der Zeitung "Die Welt" (Mittwoch).

Schon jetzt beobachte der sächsische Verfassungsschutz einen deutlichen Anstieg der Gewalt bei Protesten gegen die Corona-Politik. "Akteure der Protestszene bewegen sich bereits seit Monaten überwiegend in geschlossenen virtuellen Kreisen."

Ähnlich hatte sich zuletzt Innenminister Roland Wöller (CDU) geäußert. "Wenn jetzt die Impfpflicht kommt, dann müssen wir damit rechnen, dass sich diese Radikalisierung noch mal eine Stufe weiterdreht", sagte er dem Fernsehsender Phoenix am Montag. Dass Sachsen auf die Hilfe anderer Bundesländer sowie der Bundespolizei zurückgreifen könne, sei hilfreich, um die Lage zu bewältigen.

Ärztepräsident über Auffrischungskampagne: "Da bleibt einem der Mund offen stehen"

14:38 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich fassungslos über den im nächsten Jahr absehbaren Mangel an Corona-Impfstoff für die Auffrischungskampagne gezeigt. "Wenn man das hört, bleibt einem der Mund offen stehen", sagte Reinhardt am Mittwoch im Deutschlandfunk. Es sei völlig unvorstellbar, dass die Logistik in einem Land wie Deutschland nicht funktioniere. "Ich bin etwas sprachlos angesichts der Nachricht."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Dienstag mitgeteilt, dass eine Inventur einen Mangel an Corona-Impfstoff für das erste Quartal 2022 ergeben habe. Reinhardt erklärte, nach einer Sichtung der Bestände und der Bestelldaten sei offensichtlich erkannt worden, dass der Impfstoff in den ersten Monaten des nächsten Jahres knapp werde, wenn man die Auffrischungsimpfungen plangemäß fortsetzen wolle.

Reinhardt räumte ein, dass sich die Empfehlungen zu den Impfabständen zuletzt mehrfach verkürzt hätten, so dass mehr Impfstoff in kürzerer Zeit gebraucht werde. Trotzdem sei es völlig unverständlich, dass man nach so vielen Monaten der Pandemie nicht in der Lage gewesen sei, genügend Impfstoff auf Halde zu legen.

Man könne sich eigentlich nicht vorstellen, dass der frühere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) davon nichts gewusst habe. Spahn hatte allerdings bereits angekündigt, mit Biontech/Pfizer in Verhandlungen über eine Vergrößerung der Liefermenge zu sein.

Als "Fehlentscheidung" bezeichnete der Ärztepräsident den Beschluss der Gesundheitsminister, Menschen mit einer Auffrischungsimpfung die Testpflicht zu erlassen. Dies sei auch wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante falsch.

Außerdem gebe es Impfdurchbrüche auch bei Menschen mit drei Impfungen. Diese zeigten aber oft gar keine Symptome. Wenn man Infektionsketten unterbrechen wolle, sei ein Verzicht auf Tests bei dieser Gruppe keine gute Idee. Außerdem könne er nicht erkennen, dass die Testkapazitäten schon ausgereizt seien.

Symptome bei Omikron-Infektion: Darauf müssen Sie sich gefasst machen

Über die Corona-Variante Omikron ist bislang wenig bekannt. Nun sind aber erste Symptome beobachtet worden. die sich von einer Erkrankung bei der Delta-Variante unterscheiden.

Union wirft Lauterbach bei Impfstoffen "politisches Manöver" vor

14:25 Uhr: Die Union hat Aussagen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu einem Mangel an Corona-Impfstoffen Anfang 2022 scharf kritisiert. Ein Blick auf die Fakten zeige, dass dies "ein durchsichtiges politisches Manöver ist, um die SPD von der Großen Koalition abzusetzen", erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Tino Sorge (CDU), am Mittwoch in einem Schreiben an seine Fraktionskollegen. Dies verunsichere die Bürger in einer ohnehin schon politisch angespannten Lage zusätzlich und ohne Not.

"Karl Lauterbach ruft Feuer, um dann Feuerwehr zu spielen – obwohl er weiß, dass es gar nicht brennt", heißt es in dem Schreiben Sorges. Es liegt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor, zuerst berichtete die "Welt" darüber.

Mit den Lieferungen für Dezember stehe genug Impfstoff zur Verfügung, "um den 34 Millionen geimpften Erwachsenen, für die eine Booster-Impfung noch aussteht, kurzfristig ein entsprechendes Angebot machen zu können". Dies gelte auch unabhängig davon, wie viel Impfstoff im ersten Quartal 2022 geliefert werde - nach aktuellem Stand seien dies bereits mehr als 16 Millionen Dosen von Biontech und Moderna pro Monat. Dies sei auch genug, um bei gut 12 Millionen ungeimpften Erwachsenen Erst- und Zweitimpfungen machen zu können.

Esken zu Impfskeptikern: "Leistung, seine Meinung zu revidieren"

13:59 Uhr: Vor dem Hintergrund der vielen Impfskeptiker in Deutschland hat SPD-Chefin Saskia Esken die Bereitschaft zum Umdenken bei Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich gelobt. Sie habe sich sehr gefreut, dass die meisten auf das Dazulernen von Kimmich mit Anerkennung reagiert hätten, sagte Esken am Mittwoch in der Generaldebatte im Bundestag. "Es ist doch beeindruckend, es ist eine Leistung, seine Meinung zu revidieren und zu sagen: Ja, vielleicht habe ich mich getäuscht", sagte Esken, die auch Abgeordnete ist.

Kimmich hatte sich zunächst nicht gegen Corona impfen lassen wollen, sich dann mit dem Virus infiziert und seine Haltung danach geändert. Esken sagte, Rechthaben und Rechtbehalten sei dieser Tage nicht einfacher geworden. "Manch eine, manche einer hat sich verirrt im Dickicht der wilden Geschichten über Corona." Familien zerbrächen, manche stünden der Wissenschaft skeptisch gegenüber. Esken sagte: "Bitte gebt euch einen Ruck und lasst euch impfen."

Ministerium arbeitet an Klärungen zu Impfstoff-Nachschub

13:27 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet nach eigenen Angaben an Klärungen zum Mehrbedarf an Corona-Impfstoff für Anfang kommenden Jahres. Eine Inventur habe ergeben, dass in den ersten drei Monaten vorerst deutlich weniger ausgeliefert werden könne als jetzt wöchentlich verimpft werde, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin.

Konkrete Angaben, wie groß die Lücke ist, machte er vorerst nicht. Er verwies auf noch laufende Bemühungen auf allen Kanälen, zusätzlichen Impfstoff zu beschaffen. Primär gehe es darum, die ersten Wochen im Januar vernünftig zu gestalten, aber auch das ganze erste Quartal.

Nähere Informationen will Minister Karl Lauterbach (SPD) demnach an diesem Donnerstag geben. Der neue Ressortchef hatte am Dienstag einen überraschenden Impfstoffmangel für das erste Quartal 2022 öffentlich gemacht, aber keine Zahlen genannt.

In den Planungen zusammengebracht werden sollen laut Ministerium nun weiterhin breit angelegte Auffrischimpfungen mit Blick auf die neue Omikron-Virusvariante, aber auch die beschlossene Impfpflicht für Personal in Pflegeheimen und Gesundheitseinrichtungen sowie eine mögliche allgemeine Impfpflicht.

Das Ministerium erläuterte, dass jetzt im Dezember einige Lieferungen vorgezogen worden seien. Am Jahresende noch vorhandener Impfstoff sei natürlich auch Anfang 2022 einzusetzen. Der Sprecher erklärte, dass eine Impfstoff-Lücke von bis zu 60 Millionen Dosen definitiv falsch sei. Über diese Größenordnung berichtete "Business Insider" unter Berufung auf interne Berechnungen des Ministeriums.

Erste zwei Omikron-Fälle in Litauen nachgewiesen

13:01 Uhr: Auch in Litauen ist die neuartige Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. "Wir haben zwei laborbestätigte Fälle", sagte Vizegesundheitsministerin Ausra Bilotiene-Motiejuniene am Mittwoch in Vilnius.

Demnach seien die beiden Fälle importiert worden. Insgesamt seien in dem baltischen EU-Land vier Personen positiv mit Verdacht auf die als besorgniserregend eingestufte Virusvariante getestet worden, sagte die der Agentur BNS zufolge.

Mittlerweile sind in etlichen Ländern - darunter auch Deutschland - Fälle der Variante aufgetaucht. Litauen ist nach Lettland das zweite Baltenstaat, in dem die Omikron-Variante nachgewiesen wurde.

Virologin warnt wegen Omikron vor überhöhten Erwartungen an Booster

12:31 Uhr: In Anbetracht der Omikron-Variante des Coronavirus warnt die Virologin Sandra Ciesek vor überhöhten Erwartungen an Booster-Impfungen. Auch eine Auffrischimpfung sei kein hundertprozentiger Schutz vor einer Infektion, sagte die Direktorin des Instituts für medizinische Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt am Mittwoch in einer Videoschalte.

Sie verwies auf Fälle von bereits geboosterten Menschen, die sich selbst infiziert und auch andere Personen angesteckt hätten. "Im Moment habe ich das Gefühl, dass vermittelt wird: Lassen Sie sich boostern und die Welt ist wieder gut. Das ist nicht so." Insbesondere bei Kontakt mit Risikogruppen sei Vorsicht geboten.

Experten nehmen an, dass der Schutz Geimpfter vor schwerer Erkrankung bei Omikron besser sein dürfte als der Schutz vor einer Ansteckung. Nach bisherigen Daten ist Omikron in Deutschland im Vergleich zur Delta-Variante noch selten. Angesichts der Erfahrungen anderer Länder wird aber eine sehr rasche Zunahme in den nächsten Wochen auch hierzulande befürchtet.

Krankenpflegerin wird nach Verbreitung von Corona-Falschinformationen freigestellt

12:08 Uhr: Eine Krankenpflegerin ist in Bayern wegen der Verbreitung von Falschinformationen zur Corona-Pandemie von ihren Aufgaben freigestellt worden. In einem Video, das am Montag in verschiedenen sozialen Netzwerken veröffentlicht worden war, behauptet die Krankenpflegerin unter anderem, dass es sich bei den meisten Corona-Patienten auf den Intensivstationen um Geimpfte handle und nicht um Ungeimpfte.

Zudem formulierte die Frau, die auch für die AFD im Stadtrat von Aschaffenburg sitzt, unbelegte Mutmaßungen zu angeblichen Nebenwirkungen, die kurz nach der Impfung auftreten würden. Sie selbst habe auch versucht, sich absichtlich mit Corona zu infizieren, was ihr aber einfach nicht gelingen wolle.

Allem Anschein nach entstand das rund acht Minuten lange Video bei einer Demonstration von Impfgegnern, die am Samstag in Aschaffenburg stattfand. Die Produzenten des Videos hatten bereits zuvor Videos für Vertreter der Querdenker-Bewegung gedreht.

Das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau, für das die Frau arbeitet, postete am Montag eine Stellungnahme zu den Videos, in welchem es sich "aufs Schärfste von den darin getätigten, befremdlichen Aussagen der Mitarbeiterin", distanziert. Weiter heißt es in dem Beitrag, dass die Frau bis auf Weiteres freigestellt worden sei und man weitere rechtliche Schritte gegen sie prüfe.

Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks (BR), teilte das Klinikum mit, dass man derzeit insgesamt 28 Corona-Patienten behandle. Von diesen befänden sich 13 auf der Intensivstation. Angaben dazu, ob Patienten geimpft seien oder nicht, wollte das Klinikum nicht machen.

Wie der BR weiter berichtet, habe aber Sebastian Lehotzki, Geschäftsführer der Klinik, bereits in der Vergangenheit vor dem Stadtrat von Aschaffenburg ausgesagt, dass insgesamt nur drei COVID-19-Patienten, die während der Pandemie auf der Intensivstation des Klinikums gelandet seien, geimpft gewesen seien. Insgesamt habe man im Verlaufe der Pandemie mehr als 100 Corona-Patienten intensivmedizinisch betreut.

Dass die Corona-Impfung das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs stark reduziert, ist unter Experten völlig unumstritten. Zudem zeigen Daten zur Pandemie deutlich, dass ungeimpfte Personen wesentlich öfter wegen einer COVID-19-Infektion auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Impfskeptiker argumentieren zudem oft mit weitreichenden Nebenwirkungen durch die Impfung und dass deren Langzeitfolgen noch nicht abzusehen seien.

Für beide Behauptungen gibt es aktuell keine wissenschaftlichen Belege. Schwere Nebenwirkungen nach einer Impfung wurden bislang nur in sehr seltenen Einzelfällen festgestellt. Thomas Merten, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) erklärte erst kürzlich, dass man sich in der Wissenschaft einig sei, dass spät auftretende Nebenwirkungen "nicht vorkommen, beziehungsweise eine extrem seltene Rarität bei einzelnen Impfstoffen" seien.

Klinikverband fordert Beschränkungen für Ungeimpfte - aber keinen Lockdown

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hält ein völliges Herunterfahren des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens vorerst nicht für nötig, um eine Überlastung der Kliniken in der Corona-Pandemie zu verhindern. "Ein Lockdown für alle ist in der jetzigen Situation zumindest aus unsere Sicht nicht erforderlich, aber konsequente Kontaktbeschränkungen insbesondere für die Ungeimpften", sagte der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Vorschaubild: picture alliance

Auffrischungsimpfung in Nordrhein-Westfalen nach vier Monaten möglich

11:48 Uhr: Zur Beschleunigung der Impfkampagne hat Nordrhein-Westfalen den Mindestabstand zwischen Zweit- und Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus auf vier Monate herabgesetzt. In kommunalen Impfangeboten können sich somit alle Menschen boostern lassen, deren Grundimmunisierung gegen das Virus mindestens vier Monate zurückliegt, erklärte das Landesgesundheitsministerium am Mittwoch. Empfohlen werde die Auffrischungsimpfung für alle volljährigen Geimpften jedoch nach mindestens fünf Monaten.

In Einzelfällen, bei denen eine frühere Auffrischungsimpfung aus medizinischen Gründen notwendig ist, darf auch nach einem Mindestabstand von vier Wochen eine Boosterimpfung verabreicht werden. Das sieht ein Erlass vom Montag vor. Dieses Intervall stelle jedoch "ausdrücklich keine Empfehlung, sondern eine absolute Untergrenze für Einzelfallentscheidungen" dar, erklärte das Ministerium.

Der Mindestabstand von vier Wochen orientiere sich an einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission, wonach etwa Menschen mit Immunschwäche, bei denen eine stark verminderte Impfantwort zu erwarten ist, früher ihre Auffrischungsimpfung erhalten können. Nachdem Medienberichte den Eindruck erweckt hatten, dass sich jeder in Nordrhein-Westfalen schon nach vier Wochen boostern lassen könne, präzisierte das Ministerium seine Vorgaben zu Auffrischungsimpfungen.

Wegen Corona: Junge Leute beginnen schneller mit dem Studium

11:19 Uhr: Die Corona-Pandemie hat sich auch auf den Bildungsweg junger Menschen ausgewirkt: Fast jeder zweite junge Mensch begann nach der Hochschulreife noch im gleichen Jahr mit dem Studium. Die sogenannte Übergangsquote von der Schule zur Hochschule erreichte 2020 mit 48 Prozent einen Höchststand, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

2019 hatte dieser Wert noch bei 43 Prozent gelegen. "Der aktuelle Höchstwert ist maßgeblich durch die Pandemie bedingt, in der andere Bildungswege wie der Start in eine Berufsausbildung sowie Freiwilligendienste oder Work-and-Travel-Programme erheblich erschwert waren", erklärten die Statistiker.

Heil: Mangel an Corona-Impfstoff "schwer irritierend"

10:30 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat deutliche Kritik an der Beschaffung von Corona-Impfstoff unter dem früheren Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geübt. Die Nachricht des neuen Ressortchefs Karl Lauterbach (SPD), dass für das nächste Jahr zu wenig Impfstoff zur Verfügung stehe, sei "schwer irritierend", sagte Heil am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin".

Da habe die Vorgängeradministration im Bundesgesundheitsministerium offensichtlich "nicht klar Schiff gemacht". Das müsse nun die neue Bundesregierung leisten. Heil war als Arbeitsminister selbst Teil der großen Koalition unter der Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

"Wir sind jetzt mit allen Kanälen, mit allen Mitteln dran, genug Impfstoff zu beschaffen", versicherte Heil. "Das müssen wir gemeinsam versuchen, in den Griff zu bekommen." Das mache Lauterbach als Minister nicht nur kommunikativ, sondern auch organisatorisch viel besser.

Er verwies darauf, dass die neue Regierung einen Krisenstab zur Organisation der Impfkampagne und ein Expertengremium zur Beratung eingesetzt habe. "Da sind jetzt endlich Strukturen geschaffen worden, damit wir Deutschland sicher durch diesen schwierigen Winter, durch die vierte Welle bringen."

Mit Blick auf die Personalausstattung in Krankenhäusern und der Pflege forderte der Arbeitsminister "grundlegende Konsequenzen". Mit der neuen Ampel-Koalition sei "da mehr möglich als mit der CDU". Heil forderte einen flächendeckenden Tarifvertrag in der Altenpflege und bessere Bezahlung in der Pflege insgesamt. "Es geht um Respekt, es geht um Anerkennung und es geht um Fachkräftesicherung", sagte Heil. Die Pflegekräfte hätten "die Schnauze voll von Applaus und warmen Worten".

Der ehemalige Gesundheitsminister Spahn hatte in der Vergangenheit erklärt, dass in diesem Jahr genug Impfstoff für alle Auffrisch-, Erst- und Zweitimpfungen zur Verfügung stehe. Er hatte aber auch schon davon gesprochen, etwa mit Biontech/Pfizer über eine Vergrößerung der Liefermengen zu verhandeln.

Lauterbach hatte am Dienstag mitgeteilt, dass eine Inventur einen Mangel an Corona-Impfstoff für das erste Quartal des nächsten Jahres ergeben habe. Er arbeitet nach eigenen Worten aber bereits daran, mehr Impfstoff zu organisieren. "Ich hoffe, dass ich da in den nächsten Tagen eine positive Botschaft übermitteln kann", sagte er am Abend in der ARD. Bemühungen liefen über alle Kanäle, auch direkt zu Unternehmen. "Wir müssen hier Geschwindigkeit gewinnen."

Von der Leyen: Am allerwichtigsten ist es, schnellstmöglich zu impfen

10:05 Uhr: Angesichts hoher Corona-Fallzahlen in Europa und der neuen Virusvariante Omikron hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eindringlich zum Impfen aufgerufen. "Am allerwichtigsten ist es jetzt, die Impfquoten in Europa so schnell wie möglich weiter hoch zu bringen. Und zwar in allen Altersgruppen, Kinder auch eingeschlossen", sagte die deutsche Politikerin am Mittwoch im Europaparlament in Straßburg. "Der Preis, den wir alle inzwischen für zu niedrige Impfquoten zahlen, wird ja immer höher."

Das gelte etwa für die Menschen im Gesundheitssystem und für die Wirtschaft. Es gelte aber auch für Ältere, die ihre Enkel an Weihnachten wieder nicht sehen könnten, und für Kinder, die wieder nicht zur Schule gehen könnten. "Mein Gott, was ist das für Lebens- und Freundeszeit, Lernzeit, die wir ihnen dadurch nehmen. Das heißt, ihnen allen sind wir es schuldig, dass sich alle impfen lassen."

Von der Leyen betonte: "Wie viele unter Ihnen macht es mich traurig, dass wir dieses Weihnachten wieder von der Pandemie überschattet sehen." Doch sie sei zugleich voller Zuversicht, weil man über die Kraft und die Mittel verfüge, die Pandemie zu überwinden.

Durch die hohen Fallzahlen - vornehmlich wegen der Delta-Variante - und die neue Omikron-Variante stehe man vor einer doppelten Herausforderung. Gegen Omikron sei eine Dreifachimpfung der beste verfügbare Schutz. Derzeit seien 66 Prozent der EU-Bevölkerung - mehr als 300 Millionen Menschen - vollständig geimpft. Zusätzlich hätten 62 Millionen Menschen eine Auffrischimpfung bekommen. Vor allem in Afrika sei die Impfquote noch zu niedrig. Deshalb bereite man ein spezielles Hilfspaket für den Kontinent vor.

Thüringen bleibt Negativ-Spitzenreiter bei Corona-Inzidenz

09:14 Uhr: Die Corona-Inzidenz in Thüringen ist etwas gesunken, der Freistaat bleibt aber der Negativ-Spitzenreiter unter den Bundesländern. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) lag die Inzidenz am Mittwoch bei 952,6 (Vortag: 984,1). Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen es je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gegeben hat. Bundesweit lag die Inzidenz am Mittwoch bei 353.

Sieben der bundesweit zehn am stärksten betroffenen Regionen liegen in Thüringen. Die höchste Inzidenz wies am Mittwoch der Landkreis Hildburghausen mit 1690,2 (Vortag: 1442,2) aus. Sieben weitere thüringische Landkreise wiesen vierstellige Inzidenz-Werte auf.

Am Mittwoch wurden in Thüringen 27 neue Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise sind im Freistaat 5.428 Corona-Patienten gestorben.

Eintracht-Chef will vor Stadien impfen lassen: "Zack, zack, zack"

08:36 Uhr: Präsident Peter Fischer (65) von Eintracht Frankfurt will am Rande der Bundesliga-Spiele vor den Stadien im großen Stil gegen das Coronavirus impfen lassen.

Sein "Aufruf an die neuen Entscheider in Berlin lautet" demnach: "Bindet jeden Bundesligaverein in eure Impfkampagne ein. Jeder Klub kann jedes Wochenende, wenn Zehntausende in die Stadien strömen, jeden impfen", sagte Fischer in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Das ist kein Problem."

Jeder Klub bekomme "das organisatorisch ohne Schwierigkeiten auf die Reihe, denn wir sind es gewohnt, Massenveranstaltungen in geordnete Bahnen zu lenken", sagte Fischer: "Wir bei der Eintracht können auf den Flächen vor dem Stadion Zelte errichten und Impfstraßen aufbauen, sodass wir im Eiltempo die Leute mit den Vakzinen versorgen können. Dann geht es jeden Samstag oder Sonntag mit den Spritzen zack, zack, zack! Gebt uns den Impfstoff, dann legen wir alle sofort los."

Fischer glaubt, mit seinem Vorschlag "mit Sicherheit eine ganze Menge Menschen" zu erreichen, "denen wir, die 18 Bundesligavereine, ein Impfangebot unterbreiten könnten, um so einen Beitrag zu leisten, Corona in den Griff zu bekommen."

CSU-Politiker kritisiert Testbefreiung nach Booster-Impfung

07:28 Uhr: Der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger hat die von Bund und Ländern angekündigten Lockerungen für Geimpfte und Genesene mit Booster-Impfungen angesichts einer drohenden neuen Infektionswelle mit der Omikron-Variante des Coronavirus kritisiert.

"Es wäre unvorsichtig, schon jetzt die 2G-Plus-Regel aufzuweichen, wenn wir kaum wissenschaftliche Erkenntnisse noch optimierten Impfschutz haben", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen".

Pilsinger kritisierte, dass der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach "Begrüßungsgeschenke zu seinem Amtsantritt verteilen will". Dies sei angesichts der "sehr angespannten Corona-Lage wirklich riskant", erklärte Pilsinger.

"Wir müssen jetzt nochmal Geduld aufbringen bis zum Frühjahr, wenn die Infektionszahlen sowieso nach unten gehen und wir da klarere wissenschaftliche Erkenntnisse auch zur Omikron-Variante haben", forderte Pilsinger.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern - darunter auch Pilsingers Parteifreund und Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek - hatten am Dienstag beschlossen, dass Menschen mit einer Booster-Impfung im Regelfall von einer Testpflicht befreit werden sollen.

Kritik an der Maßnahme hatte auch die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge geäußert. Sie sprach sich im "Handelsblatt" für Schnelltests auch nach der Booster-Impfung aus.

Mediziner: Nutzung der Notfallreserve hat Folgen für andere Patienten

06:59 Uhr: Sollten die Intensivstationen in Deutschland in großem Umfang auf ihre Notfallreserve zurückgreifen müssen, hätte dies laut Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) Folgen für einen Großteil der anderen zu behandelnden Patienten.

Andere Behandlungen müssten dann weitgehend verschoben werden, teilte der Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß mit. Die für die Notfallreserve benötigten zusätzlichen Pflegekräfte stünden für die Behandlung anderer Patienten auf den Normalstationen nicht mehr zur Verfügung, sagte Gaß.

Als sogenannte Notfallreserve melden die Kliniken ihre Kapazitäten an Intensivbetten und Mitarbeitern, die sie bei dringendem Bedarf innerhalb von sieben Tagen zusätzlich einsetzen können. Die Angaben beruhen auf täglichen Meldungen der einzelnen Intensivstationen.

Der Mindeststandard dafür ist laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) ein Bett, ein Beatmungsgerät, Sauerstoff, ein Monitor und Geräte zur Medikamentengabe.

Ob die Notfallreserve aktiviert wird und in welchem Umfang das geschieht, entscheiden die Kliniken laut Gaß etwa auch in Absprache mit umliegenden Krankenhäusern selbst.

Italien weitet Corona-Impfpflicht aus

05:58 Uhr: In Italien gilt ab dem heutigen Mittwoch eine erweiterte Corona-Impfpflicht. Das Personal an Schulen, in der Verwaltung des Gesundheitsbereichs, bei der Polizei, dem Militär und den Rettungskräften muss sich gegen COVID-19 immunisieren, um zur Arbeit gehen zu dürfen.

Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte sich Ende November auf die Erweiterung geeinigt. Bislang galt die Impfpflicht lediglich beim Gesundheitspersonal.

Die Belegschaft in den Krankenhäusern braucht mit der Ausweitung nun die Booster-Impfung. Mit dem Ablauf der Corona-Impfzertifikate nach neun Monaten ist auch für die übrigen zur Impfung verpflichteten Arbeitnehmer eine Auffrischung notwendig. Eine Ausnahme gilt lediglich für Menschen, für deren Gesundheit die Impfung nachweislich eine Gefahr bedeuten würde.

Wer sich nicht an die Impfpflicht hält, muss mit einer Suspendierung und Lohnverzicht rechnen. Wer ungeimpft arbeitet, dem droht außerdem eine Geldstrafe zwischen 600 und 1.500 Euro. Für Kontrollen zur Einhaltung der neuen Regeln sind die Führungskräfte der jeweiligen Einrichtungen zuständig. Geschieht das nicht, droht ebenfalls eine Strafe zwischen 400 und 1.000 Euro.

Italiens Regierung hatte bereits am 6. Dezember in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens die 2G-Regel eingeführt. Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann seitdem beispielsweise nicht mehr innen in Restaurants essen, in Diskotheken oder ins Fußballstadion gehen.

Im öffentlichen Personennahverkehr trat außerdem die 3G-Regel in Kraft. Ab Mitte Dezember sollen sich außerdem Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren gegen COVID-19 immunisieren lassen können.

Schärfere Impfregeln greifen in Frankreich - Kinderimpfung beginnt

05:25 Uhr: In Frankreich müssen Menschen ab 65 Jahren von Mittwoch an zum Großteil über eine Auffrischimpfung verfügen, damit sie weiter als vollständig geimpft gelten und ihr Corona-Pass gültig bleibt. Die Verschärfung greift, wenn die letzte Impfdosis sieben Monate oder länger zurückliegt.

Nur mit dem Gesundheitspass, einem Nachweis von Impfung, Genesung oder Corona-Test, können die Menschen in Frankreich Restaurants und Veranstaltungen besuchen oder per Flugzeug oder Fernzug verreisen. Nach dem Verstreichen der Frist können Betroffene bis zur Booster-Impfung jeweils einen Test machen, wenn sie einen 3G-Nachweis benötigen.

Seit Anfang September bereits können Menschen ab 65 Jahren in Frankreich eine Auffrischimpfung erhalten. In den Impfzentren können sie seit kurzem auch ohne Termin für eine Impfung vorbeikommen. 14,4 Millionen Menschen in Frankreich haben inzwischen eine Auffrischimpfung erhalten.

Für Menschen ab 18 Jahren greift die Notwendigkeit zur Auffrischimpfung für den Corona-Pass am 15. Januar, ebenfalls vorausgesetzt, die letzte Impfung liegt sieben Monate oder länger zurück.

Ebenfalls ab Mittwoch beginnt in Frankreich die Corona-Schutzimpfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Impfberechtigt sind zunächst Kinder mit Vorerkrankungen und solche, die mit geschwächten Menschen zusammenleben. Für die übrigen Kinder dieser Altersgruppe wird die Möglichkeit zu einer freiwilligen Impfung im Laufe der kommenden Tage erwartet.

Die Corona-Lage hat sich in Frankreich in den vergangenen Wochen verschlechtert. Die Sieben-Tage-Inzidenz, das heißt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche, lag zuletzt bei gut 500.

Kinderärzte: Ohne Vorerkrankung auf Omikron-Impfstoff warten

05:01 Uhr: Je nach Alter und Gesundheit ihrer Kinder können Eltern aus Sicht des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte auf einen womöglich ab dem Frühjahr verfügbaren Omikron-Impfstoff warten.

"Gesunden Kindern zwischen fünf und elf Jahren empfehlen wir die Impfung wegen des Restrisikos noch unbekannter seltener Nebenwirkungen ohnehin zunächst nicht generell", sagte Verbandssprecher Jakob Maske der Deutschen Presse-Agentur.

"Daher plädieren wir in dem Fall auch dafür, erst einmal abzuwarten." Bei einem Kind ab einem Alter von 12 Jahren hingegen könne man auf jeden Fall anfangen zu impfen. "Da würde ich nicht auf einen Omikron-Impfstoff warten", sagte Maske.

Für die Altersgruppe ab 12 Jahren gibt es schon länger eine generelle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Bei den kleineren Kindern rät die Stiko hingegen bisher nur zur Corona-Impfung, wenn sie bestimmte Vorerkrankungen oder Menschen mit hohem Corona-Risiko in ihrem Umfeld haben.

Auf Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung kann aber trotzdem jedes Kind geimpft werden. Von dieser Woche an soll ein schwächer dosierter Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige in Deutschland zum Einsatz kommen können.

Wegen der stark mutierten Omikron-Variante, die in mehreren Ländern zunehmend Infektionen hervorruft, haben Impfstoffhersteller angekündigt, an angepassten Vakzinen zu arbeiten. Bisher ist aber noch nicht sicher, ob diese auch tatsächlich nötig werden.

Biontech hatte auch angekündigt, dass ein neuer Impfstoff bei einem etwaigen Anlaufen der Produktion im März auch nicht gleich massenhaft zur Verfügung stehen würde.

Städtebund für Durchgreifen bei radikalisierten Corona-Protesten

04:05 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund hat ein hartes Durchgreifen bei radikalisierten Gegnern der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie angemahnt. "Wir müssen an die Köpfe der Hassbotschaften heran", sagte Städtebund-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post" (Mittwoch).

Er forderte eine intensivere Beobachtung der Szene durch den Verfassungsschutz. "Sie können nicht mal eben ein paar Hundert Bundespolizisten in kleine Orte wie Freiberg entsenden. Die Spontanität der Proteste erschwert die polizeiliche Arbeit. Wir haben hier eine ganz neue Dimension der Radikalisierung. Der Verfassungsschutz muss diese Gruppen viel intensiver beobachten."

Landsberg warnte, viele Bürgermeister fühlten sich nicht immer ausreichend vor radikalisierten Bürgern geschützt. "Wir müssen aufpassen, dass Kommunalpolitiker nicht zunehmend aufgeben in dieser teils aufgeheizten Situation."

Politiker, Polizei und Verfassungsschützer hatten sich zuletzt besorgt gezeigt über eine Radikalisierung insbesondere unter ohnehin schon extremistischen Protestierenden. Nach Einschätzung von Experten mischen bei den Protesten rechtsextreme Gruppen mit, die seit Jahren auch gegen Migration und staatliche Strukturen mobilisieren. Bei solchen Protesten waren in den vergangenen Wochen wiederholt auch Journalisten beschimpft und attackiert worden.

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.

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