• 19:30 Uhr: Lauterbach schlägt Alarm: Brauchen mehr Impfstoff für Booster-Kampagne
  • 18:40 Uhr: ➤Extra-Tests nach Auffrischimpfung sollen vorerst meist wegfallen
  • 16:38 Uhr: Zahl der Sterbefälle im November 20 Prozent über Vorjahresschnitt - Corona nicht alleiniger Grund
  • 14:57 Uhr: Kretschmann: Rechtsradikale Corona-Demonstranten sind "Aasgeier der Pandemie"
  • 13:07 Uhr: Immunologen gegen Boostern für alle schon nach vier Wochen
  • 10:31 Uhr: China schickt wegen ein paar Dutzend Corona-Fällen 540.000 Menschen in Quarantäne
  • 05:35 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 375,0
  • 05:12 Uhr: Lauterbach kündigt stärkeren Einbezug von Wissenschaft bei Corona-Maßnahmen an

➤ Lauterbach schlägt Alarm: Brauchen mehr Impfstoff für Booster-Kampagne

19:30 Uhr: Für die weitere Booster-Impfkampagne Anfang kommenden Jahres fehlen nach Angaben des neuen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach ausreichende Mengen an Impfstoff. "Wir haben einen Impfstoffmangel für das erste Quartal", sagte der SPD-Politiker den ARD-Tagesthemen am Dienstagabend. Dies habe in einer vorgenommenen Impfstoff-Inventur viele überrascht. "Mich auch", sagte Lauterbach.

Der Minister arbeitet nach eigenen Worten bereits daran, den Mangel zu beseitigen. «Ich hoffe, dass ich da in den nächsten Tagen eine positive Botschaft übermitteln kann.» Bemühungen liefen über alle Kanäle, auch direkt zu den Unternehmen, es müsse aber alles EU-konform sein. "Wir müssen hier Geschwindigkeit gewinnen."

Die weiteren Corona-News vom 14. Dezember

Extra-Tests nach Auffrischimpfung sollen vorerst meist wegfallen

18:40 Uhr: Für Geimpfte mit «Booster»-Auffrischimpfung sollen zusätzliche Testpflichten bei Corona-Zugangsregeln weitgehend wegfallen - vorerst bis zu einer Überprüfung der Maßnahme nach spätestens zwei Monaten. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, wie der Vorsitzende der Länderminister, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, am Dienstag in München sagte. Einige Länder gehen schon so vor. Außerdem soll beim Zutritt zu medizinischen und Pflege-Einrichtungen zum Schutz der dortigen besonders verwundbaren Menschen weiterhin auch von «Geboosterten» zusätzlich ein negatives Testergebnis verlangt werden.

Die Erleichterungen sollen spätestens nach zwei Monaten bewertet und gegebenenfalls entsprechend der Lagedynamik angepasst werden, sagte Holetschek. Konkret geht es um Corona-Regeln nach dem Modell 2G plus - also, wenn bei Zugang nur für Geimpfte und Genesene (2G) auch von ihnen noch ein Test verlangt wird. 2G gilt nach den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen unter anderem für Gaststätten, Freizeit- und Kultureinrichtungen - ergänzend können auch noch 2G-plus-Vorgaben dazu kommen. Holetschek erläuterte, dass eine Befreiung davon 15 Tage nach der Booster-Impfung greifen könne.

Brandenburg verschärft Corona-Regeln - Clubs und Diskos wieder zu

16:56 Uhr: Brandenburg führt wegen der steigenden Belastung der Krankenhäuser teils schärfere Corona-Regeln ein als von Bund und Ländern vereinbart. Clubs und Diskotheken werden ab Mittwoch unabhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen geschlossen. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in Potsdam. Bars müssen nicht zumachen, wenn dort nicht getanzt wird. Für private Treffengilt eine Obergrenze von 50 Menschen drinnen und 200 Menschen draußen - jeweils nur geimpft oder genesen, unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz. Großveranstaltungen wie Bundesliga-Spiele oder Konzerte mit mehr als 1000 Besucherinnen und Besuchern sind künftig verboten.

Die 2G-Regel mit Zutritt für Geimpfte und Genesene im Einzelhandel, in Gaststätten, Theatern und Kinos gilt weiter, wird allerdings um eine Maskenpflichterweitert. Maske muss auch in Bahnhöfen und Flughäfen getragen werden. Von 2G sind Kinder unter 14 Jahren künftig ausgenommen, bisher waren es Kinder unter 12 Jahren.

Für Versammlungen gilt ab Mittwoch im Freien eine Obergrenze von 1000 Teilnehmern - bei Maskenpflicht und Mindestabstand; drinnen darf die jeweilige Kapazitätsgrenze nur bei Einhaltung des Mindestabstands ausgeschöpft werden. Für Verstöße gegen Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht bei Demonstrationen drohen Bußgelder bis zu 500 Euro. Die nächtliche Ausgangsbeschränkung für Ungeimpfte in Hotspot-Regionen wird verlängert. Die neuen Regeln sind zunächst bis 11. Januar in Kraft.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) appellierte an die Verantwortung aller Bürger, den Menschen auf den Intensivstationen beizustehen, die um ihr Leben kämpfende Patienten helfen. "Ich persönlich fürchte, dass diese Herausforderungen in den kommenden Tagen und Wochen noch deutlich größer werden." Die Lage in den Krankenhäusern wird jeden Tag angespannter. Der Anteil der Covid-19-Patientinnen und -Patienten an den Intensivbetten im Land stieg auf 28,3 Prozent.

Zahl der Sterbefälle im November 20 Prozent über Vorjahresschnitt - Corona nicht alleiniger Grund

16:38 Uhr: Die Zahl der Sterbefälle in Deutschland hat im November um 20 Prozent über dem mittleren Wert der Vorjahre gelegen. Im vergangenen Monat starben 92.295 Menschen und damit 15.612 mehr als im Median des Novembers der Jahre 2017 bis 2020, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Berufung auf eine Hochrechnung mitteilte. In der 48. Kalenderwoche vom 28. November bis zum 5. Dezember lag die Zahl der Sterbefälle demnach sogar um 28 Prozent höher.

Die beim Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion erklärten den Anstieg aber nur zum Teil. Es seien dafür mehrere Ursachen denkbar. So könnten unerkannte COVID-19-Todesfälle der Grund sein oder die zeitliche Verschiebung von Sterbefällen innerhalb eines Jahres infolge der zum Jahresbeginn ausgefallenen Grippewelle. Möglicherweise würden sich auch die Folgen wegen der Corona-Pandemie verschobener Operationen und Vorsorgeuntersuchungen zeigen. Derzeit lasse sich der Beitrag einzelner Effekte nicht beziffern.

Nach Bundesländern differenziert lassen sich die Sterbefallzahlen den Statistikern zufolge bis zur 45. Kalenderwoche vom 8. bis zum 14. November abbilden. In dieser Woche habe in 15 der 16 Bundesländer die Sterberate über dem mittleren Wert der Vorjahre gelegen. Am höchsten war mit einem Plus von 43 Prozent die Abweichung in Thüringen, gefolgt von Sachsen mit einem Plus von 37 Prozent und Bayern mit einem Plus von 30 Prozent. Nur in Bremen lagen die Sterbefallzahlen demnach im Bereich der Vorjahre.

Die Übersterblichkeit sei damit in den Bundesländern am größten, in denen auch das Infektionsgeschehen am ausgeprägtesten war. In Thüringen, Sachsen und Bayern erklärten die bisher vom RKI gemeldeten Todesfälle jedoch nur etwa zur Hälfte die Übersterblichkeit.

Schottlands Regierungschefin ruft Menschen zu Kontaktbeschränkungen auf

16:10 Uhr: Wegen der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante hat Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon die Menschen in dem britischen Landesteil dazu aufgerufen, ihre sozialen Kontakte während der Festtage auf drei Haushalte zu beschränken. Die Politikerin der Schottischen Nationalpartei SNP betonte, es gehe nicht darum, Weihnachten abzusagen und es handle sich auch nicht um ein Verbot. Angesichts eines "exponentiellen Anstiegs" an Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus sei es aber vernünftig, Feierlichkeiten so klein wie möglich zu halten.

In Schottland wurden bislang 296 bestätigte Fälle von Omikron-Infektionen registriert. Zwei Menschen, die mit der Variante infiziert sind, müssen im Krankenhaus behandelt werden.

WHO: Corona-Infektionszahlen in Afrika steigen - Plus von 83 Prozent

15:29 Uhr: Die Zahl der erfassten Corona-Infektionen in Afrika hat im Wochenvergleich um 83 Prozent zugenommen. In der vergangenen Woche wurden 196.000 neue Fälle gemeldet - im Vergleich zu 107.000 Neuinfektionen in der Vorwoche. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag mit. Während die Infektionszahlen vor allem in Südafrika so rapide ansteigen wie nie zuvor, sei man "vorsichtig optimistisch", dass die vierte Welle in Afrika weniger Todesfälle und weniger schwere Krankheitsverläufe mit sich bringen werde, sagte Matshidiso Moeti, Afrika-Regionaldirektorin der WHO.

Südafrika hatte Ende November als eines der ersten Länder weltweit die neue Coronavirus-Variante festgestellt, die von der WHO kurz darauf den Namen Omikron erhielt und als "besorgniserregend" eingestuft wurde. Mittlerweile ist die Variante in 57 Ländern weltweit nachgewiesen worden.

Bei den in Südafrika stationär eingewiesenen Corona-Patienten handele es sich mittlerweile immer um ungeimpfte Erwachsene, sagte Flavia Senkubuge, Professorin für öffentliche Gesundheit an der Universität Pretoria. Die durchschnittliche Zeit in stationärer Behandlung habe sich auf vier bis fünf Tage verkürzt. Während der vorherigen dritten Welle im Land seien die Patienten im Schnitt neun Tage im Krankenhaus gewesen. Weshalb die derzeitige Infektionswelle zu weniger schweren Krankheitsverläufen führe, sei unklar, sagte Senkubuge. So könnte bereits Immunität durch eine vorherige, unerkannte Erkrankung vorliegen oder es sich um eine weniger aggressive Virusform handeln, so Senkubuge.

Kretschmann: Rechtsradikale Corona-Demonstranten sind "Aasgeier der Pandemie"

14:57 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält Demonstranten, die Corona-Proteste zur Diffamierung staatlicher Institutionen nutzen, für "Für Aasgeier der Pandemie". Dieser Begriff sei für Rechtsextreme, denen die Pandemie nur ein willkommener Anlass sei, um gegen den Staat zu hetzen, "eine gute Charakterisierung", sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart vor Journalisten.

Der Ministerpräsident griff damit eine Formulierung des CDU-Fraktionschefs im baden-württembergischen Landtag, Manuel Hagel, auf. Dieser hatte den AfD-Abgeordneten vorgeworfen, sie seien die "politischen Aasgeier der Pandemie". Bei bürgerlichen Impfgegnern sei die Verweigerung dagegen oft eine Frage der Weltanschauung, sagte Kretschmann. Er wisse aus eigener Erfahrung, dass Argumente hier nichts nützten.

Kretschmann sprach sich trotz der jüngsten Proteste weiter für eine Impfpflicht aus. Er habe die Hoffnung, diese könne mittelfristig befriedend wirken - "vor allem, weil wir mit einer Impfpflicht die Pandemie beenden können", aber auch, weil eine Pflicht "moralisch entlaste", sagte Kretschmann.

Nach Zahlen des Sozialministeriums sind in Baden-Württemberg zehn bis 15 Prozent der Bürger vehemente Impfgegner. Die übrigen Ungeimpften seien durch ein Pflicht zu Impfung zu bewegen. Kretschmann nannte die momentane Quote von Erstimpfungen in seinem Land von 70,1 Prozent "deprimierend".

NRW-Karnevalsverbände sagen Sitzungen und Partys coronabedingt ab

13:41 Uhr: Angesichts der kritischen Coronalage haben die nordrhein-westfälische Landesregierung und die Karnevalsveranstalter Sitzungen und Partys in engen Innenräumen für die laufende Session abgesagt. "Die Landesregierung und organisierter Karneval sind sich einig: Sicherheit und Gesundheit haben oberste Priorität", sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Dienstag nach einem digitalen Austausch mit den Karnevalsverbänden. Massenveranstaltungen seien im kommenden Frühjahr selbst unter 2G-Bedingungen nicht zu verantworten.

Gerade in Zeiten von harten Entbehrungen, in denen "viele Menschen auch nicht die Kontakte haben, die wir alle eigentlich zum Leben brauchen", wäre es eigentlich wichtig gewesen, Karneval zu feiern, sagte Wüst. "Und auch die Funktion, der Politik, dem Staat, den Autoritäten den Spiegel vorzuhalten, wäre jetzt wichtig", fügte der Ministerpräsident hinzu.

Angesichts des Infektionsgeschehens, der hohen Belastung der Kliniken und der großen Unsicherheit durch die Omikron-Variante könne der Karneval jedoch nicht wie gewohnt stattfinden. Es sei nicht zu erwarten, dass sich die Lage bis zum Aschermittwoch "grundlegend" ändert. Bereits in der vergangenen Session hatte es wegen der Pandemie keine Großveranstaltungen gegeben.

Immunologen gegen Boostern für alle schon nach vier Wochen

Eine Booster-Impfung schon nach vier Wochen macht aus Sicht von Immunologen wenig Sinn. In Nordrhein-Westfalen ist eine dritte Impfung gegen das Coronavirus nach einem Erlass der Landesregierung künftig wohl bereits nach einem Monat möglich. Manche Politiker fordern bereits, diesen Weg auszuweiten. Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie sieht das kritisch: Vier Wochen nach der Zweitimpfung seien bestimmte immunologische Prozesse noch nicht abgeschlossen. Der Booster wirke dann viel schlechter.

"Die Politik hat hier zwei Dinge vermischt, die nicht vermischt werden dürfen", sagte Prof. Carsten Watzl (Dortmund), Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der Deutschen Presse-Agentur. Das eine ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, manche Menschen schon nach vier Wochen zu boostern. "Das bezieht sich aber nur auf Menschen mit geschwächtem Immunsystem, die auf die ersten beiden Impfungen nicht oder kaum reagiert haben", erklärte der Immunologe. "Mit der dritten Impfung wird deren Immunität nicht geboostert - ich muss sie erst einmal herstellen."

"Bei allen anderen - und das ist die Mehrheit - möchte ich mit der dritten Impfung eine Verstärkung der Immunität erreichen", sagte Watzl. "Dafür müssen bestimmte Prozesse erst abgeschlossen sein." Es müssten sich ausreichend antikörperproduzierende Plasmazellen und T-Zellen gebildet haben, manche müssten in Gedächtniszellen umgewandelt werden, andere ins Knochenmark wandern. "Das sind Prozesse, die nach vier Wochen noch nicht abgeschlossen sind."

Aus immunologischer Sicht seien vier Monate das Minimum, sagte Watzl. "Wenn ich dann ein drittes Mal impfe, hat der Körper die Zellen, die am besten auf den Erreger zugeschnitten sind, bereits ausgebildet - und die möchte ich noch mal verstärken. Damit ist die Immunität viel besser als wenn ich nach vier Wochen erneut impfe." Die Entscheidung sei vermutlich aus Angst vor Omikron gefallen, sagte Watzl, hält das aber "für nicht zielführend. Was zielführender wäre, wäre jetzt noch mal die Rate der Erst- und Zweitimpfungen zu steigern."

Auch die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Prof. Christine Falk (Hannover), hält eine Verkürzung für falsch. "Aus immunologischer Sicht sind vier Wochen Abstand zu der dritten Impfung zu früh", sagte Falk der Deutschen Presse-Agentur. Das Immunsystem sei dann noch mit der "Reifung" zugange. "Dabei werden vor allem die Antikörper noch einmal verbessert - wie bei der Reifung eines guten Weines".

"Wenn man diesen Vorgang zu früh durch eine dritte Impfung mit der Verabreichung des Antigens beschäftigt, stört das den Reifungsprozess eher, als dass es ihn unterstützt." Außerdem seien die Antiköperspiegel nach vier Wochen auf dem höchsten Niveau - "daher bringt eine dritte Impfung zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht so viel", sagte Falk. Es sei besser, die Ressourcen dafür einzusetzen, um Menschen zu boostern, deren Zweitimpfung mehr als sechs Monate zurückliege oder für Risikogruppen.

Bayern befreit Geimpfte nach Booster von 2G-plus-Testpflicht

13:37 Uhr: Geimpfte, die eine Auffrischungsdosis bekommen haben, sind in Bayern künftig in weiten Bereichen von zusätzlichen Testpflichten befreit. In Bereichen, in denen Zugangsregeln nach dem Modell 2G plus gelten (gegen Corona geimpft oder genesen und zusätzlich getestet) entfällt nach dem sogenannten Booster also der verpflichtende zusätzliche Test. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) anschließend sagte. Die Booster-Impfung ersetze den Test, sagte er. Greifen solle dies 15 Tage nach der Auffrischungsimpfung. Ausgenommen seien aber etwa Alten- und Pflegeheime - dort bleibt es also weiter bei der Testpflicht.

An Dienstagnachmittag wollten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern dies auch bundeseinheitlich so beschließen - konkret umsetzen müssen es aber die Länder. Einzelne Bundesländer verfahren bereits so.

Versichertendaten zeigen geringere Impfwirksamkeit bei Omikron

13:30 Uhr: Eine vorläufige Auswertung der südafrikanischen Krankenversicherungsgruppe Discovery weist auf einen merklich verminderten Impfschutz bei der Corona-Variante Omikron hin. Der Schutz vor Ansteckung sinke auf 33 Prozent, verglichen mit 80 Prozent bei der zuvor kursierenden Delta-Variante, teilte die Gruppe am Dienstag mit.

Ausgewertet wurden Fälle nach doppelter Impfung mit dem Präparat von Biontech/Pfizer. Die Wirksamkeit mit Blick auf eine schwere Erkrankung ist demnach von 93 Prozent auf 70 Prozent reduziert. Allerdings fehlten wichtige Angaben zur Auswertung, etwa zur Zahl ausgewerteter Fälle.

Am Wochenende hatten bereits britische Experten berichtet, dass der Impfschutz bei Omikron Daten aus einer Bevölkerungsstudie zufolge bei den Corona-Impfstoffen von Biontech und Astrazeneca merklich vermindert ist. Eine Auffrischungsimpfung hebt den Schutz vor symptomatischer Infektion wieder an, wie die Forscher um Nick Andrews von der UK Health Security Agency (UKHSA) in der noch nicht von Fachkollegen geprüften Studie berichten. Die Forscher betonen auch, dass die Ergebnisse unter anderem aufgrund der noch geringen Zahl von Ansteckungen mit der Omikron-Variante mit Vorsicht zu interpretieren seien.

Die Auswertung der Daten ergab, dass der Schutz vor symptomatischer Infektion mit Omikron 15 Wochen nach der zweiten Dosis Biontech auf 34 Prozent sinkt. Menschen, die mit zwei Dosen des Astrazeneca-Präparats geimpft worden waren, hatten keinen Schutz mehr vor symptomatischer Infektion. Zwei Wochen nach einer Booster-Impfung stieg die Schutzwirkung bei beiden Präparaten auf über 70 Prozent. Bei der Delta-Variante sank der Impfschutz ab der 25. Woche nach der zweiten Dosis auf knapp 42 Prozent (Astrazeneca) beziehungsweise auf 63,5 Pozent (Biontech). Eine Auffrischungsimpfung ließ den Schutz auf über 90 Prozent steigen.

Die Ergebnisse der Forscher weisen in die gleiche Richtung wie zuvor vorgestellte Ergebnisse erster Laboruntersuchungen. Die Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt hatte etwa nach entsprechenden Tests berichtet, dass die Antikörperantwort gegen Omikron im Vergleich zur Delta-Variante drastisch reduziert sei - sie sei bis zu 37-fach geringer. Auch die Unternehmen Biontech und Pfizer hatten mitgeteilt, dass vorläufigen Ergebnissen zufolge zwei Dosen ihres Impfstoffes nicht ausreichend vor einer Infektion mit Omikron schützen.

Modehandel fordert sofortige Abschaffung von 2G-Regelung

11:50 Uhr: Der Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren (BTE) hat eine "sofortige Abschaffung der 2G-Beschränkungen" im Modehandel gefordert. Der BTE-Präsident Steffen Jost sagte am Dienstag, dadurch, dass nur noch Geimpfte und Genesene in die Läden dürften, hätten sich die Besucherzahlen an den betroffenen Standorten nahezu halbiert. Der stationäre Handel gerate dadurch in eine "dramatische, vielfach existenzbedrohende Situation".

Die 2G-Regelung im Modehandel sei ein "sinnloses Bauernopfer", mit dem die Politik Handlungsfähigkeit demonstrieren wolle, ohne dass damit irgendetwas im Kampf gegen die Pandemie gewonnen werde, sagte Jost. Denn das Einkaufen in den Innenstädten sei dank der Hygienekonzepte und der Maskenpflicht sicher.

Falls sich eine sofortige Abschaffung der 2G-Beschränkungen nicht realisieren lasse, müsse dem Handel zumindest das Leben damit erleichtert werden, verlangte Jost - etwa, indem die Kontrollen auf Stichproben beschränkt würden oder durch eine "Bändchenregelung". Dabei wird jeder Kunde nur einmal auf 2G kontrolliert und erhält dann ein Bändchen, mit dem er an diesem Tag Zutritt zu allen Geschäften hat. Außerdem müssten die Kosten der Kontrollen dem Handel vollständig ersetzt werden.

Der Vizepräsident des BTE und Globetrotter-Geschäftsführer Andreas Bartmann berichtete, das die Beschäftigen des Handels bei den 2G-Kontrollen oft an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gelangten. "Wenn Ungeimpften der Zutritt verwehrt wird, sind Beleidigungen an der Tagesordnung. Die Aggressivität nimmt massiv zu", berichtete er. Teilweise würden Mitarbeiter bei den Kontrollen bespuckt.

Auch Jost sprach von großer Angst bei den Beschäftigten wegen aggressiver Kunden. "Unsere Mitarbeiter sind keine Hilfspolizisten und können solche hoheitlichen Aufgaben nicht übernehmen", sagte er.

Der BTE rechnet damit, dass die Umsätze im stationären Modehandel in diesem Jahr mit 35 Milliarden Euro noch einmal um 5 Prozent niedriger ausfallen werde als im Coronajahr 2020. Zum Vergleich: im Vorkrisenjahr 2019 lagen die Umsätze noch bei 50 Milliarden Euro.

Rund 603.000 Boosterimpfungen am Montag verabreicht - nur 47.000 Erstimpfungen

11:18 Uhr: Knapp 700.000 Menschen in Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Montag gegen das Coronavirus geimpft worden. Wie aus den Zahlen vom Dienstag hervorgeht, führte der ganz überwiegende Teil der verabreichten Impfungen zu einer Auffrischung. Das RKI gab die Zahl der sogenannten Booster-Impfungen binnen eines Tages mit rund 603.000 an. Erstimpfungen waren es hingegen nur rund 47.000, Zweitimpfungen rund 45.000.

Den vollständigen Impfschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben laut RKI mindestens 57,9 Millionen Menschen oder 69,7 Prozent der Bevölkerung. 60,5 Millionen Menschen (72,7 Prozent) haben bisher mindestens eine Impfdosis erhalten. 20,5 Millionen (24,7 Prozent) sind den Angaben zufolge "geboostert". Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden.

Weiterhin gibt es beim Stand der Impfungen gegen das Coronavirus erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 85,0 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. In dem Bundesland sind mittlerweile 81,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Sachsen ist Schlusslicht: Die Quote bei den Erstimpfungen liegt hier bei 61,9 Prozent, vollständig geimpft sind laut RKI 59,0 Prozent.

Corona-Impfungen mit Kindervakzin starten in dieser Woche

Die Ständige Impfkommission hat sich zur Kinderimpfung positioniert, nun wird speziell dosierter Corona-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige ausgeliefert. Wie ist der Start der Impfkampagne für diese Altersgruppe geplant?

Scholz eröffnet Auftaktsitzung des neuen Corona-Expertenrates

10:40 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wird am Dienstagmittag die erste Sitzung des neuen Corona-Expertenrates eröffnen. In der Auftaktsitzung werden unter anderem die Einzelheiten zu den künftigen Treffen und zur Arbeitsweise des Gremiums besprochen, wie ein Regierungssprecher in Berlin sagte. Dem Rat gehören unter anderem der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, der Leiter des Virologischen Instituts der Uniklinik Bonn, Hendrik Streeck, und der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, an.

Das Gremium soll auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Empfehlungen für den Umgang mit der Corona-Pandemie abgeben. Mitglieder des neuen Expertenrats hatten sich in der Vergangenheit aber teils sehr unterschiedlich zu den Corona-Maßnahmen positioniert. Meinungsverschiedenheiten gab es vor allem zwischen Drosten und Streeck. Neben den beiden Virologen und Wieler gehören dem Gremium unter anderem auch der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, die Virologin Melanie Brinkmann und die Physikerin Viola Priesemann an.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, erwartet von dem neuen Expertenrat der Bundesregierung Unterstützung für die Impfkampagne in den Praxen. "Es ist gut, dass im neuen Expertengremium der medizinische Sachverstand deutlich stärker vertreten ist. Ich erwarte, dass die Belange der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen nicht nur Gehör finden, sondern auch in den Empfehlungen berücksichtigt werden", sagte Gassen der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom Dienstag.

China schickt wegen ein paar Dutzend Corona-Fällen 540.000 Menschen in Quarantäne

10:31 Uhr: In einer von Chinas wirtschaftsstärksten Provinzen sind wegen eines Corona-Ausbruchs eine halbe Million Menschen unter Quarantäne gestellt worden. Mehr als 540.000 Menschen in der Provinz Zhejiang seien betroffen, erklärten die Behörden am Dienstag. Aus dem östlichen Landesteil waren zuvor 44 von 51 Corona-Fällen gemeldet worden. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der registrierten Fälle seit vergangener Woche auf knapp 200.

Obwohl die Zahl der Fälle in China im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften verschwindend gering ist, gehen die Behörden zur Eindämmung des Virus immer wieder hart vor. Üblich sind Massentests sowie Lockdowns, wie nun auch in Zhejiang. Außerdem wurden in einigen Bezirken die Betriebe geschlossen, darunter in Ningbo, dem Haupthafen der Provinz.

Im Bezirk Zhenhai in Ningbo erklärten die Behörden die vorübergehende Schließung der meisten Unternehmen. Die wichtige petrochemische Industrie an dem Standort musste ihre Produktion drosseln. Am Flughafen der Provinzhauptstadt Hangzhou fielen hunderte Flüge aus.

Die Ausbreitung des Virus überschattet die Vorbereitungen der Olympischen Winterspiele im Februar. Am Montag war der landesweit erste Omikron-Fall in der nördlichen Hafenstadt Tianjian gemeldet worden.

Ministerin Spiegel hält Debatte über Kinder-Impflicht für verfrüht

09:47 Uhr: Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) hält die Debatte über eine generelle Impflicht auch für Kinder noch für verfrüht. "Die Debatte halte ich im Moment ehrlichgesagt noch für verfrüht, denn jetzt fangen wir erst Mal mit dem Impfen an", sagte Spiegel am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Die große Resonanz zum Start der Kinderimpfungen für Fünf- bis Elfjährige zeige, dass man damit einen Nerv treffe und es viele Familien ausdrücklich teilten, dass es wichtig sei, ihre Kinder impfen zu lassen. "Ich im Übrigen auch."

Es sei nun zunächst das Maß aller Dinge, dass diejenigen, die ein Impfangebot wollten, auch eins bekämen. Für alle, die noch unentschlossen seien, gäbe es dank der Länder, Kommunen und Kinderarztpraxen eine gute Struktur der Beratung und Information. Unter kindgerechten Impfungen verstehe Spiegel, dass Impfangebote gut auf Kinder und Familien zugeschnitten seien und dabei für Kinder eine vertraute Umgebung gewährleistet sei, etwa in Kinderarztpraxen oder auch in Schulen.

Die Corona-Impfungen mit einem Kinderimpfstoff für Fünf- bis Elfjährige sind angelaufen. Dafür sollen in dieser Woche 2,4 Millionen Dosen ausgeliefert werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Impfungen für Kinder, die Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Es können nach individueller Entscheidung und ärztlicher Aufklärung aber auch alle Kinder geimpft werden. Verwendet wird niedriger dosierter Biontech-Impfstoff. Für Kinder ab zwölf Jahren laufen Impfungen bereits seit mehreren Wochen.

Australien lockert trotz Anstiegs der Infektionszahlen Corona-Maßnahmen

07:37 Uhr: Australien hält trotz eines Anstiegs der Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus an geplanten Lockerungen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens fest. "Wir haben uns als Land entschlossen, mit dem Virus zu leben", sagte Premierminister Scott Morrison am Dienstag. Dank der hohen Impfrate könne Australien Weihnachten weitgehend ohne Beschränkungen feiern.

Am Mittwoch fallen in den meisten Teilen des Landes die Vorgaben zum Tragen von Schutzmasken in vielen öffentlichen Bereichen weg. Auch das Zutrittsverbot für Ungeimpfte zu Gastronomiebetrieben und Großveranstaltungen läuft aus. Zudem werden die lange geschlossenen Grenzen wieder für qualifizierte Migranten und Studenten geöffnet, sofern sie geimpft sind.

Allerdings verzeichnete der bevölkerungsreichste Bundesstaat des Landes, New South Wales mit der Metropole Sydney, zuletzt die höchsten Ansteckungszahlen seit zehn Wochen. Am Dienstag wurden 800 neue Fälle festgestellt. Landesweit wurden außerdem bislang 85 Ansteckungen mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen.

Großer Andrang, wenig Impfstoff: Kinderärzte beklagen schlechte Organisation von Corona-Impfkampagne für Kinder

06:24 Uhr: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat die Organisation der Corona-Impfkampagne für Kinder ab fünf Jahren scharf kritisiert. "Die niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte erhalten erst am 10. Januar wieder neuen Impfstoff. Dabei könnten wir bereits in der Woche davor schon mit der zweiten Dosis beginnen", sagte der Sprecher des BVKJ Nordrhein, Axel Gerschlauer, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag).

"Durch schlechte Organisation werden ausgerechnet Kinder- und Jugendärzte benachteiligt, die sich besonders um vorerkrankte Kinder kümmern sollen", sagte Gerschlauer weiter. Zugleich sei der Andrang groß: "Fast alle Eltern sprechen mich darauf an", sagte der Kinderarzt. "Durch Omikron ist die Verunsicherung noch größer geworden."

Das gleiche schlechte Bild biete sich beim Impfstoff für Kinder ab zwölf Jahren: "Die Lieferungen sind weiterhin ein Lotteriespiel. Es ist stets eine Überraschung, wie viel man bekommt", sagte der BVKJ-Sprecher der "Rheinischen Post". Er forderte, den Impfstoff von Biontech den Jüngeren zu überlassen, "weil Moderna erst ab 30 Jahren geimpft werden darf. Da ist Solidarität der Großen schon sinnvoll."

Corona-Update: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Vergleich zum Vortag erneut

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 375,0 an.

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 375,0

05:35 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen lag der Wert bei 375,0. Am Vortag hatte er noch bei 389,2 gelegen, vor einer Woche bei 432,2. Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 30.823 Neuinfektionen verzeichnet.

Seit Pandemiebeginn haben die Gesundheitsämter insgesamt 6.562.429 Fälle gemeldet. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 5.497.300. Die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle in Deutschland stieg um 473 auf 106.227.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Von Anfang November an war der Wert rasant angestiegen. In der Folge wurden täglich neue Höchststände registriert. Seit gut einer Woche ist die Inzidenz wieder kontinuierlich gesunken.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder am 18. November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wieviele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen.

Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel - das heißt, nur gegen das Coronavirus Geimpfte und von COVID-19 Genesene sind zugelassen. Am Montag lag die Hospitalisierungsinzidenz laut RKI bundesweit bei 5,17.

Lauterbach kündigt stärkeren Einbezug von Wissenschaft bei Corona-Maßnahmen an

05:12 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat eine stärkere Rolle der Wissenschaft für das Corona-Krisenmanagement angekündigt. "Politik in der Pandemie braucht wissenschaftliche Beratung", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Der stärkere Einbezug der Wissenschaft wird meine Arbeit prägen."

Lauterbach kommt am Dienstag zum ersten Mal mit dem neuen Expertenrat der Bundesregierung zusammen. Dem Gremium gehören Politiker, Mediziner und Wissenschaftler an. "Der Austausch mit den früheren Kolleginnen und Kollegen wird Basis meines Krisenmanagements und der gesamten Bundesregierung sein", sagte der Gesundheitsexperte Lauterbach.

"Um politisch entscheidungsfähig zu sein, werden wir unter anderem darüber diskutieren, wie gefährlich die neue Omikron-Variante ist, wie stark Boostern hilft und wie wir die aktuelle Welle weiter brechen", sagte der Gesundheitsminister weiter.

"Es ist gut, dass im neuen Expertengremium der medizinische Sachverstand deutlich stärker vertreten ist", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. Er forderte mit Blick auf die erste Sitzung des Expertenrates mehr Unterstützung für die Arztpraxen beim Impfen. "Ich erwarte, dass die Belange der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen nicht nur Gehör finden, sondern auch in den Empfehlungen berücksichtigt werden“, sagte Gassen der "Rheinischen Post".

FDP-Expertin für zusätzliche Anreize für "Booster"-Impfungen

04:41 Uhr: Die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus hält für Geimpfte mit zusätzlicher Auffrischungsdosis Erleichterungen bei Testauflagen für vertretbar. Dies könne "ein zusätzlicher Anreiz für mehr Impfungen sein", sagte die Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. "Man hat auch mit einer Drittimpfung natürlich keinen hundertprozentigen Schutz. Aber selbst wenn ein Impfdurchbruch kommen sollte, ist man gut vor einem schweren Verlauf geschützt."

Konkret geht es darum, dass für Menschen mit "Booster"-Impfung bei Zugangsregeln für Geimpfte und Genesene nach dem Modell 2G plus der sonst vorgesehene zusätzliche Test entfallen kann. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Dienstag über eine einheitliche Linie hierfür beraten. Einige Länder verfahren schon so.

Klinikverband fordert Beschränkungen für Ungeimpfte - aber keinen Lockdown

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hält ein völliges Herunterfahren des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens vorerst nicht für nötig, um eine Überlastung der Kliniken in der Corona-Pandemie zu verhindern. "Ein Lockdown für alle ist in der jetzigen Situation zumindest aus unsere Sicht nicht erforderlich, aber konsequente Kontaktbeschränkungen insbesondere für die Ungeimpften", sagte der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Vorschaubild: picture alliance

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.

Mit Booster-Impfung: Sieben Deutsche in Südafrika mit Omikron infiziert

Sieben Deutsche mit Booster-Impfung haben sich nach einer Untersuchung in Südafrika mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert. "Durchbruchsinfektionen gibt es sehr viele. Was wir nicht wussten ist, dass auch eine Booster-Impfung mit Biontech/Pfizer das nicht verhindert", sagte Wolfgang Preiser, Mitglied des Forschungskonsortiums, das die Variante entdeckt hat, dem "Tagesspiegel". Preiser mahnte zugleich: "Das darf man natürlich nicht falsch verstehen, dass die Impfung nicht helfe. Im Gegenteil: Das zeigt nur, dass auch die bestmögliche Impfung offensichtlich nicht ausreicht, um eine Infektion zu verhindern – was wir ja schon geahnt haben." Fotocredit: imago-images