• 21:01 Uhr: ➤ Frankreichs Senioren bekommen Geimpft-Status nur noch mit Booster-Impfung
  • 17:59 Uhr: Wüst: Landesweit mindestens "3Gplus" bei Karneval im Saal
  • 16:49 Uhr: Moderna beantragt EU-Zulassung für Corona-Impfstoff für Kinder
  • 14:51 Uhr: Ministerpräsident Söder kündigt schärfere Kontrollen der 2G- und 3G-Regelungen an
  • 11:58 Uhr: Ampel-Parteien wollen tägliche Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte.

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➤ Frankreichs Senioren bekommen Geimpft-Status nur noch mit Booster-Impfung

Angesichts steigender Corona-Zahlen erhöht Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Druck beim Impfen. Menschen über 65 Jahren gelten ab Mitte Dezember nur noch als geimpft, wenn sie eine Booster-Impfung nachweisen können, wie Macron am Dienstagabend in Paris ankündigte. In Frankreich war ebenso wie in anderen europäischen Ländern die Zahl der Neuinfektionen zuletzt stark gestiegen.

Von Dezember an könne sich jeder über 50 die Booster-Impfung geben lassen, sagte Macron. Außerdem sollen die Kontrollen des sogenannten Gesundheitspasses in Cafés, Restaurants, kulturellen Einrichtungen und Zügen verschärft werden. Der Corona-Pass entspricht der deutschen 3G-Regelung. "Die fünfte Welle hat in Europa begonnen", betonte Macron.

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Wüst: Landesweit mindestens "3Gplus" bei Karneval im Saal

17:59 Uhr: Bei Karnevals-Saalveranstaltungen will Nordrhein-Westfalen landesweit als Mindestschutz eine "3Gplus"-Regel verbindlich einführen.

Das bedeutet, dass nur geimpfte, genesene oder Personen mit bestimmten negativen Corona-Tests zugelassen werden, erläuterte der neue nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Dienstag. Möglich sei entweder ein maximal sechs Stunden alter Schnelltest oder ein höchstens 24 Stunden alter PCR-Test. "So schaffen wir ein Stück mehr Sicherheit auch da, wo man sich zu freiwilligen Regelungen nicht durchringen konnte", sagte Wüst.

Mit Blick auf den Karnevalsauftakt am 11. November (Donnerstag) hätten Düsseldorf und Köln als Karnevalshochburgen bereits entschieden, öffentliche Feiern auf Geimpfte und Genesene (2G) zu beschränken, sagte Wüst. Das begrüße er sehr. Generell prüfe das Land derzeit flächendeckende 2G-Regeln im Freizeitbereich, wie sie in anderen Ländern auch bereits gelten.

Niedersachsen zieht 2G-Maßnahmen in ersten Bereichen vor

17:49 Uhr: Niedersachsen zieht vor dem Hintergrund steigender Coronazahlen landesweit erste 2G-Maßnahmen in bestimmten Bereichen vor. So gelte eine Beschränkung des Einlasses auf Geimpfte und Genesene bei allen Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen ab tausend Teilnehmern bereits ab Coronawarnstufe eins statt Warnstufe drei, teilte die Landesregierung am Mittwoch in Hannover mit. Auch Testpflichten würden verschärft. So gilt ab Mittwoch in Niedersachsen eine tägliche Testpflicht für ungeimpfte Mitarbeiter in Pflegeheimen.

Derzeit gilt nach Angaben der Landesregierung landesweit noch keine flächendeckende Warnstufe, auch wenn bei der Intensivbettenbelegung durch Coronapatienten der Schwellenwert bereits erreicht ist. Das Kabinett von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) stellte die Bürger zugleich auf zusätzliche Verschärfungen ein. Die Pandemieentwicklung lasse weitere Maßnahmen "zeitnah" wahrscheinlich erscheinen, hieß es. Das Land Niedersachsen werde "schrittweise" auf 2G umsteigen.

Tschechien will Impfgegner mit Schockkampagne überzeugen

17:13 Uhr: Mit einer neuen Schockkampagne will Tschechien Corona-Impfgegner zum Umdenken bewegen. Die Anzeigenaktion startete am Dienstag, wie das Gesundheitsministerium in Prag auf Anfrage bestätigte. Auf einem Bild ist zum Beispiel zu sehen, wie ein toter Mann auf einer Intensivstation in einen blauen Leichensack gelegt wird. Dazu steht der Text: "Er hatte viele Ausreden." Ein anderes Foto zeigt einen Sarg, daneben der Satz: "Sie hat die Impfung immer wieder hinausgeschoben".

Der scheidende Ministerpräsident Andrej Babis sprach im Vorfeld von einer "brutalen Kampagne", die von den abschreckenden Bildern und Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln inspiriert sei. Es soll sich um reale Aufnahmen aus Krankenhäusern handeln. Bisher hatte das Gesundheitsministerium eher auf positive Motivation gesetzt - mit dem Slogan "Wir machen einen Punkt hinter das Coronavirus".

Bisher sind erst 6,1 Millionen der insgesamt rund 10,7 Millionen Einwohner des Landes vollständig geimpft. Dabei kämpft Tschechien mit stark steigenden Corona-Infektionszahlen.

Moderna beantragt EU-Zulassung für Corona-Impfstoff für Kinder

16:49 Uhr: Der US-Hersteller Moderna hat eigenen Angaben zufolge bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung seines Corona-Impfstoffs auch für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren beantragt.

Die entsprechenden Unterlagen für die Erweiterung der bedingten Marktzulassung seien eingereicht worden, teilte Moderna am Dienstag mit. Noch gibt es in Europa keinen zugelassenen Impfstoff für Unter-12-Jährige.

Die Moderna-Daten beruhen auf einer Phase 2/3-Studie mit 4.753 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter zwischen sechs und elf Jahren, deren Ergebnisse eine "robuste" Anzahl an Antikörpern zeigten, wie Moderna zuvor mitgeteilt hatte.

Söder: Alle Impfzentren in Bayern sollen wieder hochgefahren werden

16:24 Uhr: Bayern will im Kampf gegen die vierte Corona-Welle Auffrischungsimpfungen stark forcieren und dazu auch die mehr als 80 Impfzentren des Landes wieder hochfahren. Die Über-60-Jährigen würden für eine Auffrischungsimpfung direkt angeschrieben, eine Priorisierung solle es bei den sogenannten Booster-Impfungen nicht geben. "Es gibt keine Reihenfolgen. Wer kommt, wird geimpft", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung seines Kabinetts in München. Niemand solle ohne Impfung zurück nach Hause geschickt werden.

Die Impfquote bei Erst- und Zweitimpfungen sei wieder ganz leicht steigend, sagte Söder. Er erwarte, dass durch das starke Setzen auf 2G bei Freizeitveranstaltungen - also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene - die Neigung zum Impfen noch einmal größer werde. Söder sagte, er befürchte eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Deshalb dürfe es auch keine Häme denen gegenüber geben, die sich mit dem Impfen bisher noch schwergetan hatten. Er sprach sich erneut für eine Impfpflicht bestimmter Berufsgruppen aus, etwa in der Pflege.

Britische Regierung kündigt Impfpflicht im Gesundheitswesen an

16:08 Uhr: Mitarbeiter des englischen Gesundheitsdiensts NHS mit Patientenkontakt müssen vom kommenden April an vollständig gegen Corona geimpft sein. Das kündigte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Dienstag in London an. Nach NHS-Angaben sind bisher bis zu 100.000 Beschäftigte ungeimpft. An diesem Donnerstag läuft bereits eine Frist aus, bis zu der sich Mitarbeiter von Pflegeheimen impfen lassen mussten. Der Chef des Dachverbands NHS Providers, Chris Hopson, warnte davor, die Beschäftigten zu Sündenböcken zu machen. Die Regierung müsse umsichtig agieren, sonst bestehe die Gefahr, dass Angestellte kündigen. Einen solchen Verlust verkrafte der NHS nicht, sagte Hopson dem Sender BBC Radio 4.

Minister Javid sagte, er habe die Bedenken "sorgfältig abgewogen", sei aber zu einem klaren Schluss gekommen. "Die Daten zeigen deutlich, dass unsere Impfungen Menschen geschützt haben, und dass sie Leben gerettet haben", so der Minister. Rückenwind erhielten die Unterstützer einer Impfpflicht von einem Bericht der Zeitung "Daily Telegraph". Demnach haben sich in England Zehntausende Menschen in Kliniken mit Corona infiziert, die wegen anderer Krankheiten dort behandelt wurden. Mindestens 11.600 Patienten seien gestorben.

Zu unsicher: Internationales Reitturnier in Dortmund abgesagt

15:43 Uhr: Das internationale Hallen-Reitturnier in Dortmund ist abgesagt worden. Die derzeitige Entwicklung der Corona-Pandemie lasse keine sichere Planung für die Besucherwerbung und den Aufbau des Turniers zu, teilten die Veranstalter am Dienstag mit. Das Turnier war für den Zeitraum 9. bis 12. Dezembern 2021 geplant gewesen. Zuletzt waren bereits Hallen-Reitturniere in Stuttgart und München abgesagt worden.

Thüringen will Booster bereits nach fünf Monaten anbieten

15:30 Uhr: In Thüringen sollen Auffrischungsimpfungen künftig bereits fünf Monate nach der Zweitimpfung angeboten werden. Der Freistaat wolle sich dabei an Israel orientieren, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag nach einer Sitzung des Landeskabinetts in Erfurt. Bereits vor der Gesundheitsministerkonferenz sei in Thüringen die Entscheidung für die sogenannten Boosterimpfungen getroffen worden, betonte sie.

Werner will zudem in der kommenden Woche einen Vorschlag für eine 2G-Regelung im Freistaat vorlegen. "Da gibt es verschiedene Varianten, ich bin eher für eine strenge", sagte die Ministerin. In welcher Form die Regelung umgesetzt werden solle, werde in der kommenden Woche im Kabinett vereinbart.

In der neuen Verordnung soll außerdem verankert werden, dass ungeimpfte Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen täglich auf das Coronavirus getestet werden müssen. Geimpftes Personal müsse weiterhin zweimal pro Wochen getestet werden. Für Menschen mit Auffrischungsimpfung soll die Testpflicht entfallen. Die neue Verordnung auf Grundlage des bisherigen Erlasses soll am 23. November in Kraft treten. .

Umfrage: Mehr als die Hälfte der Deutschen befürwortet Impfpflicht

15:16 Uhr: Mehr als die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) spricht sich für eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus aus. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag des "RTL/ntv-Trendbarometers". 46 Prozent der Befragten sind demnach dagegen. Im August hatten nur 33 Prozent der Befragten eine Impfpflicht befürwortet.

Einen noch deutlich höheren Zuspruch als zu einer allgemeinen Impfpflicht hat etwa eine Impfpflicht für den Gesundheits- und Pflegebereich: 73 Prozent der Befragten sind für eine Corona-Impfpflicht für Pflegeberufe, Kitapersonal und Lehrer, nur 24 Prozent sind dagegen.

Charité sagt alle planbaren Operationen ab

14:54 Uhr: Die Berliner Charité-Universitätsmedizin sagt seit Dienstag alle planbaren Eingriffe ab. Die steigende Zahl von COVID-19-Patientinnen und Patienten mache diesen Schritt nötig, teilte ein Sprecher mit. Ziel sei es, Mitarbeiter wieder vermehrt auf COVID-19-Stationen einzusetzen. Notfälle werden demnach aber weiter behandelt und auch dringliche Eingriffe würden vorgenommen.

Dem Sprecher zufolge werden derzeit mehr als 120 an Corona erkrankten Patienten in der Charité behandelt. Wie viele von ihnen auf Intensivstationen liegen, gab die Einrichtung nicht bekannt. Die Charité behandelt häufig die besonders schweren Fälle. Sie hat im Laufe der Pandemie bereits mehrfach ein Notprogramm gefahren, um die Zahl der COVID-19-Patienten zu bewältigen.

Ministerpräsident Söder kündigt schärfere Kontrollen der 2G- und 3G-Regelungen an

14:51 Uhr: Bayern will künftig stärker die Einhaltung der Corona-Regelungen überprüfen. Nach einer Kabinettssitzung in München kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schärfere Kontrollen der seit Dienstag im Freistaat geltenden 2G- und 3G-Regelungen an. Die Polizei solle direkte Geldstrafen verhängen und bei wiederholten Verstößen auch vorübergehende Schließungen anordnen können.

Da die Krankenhausampel inzwischen auf Rot sprang, gilt in Bayern die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Zu vielen Veranstaltungen haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. In Gastronomie und für körpernahe Dienstleistungen gilt "3G plus" - wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen PCR-Test vorlegen. In Schulen müssen außerdem wieder Masken getragen werden - diese Pflicht soll bis auf Weiteres verlängert werden.

Söder zeigte sich angesichts der weiter "sehr, sehr ernsten" Lage besorgt. Er warnte, dass aufgrund der Situation in den Krankenhäusern möglicherweise im Lauf der Woche "der K-Fall" ausgerufen werden müsse. Das würde nur passieren, wenn die Verlegung von Patienten aus überfüllten in andere Krankenhäuser schwieriger würde. Es bedeute "nicht generell Katastrophe", sondern in erster Linie, dass es mit klaren Anweisungen leichter würde zu verlegen, sagte Söder.

Zugleich fährt Bayern alle seine Corona-Impfzentren wieder hoch. "Wir glauben fest daran, dass Boostern der beste Schutz ist", sagte Söder. Die Impfzentren sollten alle Menschen über 60 Jahren direkt anschreiben, es gebe aber keine Reihenfolge. "Wer kommt, wird geimpft - niemand wird zurückgewiesen", sagte Söder.

Söder appellierte dringend an alle, die bisher noch unsicher seien, sich impfen zu lassen. Dies sei eine "solidarische" Aufgabe. "Sie sehen hier an einigen: Es hat keine Schäden hinterlassen", sagte Söder an Zweifler gewandt. Jeder, der sich jetzt noch impfen lassen wolle, sei herzlich willkommen.

Experte fordert zügiges Handeln in zugespitzter Corona-Lage

13:56 Uhr: Angesichts rapide steigender Corona-Zahlen hat der Saarbrücker Pharmazie-Professor Thorsten Lehr ein zügiges Handeln der Politik gefordert. "Wir haben ehrlich gesagt nicht viel Zeit, zuzuschauen, wie wir auf die Klippe zurasen", sagte der Experte für Corona-Prognosen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken.

Ohne Änderungen sei das prognostizierte Szenario "relativ düster: Dann wären wir sicherlich Ende November soweit, dass wir eine Inzidenz von 400 erreichen könnten in Deutschland".

"Dieses Inzidenz-Wachstum ist nicht lange tolerierbar", sagte Lehr. Im Gesundheitswesen gebe es schon "massive Anstiege". Gehe die Entwicklung so weiter, "dann werden wir Ende November über 4.000 Patienten auf den Intensivstationen haben".

Dringend nötig seien nun "eingreifende Maßnahmen von den Landesregierungen", sagte Lehr. Er sprach sich flächendeckend für die Einführung von 2G-Regeln aus. Zutritt nur noch für Geimpfte und Genesene werde Risikokontakte vermeiden und die Impfbereitschaft von Unentschlossenen "garantiert" erhöhen.

"Ich glaube, dass wir fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung noch einmal zum Impfen bewegen können." 2G funktioniere aber nur, wenn diese Regel auch kontrolliert werde.

Außerdem müsse die Bevölkerung "wieder zu mehr Eigenverantwortung aufgerufen werden", sagte der Experte. Eingesetzt werden müssten wieder die altbekannten Hygieneregeln Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften und die Corona-Warn-App - plus Auffrischungsimpfungen für alle über 60-Jährigen. "Wir brauchen neben Maßnahmen aus der Politik auch die Bevölkerung, die mitmacht."

Es sei falsch zu glauben, "wir sind eigentlich schon über den Berg. Das ist überhaupt nicht der Fall". Im Gegenteil: "Wir haben noch mindestens drei bis vier Monate vor uns, in denen es relativ unangenehm wird", sagte Lehr. "Und da jetzt schon von befreiender Erlösungsstimmung zu sprechen, halte ich für gefährlich."

WHO warnt vor Engpass bei Impfspritzen

13:35 Uhr: Angesichts der Milliarden von Corona-Impfungen weltweit droht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Engpass bei Impfspritzen. Im kommenden Jahr könnten ein bis zwei Milliarden Spritzen fehlen, sagte WHO-Spezialistin Lisa Hedman am Dienstag in Genf.

Betroffen wären dann vor allem ärmere und kleine Länder, die nur kleine Bestellungen aufgeben und deshalb bei den Herstellern keine Priorität hätten.

Die WHO ruft Mitgliedsländer deshalb auf, langfristig zu planen und zu ordern, damit Hersteller entsprechend ihre Kapazität erhöhen können. Das brauche sechs Monate Vorlauf. Wenn reiche Länder Corona-Impfstoffe an ärmere Länder abgeben, sei es sinnvoll, die Spritzen gleich mitzuliefern, sagte Hedman.

Im Jahr werden nach WHO-Schätzungen weltweit 16 Milliarden Injektionen gegeben. Vor der Corona-Pandemie entfielen fünf bis zehn Prozent davon auf Impfungen, also bis zu 1,6 Milliarden. Weltweit sind nach Schätzungen der WHO nun zusätzlich bereits 6,8 Milliarden Impfdosen mit Corona-Impfstoffen verabreicht worden.

Spritzen für Impfungen unterscheiden sich von solchen für andere Zwecke. Die Nadel ist in der Regel fest mit der Spitze verbunden. Es sind für Impfungen vor allem so genannte AD-Spritzen in Einsatz. Sie haben einen Mechanismus der sicherstellt, dass sie nur einmal verwendet werden. (AD steht für auto-disable - Selbstzerstörung).

Mehr als sechs Millionen Corona-Infektionen im Iran

13:10 Uhr: Seit Beginn der Pandemie sind im Iran mehr als sechs Millionen Corona-Infektionen registriert worden. Mit mehr als 8.000 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden sei die Gesamtzahl der Infizierten auf 6.004.460 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Die Zahl der Corona-Toten stieg demnach auf fast 128.000.

In den vergangenen Monaten gab es im Iran eine leichte Entspannung der Corona-Lage, vor allem da der bis dahin schleppende Fortgang der Impfungen beschleunigt wurde. Bislang sind rund 50 Prozent der mehr als 83 Millionen Iraner doppelt geimpft.

Hendrik Streeck

Streeck: "Hoffnung auf den Booster könnte sich als trügerisch erweisen"

Hendrik Streeck bezweifelt, dass Auffrischungsimpfungen die vierte Corona-Welle in Deutschland brechen können. Vorschaubild: picture alliance

Hohe Belohnung für Hinweise zu Corona-Ausbruch in nordchinesischer Stadt

12:43 Uhr: Eine chinesische Stadt hat eine hohe Belohnung für Hinweise zum Ursprung eines neuen Corona-Ausbruchs ausgesetzt. Die Behörden der nordchinesischen Stadt Heihe an der Grenze zu Russland bieten 100.000 Yuan (rund 13.500 Euro) für Informationen an, "um die Quelle dieses Virus-Ausbruchs so schnell wie möglich aufzuspüren und die Übertragungskette zu erkennen". Die Stadtverwaltung rief zu einem "Volkskrieg" zur Prävention und Kontrolle des Coronavirus auf.

Im Zuge dieses "Volkskriegs" fordert die Stadt unter anderem dazu auf, Fälle von Schmuggel, illegaler Jagd und Fischerei an der Grenze unverzüglich zu melden. Wer importierte Waren im Internet gekauft hat, soll diese "sofort sterilisieren" und für Tests einschicken.

Die Behörden in China gehen rigoros gegen neue Corona-Ausbrüche vor - vor allem seitdem die besonders ansteckende Delta-Variante zu einem Anstieg der Infektionszahlen geführt hat. Millionen Menschen in 20 Provinzen und Regionen sind derzeit von gezielten Lockdowns und Reisebeschränkungen betroffen.

Wegen der strikten Maßnahmen sind die Infektionszahlen seit drei Wochen wieder im zweistelligen Bereich. Am Dienstag wurden nach Behördenangaben 43 neue, im Inland übertragene Fälle registriert.

Fast 56 Millionen Menschen haben doppelten Impfschutz

12:16 Uhr: In Deutschland sind mittlerweile fast 56 Millionen Menschen und damit 67,2 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (11.36 Uhr) hervor.

58 Millionen Menschen wurden mindestens einmal gegen das Virus geimpft das entspricht einer Quote von 69,7 Prozent. Rund 2,8 Millionen Menschen haben nach Angaben des Instituts zusätzlich eine Auffrischungsimpfung, eine sogenannte Booster-Impfung, erhalten.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI.

Weiterhin gibt es beim Stand der Impfungen gegen das Coronavirus erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 81,4 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Es folgen das Saarland, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Bis auf Sachsen (59,3 Prozent) haben alle Bundesländer die 60-Prozent-Marke überschritten. Bremen zählt mit 78,8 Prozent ebenfalls den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen ist auch hier mit 57,2 Prozent am Ende der Rangliste.

Ungeimpfte Beschäftigte sollen sich täglich testen lassen müssen

11:58 Uhr: Beschäftigte in Präsenz am Arbeitsplatz, die weder eine Corona-Impfung noch einen Genesenen-Status haben, sollen sich nach dem Willen von SPD, Grünen und FDP künftig täglich auf Corona testen lassen müssen.

Wesentliche Fragen zu dieser geplante 3G-Regel am Arbeitsplatz sind aber noch offen, wie die gesundheitspolitischen Sprecherinnen der Fraktionen von SPD, Grünen und FDP am Dienstag in Berlin deutlich machten. Das betreffe auch die Frage, ob Beschäftigte, die einen Test verweigern, freigestellt werden sollen oder andere Folgen befürchten müssen.

Die Fraktionen der möglichen Ampelpartner hätten das Bundesarbeitsministerium um eine Prüfung gebeten, "wie wir die Einhaltung dieser Regelung wirkungsvoll gestalten können", teilte Maria Klein-Schmeink von den Grünen mit.

Die SPD-Politikerin Sabine Dittmar sagte, sie gehe sehr davon aus, dass die erwartete Formulierungshilfe des Ministeriums tägliches Testen beinhaltet. Wie bisher bereits in der Corona-Arbeitsschutzverordnung geregelt, solle der Anspruch auf zwei kostenlose Tests durch den Arbeitgeber bestehen bleiben. Auch noch offen sei, ob 3G am Arbeitsplatz per Verordnung oder Gesetz regelt werden solle.

Anders als für Beschäftigte generell werde für jene in der Altenpflege und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung eine Pflicht zu Tests zwei Mal wöchentlich erwogen, auch wenn sie geimpft seien, sagte Dittmar.

In Frage kommen laut Dittmar dafür PCR-Pooltests, bei denen die Abstrichproben gesammelt und gemeinsam ausgewertet werden. Eine auch nur vorübergehende Impfpflicht für Pflegekräfte, wie sie unter anderem die Diakonie gefordert hatte, soll es nicht geben.

Die FDP-Politikerin Christine Aschenberg-Dugnus sagte: "Ich persönlich halte eine Impfpflicht nicht für notwendig." Dittmar wies darauf hin, dass es für eine solche Maßnahme eine parlamentarische Mehrheit brauchen würde.

Müller rechnet mit Länder-Abstimmung zu Corona in kommender Woche

11:00 Uhr: Berlins scheidender Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) geht davon aus, dass sich die Länderchefs bald wieder gemeinsam über Corona-Maßnahmen abstimmen werden.

"Es ist nötig, und ich gehe auch davon aus, dass wir im Laufe der nächsten Woche wieder zusammenkommen werden", sagte Müller am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".

Gerade mit Blick auf grenzüberschreitende Fragen für Arbeitnehmer sei es gut, sich abzustimmen. Allerdings werde es weiterhin regionale Anpassungen in den einzelnen Ländern geben, "weil wir auch bei den steigenden Zahlen ja sehen, dass manche Bundesländer noch besser dastehen als andere", betonte Müller.

Er äußerte Unverständnis über den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), der zuvor die bundesweite Einführung der sogenannten 2G-Pflicht gefordert hatte. "Wenn Herr Söder es wichtig findet, warum tut er es dann nicht? Die Instrumente sind da."

Der Berliner Senat hatte sich am Montagabend auf eine umfangreiche Ausweitung der 2G-Regel geeinigt, allerdings noch keinen Beschluss dazu gefasst. Wer künftig in der Hauptstadt ins Theater, ins Kino oder ins Restaurant will, müsste dann geimpft oder genesen sein. Ein Test würde nicht mehr reichen.

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Der SPD-Gesundheitspolitiker geht davon aus, dass diese Welle die wahrscheinlich letzte große der Pandemie sein wird. Vorschaubild: imago images/Political-Moments

Kassenärzte: Praxen können Patienten nicht zur Booster-Impfung einladen

10:25 Uhr: Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle setzt die Politik unter anderem auf Auffrischungsimpfungen - wie diese organisiert werden sollen, ist aber strittig. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) betonte nun, die Ärzte könnten keine Einladungen verschicken.

"Wer verlangt, Ärzte sollen die Patienten einladen, lebt fern der Realität", sagte KBV-Vorstandschef Andreas Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Das ist Unsinn und ist schlicht und ergreifend nicht machbar."

Das Abtelefonieren von Patientinnen und Patienten würde sämtliche Ressourcen binden und tagesfüllend sein, sagte Gassen. Zudem könnten Patienten von gleich mehreren Praxen angesprochen werden, wenn sie sich bei mehreren Ärzten in Behandlung befänden. "Kurzum: Das geht nicht und würde ein schnelles und flächendeckendes Impfen unmöglich machen."

Gassen schlug vor, dass die Gesundheitsbehörden der Bundesländer oder die Krankenkassen gezielt zur Corona-Auffrischungsimpfung einladen sollten. Derzeit bräuchten vorrangig diejenigen schnell eine Booster-Impfung, die von der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) umfasst seien, unterstrich er zugleich. Das sind aktuell Menschen ab 70 sowie besonders Gefährdete.

Gassen forderte außerdem eine kürzere Bestellfrist für die Impfstoffe und eine vereinfachte Dokumentation. Auch eine höhere Vergütung sei nötig.

Dänemark führt nach zwei Monaten Pause wieder Corona-Beschränkungen ein

10:00 Uhr: Zwei Monate nach der Abschaffung sämtlicher Corona-Beschränkungen in Dänemark führt das Land wieder Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ein. Ein Gremium von Epidemiologen habe die Wiedereinführung der 3G-Regelung vorgeschlagen, die Regierung folge diesem Rat, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Montag in Kopenhagen. Grund sei der starke Anstieg der Infektionszahlen.

COVID-19 werde auf Empfehlung des Gremiums erneut als "Bedrohung für die Gesellschaft" eingestuft, sagte Frederiksen. Künftig sei in vielen Bereichen der Öffentlichkeit wieder der Nachweis einer Corona-Impfung oder -Genesung oder eines negativen Tests vorgeschrieben.

Am Dienstag will die Regierung die Vorschläge dem Epidemieausschuss im Parlament unterbreiten. Solange die Mehrheit im Auschuss nicht gegen die Maßnahmen stimmt, können sie umgesetzt werden.

Erst am 10. September hatte Dänemark die letzten Corona-Beschränkungen aufgehoben. Die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln war bereits Mitte August abgeschafft worden. Nach dem Ende der Corona-Maßnahmen stieg die Zahl der Neuinfektionen jedoch wieder stark an.

Ende vergangener Woche warnte die Nationale Gesundheitsbehörde vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Am Montag meldeten die Behörden den fünften Tag in Folge mehr als 2.000 Neuinfektionen in dem Land mit rund 5,8 Millionen Einwohnern.

In Dänemark sind 85,9 Prozent der Bevölkerung im Alter von über zwölf Jahren vollständig geimpft. Die Wiedereinführung der 3G-Regel bedeute Einschränkungen "für diejenigen, die nicht geimpft sind. Ich denke, so sollte es auch sein", sagte Frederiksen. Der Anstieg der Infektionen sei auf eine "kleine Gruppe" zurückzuführen, die sich nicht an die Regeln halte.

Anästhesisten-Verbände: Akutversorgung durch Corona akut gefährdet

09:57 Uhr: Nach den Intensivmedizinern schlagen auch Anästhesisten-Verbände Alarm, weil die rapide zunehmenden Corona-Infektionen die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu gefährden drohen. Es gehe inzwischen nicht mehr allein um Engpässe bei der Versorgung der COVID-19-Patienten in den Kliniken.

Mit größter Sorge betrachte man die aktuellen und mittelfristigen Auswirkungen für die Gesamtbevölkerung, zum Beispiel bei Herzinfarkten, schweren Verletzungen oder Krebserkrankungen, die nicht mehr ausreichend behandelt werden könnten, schreiben der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) in einem am Dienstag veröffentlichten offenen Brief an die Gesundheitsminister von Bund und Ländern.

Sie forderten die Politiker auf, wirksamere Schritte zur Eindämmung der Corona-Pandemie einzuleiten. Die Narkose-Ärzte fordern unter anderem eine verbindliche 2G-Regelung für alle Bereiche des öffentlichen Lebens, besonders Großveranstaltungen.

Kontaktbeschränkungen sollen strikt eingehalten werden. Außerdem setzen sich die Anästhesisten für Auffrischungsimpfungen für alle ein, ebenso wie für einfachere Regeln beim Impfen.

Die Verbände repräsentieren nach eigenen Angaben rund 30.000 Ärztinnen und Ärzte. Sie warnten auch generell vor der Überlastung der Intensivmedizin, die dazu führen werde, dass die Personalabwanderung sich weiter erhöhen und die Zahl der betreibbaren Intensivbetten damit weiter sinken werde. Die Ausbildung müsse attraktiver gestaltet werden, abgewanderte Pflegekräfte sollten zurückgewonnen werden.

Virologen sehen 2G-Regel skeptisch - Streeck kritisiert Geimpfte

Immer mehr Virologen warnen davor, die Wirkung von 2G-Regeln zu überschätzen. Sie würden nur eine "Scheinsicherheit" geben, sagen die Experten. Virologe Hendrik Streeck findet kritische Worte für Geimpfte - und deren risikoreiches Verhalten.

Virologe: Wiedereinführung kostenloser Bürgertests kontraproduktiv

09:16 Uhr: Der Kieler Virologe Helmut Fickenscher sieht eine mögliche Wiedereinführung von kostenlosen Bürgertests kritisch. Diese sei kontraproduktiv, "weil sie den Ungeimpften vermittelt, dass es kein Argument mehr gibt, sich impfen zu lassen", sagte Fickenscher, der in Kiel am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein das Institut für Infektionsmedizin leitet, dem "Flensburger Tageblatt".

Man müsse sich über diese Signalwirkung klar sein. "Viel sinnvoller ist es, wenn wir Ungeimpften noch besser deutlich machen, dass sie bei einer Impfung eine Schutzrate von deutlich über 90 Prozent erreichen."

Mit Blick auf Impfdurchbrüche sagte Fickenscher, man müsse unterscheiden zwischen Geimpften, die trotz der Impfung erkrankten, und solchen, die sich zwar infizierten, aber keine Symptome entwickelten.

"Ein Viertel der Infektionen trotz Impfung bleiben symptomlos, und nur selten kommt es zur Krankenhauseinweisung oder Intensivtherapie." Geimpfte seien also durch die Impfung sehr gut, aber eben nicht vollständig geschützt.

Auf Forderungen nach einer Testpflicht für alle - auch für Geimpfte und Genesene - reagierte Fickenscher eher verhalten. "Der goldene Weg ist immer noch, die Impfquote zu erhöhen, darauf müssen wir uns konzentrieren." Massentestungen seien die zweite Wahl. "Ihr Nutzen ist übersichtlich, die Kosten hingegen sind immens."

Sinnvoller wäre es aus Sicht des Virologen, über eine Impfpflicht nachzudenken,zumindest dort, wo enger Kontakt zu vulnerablen Bevölkerungsgruppen bestehe. "Da aber ein Impfpflicht politisch schwer durchzusetzen ist, kommen Testungen ganz besonders dort infrage, wo besonders hohe Inzidenzen beobachtet werden."

Sachsen bleibt Negativ-Spitzenreiter bei Corona-Infektionen

08:40 Uhr: Sachsen bleibt das Bundesland mit der höchsten Corona-Infektionsrate. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tages-Inzidenz am Dienstag mit 483,7 an. Das war etwas niedriger als am Montag, aber immer noch der höchste Wert aller Bundesländer.

Laut RKI kamen 1.545 neue Fälle in Sachsen dazu. Die höchste Inzidenz der 13 Regionen im Freistaat wies mit 864,2 der Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aus. Das war nach dem Landkreis Miesbach in Bayern der bundesweit zweithöchste Wert. Der Landkreis Meißen liegt mit einem Wert von 723,5 ebenfalls unter den bundesweit zehn Landkreisen mit dem stärksten Infektionsgeschehen.

Nach RKI-Angaben wurden vier neue Todesfälle registriert. Damit sind seit Beginn der Pandemie 10.498 Corona-Patienten in Sachsen gestorben.

Viel Kritik an Corona-Gesetzesentwurf der Ampel-Parteien

08:10 Uhr: Der Gesetzentwurf der Ampel-Parteien zur Bekämpfung der Corona-Pandemie stößt auf viel Kritik. So lehnt die CSU-Bundestagsfraktion die Pläne ab, auch der Deutsche Städtetag und die Sozialverbände weisen auf Versäumnisse hin.

Die Hausärzte warnten angesichts der hohen Infektionszahlen dagegen vor Panikmache und Verunsicherung. Nach einem Gesetzesentwurf von SPD, FDP und Grünen sollen die drastisch steigenden Corona-Zahlen unter anderem durch die Rückkehr zu kostenlosen Corona-Schnelltests, 3G am Arbeitsplatz und finanziellen Hilfen für Kliniken eingedämmt werden.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt lehnte die Pläne in der "Augsburger Allgemeinen" als zu riskant ab. "Die erste Ampel-Entscheidung riskiert bereits ein Corona-Chaos in Deutschland", sagte er der Zeitung. "Die epidemische Lage politisch zu beenden, ohne echte ausreichende Alternativen zu benennen, während das Hospitalisierungsgeschehen real steigt, ist ein Signal der Planlosigkeit."

Der Deutsche Städtetag kritisierte, dass mit dem vorgelegten Entwurf die Chance vertan worden sei, die 2G-Regel im Freizeitbereich bundesweit einzuführen. "Ohne Piks sollte der Besuch im Fitnesscenter, im Club oder Kino tabu sein", forderte der Vorsitzende Helmut Dedy in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Auch die Sozialverbände vermissen Regelungen: "Nur die tägliche Testpflicht für alle in der Pflege kann die anschwellende Corona-Infektionswelle in Heimen jetzt noch brechen", sagte die Präsidentin des VdK-Sozialverbands, Verena Bentele, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Es ist fahrlässig, dass die Ampelkoalitionsparteien offenbar ebenso wie zuvor Bund und Länder auf eine einheitliche Regelung verzichten wollen." Die Deutsche Stiftung für Patientenschutz forderte ebenfalls eine tägliche Testpflicht für Pflegepersonal. Der Impfstatus dürfe dabei überhaupt keine Rolle spielen, sagte der Vorstand, Eugen Brysch, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag).

Während die Intensivmediziner angesichts der hohen Infektionszahlen Alarm schlagen, warnen die Hausärzte vor Panikmache und Verunsicherung. "Dass die Bürgerinnen und Bürger auf die steigende Inzidenz mit Unsicherheit reagieren, ist vollkommen verständlich. Was es allerdings nicht zusätzlich braucht, ist die Panikmache durch ständig neue Katastrophenszenarien, wie sie seit Beginn der Pandemie gerade von einigen Politikerinnen und Politikern in einem fort betrieben wird", sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, der "Rheinischen Post". Stattdessen sei eine bessere Kommunikationsstrategie gefragt.

Thailand meldet erstmals seit Monaten weniger als 7000 Neuinfektionen

07:35 Uhr: Die Behörden in Thailand haben erstmals seit Monaten wieder weniger als 7.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Am Dienstag wurden 6.904 neue Fälle verzeichnet - das ist offiziellen Statistiken zufolge der niedrigste Wert seit Anfang Juli.

61 Menschen in dem beliebten Urlaubsland mit 70 Millionen Einwohnern starben innerhalb eines Tages in Verbindung mit COVID-19.

Der Verlauf des jüngsten, von der Delta-Variante angetriebenen Ausbruchs in Thailand ist ungewöhnlich: Zwar sind die Zahlen seit August - als ein Höchstwert von mehr als 23.000 Neuinfektionen verbucht worden war - gesunken, jedoch stagnierten sie lange zwischen 9.000 und 12.000 neuen Fällen am Tag.

Derweil hofft das südostasiatische Land seit gut einer Woche auf den Neustart der wichtigen Tourismusbranche. Seit dem 1. November dürfen vollständig Geimpfte aus 63 Ländern quarantänefrei in Thailand Urlaub machen.

Benötigt werden unter anderem ein PCR-Test vor Abreise und einer nach der Ankunft sowie eine Hotelbuchung für die erste Nacht. Zudem müssen Interessenten sich online für den so genannten "Thailand Pass" registrieren.

In der ersten Woche der Öffnung seien rund 12.000 Urlauber aus aller Welt in Thailand gelandet, berichtete die Zeitung "Bangkok Post". "Wenn dieser Trend anhält, wird die Gesamtzahl der ankommenden Reisenden in diesem Monat wahrscheinlich die Gesamtzahl der letzten 19 Monate übertreffen", hieß es.

Das sei zwar ein "positiver Vibe" für die Tourismusindustrie - aber noch weit vom Besucheransturm vor der Pandemie entfernt, als durchschnittlich drei Millionen Feriengäste im Monat gekommen seien.

Patientenschützer macht Druck bei kostenlosen "Bürgertests"

06:57 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat dazu aufgerufen, die Pläne für eine Rückkehr zu kostenlosen sogenannten Bürgertests so schnell wie möglich umzusetzen.

"Wenn jetzt nichts geschieht, fällt ein weiteres gemeinsames Weihnachtsfest der Pandemie zum Opfer", sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Die Rückkehr zu den Bürgertests sei überfällig, um das Virus effizient zu enttarnen.

Die entsprechende Verordnung lasse auf sich warten, kritisierte Brysch. "Wieder verspielt Deutschland wertvolle Zeit." Der amtierenden Bundesregierung müsse klar sein, dass eine Wiederbelebung der erforderlichen Teststrukturen Wochen dauern werde.

Vertreter der voraussichtlichen künftigen Ampel-Koalition hatten am Montag deutlich gemacht, dass sie eine Wiedereinführung der kostenfreien Schnelltests für alle planen. Nach Angaben des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) laufen darüber mit den Ampel-Vertretern derzeit Gespräche.

Seit dem 11. Oktober gibt es die kostenfreien Schnelltests nur noch für bestimmte Gruppen, die sich nicht impfen lassen können, etwa Kinder unter 12 Jahren.

Lehrerverband befürchtet Corona-Kontrollverlust an Schulen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger hat sich besorgt bezüglich der Corona-Lage an den Schulen in Deutschland gezeigt. "Es gibt erschreckende Inzidenzen in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen. Die Vielzahl der Corona-Ausbrüche an den Schulen muss uns große Sorgen bereiten", so Meidinger gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bei besonders hohen Infektionszahlen sprach sich der Verbandschef deshalb für eine 3G-Regel bei Lehrkräften aus.

Sieben-Tage-Inzidenz bei 213,7 - Höchster Wert seit Pandemie-Beginn

06:30 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen und hat den zweiten Tag in Folge einen Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 213,7 an. Bereits am Montag hatte es mit 201,1 einen Rekord bei den tagesaktuell vom RKI berichteten Inzidenzen gegeben.

Vor einer Woche hatte der Wert bei 153,7 (Vormonat: 64,4) gelegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 21.832 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.00 Uhr wiedergeben. Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 37.120 einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Vor genau einer Woche hatte der Wert bei 10.813 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 169 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 81 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.804.378 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Montag mit 3,93 an (Freitag: 3,91). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.397.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 96.727.

Patientenbeauftragte rechnet mit baldigen Notverlegungen von Corona-Patienten

05:36 Uhr: Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung rechnet damit, dass bald wieder Notverlegungen von Corona-Erkrankten erforderlich sein werden. "Mittlerweile werden Patienten innerhalb des eigenen Bundeslandes verlegt. Ich gehe davon aus, dass die deutschlandweite Kleeblattverlegung nur noch eine Frage der Zeit ist", sagte die Beauftragte Claudia Schmidtke den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben).

Der Begriff beschreibt ein logistisches System zur länderübergreifenden Verteilung und Versorgung von Corona-Patienten aus Intensivstationen. Schmidtke betonte, die Lage in den Kliniken sei angesichts knapper werdender COVID-19-Behandlungsplätze auf den Intensivstationen "insbesondere im Osten und im Süden des Landes mittlerweile äußerst kritisch".

Mit Blick auf die Entwicklung der Pandemie sei die Entscheidung, sich impfen zu lassen, keine individuelle Entscheidung mehr, sondern eine gesellschaftliche, sagte Schmidtke. "Unter der Corona-Pandemie der Ungeimpften leiden mittlerweile die Geimpften."

Dies betreffe auch die Behandlung von Intensivpatienten, die geimpft seien und an einer anderen Erkrankung als COVID-19 litten. "Ich hoffe sehr, dass es nicht zu einem gesellschaftlichen Konflikt zwischen geimpften und nicht geimpften Patientinnen und Patienten kommt", sagte Schmidtke.

Zugleich rief sie alle Beschäftigten in den Pflege- und Gesundheitsberufen auf, sich impfen zu lassen. Angehörige dieser Berufsgruppen seien auch ohne eine Impfpflicht "aufgefordert, ihrer besonderen Verantwortung nachzukommen, die ihnen anvertrauten Menschen nicht zu gefährden".

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Wie Länder weltweit die Corona-Impfpflicht handhaben

Als erstes Land der EU führt Österreich voraussichtlich am Freitag eine allgemeine Corona-Impfpflicht für Erwachsene ein. Selbst weltweit ist die Alpenrepublik damit noch eine Ausnahme. Dagegen verhängen mehr und mehr Staaten eine teilweise Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Ein Überblick (Stand 31. Januar). (mf/msc/afp)

Umfrage: Mehrheit will weitere Beschränkungen für Ungeimpfte

05:01 Uhr: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet weitere Beschränkungen für Ungeimpfte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprechen sich 31 Prozent dafür aus, die sogenannte 2G-Regel stärker als bisher anzuwenden.

Sie erlaubt nur den von COVID-19 Genesenen und gegen Corona Geimpften den Zutritt beispielsweise zu Restaurants, Kinos oder Konzerten. Weitere 25 Prozent der Befragten sind für eine flächendeckende 2G-Regel in ganz Deutschland.

19 Prozent meinen dagegen, dass Ungeimpfte mit einem negativen Testergebnis Geimpften bei den Zutrittsregeln gleichgestellt werden sollten (3G). 18 Prozent wünschen sich, dass alle Zugangsbeschränkungen abgeschafft werden.

In Österreich gilt wegen der stark steigenden Corona-Zahlen seit Montag bundesweit die 2G-Regel für den Zutritt zu Lokalen, Fitnesscentern, Veranstaltungen und Friseursalons. In Deutschland gibt es dagegen keine einheitliche Regelungen. Sachsen setzt bisher als einziges Bundesland die 2G-Regel in Teilen des öffentlichen Lebens flächendeckend und verpflichtend um.

Dort haben nur noch Genesene und Geimpfte Zutritt etwa zur Innengastronomie, zu Diskotheken oder Freizeit- und Kultureinrichtungen. Auch Großveranstaltungen wie Fußball im Stadion sind betroffen.

In anderen Bundesländern ist es Betreibern von Restaurants oder Veranstaltern selbst überlassen, ob sie die 2G-Regel anwenden wollen. Sie ist umstritten. Manche Experten kritisieren, sie wiege die Menschen in falscher Sicherheit, weil auch Geimpfte sich infizieren und das Virus übertragen könnten.

Sie fordern deshalb, auch Geimpfte und Genesene regelmäßig zu testen, vor allem dort, wo besonders gefährdete Menschen leben, und diese Tests wieder kostenlos anzubieten.

Millionen Tonnen Corona-Müll

04:33 Uhr: Die Corona-Pandemie hat weltweit zu einem deutlich erhöhten Aufkommen von Plastikmüll geführt. Laut einer Schätzung sind bis August rund 8,4 Millionen Tonnen Plastikmüll in 193 Ländern durch die Pandemie angefallen, wie Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS") schreiben. Zum Vergleich: Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) produziert die Menschheit insgesamt rund 300 Millionen Tonnen Plastikmüll im Jahr.

Das Team um die Wissenschaftler Yiming Peng und Peipei Wu geht nun davon aus, dass ein Großteil des Corona-Abfalls (rund 87,4 Prozent) in Krankenhäusern entstand, insbesondere in asiatischen Ländern. 7,6 Prozent seien auf Masken und andere Schutzausrüstung für den privaten Gebrauch zurückzuführen, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Forscher hervorging. Verpackungen für den boomenden Online-Handel hätten rund 4,7 Prozent des zusätzlichen Abfalls ausgemacht.

"Kunststoffabfälle schaden dem Leben im Meer und sind zu einem großen globalen Umweltproblem geworden." Die Corona-Pandemie habe zu einer erhöhten Nachfrage nach Einwegplastik geführt, was den Druck auf "dieses bereits außer Kontrolle geratene Problem noch verstärkt", schreiben die Forscher.

Bereits über 25 000 Tonnen des Corona-Mülls seien so bereits in die Weltmeere gelangt. Dies stelle ein lang anhaltendes Problem für die Meeresumwelt dar. Innerhalb von drei bis vier Jahren werde ein großer Anteil dieses Mülls entweder an Strände gespült oder auf den Meeresgrund sinken. Die Forscher forderten einen besseren Umgang mit medizinischen Abfällen, insbesondere in Entwicklungsländern.

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Mehr zum Themenkomplex Coronavirus:

Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.
Apotheke, Düren, Nordrhein-Westfalen, Corona-Pandemie, Coronavirus, Corona-Test, 2021

Grüne und FDP fordern: Bundesregierung soll Fehler rückgängig machen und Gratistests wieder einführen

Zum 11. Oktober schaffte die Bundesregierung das Angebot kostenloser Tests für Bürgerinnen und Bürger auf eine Infektion mit dem Coronavirus weitgehend ab. Der erwünschte Effekt, mehr Menschen zur Impfung zu bewegen, blieb aus. Die Stimmen werden lauter, die eine Wiedereinführung des Angebots fordern. (Teaserbild: picture alliance / Rupert Oberhäuser)