• 21:08 Uhr: Gesundheitsminister stellen sich auf Impfbeginn am 27. Dezember ein
  • 19:17 Uhr: Bundestag beschließt Homeoffice-Pauschale
  • 18:58 Uhr: Bundesregierung plant Versand von FFP2-Masken
  • 16:42 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo nach Corona-Kontakt in Quarantäne
  • 15:29 Uhr: WHO Europa empfiehlt Weihnachtsfest mit Mund-Nasen-Schutz

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Top-News: Gesundheitsminister stellen sich auf Impfbeginn am 27. Dezember ein

Die Gesundheitsminister der Länder stellen sich auf einen Beginn der Corona-Impfungen am 27. Dezember ein. Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Länder über die zu erwartende Zulassung und Lieferung des Biontech-Impfstoffes informiert, wie die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwochabend mitteilte. "Für die Bundesländer ergibt sich daraus der 27.12. als Starttermin für die Impfungen gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2. Insbesondere soll mit der Impfung in den Pflegeheimen begonnen werden."

Für den Impfstoff der Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer will die Europäische Arzneimittelagentur EMA bereits am nächsten Montag (21. Dezember) grünes Licht geben - acht Tage früher als geplant. In Großbritannien, den USA und Kanada ist der Impfstoff bereits auf dem Markt - allerdings mit Hilfe von Notfallzulassungen.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick

21:25 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern will eine Quarantäne für Reiserückkehrer aus deutschen Corona-Risikogebieten einführen. Wie diese für die Einwohner des Bundeslandes genau aussehen soll, werde bei einer Sonder-Kabinettssitzung am Freitag besprochen, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Mittwochabend in Schwerin. "Klar ist, dass wir nicht einfach so in Deutschland in Risikogebiete, gerade Hotspots, reisen können und zurückkommen können, als sei nichts gewesen."

Reisen zur Kernfamilie - Schwesig nannte Eltern und Kinder - sollen aber möglich bleiben, auch wenn die Region, in denen die Angehörigen leben, ein Corona-Risikogebiet ist. "Wir wollen nicht die Reisen verbieten", sagte die Ministerpräsidentin. "Wir prüfen, bei welchen Reisen, wenn man zurück kommt, man selber in Quarantäne muss." Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten, etwa Polen, müssen bereits in Quarantäne.

Bundestag beschließt Homeoffice-Pauschale

19:17 Uhr: Wer während der Coronakrise von zu Hause arbeitet, soll seine Ausgaben leichter in der Steuererklärung geltend machen können. Der Bundestag beschloss am Mittwochabend eine Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr. Sie soll für die Steuererklärungen der Jahre 2020 und 2021 gelten - danach, so hofft man, könnte die Corona-Pandemie im Griff sein und die meisten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Damit die Regelung in Kraft treten kann, muss am Freitag aber noch der Bundesrat zustimmen.

Pro Tag am Heim-Schreibtisch werden demnach bei der Steuerberechnung 5 Euro angerechnet, maximal 120 Tage im Jahr. Dieser Betrag wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen, so dass die fälligen Steuern sinken. Allerdings zählt die Homeoffice-Pauschale zu den Werbungskosten, für die allen Steuerzahlern pauschal 1000 Euro angerechnet werden. Nur wer mit seinen Ausgaben hier über 1000 Euro kommt, profitiert also von der Maßnahme.

Im gleichen Gesetz verlängerte der Bundestag auch die geltende Regelung, nach der Zuschüsse vom Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld steuerfrei bleiben.

Merkel: Auch Versand von FFP2-Masken an Risikogruppen geplant

18:58 Uhr: Die vom Bund finanzierten FFP2-Masken für Menschen aus Corona-Risikogruppen sollen nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel im neuen Jahr auch zugeschickt werden können - um Schlangen beim Abholen in Apotheken zu vermeiden. Auf eine Frage der FDP, ob ein Versand angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen nicht besser gewesen wäre, sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag: "Das wird in einem zweiten Schritt auch geschehen."

Die am Dienstag gestartete Abgabe von zunächst drei kostenlosen Masken in Apotheken habe - mit Ausnahmen - im Großen und Ganzen gut geklappt. "Wir standen vor der Frage, vor Weihnachten nichts zu tun oder dies zu tun", erläuterte Merkel. Der Rest der Masken solle im Januar aber auch anderweitig verteilt werden.

Lettland meldet erstmals mehr als 1.000 Corona-Neuinfektionen

17:46 Uhr: In Lettland steigen trotz strikter Corona-Maßnahmen die Infektionszahlen weiter rapide. Am Mittwoch wurden mit 1.023 Fällen erstmals mehr als 1.000 festgestellte Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit wurden in dem Ostseestaat mit 1,9 Millionen Einwohner seit Beginn der Pandemie mehr als 27.000 Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. 382 Personen starben an dem Virus.

Lettland registriert seit dem Herbst einen deutlichen Anstieg der Zahl an Neuinfektionen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung aktuell schlechter als in Deutschland.

Die Regierung in Riga hatte angesichts der Entwicklung im November einen inzwischen bis zum 11. Januar verlängerten Notstand ausgerufen und zusätzliche Beschränkungen eingeführt. Trotzdem hat sich noch keine Kehrtwende eingestellt. Nach Ansicht von Staatspräsident Egils Levits und Regierungschef Krisjanis Karins sind weitere Einschränkungen nötig, um das Virus unter Kontrolle zu bringen.

Douglas will kleinen Teil der Filialen im Lockdown geöffnet lassen

17:15 Uhr: Die Parfümeriekette Douglas will im Corona-Lockdown einen kleinen Teil ihrer Filialen in mehreren Bundesländern geöffnet lassen. Die entsprechenden Filialen führten ein Angebot an Drogerieprodukten, seien aber zum Beispiel "nicht im Luxussegment einzuordnen", erklärte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch auf AFP-Anfrage.

Douglas verwies in diesem Zusammenhang auf die vereinbarten Lockdown-Ausnahmen im Handel, wonach Drogerien auch weiterhin geöffnet bleiben können. Dabei sei der Begriff Drogerie selbst "rechtlich nicht spezifiziert", erklärte die Sprecherin. "Douglas hält sich an alle geltenden Verordnungen."

Zuvor hatte die Gewerkschaft Verdi in Hessen der Parfümerie vorgeworfen, sie wolle in Zeiten des Lockdowns "wohl zur 'Drogerie' mutieren". "Wer den dringenden Lockdown und das erlaubte Weiterführen bestimmter Geschäfte auf solche Weise fehlinterpretiert, macht sich nicht nur unglaubwürdig", kritisierte der hessische Verdi-Fachbereichsleiter Handel, Bernhard Schiederig. Das Vorgehen von Douglas sei "im stärksten Maße anrüchig".

Douglas erklärte hingegen, Körperpflegeprodukte wie Cremes, Shampoo, Seife, Deodorants, Make-up, Parfüms und Hygieneprodukte dürften "laut Beschluss ausdrücklich weiter verkauft werden". "Daher wird auch ein Teil der Stores von Douglas mit einem Angebot an Drogerieprodukten für den Einkauf geöffnet bleiben." Andere große Drogerieketten böten ein vergleichbares Sortiment an.

US-Außenminister Mike Pompeo nach Corona-Kontakt in Quarantäne

16:42 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo hat sich nach einem Corona-Kontakt in Quarantäne begeben. Pompeo habe Kontakt zu einer Person gehabt, die positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums am Mittwoch.

Ein Corona-Test sei bei Pompeo negativ ausgefallen. Er folge mit der Quarantäne aber den Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC und werde vom Ärzteteam des Außenministeriums beobachtet. Unter Verweis auf den Schutz der Privatsphäre machte das Ministerium keine Angaben zu der Person, mit der Pompeo Kontakt hatte.

Die Richtlinien der CDC besagen, dass eine Person die Quarantäne nach Tag sieben beenden kann, wenn ein negativer Test vorliegt, der frühestens am fünften Tag nach dem Corona-Kontakt erfolgte.

Menschen mit Corona-Impfung können Nebenwirkungen online melden

16:20 Uhr: Zum Start der Corona-Impfung voraussichtlich in der kommenden Woche sollen geimpfte Menschen mögliche Nebenwirkungen auch per App melden können. Ein Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekräftigte am Mittwoch in Berlin, "dass wir absolut transparent umgehen werden mit Meldungen über Nebenwirkungen". Sie müssten dazu bekannt gemacht werden.

Die vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) programmierte App werde zum Start der Impfung in App-Stores heruntergeladen werden können. Eine andere Möglichkeit, Nebenwirkungen zu melden, sei die bestehende Website https://nebenwirkungen.bund.de.

Laut PEI und Robert Koch-Institut gibt es bei den neuen Impfungen nur die etwa auch bei Grippe-Impfungen möglichen kurzfristigen Nebenwirkungen:

  • vorübergehende Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schmerzen an der Injektionsstelle
  • leichtes Fieber
  • Muskelschmerzen

Langzeiterfahrungen gibt es zwar nicht, aber auf spätere schwerere Nebenwirkungen deutet laut PEI auch nach intensiven Überlegungen und auf Basis von Studien nichts hin.

Wichtig: Terminvereinbarungen zum Impfen sind über die neue App nicht möglich, eine Verbindung zur Corona-Warnapp besteht auch nicht.

Gericht: Führerscheinentzug auch in Pandemie-Zeiten zumutbar

15:56 Uhr: Ein Führerscheinentzug ist auch in Zeiten der Corona-Pandemie zumutbar. Dies gelte auch dann, wenn der Betroffene auf das Autofahren angewiesen sei, teilte das Verwaltungsgericht Koblenz am Mittwoch mit.

Der Beschluss in dem Eilverfahren wurde am 1. Dezember gefasst (Az. 4 L 1078/20.KO). Ein Mann, dem wegen zu vieler Punkte im Verkehrszentralregister der Führerschein entzogen worden war, hatte argumentiert, er müsse für seine Eltern Versorgungsfahrten machen.

Solche Auswirkungen müssten hingenommen werden, das sei keine unzumutbare Härte, beschied das Gericht dagegen. Ungeeignete Kraftfahrer gefährdeten andere Menschen, das gelte auch während der Coronakrise.

WHO Europa empfiehlt Weihnachtsfest mit Mund-Nasen-Schutz

15:29 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt den Europäern ans Herz, an Weihnachten und Neujahr bei Festen mit Familie und Freunden einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Zusammenkünfte sollten wenn möglich draußen stattfinden, die Teilnehmer zudem Maske tragen und ausreichend Abstand zueinander halten, teilte die WHO Europa am Mittwoch mit. Treffe man sich drinnen, sollte die Zahl der Teilnehmer begrenzt sein und eine gute Lüftung sichergestellt werden.

"Indoor-Versammlungen - auch kleinere - können besonders riskant sein, da sie Gruppen von jungen und alten Menschen aus verschiedenen Haushalten zusammenbringen", erklärte das WHO-Regionalbüro auf ihrer Webseite, wo sie eine Reihe von Empfehlungen für die Winterferien ausgab.

Es möge sich unangenehm anfühlen, umgeben von Freunden und Familien Masken zu tragen und sich körperlich zu distanzieren. "Aber das trägt erheblich dazu bei, dass jeder sicher und gesund bleibt." Es bestehe ein hohes Risiko, dass das Coronavirus in den ersten Wochen und Monaten 2021 weiter erstarke - dagegen müsse jeder etwas tun.

Niedersachsen will für Impfstoff auch sonntags Laster fahren lassen

15:03 Uhr: Für eine schnelle Verteilung des Corona-Impfstoffes sollen nach Ansicht des niedersächsischen Verkehrsministeriums auch sonn- und feiertags Lastwagen fahren dürfen.

Nach Angaben eines Ministeriumssprechers vom Mittwoch haben sich bereits die Länder abgestimmt, die Sonn- und Feiertagsfahrverbote für die Lieferung des Impfstoffes und der Kühlsysteme auszusetzen.

"Seitens unseres Hauses gibt es dort keine Vorbehalte, das per Erlass sofort zu regeln und damit die logistische Versorgung sicherzustellen", sagte er. Der niedersächsische Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) werde darüber in Kürze mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprechen, da das Land ein bundeseinheitliches Vorgehen wolle.

Mehr als 24 Millionen Corona-Warn-App-Nutzer

14:39 Uhr: Ein halbes Jahr nach Bereitstellung der Corona-Warn-App hat die Bundesregierung die Menschen in Deutschland aufgerufen, die App zu laden und Testergebnisse zu hinterlegen.

Mehr als 24 Millionen mal sei die App inzwischen heruntergeladen worden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Die vergangenen Tage seien noch einmal viele hinzugekommen.

"Jeder, der hinzukommt, hilft", sagte Seibert. 171 von 180 Testlaboren seien an die Warn-App angeschlossen. Über 5,6 Millionen Testergebnisse seien übermittelt worden, über 130.000 User hätten positive Ergebnisse über die App geteilt - dies seien allerdings erst 54 Prozent der entsprechend Getesteten.

EU-Kommission will bis 23. Dezember über Impfstoff-Zulassung entscheiden

14:04 Uhr: Die EU will bis zum 23. Dezember über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Pfizer und Biontech entscheiden. Nach einer positiven Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA am Montag werde die EU-Kommission "innerhalb von zwei Tagen" über die Marktzulassung befinden, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Brüssel. Damit wird das bereits angekündigte Schnellverfahren nochmals um einen Tag verkürzt.

Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte am Dienstag den Termin für ihre mögliche Zulassungsempfehlung für den Impfstoff von Biontech und Pfizer um rund eine Woche auf den kommenden Montag vorgezogen. Danach entscheidet die EU-Kommission zusammen mit den Mitgliedstaaten über die Marktzulassung.

Die Kommission ist dabei verpflichtet, alle wissenschaftlichen Unterlagen, Produktinformationen, Schulungsmaterial für Gesundheitspersonal, Kennzeichnung sowie Anwendungsbedingungen zu überprüfen. Danach müssen die Mitgliedstaaten mit qualifizierter Mehrheit zustimmen.

Normalerweise dauert ein solches Verfahren von der EMA-Empfehlung bis zur Marktzulassung laut Kommission 67 Tage. Denn dafür müssen auch alle Unterlagen in die Landessprachen aller Mitgliedstaaten übersetzt werden. Im beschleunigten Verfahren müssen Produktinformationen nur elektronisch auf allen Amtssprachen vorliegen, die Fristen für die Konsultation der Mitgliedstaaten werden deutlich verkürzt.

Corona: Diakonie und Caritas fordern mehr Unterstützung für Pflege

13:35 Uhr: Caritas und Diakonie haben angesichts der aktuellen Corona-Lage mehr Unterstützung für die Pflege gefordert. Die für soziale Arbeit der katholischen und evangelischen Kirche zuständigen Organisationen wiesen am Mittwoch bei einer gemeinsamen Online-Pressekonferenz auf Personalengpässe und eine angespannte Lage in Pflegeheimen hin. Die Mitarbeiter seien erschöpft, es sei vielerorts ein Ritt auf der Rasierklinge, sagte der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher.

"Die Rettungsschirme, die die Politik gespannt hat, helfen sehr, die Folgen der Pandemie in unseren Einrichtungen und Diensten abzufedern. Sie können aber nicht alles auffangen", sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie und forderte längerfristige Lösungen über den März hinaus. Man werde bis dahin mitnichten wieder in einem normalen Modus sein.

Mit Blick auf Weihnachten verwiesen beide auf ein schwieriges Spannungsfeld: "Die Isolation der Bewohnerinnen und Bewohner soll bei größtmöglichem Schutz vermieden werden. Dazu braucht es Testkapazitäten vor Ort, aber auch Personal, das durch Infektionen und Quarantäne-Maßnahmen von Tag zu Tag knapper wird", sagte Lilie. Zwar kommen den Angaben zufolge inzwischen Corona-Schnelltests in der Altenpflege an, es fehle aber das Personal, um diese durchzuführen. Diakonie und Caritas fordern daher externe Hilfe etwa durch Feuerwehrsanitäter. Insgesamt sieht Neher die Einrichtungen im genannten Spannungsfeld inzwischen aber "deutlich besser aufgestellt" als im Frühjahr. Er nannte vorhandene Schutzkleidung, Schutzkonzepte, Tests und spezielle Besucherräume.

Caritas (katholische Kirche) und Diakonie (evangelische Kirche) sind nach eigenen Angaben zusammen für mehr als 55.000 Einrichtungen und ambulante Pflegedienste mit rund 1,3 Millionen Mitarbeitern verantwortlich.

Kretschmer denkt über weitere Maßnahmen nach, um "extreme Notlage" zu vermeiden

13:26 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht ausgeschlossen. Im Landtag berief er sich am Mittwoch auf jüngste Auswertungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Humboldt-Universität, wonach Thüringen und Sachsen deutschlandweit die sogenannte Binnenmobilität anführten.

Wenn viele Menschen unterwegs seien, sei das "pures Gift" für die Bekämpfung der Pandemie. Kretschmer kündigte an, die Situation in den nächsten Tagen weiterhin auszuwerten und möglicherweise über weitere Maßnahmen zu entscheiden. Sonst drohe eine "extreme Notlage".

Die Corona-Lage in Sachsen spitzt sich unterdessen deutlich zu. Das RKI meldete am Mittwoch 5603 neue Infektionen im Vergleich zum Vortag. Dazu kommen 153 neue Todesfälle. Die Zahl der Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche – die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz - kletterte damit auf 407,1. Das ist nach wie vor mit Abstand der höchste Wert aller Bundesländer.

Tabakhersteller startet Studie von Impfstoff auf der Basis von Tabakblättern

12:39 Uhr: Das für seine Zigarettenmarken wie Lucky Strike und Dunhill bekannte britische Tabakunternehmen BAT steigt über seine US-Biotech-Tochter Kentucky BioProcessing (KBP) in die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs auf der Basis von Tabakblättern ein.

Nach dem grünen Licht der US-Arzneimittelbehörde werde KBP klinische Studien der Phase 1 starten, bei der die Verträglichkeit des Wirkstoffs getestet wird, teilte der Tabakkonzern am Mittwoch mit.

Für die Studie sollen demnach 180 gesunde Probanden in den beiden Altersgruppen 18 bis 49 Jahre und 50 bis 70 Jahre getestet werden. Ergebnisse werden bis Mitte 2021 erwartet, danach könnte Phase 2 der klinischen Studien mit deutlich mehr Probanden beginnen - wenn die Behörden weiter zustimmen.

Laut der Erklärung gelang es der Biotech-Firma, einen Teil der COVID-19-Sequenz zu klonen und so ein Molekül zu entwickeln, das Antikörper zum Schutz gegen das Virus produzieren kann. Dieses Molekül wird nun von den Pflanzen produziert.

Die Technologie kann demnach effizienter und schneller Antikörper produzieren als herkömmliche Verfahren. Der Impfstoff bleibe zudem bei normaler Raumtemperatur stabil, während andere Wirkstoffe meist kühl gelagert werden müssen.

Mit Hilfe derselben Technologie entwickelt KBP derzeit auch einen Grippeimpfstoff, der ebenfalls in die Phase 1 der klinischen Studien eintreten wird. Auch andere Biotechfirmen wie etwa das kanadische Unternehmen Medicago nutzen Tabakblätter zur Entwicklung von Impfstoffen.

Kabinett verabschiedet "Deutschen Aufbauplan" für Corona-Hilfsgelder der EU

11:44 Uhr: Die Bundesregierung will die Mittel aus dem Corona-Aufbaufonds schwerpunktmäßig in den Bereichen Klimaschutz und Digitalisierung einsetzen. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch in Berlin den "Deutschen Aufbau- und Resilienzplan".

Der Plan, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, listet die Projekte auf, die mit den Deutschland zustehenden Geldern aus dem europäischen Fonds finanziert werden sollen. Für Klimaschutz und Digitalisierung sind jeweils rund 40 Prozent der erwarteten 23,6 Milliarden Euro Zuschüsse vorgesehen.

Allein in den Jahren 2021 und 2022 sollen davon 15,2 Milliarden Euro vergeben werden können. Im Bereich Klimaschutz sollen die Mittel insbesondere drei Bereiche stärken - die Dekarbonisierung durch erneuerbaren Wasserstoff, die klimafreundliche Mobilität und das klimafreundliche Bauen und Sanieren. Neben Klimaschutz und Digitalisierung sollen noch Projekte etwa in den Bereichen Bildung und sozialer Zusammenhalt bedacht werden.

Die Mittel bedeuteten eine "Investition in die Zukunft", sagte Unionsfraktionsvize Andreas Jung (CDU) der AFP. "Insgesamt stehen Klimaschutz, Digitalisierung und ihre Verknüpfung im Mittelpunkt des deutschen Aufbauplans", sagte er. "Mit nachhaltiger Mobilität, innovativer Energie und effizientem Bauen werden Umweltschutz und Wettbewerbsfähigkeit gestärkt."

Jung hob hervor, dass Mittel auch in deutsch-französische Projekte wie ein "virtuelles Zentrum" für künstliche Intelligenz und einen "Wirtschafts- und Innovationspark" in Fessenheim fließen sollen.

Der europäische Corona-Wiederaufbaufonds soll ein Volumen von 750 Milliarden Euro haben. Er geht auf eine Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zurück.

Ärztechef hält Corona-Auflagen mindestens bis Ostern für nötig

10:20 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet im Kampf gegen das Coronavirus mit harten Einschränkungen bis ins Frühjahr. "Auch wenn die Impfungen jetzt früher beginnen als erwartet, wird der Effekt nur allmählich zu einer Verbesserung der Lage beitragen. Wir werden mindestens noch bis Ostern mit verschiedenen Lockdown-Maßnahmen leben müssen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die bayerische Lernplattform "Mebis" war am Mittwochmorgen nicht zu erreichen.

Bayerns Lernplattform "Mebis" fällt zum Lockdown-Start aus

09:42 Uhr: Zu Beginn des zweiten harten Lockdowns am Mittwoch ist es bei dem Lernportal "Mebis" des bayerischen Kultusministeriums zu Ausfällen und starken Einschränkungen gekommen. Mit Hilfe des Online-Programms können Lehrer und Schüler Aufgaben austauschen und virtuelle Klassenräume bilden.

"Aktuell melden sich sehr viele Nutzerinnen und Nutzer gleichzeitig an der Lernplattform an. Dadurch kommt es leider zu langen Wartezeiten. Alle anderen Mebis-Teilangebote stehen voll zur Verfügung", heißt es in einem Hinweis auf der Webseite.

"Mebis" hatte bereits in der Vergangenheit bei starker Nachfrage mit Problemen zu kämpfen. So klagten viele bayerische Lehrer am vergangen Mittwoch mit Beginn des landesweiten Distanzunterrichts über Ausfälle des Dienstes.

Laut eigenen Angaben nutzten im November 5600 der 6200 Schule im Freistaat das Angebot, insgesamt eine Millionen Nutzer waren demnach registriert. Das zuständige Ministerium hatte bereits im März versprochen, IT-Kapazitäten "mit Hochdruck" auszubauen, um "den stark gestiegenen Zugriffszahlen" gerecht werden zu können.

Spahn erwartet Normalisierung im Sommer - und bis dahin Hygienemaßnahmen

08:19 Uhr: Angesichts des bald erwarteten Impfstarts gegen das Coronavirus in Deutschland rechnet Gesundheitsminister Jens Spahn mit einer Normalisierung der Lage in einigen Monaten. "Ab dem Sommer können wir Zug um Zug in die Normalität zurückkehren", sagte der CDU-Politiker dem Sender RTL/ntv am Mittwoch. Dann gebe es genug Impfstoff für alle, die sich impfen lassen wollen. "So lange werden wir weiterhin aufeinander aufpassen und damit auch intensivste und schwerste Verläufe reduzieren müssen", betonte Spahn.

Auch Hygienemaßnahmen seien bis dahin weiter nötig. "Wir werden bis weit ins nächste Jahr hinein weiterhin auch diese Regeln brauchen." Spahn zufolge müssten sich 55 bis 65 Prozent der Bevölkerung impfen lassen, um die Ausbreitung des Virus zum Erliegen zu bringen. Lokale Ausbrüche seien zwar, wie bei anderen Viren auch, noch möglich, aber nicht mehr eine solche Infektionsdynamik. Er bezeichnete die Impfung als ein "Gebot der Vernunft".

952 neue Corona-Tote - trauriger Rekord bei Sterbefällen in Deutschland

Der bisherige Höchststand bei der Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer der Corona-Pandemie ist deutlich übertroffen worden: Wie das Robert-Koch-Institut am Mittwochmorgen mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 952 Sterbefälle verzeichnet. Der vorige Rekord lag bei 598 Corona-Toten, sie wurden am vergangenen Freitag registriert.
An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Klinische Studie für Corona-Impfstoff von Valneva läuft in Großbritannien an

07:57 Uhr: Das französisch-österreichische Biotech-Unternehmen Valneva beginnt in Großbritannien mit der klinischen Studie für seinen Corona-Impfstoffkandidaten. Das Mittel werde an 150 gesunden Erwachsenen getestet, teilte das Unternehmen mit Sitz im westfranzösischen Nantes am Mittwoch mit. Dabei solle die Sicherheit des Impfstoffs überprüft werden sowie seine Fähigkeit, eine Immunantwort hervorzurufen.

Valneva hofft darauf, dass sein Impfstoff im Herbst 2021 zugelassen werden kann. Ursprünglich war dies bereits für Mitte kommenden Jahres vorgesehen.

Großbritannien hat 60 Millionen Dosen des Vakzins vorbestellt, zudem sicherte sich die Regierung in London Optionen auf 130 Millionen weitere Dosen in den Jahren 2022 bis 2025. Valneva setzt bei seinem Impfstoffkandidaten inaktive Coronaviren ein, um eine Immunantwort des Körpers hervorzurufen. Das Unternehmen hat bereits Impfstoffe gegen die Japanische Enzephalitis und gegen Cholera entwickelt.

952 neue Corona-Tote - trauriger Rekord bei Sterbefällen in Deutschland

06:31 Uhr: Bei der Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer der Corona-Pandemie in Deutschland ist ein neuer Höchststand erreicht worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 952 Sterbefälle verzeichnet. Damit wurde der bisherige Höchststand von 598 Todesfällen, der am vergangenen Freitag registriert worden war, deutlich übertroffen. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg auf 23.427.

Wie das RKI unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter ebenfalls mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden 27.728 neue Ansteckungsfälle erfasst. Der Rekordwert liegt bei 29.875 Ansteckungen und war ebenfalls am Freitag registriert worden.

Die Gesamtzahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs laut RKI auf 1.379.238. Die Zahl der Genesenen gab das Institut mit rund 1.025.000 an.

Die Rekordzahl bei den Corona-Toten wurde am selben Tag verzeichnet, an dem in ganz Deutschland in neuer harter Lockdown in Kraft trat. Ab diesem Mittwoch bleibt ein Großteil der Geschäfte geschlossen. Auch die Schulen machen dicht. Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 10. Januar.

Corona-Tests für Reiserückkehrer nicht mehr kostenlos

5:56 Uhr: Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten mit hohen Infektionszahlen im Ausland sind seit diesem Mittwoch nicht mehr kostenlos. Dieser im Sommer eingeführte Anspruch ist am Dienstag ausgelaufen, wie eine kürzlich verkündete Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums festlegt. Bisher konnten sich solche Urlauber gratis testen lassen, um eine bei der Rückkehr nach Deutschland verpflichtende Quarantäne zu verkürzen.

Damit werden die Regelungen weiter verschärft. Wer eine "vermeidbare Reise" in Risikogebiete macht, bekommt für die Zeit der Quarantäne auch schon keine Verdienstausfallentschädigung mehr. Ausgenommen sind "außergewöhnliche Umstände", etwa die Geburt eigener Kinder oder der Tod naher Angehöriger. Welche Länder für deutsche Urlauber als Risikogebiete gelten, ist auf einer Liste des bundeseigenen Robert Koch-Instituts (RKI) angegeben.

Harter Lockdown beginnt: Öffentliches Leben wird heruntergefahren

00:01 Uhr: In ganz Deutschland hat der harte Lockdown begonnen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Von diesem Mittwoch an gelten vorerst bis zum 10. Januar entsprechende Verordnungen in den Bundesländern. Einzelhandelsgeschäfte mit Ausnahme der Läden für den täglichen Bedarf müssen schließen, auch Schulen bleiben grundsätzlich zu oder die Präsenzpflicht ist ausgesetzt.

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Hygiene schützt: Die wichtigsten Regeln in der Corona-Zeit

Abstand halten, Hände waschen, Maske richtig verwenden - Hygiene ist das beste Mittel in der Coronakrise. Auch vor Erkältungs- und Grippeviren vermag sie uns zu schützen. Welche Regeln zum Alltag gehören und bei welchen Symptomen Sie lieber zu Hause bleiben sollten.

Alle Corona-Meldungen vom 15. Dezember zum Nachlesen finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.