• 19:35 Uhr: Illegale Party mit 23 Personen? Gladbach streicht Embolo
  • 16:28 Uhr: Ausrede nach Corona-Party - Sie wussten nicht, dass Pandemie ist
  • 14:48 Uhr: Corona setzt Steakhaus-Kette zu: Maredo entlässt fast alle Mitarbeiter
  • 13:04 Uhr: Unbekannte Corona-Variante in Garmisch-Partenkirchen - Drosten soll sie untersuchen
  • 10:50 Uhr: Trotz Corona: 170 Teilnehmer bei Gottesdienst in Berlin angetroffen
  • 06:23 Uhr: 7.141 Corona-Neuinfektionen und 214 neue Todesfälle gemeldet
Eine Analyse

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Top-News: Illegale Party mit 23 Personen? Gladbach streicht Embolo

19:35 Uhr: Wegen eines möglichen Corona-Verstoßes hat Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach Stürmer Breel Embolo "vorsorglich" aus dem Kader für das Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen gestrichen. Das teilte der Club am Montagabend mit. Zuvor sei bekannt geworden, dass der Schweizer Nationalspieler "möglicherweise gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen" habe, hieß es weiter. Die "Bild" berichtete, dass Embolo an einer illegalen Party in Essen mit 23 weiteren Menschen gefeiert haben soll. Die Party soll von der Polizei aufgelöst worden sein. Dort hatten zahlreiche Personen ohne Abstand und Gesichtsmasken gefeiert.

Am späten Abend bestätigte der Schweizer in einer über den Twitter-Account seines Vereins verbreiteten Mitteilung, dass die Polizei seine Personalien aufgenommen habe. Dies sei jedoch in der Wohnung eines Kollegen gewesen, bei dem er Basketball habe sehen wollen.

Diese Wohnung "befand sich in unmittelbaren Umfeld des Lokals, in dem diese Party stattfand", schrieb Embolo auf Instagram. Und weiter: "Es trifft aber nicht zu, dass ich an einer Party teilgenommen habe. Das ist eine falsche Darstellung." Bei seinem Kollegen gewesen zu sein, bezeichnete er als Fehler. "Ich hätte nicht dort sein sollen, das war ein Fehler und leider kann ich deshalb morgen im Spiel gegen Bremen nicht dabei sein und das tut mir sehr leid", schrieb der 23-Jährige.

Auch ins Mannschaftstraining wird Embolo erst wieder einsteigen, wenn negative Corona-Tests von ihm vorliegen, wie die Borussia weiter mitteilte. Worin die möglichen Verfehlungen des Schweizers bestanden, ließ der Verein zunächst offen.

Die weiteren Corona-News des Tages im Live-Ticker:

Neuer Lieferplan: Weniger Biontech-Impfstoff kommende Woche

22:45 Uhr: Für die Corona-Impfungen in Deutschland liegen nun genauere Angaben zu vorübergehend geringeren Impfstoff-Lieferungen der Hersteller Biontech und Pfizer vor. Für diese Woche ist noch eine größere Menge vorgesehen, in der kommenden Woche dann aber weniger. Das geht aus einem Lieferplan von Biontech hervor, der am Montag der Gesundheitsministerkonferenz der Länder vorgestellt wurde. In dieser Woche sollen die Länder demnach 842.400 Dosen bekommen - bezogen auf die nun zugelassene Entnahme von sechs statt fünf Dosen aus einer Ampulle. Bisher genannt worden waren 667.875 Dosen bezogen auf fünf mögliche Dosen, das entspricht bei sechs möglichen insgesamt 801.450.

In der Woche vom 25. Januar soll dann aber weniger Impfstoff kommen als bisher vorgesehen, wie aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Übersicht hervorgeht: nämlich 485.550 Dosen bezogen auf sechs entnehmbare je Ampulle. Angekündigt waren 667.875 Dosen bezogen auf fünf mögliche, das entspräche 801.450 Dosen bei sechs möglichen je Ampulle. Hintergrund sind Umbauten im belgischen Pfizer-Werk Puurs, die höhere Produktionskapazitäten schaffen sollen. Bund und Länder hatten eine kurzfristige Information darüber kritisiert.

Auch für die darauf folgenden Wochen waren noch auf Basis von fünf entnehmbaren Dosen ursprünglich jeweils 667.875 Dosen vorgesehen. Bezogen auf mögliche sechs Dosen je Ampulle sollen laut Plan nun in der Woche vom 1. Februar insgesamt 684.450 Dosen kommen - in den Wochen vom 8. Februar und vom 15. Februar jeweils 742.950. Bezogen auf fünf mögliche Dosen aus einer Ampulle entspräche dies von der Woche vom 25. Januar bis zur Woche vom 15. Februar jeweils insgesamt weniger Dosen als zunächst angekündigt.

Für die Woche vom 22. Februar stellt Biontech dem Plan zufolge dann aber insgesamt mehr Impfstoff in Aussicht als bisher geplant. An die Länder geliefert werden sollen 906.750 Dosen bezogen auf sechs mögliche je Ampulle. Das entspräche 755.625 bei fünf möglichen Dosen.

Sachsen: Kretschmer schließt Lockdown für Betriebe und Nahverkehr aus

22:09 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat einen erheblich schärferen Lockdown im Freistaat ausgeschlossen. Eine Schließung der Betriebe und Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs werde es nicht geben, sagte er am Montagabend in der Sendung "Fakt ist" im MDR-Fernsehen. Ein Lockdown für die Wirtschaft würde diese ruinieren. Je niedriger die Inzidenz sei - die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche - , desto schneller komme man zu Lockerungen. Mit Blick auf Gastronomie und Hotellerie müsse man den Zeitraum Ostern oder danach betrachten.

"Wir sind noch weit von dem entfernt, was wir erreichen müssen", sagte Kretschmer. Die Dramatik nehme aber nicht weiter zu. Man wolle lockern und Kitas und Schulen wieder öffnen. Dafür müsse aber die Kontaktverfolgung möglich sein. Kretschmer kündigte eine Verschärfung der Kontrollen von Corona-Regeln an: "Wir sind nicht mehr in der Situation, wo wir um etwas bitten."

Spanien mit Höchstwert von mehr als 84.000 Corona-Neuinfektionen

20:02 Uhr: In Spanien ist die Zahl der Neuinfektionen an einem Wochenende auf einen Höchstwert von 84.287 gestiegen. Von Freitag bis Montag seien zugleich 455 Menschen an oder mit Corona gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Montagabend weiter mit. Am Wochenende zuvor waren noch 61.422 Infektionen und 401 Todesopfer gezählt worden. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg auf knapp 380. In Deutschland lag dieser Wert am Montag bei 134.

Wegen der bereits seit Wochen anziehenden Zahlen verschärften die autonomen Gemeinschaften des Landes, die deutschen Bundesländern ähneln, die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus weiter. Auch die Anfangszeiten der nächtlichen Ausgangssperren wurden - wo noch nicht geschehen - auf 22 Uhr vorgezogen. Diskutiert wird, Ausgangssperren auch schon ab 20 Uhr anzuordnen. Eine Rückkehr zu Ausgangssperren rund um die Uhr wie in der ersten Corona-Welle im Frühjahr lehnt die Regierung in Madrid jedoch ab.

Landesweit gelten verschiedene Regeln, da jede Gemeinschaft dies in einem festgelegten Rahmen selbst entscheiden kann. Gaststätten dürfen meist entweder nur noch außer Haus verkaufen oder nur im Freien servieren. Viele Fitnessclubs sind geschlossen, Theater, Konzertsäle und Kinos dürfen wenn überhaupt nur einen Bruchteil ihrer Plätze besetzen.

In manchen Regionen wie etwa auf der bei Deutschen beliebten Urlauberinsel Mallorca sind Zusammenkünfte mit Menschen, die nicht im selben Haushalt leben, ganz verboten, in anderen sind sie auf vier Personen beschränkt. Kastilien riegelte alle Gemeinden ab, die nur noch aus triftigem Grund verlassen werden dürfen, wie etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen, wie die Zeitung "El País" berichtete.

Seit Beginn der Pandemie wurden im besonders hart getroffenen Spanien bei einer Bevölkerung von 47 Millionen insgesamt 2,33 Millionen Corona-Infektionen und 53.769 Pandemie-Tote gezählt.

Mehr als 20 Verdachtsfälle von Corona-Mutationen in Flensburg

19:14 Uhr: In Flensburg sind mehr als 20 Verdachtsfälle von mutierten Coronaviren festgestellt worden. Es handle sich um Laborergebnisse, die jetzt an das nationale Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité in Berlin gingen zwecks Bestätigung und Feststellung, um welche Mutation es sich genau handele, sagte Flensburgs Stadtsprecher Clemens Teschendorf am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte das "Flensburger Tageblatt" online berichtet.

Die Ergebnisse aus Berlin werden laut Teschendorf Mitte der Woche erwartet. Erst dann werde es Klarheit geben, ob es sich tatsächlich um die Variante handelt, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war. Sie steht im Verdacht, besonders ansteckend zu sein.

Das Gesundheitsministerium von Schleswig-Holstein hatte bereits bekannt gegeben, dass die in Großbritannien verbreitete und auch in Dänemark nachgewiesene Mutation des Coronavirus mit hoher Wahrscheinlichkeit Schleswig-Holstein erreicht habe.

Britische Corona-Mutation erstmals in Tschechien nachgewiesen

18:34 Uhr: Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Mutation ist in Tschechien angekommen. Die Variante sei in ersten Proben nachgewiesen worden, teilten die Gesundheitsbehörden in Prag am Montag mit. "Es scheint, dass derzeit etwa zehn Prozent aller Proben, die wir untersuchen, diese Virusvariante enthalten", sagte Gesundheitsminister Jan Blatny. Die britische Variante sei wohl ansteckender, aber nicht gefährlicher als das ursprüngliche Virus, erläuterte der Mediziner.

Derweil beschloss die Regierung, den wegen der Corona-Pandemie verhängten Notstand erneut zu verlängern. Es gebe dazu keine Alternative, sagte Innenminister Jan Hamacek nach einer Kabinettssitzung am Montag. Das Parlament muss der geplanten Verlängerung um einen Monat bis zum 21. Februar noch zustimmen.

Der Notstand ermöglicht es, Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Derzeit dürfen sich maximal zwei Personen in der Öffentlichkeit treffen. Alle Geschäfte des nicht-alltäglichen Bedarfs sind geschlossen. Von Dienstag an dürfen Läden mit Kinderbekleidung und Papierwarenhandlungen wieder öffnen.

Am Montag meldeten die Behörden 2.618 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. In Tschechien gab es seit Beginn der Pandemie insgesamt 891.852 Corona-Infektionen und 14.449 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Bund und Länder beraten erneut über weitere Corona-Beschränkungen

17:43 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Dienstag erneut über das weitere Vorgehen in der Coronakrise. Wie vor der Schaltkonferenz deutlich wurde, dürfte der vorerst bis Ende Januar vorgesehene Lockdown mit Schließungen zahlreicher Einrichtungen voraussichtlich bis in den Februar hinein verlängert werden.

Im Gespräch waren außerdem neue Vorgaben zu besser schützenden Masken im öffentlichen Raum und für mehr Arbeit von zu Hause aus. Bund und Länder wollen noch mehr Kontaktgelegenheiten verringern. Akute Sorgen beziehen sich außerdem auf eine neue, wohl deutlich ansteckendere Variante des Coronavirus.

Wenige Tage nach Impfaktion Corona-Ausbruch in Pflegeheim

17:11 Uhr: Wenige Tage nach Corona-Impfungen in einem Alten- und Pflegeheim im schleswig-holsteinischen Itzstedt ist dort inzwischen bei 33 Menschen das Coronavirus nachgewiesen worden. Es hätten sich 25 Bewohner und acht Mitarbeiter des "Hauses Itzstedt" infiziert, teilte eine Sprecherin des Kreises Segeberg nördlich vom Hamburg am Montag mit.

Wie der Erreger ins Heim kam, sei unklar. Die Impfaktion habe am 9. Januar stattgefunden. Die ersten Corona-Fälle seien am 13./14. Januar festgestellt worden.

Ein Impfschutz entstehe in so wenigen Tagen noch nicht, erläuterte auf Nachfrage der Kieler Infektionsmediziner Helmut Fickenscher. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" berichtet.

Am vergangenen Freitag waren in dem Heim insgesamt 109 Personen - 59 Bewohner und 50 Mitarbeiter - auf Corona getestet worden. Eine Bewohnerin werde derzeit in einem Krankenhaus behandelt, sagte die Kreissprecherin.

Das komplette Haus stehe unter Quarantäne. Im Dezember und Januar waren bereits mehrere Pflegeeinrichtungen im Kreis Segeberg von Corona betroffen.

Dreyer: SPD-Länderchefs für Lockdown-Verlängerung bis Mitte Februar

16:47 Uhr: Bei den Bund-Länder-Beratungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wollen die SPD-Länderchefs nach Angaben der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) eine Verlängerung der Einschränkungen im öffentlichen Leben bis zum 14. Februar vorschlagen.

Bei einer Besprechung am Sonntagabend habe es Einigkeit gegeben, sich dies vorstellen zu können, wenn gleichzeitig "die Wirtschaftshilfen schneller kommen", sagte Dreyer am Montag in Mainz. Beides müsse miteinander gekoppelt werden.

Es sei keine leichte Entscheidung, "dass der Shutdown verlängert wird um zwei wochen", sagte Dreyer. Es sei "aber genauso wichtig, dass wir mit den Zahlen weiter runterkommen wollen und müssen."

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sei zwar zuletzt zurückgegangen. "Es ist aber auch klar, dass wir noch ein ganzes Stück entfernt sind von dem, was wir erreichen wollen."

Ausrede nach Corona-Party - Sie wussten nicht, dass Pandemie ist

16:28 Uhr: Mit einer ungewöhnlichen Ausrede haben sechs Menschen in England versucht, einer Corona-Strafe wegen einer illegalen Party zu entgehen: Sie hätten weder gewusst, dass eine Pandemie wüte, noch die Vorschriften gekannt - da sie keine Nachrichten verfolgten.

Das erklärten die Mitglieder verschiedener Haushalte der Polizei in der Stadt Basingstoke, wie britische Medien am Montag berichteten. "#ThereAreNoWords" ("Da fehlen die Worte") schrieb die Polizei über den Vorfall am Samstagabend auf Twitter. Die Ordnungshüter kündigten ein Verfahren an - allerdings stehen sie nun selbst in der Kritik, weil sie nicht gleich an Ort und Stelle Geldstrafen verhängt hatten.

In Großbritannien gelten wegen hoher Corona-Fallzahlen strenge Ausgangsregeln. Die Menschen dürfen ihre Häuser nur aus dringenden Gründen wie Arztbesuchen oder dem Weg zur Arbeit verlassen.

Am Wochenende gab es landesweit mehrere Verstöße gegen die Vorschriften. So muss ein 34-Jähriger umgerechnet 225 Euro Strafe zahlen, weil er 160 Kilometer von Luton nach Devizes fuhr. Angeblich wollte er sich in einem Fast-Food-Restaurant etwas zu essen holen - allerdings gibt es in dem Ort keine Filiale der Kette. In der Region Greater Manchester lösten Polizisten eine Party mit 40 Gästen auf.

Innenministerin Priti Patel kündigte ein härteres Durchgreifen an. Die Regeln durchzusetzen sei wirksamer im Kampf gegen die Pandemie, als die Vorschriften noch weiter zu verschärfen. In Großbritannien sind Schätzungen zufolge bereits mehr als 100.000 Menschen mit oder an der Krankheit COVID-19 gestorben.

RKI: Mehr als 6.000 Menschen zweifach gegen COVID-19 geimpft

16:09 Uhr: Rund drei Wochen nach dem COVID-19-Impfstart in Deutschland haben mindestens 6.581 Menschen die nötige zweite Dosis erhalten.

Das geht aus am Montag veröffentlichten Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervor, die auf den Meldungen der Länder basieren. Die erste Dosis haben demnach bislang insgesamt rund 1,1 Millionen Menschen gespritzt bekommen.

Die höchsten Quoten bezogen auf die erste Dosis weisen im Bundesländer-Vergleich Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein auf (je 2,3 Prozent), die niedrigste hat Baden-Württemberg (1 Prozent). Weil es bislang nur begrenzte Mengen an Impfstoff gibt, werden derzeit bevorzugt Pflegeheimbewohner sowie Berufsgruppen wie Mediziner und Pflegekräfte geimpft.

Habeck hält nichts von Maas-Vorstoß zu mehr Rechten für Geimpfte

15:58 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck hat den Vorstoß von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zu mehr Rechten für Menschen mit Corona-Impfung zurückgewiesen. "Wir wissen zu vieles noch nicht", sagte Habeck am Montag in Berlin.

So sei noch unklar, ob Geimpfte das Virus nicht weitertragen könnten. Zudem brauche es ein Konzept, damit nicht jene zu bevorzugen, die zuerst geimpft würden.

"Geimpfte sollten wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen", hatte Maas der "Bild am Sonntag" gesagt. "Es ist noch nicht abschließend geklärt, inwiefern Geimpfte andere infizieren können.

Was aber klar ist: Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg. Damit fällt mindestens ein zentraler Grund für die Einschränkung der Grundrechte weg."

Er frage sich langsam, wie die Bundesregierung zusammenarbeite, sagte Habeck. Über die Regierungsbeteiligung der CSU sei auch der CSU-Vorsitzende Markus Söder Teil davon.

"Dass permanent irgendwelche Vorstöße über die Medien lanciert werden, ist im Grunde schlechtester Oppositionsstil." Als Mitglied einer Regierung habe man die Möglichkeit, solche Vorstöße innerhalb der Regierung voranzutreiben.

Söder habe seine Überlegungen für verbindliche Corona-Impfungen für Pflegekräfte unausgegoren präsentiert. "Und diese Politik des mal Rausposaunens zerstört Vertrauen. In einer Phase, wo sowieso das Vertrauen das kostbarste Gut ist, das wir haben."

Maas wollte sich am Montag in Ankara nicht zu seinem viel kritisierten Vorstoß äußern. "Ich habe hier in Ankara die Erfahrung gemacht und ganz wesentlich gelernt, dass man sich zu Themen, die innenpolitischer Natur sind, besser nicht äußern sollte. Dem will ich auch Rechnung tragen", sagte der SPD-Politiker auf einer Pressekonferenz mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu.

Er spielte damit auf eine Pressekonferenz am selben Ort im Oktober 2019 an, bei der er sich auf offener Bühne von einem Vorschlag seiner Kabinettskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) distanziert hatte. Die Verteidigungsministerin hatte sich damals für eine von europäischen Nato-Ländern gesicherte Schutzzone in Nordsyrien ausgesprochen.

Mehr Kinderkrankentage - auch Bundesrat stimmt zu

15:32 Uhr: Die Ausweitung des Kinderkrankengeldes in diesem Jahr ist beschlossene Sache. Nach dem Bundestag hat der Bundesrat am Montag in einer Sondersitzung den Plänen abschließend zugestimmt.

Eltern, die sich wegen coronabedingter Einschränkungen an Kitas und Schulen von der Arbeit freistellen lassen müssen, sollen dafür auch die sogenannten Kinderkrankentage einsetzen können. Die Zahl der Krankentage pro Elternteil wird zudem von 10 auf 20 verdoppelt. Alleinerziehende erhalten 40 statt der üblichen 20 Tage.

Nach dem Bundesratsbeschluss kann das Gesetz nach Unterzeichnung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zügig in Kraft treten und soll rückwirkend zum 5. Januar gelten. Durch die Regelung müssen zumindest gesetzlich Krankenversicherte - für privat Versicherte gilt die Regelung nicht - nicht ganz so große Einkommensverluste hinnehmen.

Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes. Normalerweise zahlt es die gesetzliche Krankenkasse, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken unter zwölfjährigen Kindes nicht arbeiten gehen können. Bei Kindern mit Behinderung gilt das über diese Altersgrenze hinaus.

Bund strebt deutlich schnellere Corona-Eindämmung an

15:20 Uhr: Die Bundesregierung strebt bei den Beratungen mit den Ländern eine raschere Corona-Eindämmung an - auch angesichts neuer, wohl ansteckenderer Virus-Varianten. Es müsse darum gehen, deutlich schneller auf ein handhabbares Niveau der Infektionszahlen zu kommen, als es nach bisherigem Stand möglich wäre, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Der Grund für das Vorziehen der Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten auf diesen Dienstag sei die in Großbritannien entdeckte Mutation. Das neue Risiko müsse man eher früher als später in den Blick nehmen.

Zu konkreten zusätzlichen Maßnahmen und einer möglichen Verlängerung des vorerst bis Ende Januar vorgesehenen Lockdowns machte Seibert keine Angaben. Als generelle Themen nannte er verstärktes Arbeiten von zu Hause, den Einsatz medizinischer Masken und eine Verringerung von Kontakten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) - es gehe aber ausdrücklich nicht um eine Einstellung des ÖPNV.

Bei den Infektionszahlen zeige sich "eine Tendenz zur Abflachung" der Kurve, erläuterte der Regierungssprecher. Die Zahl der neuen Fälle sei aber "nach wie vor bedeutend zu hoch".

Bundesweit liegt sie pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nun bei 134, wie das Robert-Koch-Institut bekanntgab. Der Höchststand lag am 22. Dezember bei 197,6. Ziel von Bund und Ländern ist ein Niveau von weniger als 50.

Ramelow: Firmen sollten Mitarbeiter regelmäßig testen lassen

15:11 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat regelmäßige Corona-Tests für Mitarbeiter in Unternehmen gefordert. Man müsse dafür sorgen, dass jeder Betrieb in die Lage versetzt werde, seine Mitarbeiter testen lassen zu können, sagte Ramelow am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

"Bis jetzt reden wir immer nur über Alten- und Pflegeheime (...), in den Krankenhäusern wird es auch gemacht. Meine Vorschläge gehen jetzt in Richtung Wirtschaft und in Richtung Schule und Hochschulen", sagte Ramelow.

Der Linke-Politiker plädiert dafür, die Abgabebeschränkungen für Antigen-Schnelltests an Unternehmen deutlich zu lockern. Es gebe genügend Tests.

"Daran scheitert es derzeit nicht mehr", sagte Ramelow. Die Regierungschefs der Länder beraten am Dienstag gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie.

Ramelow sagte, bisher sei es für Firmen schwierig, an Tests zu kommen. Dies werde aber möglich, wenn sie mit arbeitsmedizinischen Diensten kooperierten oder sich die Tests von der benachbarten Apotheke organisieren ließen.

Es brauche demnach Patenschaften zwischen Betrieben und dem Arzt in der Nähe, mit einem Arbeitsmediziner oder zum Beispiel mit dem Deutschen Roten Kreuz. Bislang müssen sowohl die PCR-Tests als auch die Schnelltests von medizinischem Personal durchgeführt werden.

In Thüringen können sich bereits Lehrer einmal in der Woche auf eine Corona-Infektion testen lassen. Dabei sind die genaueren PCR-Tests ebenso möglich wie die Antigen-Schnelltests.

Seit Montag können sich auch Schüler, die kurz vor dem Abschluss stehen, freiwillig testen lassen. "Ich werbe für eine Testpflicht", sagte Ramelow.

Schüler und Lehrer sollten sich demnach regelmäßig testen lassen. "Wünschenswert wäre zweimal die Woche. Aber praktisch dürfte es im Moment sein, wenn wir es einmal die Woche hinbekommen."

Corona setzt Steakhaus-Kette zu: Maredo entlässt fast alle Mitarbeiter

14:48 Uhr: Die insolvente Steakhaus-Kette Maredo hat fast allen Mitarbeitern gekündigt. Weil kaum noch Liquidität vorhanden sei für die Zahlung von Löhnen und Gehältern, sei man zu diesem Schritt gezwungen, heißt es in einem Brief der Chefetage an die Belegschaft.

Nur eine Rumpftruppe in der Verwaltung arbeitet vorerst weiter. Zuvor hatte das Branchenportal Food Service darüber berichtet.

Maredo hatte im März 2020 Insolvenzantrag gestellt. Von 35 Restaurants wurden 15 zugemacht, etwa die Hälfte der rund 950 Beschäftigten musste gehen.

Die coronabedingten Schließungen ab November waren ein weiterer Rückschlag. Die Bitte um Corona-Hilfen schlug der Staat nach Angaben der Steakhaus-Kette aus.

Die Gastronomie ist von den Folgen der Pandemie stark getroffen. Auch andere Unternehmen sind unter Druck - Konkurrent Vapiano ging 2020 ebenfalls in die Insolvenz.

Unbekannte Corona-Variante in Garmisch-Partenkirchen - Drosten soll sie untersuchen

13:04 Uhr: Eine unbekannte Variante des Coronavirus ist am Klinikum in Garmisch-Partenkirchen entdeckt worden. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, soll diese nun an der Charité in Berlin vom Virologen Christian Drosten untersucht werden.

73 Mitarbeiter des Klinikums in Garmisch sind positiv auf das Coronavirus getestet worden - drei von ihnen trugen das noch unbekannte Virus in sich. Noch ist laut BR völlig unklar, welche Charakteristik das veränderte Coronavirus hat.

Mutationen entstehen laut Experten, wenn sich ein Virus vervielfältigt. Zudem besteht jede Virus-Variante auszahlreichen Mutationen. "'Mutation' klingt gefährlich, es ist aber ein ganz natürlicher Anpassungsprozess im Laufe der Evolution eines Erregers", sagt Roman Wölfel vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München laut BR.

Auch der Geschäftsführer des Klinikums Garmisch-Partenkirchen, Frank Niederbühl, betonte: "Eine Panikmache wäre absolut unseriös und unangebracht. (...) Allein die Tatsache, dass es eine neue Variante ist, besagt ja nicht, dass sie infektiöser ist." Die Charité rechnet bis Ende Januar mit konkreten Ergebnissen.

Christian Drosten

Drosten untersucht neue Corona-Mutation aus Garmisch-Partenkirchen

In Garmisch-Partenkirchen ist eine bisher unbekannte Corona-Mutation entdeckt worden. Bereits am 13. Januar sind drei Proben an das Labor des Virologen Christian Drosten in der Berliner Charité geschickt worden. Ein Untersuchungsergebnis wird bis Ende Januar erwartet. (Teaserbild: Alexander Becher - Pool/Getty Images)

Bund finanziert FFP2-Masken sogar für 34 Millionen Bürger

11:14 Uhr: Zum Schutz vor dem Coronavirus sollen mehr Menschen aus Risikogruppen vom Bund finanzierte FFP2-Masken bekommen als zunächst vorgesehen. Nach einem Abgleich mit Versichertendaten der Krankenkassen sollen nun 34,1 Millionen statt 27 Millionen Bürger in diesen Tagen Gutscheine für zwölf FFP2-Masken zugesandt bekommen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin sagte.

Der Bund hatte die Ausgabe der Masken für diesen Winter als Schutz für Menschen mit besonders hohem Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe beschlossen - dazu zählen Über-60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Mit den Coupons sollen sie die Masken in Apotheken abholen können.

Vorgesehen ist ein Eigenanteil von zwei Euro für je sechs Masken. Der Bund rechnete schon bezogen auf 27 Millionen Berechtigte mit Kosten von rund 2,5 Milliarden Euro. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten aber auch keinen 100-prozentigen Schutz.

Mit Blick auf mögliche weitere Corona-Vorgaben zum Maskentragen erläuterte Spahn, FFP2-Masken böten den höchsten Schutz. Aber auch schon OP-Masken, die für Centbeträge zu erhalten sind, hätten einen stärkeren Schutz als Alltagsmasken aus Stoff. Grundsätzlich seien FFP2-Masken und OP-Masken inzwischen allgemein verfügbar. Die nun 34,1 Millionen Empfänger von FFP2-Masken entsprächen schon einem beträchtlichen Teil der Gesamtbevölkerung.

Trotz Corona: 170 Teilnehmer bei Gottesdienst in Berlin angetroffen

10:50 Uhr: Mehr als 170 Menschen hat die Berliner Polizei am Samstagabend in einer Kirche im Berliner Stadtteil Gesundbrunnen angetroffen. "Offenkundig sollte in der Kirche ein Gottesdienst abgehalten werden", sagte eine Polizeisprecherin am Montag.

Der Veranstalter hatte mit einer Teilnehmerzahl im niedrigen zweistelligen Bereich gerechnet, wie er gegenüber den Beamten angab. Für die Veranstaltung lag kein Hygienekonzept vor, Anwesenheitslisten wurden nicht geführt.

Zusätzlich zu rund 170 Erwachsenen, deren Personalien von der Polizei aufgenommen wurden, waren auch zahlreiche Kinder anwesend. Laut der Polizeisprecherin nahm der Veranstalter die Hilfe der Beamten bei der Auflösung der Veranstaltung an. Die Polizei ermittelt wegen einer Ordnungswidrigkeit im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung.

Spahn: Erste Erfolge bei Corona-Zahlen - aber keine Entwarnung

08:56 Uhr: Aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deuten die Corona-Infektionszahlen eine erste Entspannung an. "Wir haben jetzt erste Erfolge, die sichtbar scheinen in der Statistik, in der Entwicklung, bei den Infektionszahlen", sagte Spahn am Montag im ARD-Morgenmagazin. Die Intensivstationen seien um 10, 15 Prozent leerer geworden. "Aber wir sind lange noch nicht da, wo wir hinwollen, wo wir hin müssen, um es dauerhaft zu kontrollieren, damit es nicht gleich wieder hochflammt."

Entwarnung könne daher noch nicht gegeben werden. Ein Risiko sei die Corona-Mutation, die sehr wahrscheinlich zu einer höheren Ansteckungsrate führe, mahnte Spahn mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Dienstag. "Zuerst einmal geht es aus meiner Sicht darum, auch noch mal zu schauen, wie wir Kontakte reduzieren können, auch in der Arbeitswelt oder im privaten Bereich." Die Frage sei, ob es neue Regeln brauche oder ob man das Bewusstsein für die bestehenden Verordnungen schärfen müsse.

Australien will Grenzen für Reisende auch 2021 geschlossen halten

08:18 Uhr: Australien wird seine Grenzen für internationalen Reiseverkehr voraussichtlich auch 2021 nicht öffnen. "Ich denke, das ist die große Frage. Aber ich glaube, die Antwort ist Nein", sagte der Chefmediziner der australischen Regierung, Brendan Murphy, am Montag.

Selbst wenn ein großer Teil der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft sei, könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Geimpften es weiterhin an andere übertragen könnten. "Ich denke, dass es den größten Teil dieses Jahres immer noch erhebliche Grenzbeschränkungen geben wird", so Murphy.

Das Land hat seine Landesgrenzen seit März 2020 geschlossen. Auch wegen dieser Maßnahme ist Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern bislang vergleichsweise sehr glimpflich durch die Pandemie gekommen. Es wurden insgesamt bisher knapp 29.000 Infektionen verzeichnet, rund 900 Menschen sind in Verbindung mit COVID-19 gestorben.

Das Leben ist vielerorts mittlerweile wieder relativ normal. Für zahlreiche Reiseunternehmen, Fluggesellschaften und Familien, die Angehörige im Ausland haben, seien die Pläne aber eine bittere Nachricht, so das Nachrichtenportal news.com.au.

Bund-Länder-Gespräche: Ausgangsbeschränkungen und FFP2-Maskenpflicht

Bei den Bund-Länder-Gesprächen am Dienstag wird wohl auch um Ausgangsbeschränkungen und eine FFP2-Maskenpflicht im Bahnverkehr gerungen werden. Auch über eine Homeoffice-Pflicht und deutlichere Kontaktbeschränkungen soll diskutiert werden. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) erklärte derweil, er rechne damit, dass Bund und Länder die Corona-Beschränkungen verschärfen und um zwei Wochen verlängern würden.

Erneut volle Strände in Rio trotz Corona

07:20 Uhr: Trotz weiter steigender Corona-Zahlen sind die Strände der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro voll. Dicht an dicht drängten sich die Besucher zwischen den bunten Sonnenschirmen an den weltberühmten Stränden von Copacabana und Ipanema, wie auf Fotos vom Sonntag zu sehen war. Viele trugen keine Maske.

Am Sonntag wurden die Straßen entlang der Strände von Copacabana, Ipanema und Leblon und der Park Aterro do Flamengo wieder für den Fahrzeugverkehr geschlossen und zu Freizeitgebieten für die Bewohner Rios umgewandelt. Der Januar ist in Brasilien Ferienzeit.

Die Menschen hätten die Pandemie inzwischen "völlig banalisiert", zitierte das Nachrichtenportal "G1" die Wissenschaftlerin Chrystina Barros von der Bundesuniversität Rio de Janeiro angesichts der Bilder. "Es ist Sommer, also sind sie (der Einschränkungen) müde und die Anziehungskraft der Strände ist sehr groß. Leider geht's nicht mehr. Wir sehen keine Möglichkeit zu glauben, dass wir das Gewissen der Menschen gewinnen können."

Brasilien, ein Staat mit 210 Millionen Einwohnern, ist derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas rund 8,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 209.000 Patienten sind im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben. Rio de Janeiro ist einer der am meisten betroffenen Bundesstaaten.

Corona-Infektionen und Belegungsquoten der Krankenhäuser nahmen zuletzt wieder zu. Nach der Notfallzulassung der Corona-Impfstoffe von Sinovac und AstraZeneca durch die Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung in Brasilien, Anvisa, wurde in São Paulo am Sonntag die erste Brasilianerin geimpft.

7.141 Corona-Neuinfektionen und 214 neue Todesfälle gemeldet

06:23 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 7.141 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Das ist laut RKI der niedrigste Wert an Neuinfektionen seit dem 20. Oktober. Außerdem wurden 214 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Seit dem 14. Dezember war der Wert nicht mehr so niedrig.

An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.497 Neuinfektionen und 343 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

"Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren", schrieb das RKI in seinem Lagebericht am Sonntagabend. Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bei 134,4. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 274,2 und Sachsen mit 244,9. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 86,6.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.040.659 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 18.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 46.633. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.691.700 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 0,93 (Vortag: 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Vizekanzler Scholz rechnet mit zweiwöchiger Lockdown-Verlängerung

02:29 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz rechnet damit, dass Bund und Länder bei ihren Beratungen am Dienstag die Corona-Beschränkungen verschärfen und um zwei Wochen verlängern. "Es müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden", sagte der Finanzminister am Sonntagabend im "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen". "Ich gehe davon aus, dass das schon 14 Tage sein können, die noch einmal dazu kommen."

Ob dazu auch Ausgangssperren gehören, wollte der Vizekanzler nicht ausschließen: "Ich finde, das ist eine mögliche Maßnahme, aber nicht die, die als allererste ansteht."

Aus Sorge wegen der weiter kritischen Corona-Lage und einer neuen, wohl ansteckenderen Virus-Variante wollen Kanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs am Dienstag eine vorgezogene Zwischenbilanz aufmachen. Scholz, der für die SPD als Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl antritt, forderte, die Betriebe in Sachen Homeoffice mehr in die Pflicht zu nehmen, es könne dort "nicht bei Appellen" bleiben. "Wir müssen da noch einen Schritt weiter machen."

Von einer Homeoffice-Pflicht wollte er aber nicht sprechen: Es werde immer darauf ankommen, "dass das betrieblich auch geht. Wir wollen ja pragmatisch bleiben und nichts Unmögliches verlangen".

In der Debatte über mehr Freiheiten für Geimpfte wies Scholz den Vorstoß seines Kabinetts- und Parteikollegen Heiko Maas (SPD) zurück. "Ich persönlich bin da sehr zurückhaltend. Ich glaube, dass das jetzt nicht ansteht", sagte er. Außenminister Maas hatte gefordert, Geimpften etwa den Besuch von Restaurants oder Kinos zu erlauben.

Zudem kündigte Scholz eine Aufstockung der Finanzhilfen für Unternehmen an, die wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind. "Ich bin wild entschlossen, zusammen mit meinem Kollegen (Wirtschaftsminister Peter) Altmaier dafür Sorge zu tragen, dass wir die Wirtschaftshilfen, die wir für die Zeit in diesem Jahr konzipiert haben, noch einmal großzügiger auszugestalten." Der Finanzminister kündigte zudem Hilfen "für Einzelhändler an, die Saisonware haben". Da brauche man eine Lösung, die nicht betrugsanfällig sei. Da habe sich die Regierung aber schon "weit voran gearbeitet".

Altmaier: Über Homeoffice-Pflicht und Ausgangssperren wird gesprochen

02:00 Uhr: Die Corona-Eindämmungsmaßnahmen könnten unter anderem mit Ausgangssperren oder einer FFP2-Maskenpflicht im Bahnverkehr ausgeweitet werden. "Es liegt eine Auswahl von Möglichkeiten auf dem Tisch, von der Homeoffice-Pflicht über die FFP2-Maskenpflicht im Bahnverkehr bis hin zu deutlicheren Kontaktbeschränkungen oder Ausgangssperren", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier der "Rheinischen Post".

"Wir dürfen jetzt nicht die eine Maßnahme gegen die andere ausspielen, sondern wir sollten möglichst mehrere dieser Maßnahmen in einem sinnvollen Zusammenspiel ergreifen, um die Infektionswelle endgültig zu stoppen."

Auf die Frage, ob man sich mit Blick auf die Wirtschaft einen längeren und härteren Lockdown leisten könne, sagte der CDU-Politiker: "Was wir uns wirtschaftlich am wenigsten leisten können, ist die Verschärfung der Pandemie. Die jüngsten Maßnahmen haben eine Stagnation und zuletzt einen leichten Rückgang der Infektionszahlen gebracht, aber die Wirkungen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück." Die Zahlen seien immer noch viel zu hoch.

Es bestehe die Gefahr, dass sich die Dynamik noch einmal beschleunige, wenn sich die Virus-Mutationen weiter ausbreiteten, sagte Altmaier. "Deshalb müssen wir jetzt - und das ist explizit meine Meinung als Wirtschaftsminister - auf der Ministerpräsidentenkonferenz die Weichen so stellen, dass wir in den nächsten Wochen die Infektionswelle endgültig brechen und ein erneutes Hochschießen der Dynamik bis Ostern verhindern."

"Ich sage nicht, dass wir die Wirtschaft runterfahren müssen. Das haben wir auch im Frühjahr nicht getan, als wir die Infektionszahlen erfolgreich drücken konnten", so der Minister.

Zu erneuten Grenzschließungen wie im Frühjahr äußerte er sich skeptisch. Sie hätten zu erheblichen Beeinträchtigungen des EU-Binnenmarkts und zu einem Vertrauensverlust unter Europäern geführt, die auf offene Grenzen vertrauten. "Deshalb hatten wir uns vorgenommen, von solchen Grenzschließungen Abstand zu nehmen. Armin Laschet hat in Nordrhein-Westfalen gezeigt, dass dort die Infektionszahlen trotz offener Grenze zu Belgien und Frankreich sinken konnten."

Virologin Addo erwartet deutliche Entspannung "vom Frühjahr an"

00:45 Uhr: Die Virologin Marylyn Addo erwartet in der Corona-Pandemie "vom Frühjahr an und im Sommer eine deutliche Entspannung". "Schon wegen des wärmeren Wetters und der höheren Impfquote", sagte die Leiterin der Sektion Infektiologie vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir so bald in großen Menschenmassen wie auf dem Oktoberfest darauf anstoßen können. Es dürfte auch in der zweiten Jahreshälfte wieder einen Anstieg geben, es ist halt ein Erkältungsvirus. Aber ich bleibe zuversichtlich."

Zur Diskussion über einen zu langsamen Impfstart in Deutschland sagte sie: "Ich würde mir wünschen, dass man nicht das große Bild aus den Augen verliert. Wenn man mir im letzten Februar gesagt hätte, dass wir uns im Dezember darüber streiten, wer die ersten Impfstoffe bekommt, hätte ich das für verrückt gehalten - so schnell würde es doch nie einen Impfstoff geben. Aber es kam anders, und wir sollten auch mal 'feiern', was erreicht wurde."

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.