In der Auseinandersetzung um die weitgehende Rücknahme von Corona-Auflagen droht Bayern Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow mit "Gegenmaßnahmen". Ein Virologe warnt aufgrund der Ansteckungsgefahr vor dem Besuch von Bars und Discos. Alle News zum Coronavirus.

  • 08:50 Uhr: 432 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland
  • 08:19 Uhr: Konsumklima in Deutschland erholt sich leicht, aber nur im Vergleich zum Vormonat
  • 07:09 Uhr: Virologe warnt vor Bars und Discos: "Bieten Coronavirus perfekte Bedingungen für eine Verbreitung"
  • 06:42 Uhr: Ramelows Corona-Lockerungen: Bayern kündigt "Gegenmaßnahmen" an
  • 05:23 Uhr: Bundesregierung plant Aufhebung der Reisewarnung für weite Teile Europas
  • 04:02 Uhr: Bundesverband fordert Öffnung der Prostitutionsstätten

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Singapurs Wirtschaft schrumpft schwächer als befürchtet

09:14 Uhr: Die Wirtschaft des asiatischen Stadtstaats Singapur ist im ersten Quartal deutlich schwächer geschrumpft als befürchtet. Wie die Regierung am Dienstag mitteilte, sei die Wirtschaftsleistung von Januar bis März auf das Jahr hochgerechnet wegen der Corona-Krise um 4,7 Prozent zurückgegangen.

Eine vorherige Schätzung hatte ein wesentlich höheres Minus von 10,6 Prozent ergeben. Die Zahlen könnten einen Hoffnungsschimmer für die gesamte asiatische Region darstellen, die stark von der Corona-Krise heimgesucht wird.

Singapur gilt aufgrund seiner wirtschaftlichen Offenheit und seiner regionalen Lage als Drehkreuz und Umschlagplatz für den Warenverkehr. Außerdem ist das Land ein bedeutender Finanzplatz. Einige Fachleute bezeichnen das Land wegen seines Wohlstands auch als "Schweiz Asiens".

432 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

08:50 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstagmorgen mit 179.002 angegeben - ein Plus von 432 seit dem Vortag.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 180.600 Infizierte.

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8.302 Todesfälle und damit 45 mehr als am Vortag, die JHU 8.309 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 162.000.

"Keinen Lockerungswettlauf": Bartsch verteidigt Ramelow

08:45 Uhr: In der Debatte um die geplanten Corona-Lockerungen in Thüringen hat der Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, das Vorgehen der Ministerpräsidenten der Länder kritisiert. "Kein Lockerungswettlauf", forderte Bartsch im ARD-"Morgenmagazin" am Dienstag.

Dieser Dominoeffekt sei eingetreten, als die Ministerpräsidenten nicht mehr mit der Kanzlerin gemeinsam agiert hätten, und das seien andere als der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) gewesen, erklärte Bartsch weiter. Bartsch verteidigte Ramelows Vorhaben in Thüringen.

Dieser und auch Sachsens CDU-geführte Regierung wollen wegen landesweit niedriger Ansteckungszahlen vom 6. Juni anstatt landesweiter Regeln nur noch lokale Einschränkungen haben - abhängig von der Lage in den jeweiligen Kommunen. Man müsse sich immer wieder ansehen, was real passiert und dann Schlussfolgerungen ziehen, sagte Bartsch.

Die Deutschen kaufen wieder mehr ein, dickes Minus für den Handel aber bleibt

08:19 Uhr: Das Konsumklima in Deutschland hat sich nach dem Schock der Corona-Pandemie im Vormonat wieder ganz leicht erholt.

Den Konsumklimaindex legte das Nürnberger Konsumforschungsinstitut GfK für Juni bei minus 18,9 Punkten fest - 4,2 Punkte mehr als noch in der Prognose für den Mai. Dies sei aber noch immer der zweitniedrigste Wert, der jemals für das Konsumklima in Deutschland gemessen wurde, teilten die Konsumforscher vom GfK am Dienstag mit.

Bei der Anschaffungsneigung ist der Indexwert im Vergleich zur Prognose von vor einem Monat um zehn Zähler nach oben geklettert, auf einen Wert von 5,5. Dennoch ist im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von 45 Punkten zu verzeichnen.

Virologe warnt vor Corona-Hotspots: "Bars und Discos bieten perfekte Bedingungen"

07:09 Uhr: In Clubs, Bars und Discos finde das Coronavirus perfekte Bedingungen für eine schnelle Verbreitung, sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) der Deutschen Presse-Agentur.

Es ist eng, man schwitzt, schreit einander mit geringem Abstand ins Ohr - "das ist genau dieses Szenario, bei denen es in anderen Ländern bereits zu massenhaften Ansteckungen gekommen ist. Das sind die Viren-Hotspots - gerade für das Coronavirus."

Dagegen seien Kindergärten und Schulen deutlich weniger risikobehaftet. Das sei "im Vergleich zu Bars und Diskotheken eine ganz andere Welt. Das muss man mal deutlich sagen. Bars und Discos sind ein Hochrisiko, wenn wir das mit Kindergärten vergleichen."

Die Risiken würden zudem durch die Alkoholisierung der Gäste steigen, denn meist nehme in angetrunkenem Zustand die Bereitschaft ab, sich an die wichtigen Corona-Regeln zu halten. Außerdem mache die meist schlechte Belüftung der Räume es dem Virus noch leichter.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Bayern droht Thüringen mit Gegenmaßnahmen

06:42 Uhr: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat Thüringen mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollte das Bundesland die Corona-Schutzmaßnahmen weitgehend aufheben.

Die Pläne des thüringischen Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linken seien "unverantwortlich", sagte Herrmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er warnte: "Wir werden sicher nicht tatenlos zusehen, wie Ramelow große Erfolge im Kampf gegen das hochgefährliche Corona-Virus sorglos zunichte macht."

Worin die angedrohten Gegenmaßnahmen bestehen könnten, konkretisierte Herrmann allerdings nicht.

Ramelow hatte am Wochenende angekündigt, er wolle die allgemeinen Corona-Beschränkungen in seinem Bundesland aufheben. Damit würden landesweite Regeln zu Mindestabständen und Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten.

Die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften soll aber bestehen bleiben, wie Ramelow später klarstellte.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.
Corona-Lockerungen in den Bundesländern

Reisewarnung für weite Teile Europas soll am 15. Juni fallen

05:23 Uhr: Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten aufheben, wenn die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt.

Neben den 26 Partnerländern Deutschlands in der Europäischen Union gehören dazu das aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Das geht aus dem Entwurf für ein Eckpunktepapier mit dem Titel "Kriterien zur Ermöglichung des innereuropäischen Tourismus" hervor, der möglicherweise bereits am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte die weltweite Reisewarnung am 17. März ausgesprochen.

Bolsonaros Kabinett: Gleichgültigkeit entsetzt die Brasilianer

04:58 Uhr: Viele Brasilianer reagieren entsetzt und ungläubig. Grund ist ein Video von einer Kabinettssitzung, in der dutzende Kraftausdrücke fallen - aber kein Wort zum Krisenmanagement der Corona-Pandemie, von der Brasilien weltweit am stärksten nach den USA betroffen ist.

Ende April fand diese Sitzung mit dem ultrarechten Staatschef Jair Bolsonaro statt; damals waren bereits 3.000 Menschen in dem Land am Coronavirus gestorben. Inzwischen sind es mehr als 22.600.

"Es sind zwei Stunden voller Schimpfwörter und Wahn, voller Spott und Respektlosigkeit gegenüber dem Land. Brasilien durchlebt die schlimmste Krise seit Jahrzehnten und der Präsident erwähnt die Pandemie kein einziges Mal als ein Problem, das ihn betrifft", schrieb die Kolumnistin Miriam Leitão in der Zeitung "O Globo" über die Kabinettssitzung vom 22. April.

In der Tat war die Eindämmung des Virus den Regierungsvertretern keine Diskussion wert. "Das ist die totale Missachtung der Todesfälle durch COVID-19 und des Leids ihrer Familien", sagt der Politikwissenschaftler David Fleischer. "Der einzige Minister, der COVID-19 ansprach, war der Umweltminister." Dessen Äußerungen sorgen aber für eine ebenso heftige Kontroverse, denn ihm wird nun vorgeworfen, im Windschatten der Coronakrise Umweltstandards aushebeln zu wollen.

"Jetzt, wo die Medien nur noch über COVID sprechen, müssen wir diesen Moment der Ruhe nutzen ...um alle Regelungen zu ändern", sagt Minister Ricardo Salles in dem Video.

Die Pandemie in Brasilien: Lockdown-Gegner sind in der Coronakrise Jair Bolsonaros Freunde

Brasilien hat nach den USA und Russland mittlerweile die meisten Fälle an bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus. Dessen Präsident aber gibt dafür noch immer China die Schuld und folgt auch in seiner Verharmlosung der Krise seinem US-Amtskollegen Donald Trump.

Bordelle sollen wieder öffnen dürfen: Bundesverband schreibt an Abgeordnete

04:02 Uhr: Der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen verlangt, die in der Coronakrise verfügten Schließungen aller Prostitutionsstätten wieder aufzuheben.

Eine weitere Schließung der Bordelle und ein Verbot der Prostitution seien durch nichts gerechtfertigt, heißt es in einem Offenen Brief an 16 Bundestagsabgeordnete, die jüngst sogar ein generelles Sexkaufverbot gefordert hatten.

Im Gegenteil müsse es angesichts der eingedämmten Pandemie auch der Prostitutionsbranche ermöglicht werden, "wieder Einnahmen zu generieren und den Kunden einen guten Service zu bieten, der menschlich, stabilisierend und für sie insbesondere in Corona-Zeiten existenziell ist", heißt es in dem Schreiben. Man habe, wie andere Branchen auch, dazu ein entsprechendes Hygienekonzept erarbeitet und der Politik vorgelegt.

Weiter erklärte der Verband, Sexarbeiterinnen hätten per se ein großes Interesse an Hygiene und ihrer Gesundheit, "denn die ist ihr Kapital".

Deutsche Post wird tausende Mitarbeiter auf Corona testen

3:14 Uhr: Die Deutsche Post wird als erster deutscher Konzern tausende Mitarbeiter ohne konkreten Anlass auf das Coronavirus testen lassen.

Das Unternehmen schlage den Weg einer "prophylaktischen Teststrategie" ein, kündigte Vorstandsmitglied Tobias Meyer in der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Dienstag an.

Deutlich mehr als 10.000 Mitarbeitern solle angeboten werden, sich vorsorglich testen zu lassen, "dies vor allem in größeren Betriebsstätten".

Nach Angaben Meyers werden die Betriebsärzte der Post die Tests voraussichtlich in einem Teil der 36 Paketzentren und möglicherweise auch in Briefverteilzentren anbieten.

In Chile schnellt die Zahl der Corona-Infektionen in die Höhe

02:26 Uhr: In Chile nimmt die Ausbreitung des Coronavirus weiter stark zu. Innerhalb von 24 Stunden wurden in dem südamerikanischen Land 4.895 neue Infektionsfälle verzeichnet, wie die Gesundheitsbehörden am Montag mitteilten. Dies ist die bisher höchste Zahl von Neuinfektionen im Land. Ferner wurden 43 weitere Todesfälle registriert.

Unter den zuletzt positiv auf das Virus getesteten Patienten ist auch ein Minister der Regierung von Präsident Sebastián Piñera.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Infektionsfälle in Chile stieg auf 73.997, die Zahl der Todesopfer auf 761. Der Minister für öffentliche Arbeiten, Alfredo Moreno, teilte mit, dass er positiv auf das Virus getestet worden sei. Bislang habe er aber keine Symptome.

Im März so viele Krankmeldungen wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr

01:01 Uhr: Der Techniker Krankenkasse zufolge haben sich im März so viele Arbeitnehmer krank gemeldet wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Wie eine Auswertung der Kasse, die der Funke Mediengruppe vorliegt, zeigt, lag der Anteil krankgeschriebener Beschäftigter bei 6,84 Prozent. Der Höchststand im vergangenen Jahr lag den Angaben zufolge bei 5,30 Prozent.

Als Grund für die Krankschreibung wurden vor allem Erkältungskrankheiten genannt, hieß es. Der Chef der TK, Jens Baas, vermutet, dass ein großer Anteil des überdurchschnittlich hohen Krankenstandes mit präventiven Krankmeldungen aufgrund der Corona-Pandemie zu erklären ist.

Schon Anfang Mai hatte der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) berichtet, der Krankenstand sei während der Coronakrise stark gestiegen.

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Einen Mund-Nasen-Schutz selber nähen

So gefährlich ist unser Atem: Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus lauert besonders in geschlossenen Räumen

Aufnahmen unserer Atemwolken verdeutlichen, was in Restaurants oder Fitnessstudios passiert, wenn auf einen Mundschutz verzichtet wird. Infektiöse Partikel halten sich minutenlang in der Luft. Zum Schutz der Mitmenschen und der eigenen Gesundheit ist es deshalb unerlässlich, den empfohlenen Mindestabstand einzuhalten. © RTL Television

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.