Brasilien entwickelt sich zunehmend zum neuen Brennpunkt der Corona-Pandemie. Am Freitag überholte das südamerikanische Land Großbritannien bei der Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus

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Brasilien hat Großbritannien bei der Zahl der Corona-Toten überholt. Nach den Daten des Gesundheitsministeriums vom Freitag starben in Brasilien bislang 41.828 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Das größte und bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika liegt damit laut der Johns-Hopkins-Universität in den USA weltweit auf Platz zwei der Länder mit den meisten Corona-Toten - nach den Vereinigten Staaten (mehr als 114.600 Tote).

828 810 Menschen haben sich in Brasilien mit dem Virus infiziert. In Großbritannien starben laut Johns-Hopkins-Universität 41.566 mit dem Virus infizierte Menschen. Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien ist zuletzt schnell gestiegen, mit wiederholt jeweils rund 1.000 neuen Opfern am Tag.

Dennoch werden vielerorts Maßnahmen gelockert, Geschäfte und Strände sind inzwischen wieder geöffnet. Vor Einkaufszentren in São Paulo bildeten sich lange Schlangen.

Kritik an Regierung: Aktivisten heben Corona-Gräber aus

Mit einer besonderen Aktion hatten Aktivisten zuletzt gegen den Umgang der brasilianischen Regierung mit der Corona-Pandemie protestiert. Am Strand der Copacabana hatten sie am Donnerstag hunderte symbolische Gräber ausgehoben.

Am Strandabschnitt direkt vor dem berühmten Hotel "Copacabana Palace" schaufelten Reihen von rechteckigen Löchern und errichteten darauf schwarze Kreuze mit kleinen brasilianischen Flaggen.

Mit der Aktion solle der brasilianischen Opfer der Pandemie gedacht und zugleich die "Inkompetenz" der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro in ihrer Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus angeprangert werden, erklärten die Aktivisten. (dpa/thp)

Protest: Copacabana wird zum Friedhof

Die Nichtregierungsorganisation "Rio de Paz" hat über Nacht Dutzende Gräber ausgehoben, um ein Zeichen gegen die Politik von Jair Bolsonaro zu setzen.


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