"Zirkadianer Rhythmus" des Körpers: So tickt unsere innere Uhr

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Warum Smoothies am Morgen kein Hipster-Frühstück und Siestas am Mittag kein Anzeichen von Faulheit sind, sondern gesunde Gewohnheiten, die dem natürlichen Rhythmus des Körpers folgen.

Als Erstes, sogar vor der Zahnbürste, sollte Wasser in Ihren Mund kommen. Idealerweise lauwarm und mit etwas frisch gepresster Zitrone, Limette, Minze, Ingwer oder Apfelessig vermischt. Das unterstützt die natürlichen Stoffwechselprozesse und hilft vor allem der Verdauung, über Nacht "Angestautes" zu entsorgen.
Da sich der Körper vormittags noch im Detox-Modus befindet, sollten Sie bis etwa 12 Uhr nichts schwer Verdauliches essen. Stattdessen sorgen Smoothies voller Superfoods wie Moringa, Rote Beete, Heidelbeeren, Chia und Kokoswasser dafür, dass der Körper auf Hochtouren läuft. Ein Löffel Kokosöl oder Nussbutter sorgt für eine bessere Vitaminaufnahme.
Rund 80 Prozent der Deutschen trinken täglich Kaffee. Da spricht auch grundsätzlich nichts dagegen. Jedoch sollte der Wachmacher nicht das erste Getränk des Tages sein, sondern erst getrunken werden, wenn der Kortisol-Level im Körper niedriger ist. Das ist in der Regel erst drei Stunden nach dem Aufwachen der Fall.
Bei jemandem, der um 6.30 Uhr aufsteht, ist der Kortisolspiegel im Körper zwischen 8 und 9 Uhr morgens sowie zwischen 12 und 13 Uhr mittags auf natürliche Weise sehr hoch. Das heißt: Wir sind im Stress-Modus. Deshalb sollte Koffein NICHT zu diesen Zeiten getrunken werden, um das Stresshormon nicht zusätzlich zu erhöhen. Ein Espresso nach dem Mittagessen ist ideal.
Nach 12 Uhr freut sich der Körper über feste Nahrung in Form von Gemüse, Eiweiß und Kohlenhydraten wie Quinoa. Diese können wir mittags gut verarbeiten.
Was bei Südländern längst fester Tagesbestandteil ist, wird nun auch immer mehr zu einer Power-Methode im Büro: ein Mittagsschläfchen. Damit outen Sie sich nicht als faul, sondern als gesunder Mensch, der dem natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus seines Körpers folgt.
Studien beweisen, dass ein 20-minütiges Schläfchen am frühen Nachmittag (idealerweise immer zur selben Zeit) ein gesunder Kraftspender ist. Länger sollte die Nickerchen-Zeit aber nicht sein, um den Körper nicht aus seinem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu bringen.
Zwischen 14 und 16 Uhr sind wir naturgemäß sehr leistungsfähig und produktiv, können gut reagieren und koordinieren. Perfektes Timing also, um nach der Siesta richtig Gas zu geben im Job!
Idealerweise werden Früchte getrennt von anderen Speisen verzehrt. Die beste Zeit dafür: nachmittags. Zum Beispiel als Snack vor dem Sport.
Generell ist Bewegung immer gut für unseren Körper. Wer jedoch auf Muskelaufbau abzielt, trainiert am Nachmittag und frühen Abend am effektivsten. Da die Körpertemperatur dann höher ist, ist die Verletzungsgefahr niedriger, weil die Muskeln im Tagesverlauf bereits bewegt und erwärmt wurden.
Wenn Sie zu keiner anderen Tageszeit die Möglichkeit haben, Sport zu treiben, dürfen Sie sich selbstverständlich am Abend austoben. Generell gilt allerdings: Je näher Sie dem gewünschten Einschlafmoment kommen, desto ruhiger sollten Ihre Aktivitäten werden. Nach 21 Uhr lieber ein Stretching oder einen Spaziergang statt eines Dauerlaufs machen.
Viele Menschen sind etwa 16 Stunden pro Tag wach und essen oder snacken die meiste Zeit davon. Unsere Verdauungsorgane freuen sich allerdings über längere Pausen. Ideal sind vier Stunden Abstand zwischen Mahlzeiten sowie ein frühes Abendessen gegen 18 Uhr, zum Beispiel mit leichten Kohlenhydraten wie Süßkartoffeln und eiweißreichem Fisch.
Die Sonne gibt vor, wann der Tag und die Nacht beginnen. Wer mit der Sonne aufsteht und mit ihr abends zur Ruhe kommt, bewegt sich automatisch in einem natürlichen Rhythmus. Gegen 21 Uhr beginnt die Ausschüttung des "Schlafhormons" Melatonin. Der Körper beginnt, herunterzufahren - sofern wir ihn nicht daran hindern.
Nicht nur körperliche Tätigkeit wie anstrengender Sport oder Schichtarbeit, Koffein, Zucker und schweres Essen stören unseren natürlichen Schlafrhythmus, sondern auch das Licht vom TV, PC, Handy oder Digitalwecker. Diese Dinge gehören aus dem Schlafzimmer verbannt - spätestens eine Stunde vor dem geplanten Einschlafen.
Gegen 2 Uhr morgens schlummern wir naturgemäß tief und fest wie ein Baby, sofern unsere Gewohnheiten, Gedanken und Hormone im Gleichgewicht sind. Ab 6 Uhr steigen die Körpertemperatur und der Blutdruck an, während die Melatoninausschüttung stetig sinkt.
Hundemüde, depressiv oder ständig Heißhungerattacken? Das sind einige Anzeichen dafür, dass Sie und Ihre innere Uhr nicht im gleichen Takt ticken. Versuchen Sie, zu regelmäßigen Zeiten zu schlafen und zu essen und sich viel an der frischen Luft in natürlichem (Sonnen-)Licht zu bewegen.