Morgens und abends die Zähne zu putzen, ist wichtig. Doch für zuverlässigen Schutz zählt auch, welche Creme auf die Bürste kommt - und dass diese Flourid enthält. Doch der Wirkstoff wird immer wieder kontrovers diskutiert. Stiftung Warentest und ein Experte klären die wichtigsten Fragen.

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Frischer Atem, strahlend weiße Zähne: Es gibt unzählige Zahncremes, die alle perfekte Mundhygiene versprechen. Doch die wichtigste Funktion einer Zahnpasta ist der Schutz vor Karies. Dafür ist ein Inhaltsstoff zentral - Fluorid.

Das Problem ist, dass längst nicht alle Cremes dieses Spurenelement enthalten oder zu wenig davon drinsteckt. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest, bei der 8 von 21 Kandidaten wegen schlechter Kariesprophylaxe durchfielen.

Flourid in Zahnpasta: Was beanstanden die Warentester?

Fluorid sei der wichtigste Inhaltsstoff zur Kariesvorbeugung, schreiben die Tester in ihrem Bericht (Zeitschrift "test", Ausgabe 10/2020). Entsprechend sei zugesetztes Fluorid in ausreichender Menge ein K.-o-Kriterium. Ergab die Laboranalyse, dass eine Zahnpasta kein Fluorid enthielt, war sie durchgefallen - weitere Prüfungen fanden dann nach Angaben der Tester nicht mehr statt.

Wie schnitten die anderen Cremes ab?

Insgesamt sehr ordentlich. Sieben Cremes wurden mit "sehr gut" bewertet, fünf mit "gut" - beim Punkt Kariesprophylaxe gab es bei diesen Produkten für die Tester nichts auszusetzen.

Eine Creme erreichte nur die Note "befriedigend", weil mit der enthaltenen Menge an Fluorid nur ein ausreichender, aber kein guter oder sehr guter Kariesschutz geboten werde.

Wie blicken Zahnmediziner auf die Rolle von Fluorid?

"In der Zahnmedizin wird einhellig die Meinung vertreten, dass Fluorid ein Muss ist in Zahnpasten, wenn die Kariesprophylaxe im Fokus steht", betont der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Prof. Dietmar Oesterreich.

Manche Cremes im Test setzen auf Kokosöl, Salbei oder Grünen Tee als Schutz gegen Karies - diese Wirkung sei aber noch nicht ausreichend wissenschaftlich nachgewiesen, heißt es in dem Bericht. Es fehlten "hochwertige Studien" mit solchen Substanzen, die eine Karieshemmung in der Mundhöhle belegten, sagt der Hamburger Zahnmediziner Prof. Ulrich Schiffner in der "test"-Zeitschrift.

Wie viel Fluorid sollten Zahncremes enthalten?

Oesterreich verweist auf internationale Richtwerte: "Bei Erwachsenen gelten 1.500 ppm als Standardmenge, für die Kinder sind es inzwischen 1.000 ppm." Bei Kindern bis zu einem Alter von zwei Jahren sollte eine reiskorngroße Menge Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid auf die Bürste, bei Kindern ab zwei bis sechs Jahren dann eine Menge von der Größe eines Erbsenkorns, rät der Zahnmediziner.

Wichtig zu beachten: Wer eine fluoridhaltige Zahnpasta bei Kleinkindern nutzt, sollte keine Fluorid-Tablette zusätzlich geben. Ab dem Schulalter rät die Stiftung Warentest zu Juniorpasten, welche ähnlich viel Fluorid enthielten wie Zahncremes für Erwachsene. Auch Erwachsenenpasten seien für Schulkinder geeignet - sie sollten aber kein Zink enthalten.

Was bewirkt Fluorid konkret?

"Im Mund gibt es ein ständiges Wechselspiel von Bakterien, die Zahnbeläge bilden und Säuren produzieren, die wiederum Mineralien aus der Zahnhartsubstanz lösen", erklärt Oesterreich. Karies kann auf Dauer die Folge sein. "Fluorid ist wichtig für die Reparatur."

Die herausgelösten Mineralien, zum Beispiel Kalzium, werden durch Fluorid gebunden und wieder in die Hartsubstanz eingelagert. Dazu kommt, dass Fluorid auch den Stoffwechsel der Bakterien verlangsame, so der Experte, wodurch diese dann nicht mehr so aktiv in der Produktion von Säure seien. (dpa/kad)

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