A oder B, Plus oder Minus: Kennen Sie eigentlich Ihre Blutgruppe? Im Grunde ist sie leicht zu merken, doch viele Menschen wissen sie nicht. Aber müssen sie das überhaupt? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

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Wer noch seinen Mutterpass hat oder Blut spendet, dürfte seine Blutgruppe kennen. Doch viele wissen nicht, ob sie A positiv, 0 negativ oder vielleicht - damit wären sie eine kleine Minderheit - AB negativ sind.

Aber muss man seine Blutgruppe überhaupt kennen? Und wenn ja, warum? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Welche Blutgruppen gibt es?

AB, A, B und 0 sind die bekanntesten Blutgruppen. Diese werden in Kombination mit dem Rhesusfaktor angegeben, der positiv oder negativ sein kann.

Unterm Strich gibt es also acht Varianten. Am häufigsten sind Menschen in Deutschland nach Angaben der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) A positiv (rund 37 Prozent) und 0 positiv (rund 35 Prozent), am seltensten vertreten ist die Kombination AB negativ (rund 1 Prozent).

ABO und Rhesus sind nur zwei unter vielen Blutgruppensystemen. Ein weiteres, das beispielsweise auf den DRK-Blutspendeausweisen angegeben wird, ist das Kell-System (Kell-positiv oder Kell-negativ).

Wo stehen die Angaben zur Blutgruppe noch?

Neben dem Blutspendeausweis, den man ein paar Wochen nach seiner ersten Spende zugeschickt bekommt, finden sie sich im Mutterpass.

Von diesen beiden Ausweisen abgesehen gebe es aber keine Papiere, die die Blutgruppe dokumentierten, erklärt der Berufsverband der Laborärzte. Ärzte können bei Bedarf zwar im Impfpass die Blutgruppe eintragen. Sie findet sich dort allerdings nicht standardmäßig.

Und was ist mit Bluttests beim Hausarzt?

Bei der überwiegenden Zahl der Laboruntersuchungen sei die Blutgruppe irrelevant, erklärt der Fachverband. Darum werde sie auf den Befunden in der Regel nicht angegeben. Bei Untersuchungen speziell zur Blutgruppe sieht das natürlich anders aus.

Grundsätzlich gilt übrigens: Die Blutgruppe muss ein Arzt eigenhändig per Unterschrift bestätigten. Das sei zum Beispiel bei automatisierten Ausdrucken für den Patienten nicht möglich, in denen die wichtigsten Werte der Laboranalyse zusammengefasst sind.

Ist es im Notfall von Vorteil, seine Blutgruppe zu kennen?

Nein. Denn sie wird vor Operationen oder in Notfällen grundsätzlich noch einmal bestimmt. Das dauert nach Angaben der Laborärzte rund 45 Minuten.

Was ist, wenn jemand aber umgehend Blut benötigt?

Dann bekommt derjenige, bis die Blutgruppe ermittelt ist, Konserven mit der Blutgruppe 0 negativ - dieses Universal-Spendeblut kann jedem gegeben werden.

Was nutzt also das Wissen um die Blutgruppe?

Begehrt, aber mit nur rund sechs Prozent Anteil in der deutschen Bevölkerung recht selten vertreten, sind entsprechend Spender mit der Blutgruppe 0 negativ, erklären die DRK-Blutspendedienste.

Sie sind darüber hinaus die einzigen, die nur ihre eigene Blutgruppe vertragen - wer also weiß, dass er diese Blutgruppe hat, spendet auch mit diesem Hintergedanken vielleicht eher. Denn man ist im Fall der Fälle auf Blutkonserven mit der Gruppe 0 negativ angewiesen.

Blut der Gruppe AB sei dagegen bei Plasma-Spenden begehrt, weil es dort jedem Empfänger transfundiert werden könne.

Und sonst?

Es kann etwa auch als Spielerei ganz interessant sein. Werdende Mütter und Väter liefert das DRK online zum Beispiel ein Tool, mit dem sich mögliche Blutgruppen des Nachwuchses ermitteln lassen.

Generell liefern Studien Hinweise darauf, dass bestimmte Krankheitsverläufe auch von der Blutgruppe beeinflusst werden könnten, zum Beispiel bei der vom Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelösten Krankheit COVID-19. (ff/dpa)

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