• Bei Symptomen jeglicher Art sehen viele schnell bei Google nach - und bekommen zahllose unsortierte Antworten.
  • Wir haben sieben Websites gesammelt, die vertrauenswürdige Gesundheitsinfos geben und so manchen Umweg ersparen.

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Stimmt es, dass Kaffee das Leben verlängert und Brokkoli vor Krebs schützt? Wie sinnvoll ist es, zur Krebsfrüherkennung gehen? Gibt es wirklich keine Alternative zu der Knie-Operation, die die Ärztin vorschlägt? Dr. Google kannte gleich 293.461 andere Möglichkeiten – aber was davon ist Unfug? Und ist es wirklich nötig, das alles zu lesen?

Manche Infos kosten wertvolle Zeit – besonders bei einer lebensbedrohlichen Krankheit. Andere können direkt gefährlich werden, zum Beispiel, wenn sie eine Therapie anpreisen, die schadet statt zu helfen.

Trotzdem macht Dr. Google keinen Unterschied zwischen solchen Infos und denen von seriösen Anbietern. Denn für Suchmaschinen zählt nur, wie gut die Angebote zur Suchanfrage passen. So entsteht leicht der Eindruck, alle Informationen wären gleich gut, und die guten Infos gehen zwischen all dem Info-Müll unter. Das macht es unnötig schwer, eine vernünftige Antwort zu finden.

Besser gleich zu verlässlichen Anbietern

Was verlässliche Gesundheitsinformationen ausmacht: Die Anbieter recherchieren umfassend, listen die Vor- und Nachteile von Behandlungen auf und bewerten den wissenschaftlichen Kenntnisstand, erklären also, was man sicher weiß und was nicht. Zudem geben sie an, auf welche Quellen sie sich stützen. Die Angebote sind werbefrei und unabhängig, die Infos werden regelmäßig aktualisiert und durch ein transparentes Verfahren überprüft.

So lassen sich Gesundheitsentscheidungen treffen, mit denen man auch später noch zufrieden sein kann.

Wo finde ich was?

Wir stellen Ihnen sieben Websites vor, mit denen sich gute Gesundheitsentscheidungen treffen lassen. Sie decken unterschiedliche Arten von Gesundheitsfragen ab und sind eine bessere Anlaufstelle als Dr. Google. Die Art der Frage leitet zum passenden Angebot.

1. Was bringt das Mittel XY?

Das Redaktionsteam der Website Medizin transparent sammelt Fragen aus der Bevölkerung, in denen es um Gesundheitsbehauptungen geht. Zum Beispiel: Hilft Ginseng bei Impotenz? Dazu wertet das Team die aktuelle Studienlage aus und erklärt auf der Website, was die Wissenschaft zu diesem Thema herausgefunden hat. Heraus kommen Texte, die einen guten Überblick geben, was belegt ist und was nicht.

Schwerpunktthemen von Medizin transparent sind frei verkäufliche Mittel, wie zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel, Behauptungen aus Medienberichten oder Internet-Werbung, Infos zu Corona-Impfstoffen und Behandlungsmöglichkeiten. Besonders empfehlenswert sind die Faktenchecks zu Corona-Mythen.

2. Die häufigsten Krankheiten und ihre Symptome

Die Website gesundheitsinformation.de erklärt die 200 häufigsten Krankheiten. Zu jeder Krankheit werden Symptome, Ursachen, Häufigkeit, Diagnose, Behandlung und das Leben mit der Krankheit besprochen. Außerdem gibt es bei vielen Krankheiten Zusatzwissen zum Anklicken: die häufigsten Patientenfragen, Vor- und Nachteile sowie Unsicherheiten bei der Behandlung und Tipps zum alltäglichen Umgang. Zu einigen Krankheiten sind Erfahrungsberichte von Betroffenen hinterlegt. Die Redaktion legt die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zugrunde und übersetzt sie in allgemeinverständliche Sprache. Die Website informiert ausführlich über Corona-Impfstoffe.

3. Hilfe bei Krebserkrankung

Der Krebsinformationsdienst klärt umfassend über alle Krebsarten auf. Wie die unterschiedlichen Krebserkrankungen erkannt und behandelt werden, ist ein Schwerpunkt der Website. Das Redaktionsteam pflegt fortlaufend aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse ein und klärt auf der News-Seite über aktuelle dubiose Angebote auf.

Das Besondere: Alle können ihre Fragen auch direkt an das Rechercheteam stellen – auch Angehörige und Menschen, die beruflich mit dem Thema Krebs zu tun haben. Die Fachleute sind telefonisch oder per E-Mail erreichbar und beantworten alle Fragen rund um das Leben mit Krebs.

4. Was ist in meinem Fall die Standardtherapie?

Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin informiert auf der Website Patienten-Information.de über Behandlungsstandards von häufig vorkommenden Krankheiten, inklusive Krebserkrankungen. Die sogenannten Patientenleitlinien gibt es auch in Kurzform. Bei einigen Krankheiten können Entscheidungshilfen und Checklisten helfen, eine Gesundheitsentscheidung zu treffen.

5. Was macht gesunde Ernährung aus?

Das Angebot der Stiftung Gesundheitswissen ähnelt dem von "gesundheitsinformation.de", hat allerdings zusätzlich noch einen etwas anderen Schwerpunkt: Neben Informationen über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten gibt es auf der Website Informationen dazu, wie sich Gesundheit erhalten lässt, etwa mit gesunder Ernährung, wie die Kommunikation mit Ärzten und Ärztinnen leichter gelingt und wie die Orientierung im Gesundheitswesen. Zu COVID-19 und Corona-Impfstoffen gibt es eine eigene Rubrik.

6. Wie viel nützt die Impfung?

Mit den Faktenboxen deckt das Harding-Zentrum für Risikokompetenz zwar nur eine Auswahl an Krankheiten ab, dafür aber kompakt und mit konkreten Zahlen. Das schafft für Gesundheitsentscheidungen einen schnellen Überblick über Vor- und Nachteile von Behandlungen – mithilfe von Tabellen und Grafiken und mit ausführlichen Hintergrundinformationen. Die Website informiert auch über COVID-19 und Corona- und Grippe-Impfstoffen.

7. Nutzen und Risiken diverser Behandlungen

Der IGeL-Monitor (IGeL steht für Individuelle Gesundheitsleistungen) erklärt, was man über Nutzen und Risiken von Behandlungen weiß, die die Krankenkassen nicht bezahlen, wie zum Beispiel die Laser-Behandlung von Krampfadern. Das Redaktionsteam der Website nimmt auch Früherkennungsverfahren wie Ultraschall der Eierstöcke unter die Lupe.

Fazit

Dr. Google hilft bei Gesundheitsfragen oft nicht weiter. Gleich bei vertrauenswürdigen Anbietern nach Informationen zu suchen, spart Zeit, Nerven und Geld und hilft, bessere Entscheidungen zu treffen.

Dieser Beitrag stammt vom Journalismusportal RiffReporter. Auf riffreporter.de berichten rund 100 unabhängige JournalistInnen gemeinsam zu Aktuellem und Hintergründen. Die RiffReporter wurden für ihr Angebot mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.
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