Telefonische Krankschreibungen sind ab Montag wieder möglich. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen am Donnerstag beschlossen. Was gilt es dabei zu beachten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Haus- und Fachärzte hatten den Schritt schon lange angemahnt, nun ist der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen (G-BA) den Forderungen gefolgt. Die telefonische Krankschreibung wird im Zuge der Corona-Pandemie wieder möglich gemacht. Das müssen Sie jetzt dazu wissen.

Ab wann kann ich mich telefonisch krankschreiben lassen?

Die Regelung tritt ab Montag, den 19. Oktober in Kraft und soll zunächst bis zum Jahresende – also den 31. Dezember – gelten. Man werde zudem rechtzeitig vor dem Auslaufen über eine Anpassung der zeitlichen Befristung beraten, teilt der G-BA mit.

Wie lange kann ich mich krankschreiben lassen?

Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

Welche Symptome muss ich aufweisen, um mich telefonisch krankschreiben zu lassen?

Die Regelung gilt für Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden. So sollen Praxen entlastet und Wartezimmer leer bleiben. Dies gilt dem Schutz vor dem Coronavirus. Man brauche in dieser Situation keine vollen Wartezimmer, heißt es in einer Mitteilung des G-BA. Denn allein durch mögliche Kontakte auf dem Weg in die Praxis oder beim Warten in geschlossenen Räumen steige das Risiko, sich anzustecken.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Ärztinnen und Ärzte müssen sich persönlich vom Zustand der Patientin oder des Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen. Danach wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erteilt oder nicht.

Werden die Krankheitstage mit dieser Regelung nicht sehr stark steigen?

Hierzu gibt es Zahlen aus März und April, als die Regelung das erste Mal galt: Wie der AOK-Bundesverband am Donnerstag mitteilte, lag der Krankenstand nur knapp über dem Monatsdurchschnitt der vergangenen zehn Jahre. "Die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung wegen Atemwegserkrankungen, die von Anfang März bis Ende Mai 2020 galt, dürfte einen Einfluss auf die erhöhten Krankenstände im Vergleich zu den Vorjahren gehabt haben", hieß es in einer Mitteilung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

"Gleichzeitig sprechen die Daten dafür, dass Ärzteschaft und Beschäftigte mit dieser temporären Regelung verantwortungsvoll umgegangen sind", sagte Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Instituts. Die Zwischenbilanz bei den Krankschreibungen für das Jahr 2020 falle insgesamt eher unspektakulär aus.

Was ist, wenn ich den Verdacht habe, mich mit dem Coronavirus infiziert zu haben?

Unabhängig von der Ausnahmeregelung zur telefonischen Krankschreibung rät der G-BA: Versicherte mit typischen COVID-​19-Symptomen oder Kontakten zu COVID-​19-Patienten sollten vor dem Arztbesuch unbedingt telefonisch Kontakt zur Praxis aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen.

Verwendete Quellen:

  • Mitteilung Gemeinsamer Bundesausschuss - Corona-​Pandemie: G-BA ermöglicht erneut telefonische Krankschreibung
  • aerzteblatt.de - Telefonische Krankschreibung soll bis Jahresende möglich sein
  • dpa