Kitas müssen Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen künftig beim Gesundheitsamt melden. Das geht aus einem neuen Gesetzesentwurf hervor, der Anfang Juni im Bundestag beschlossen werden soll.

Selbst eine Impfung hatte der Frau aus Essen nicht geholfen.


Die Bundesregierung will konsequenter gegen Eltern vorgehen, die sich einer Impfberatung verweigern. Das geht aus dem Entwurf eines Gesetzes hervor, das am 1. Juni im Bundestag beschlossen werden soll. Demnach müssen Kitas jene Eltern, die bei der Anmeldung keinen Nachweis der Beratung vorlegen können, künftig beim Gesundheitsamt melden. Über die geplante Neuregelung hatte zunächst die "Bild"-Zeitung berichtet.

"Damit erhalten die Gesundheitsämter die nötige Handhabe, auf die Eltern zuzugehen und sie zur Beratung zu laden", hieß es am Freitag aus dem Gesundheitsministerium.

Der Nachweis einer Impfberatung bei der Kita ist seit Inkrafttreten des Präventionsgesetzes Mitte 2015 Pflicht. Wer sich hartnäckig weigert, dem droht schon jetzt eine Geldbuße in Höhe von 2500 Euro. Die Kitas konnten bislang aber selbst entscheiden, ob sie Eltern beim Gesundheitsamt melden, die keine Impfberatung belegen können. Eine Impfpflicht, wie sie gerade in Italien eingeführt wurde, hatte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zuletzt ausgeschlossen.

Selten waren so viele Menschen in Deutschland skeptischer als heute, wenn es um das Thema Impfungen geht. Viele der Krankheiten, gegen die Ärzte impfen, sind hierzulande selten geworden. In der Folge werden sie allerdings manchmal zu Unrecht verharmlost.


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