Lange Zeit galt Kaffee nicht gerade als gesundes Lebensmittel. Jetzt mehren sich die Hinweise darauf, dass man diese Annahme wohl nicht aufrecht erhalten sollte. Eine neue Studie deutet nämlich eine lebensverlängernde Wirkung an.

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Das Lieblingsgetränk der Europäer ist und bleibt Kaffee. Neben seinen vielfältigen Aromen schätzen die Menschen vor allem morgens die aufputschende Wirkung des Koffeins.

Gerade auch im deutschsprachigen Raum liegt der Kaffee an der Spitze der Getränke-Hitlisten. Noch beliebter ist das Aufgussgetränk nur noch in den skandinavischen Ländern. Und das, obwohl er lange als wenig gesund galt. Doch diese Zeiten sind vorerst vorbei.

Erst im Juli fanden Forscher Hinweise auf eine positive Wirkung der braunen Bohnen auf den Körper.

Demnach war die Wahrscheinlichkeit der untersuchten Männer mit sehr hohem Kaffeekonsum, innerhalb des Beobachtungszeitraumes zu sterben, 12 Prozent geringer als bei Nicht-Kaffeetrinkern.

Bei Frauen waren es sieben Prozent. Damals dämpften Forscher noch die Erwartungen. Eine Empfehlung zu hohem Kaffeekonsum wollte man nicht aussprechen.

Dennoch reiht sich die Beobachtung in eine wachsende Zahl an Untersuchungen ein, die auf die gesundheitlichen Vorteile des Getränks hinweisen.

Forscher vermuteten es schon lange, nun ist der Nachweis gelungen.


Knapp 20.000 Teilnehmer

So auch die neuste, groß angelegte Studie vom Hospital de Navarra in Spanien, die fast 20.000 Teilnehmer untersuchte.

Dr. Adela Navarro stellte die Untersuchung beim Kongress der europäischen Fachgesellschaft der Kardiologen in Barcelona vor: "Schon frühere Studien legten nahe, dass Kaffeekonsum und Sterblichkeit in Wechselwirkung miteinander stehen. Das wurde aber bislang noch nicht für den mediterranen Raum untersucht."

Tatsächlich stammen viele Studien zum Thema aus den USA. Europäische Forschungen zum Thema sind bislang noch rar gesät.

Die Beobachtung war Teil des Seguimiento Universidad de Navarra (SUN) Projektes, das seit 1999 tausende Hochschulabsolventen langfristig beobachtet.

Die jetzt dargelegte Analyse umfasste 19.896 Teilnehmer deren Durchschnittsalter bei Studienbeitritt 37,7 Jahre betrug. Die Absolventen wurden durchschnittlich zehn Jahre lang beobachtet.

Schon in geringer Menge verringern Nüsse das Risiko für Krankheiten.


Vier Tassen Kaffee täglich senken das Sterberisiko

Über die Familien, Postbehörden und das nationale Sterbeverzeichnis erhielten die Forscher die Informationen zum Ableben der Teilnehmer. Während des Untersuchungszeitraumes starben 337 der Probanden.

Zu Beginn der Studie absolvierten die Teilnehmer einen Fragebogen zum Kaffeeverbrauch, Lebensstil, soziodemografischen Merkmalen, Körpermaße und gesundheitliche Veranlagungen.

Die Analyse der Daten zeigte: Teilnehmer, die mindestens vier Tassen Kaffee pro Tag tranken, zeigten ein deutlich geringeres Sterberisiko.

Die Wahrscheinlichkeit lag bei ihnen um 64 Prozent geringer, verglichen mit Menschen, die nie oder nur sehr selten Kaffee zu sich nahmen.

Für zwei zusätzliche Tassen Kaffee täglich, sank den Berechnungen zufolge das Sterberisiko um 22 Prozent.

Ältere Menschen profitieren von hohem Kaffeekonsum

Das Alter spielte dabei eine wichtige Rolle. Gerade bei den mindestens 45-Jährigen sank die Wahrscheinlichkeit der Mortalität bei zwei zusätzlichen Tassen am Tag stärker.

Für junge Teilnehmer konnte dieser Effekt nicht bestätigt werden.

Das Fazit der Forscher zur Studie fällt deutlicher aus, also noch bei vergangenen Untersuchungen.

Dr. Navarro sagt: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Trinken von vier Tassen Kaffee jeden Tag ein Teil einer gesunden Ernährung bei gesunden Menschen sein kann“.

Ob und inwiefern der Kaffee direkt für die Effekte verantwortlich ist, kann aus der Beobachtung nicht gezeigt werden. Schon in der Vergangenheit wiesen Forscher darauf hin, dass das Getränk mit dem eigentlichen Grund für diese Effekte lediglich in einer Beziehung steht.

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