• Warten auf den Termin für die COVID-19-Impfung, heißt es nun - und viele suchen verzweifelt nach ihrem Impfpass.
  • Warum das gerade bei Älteren ärgerlich sein kann und was zu tun ist, wenn Sie ihn nicht finden.

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"Deutschland sucht den Impfpass!" Dieser Slogan ist aus einer Informationskampagne über die Masernimpfung von 2012 bekannt, dem Allgemeinmediziner Klaus Lorenzen entlockt er jedoch allenfalls ein zerknirschtes Lächeln.

"Irgendwie ist der Spruch lustig - aber er ist auch traurig", sagt der Hausarzt aus Langebrück bei Dresden. Lorenzen weiß aus Erfahrung, wie mühsam es sein kann, alte Impfdaten wieder zu beschaffen - und dass diese Mühe manchmal vergeblich ist.

"Es ist ein Personaldokument, das nicht verloren gehen sollte", betont Lorenzen. Doch oft genug passiert genau das. Manche verkramen den Impfausweis beim Umzug. Andere vergessen, dass sie ihn im Bankschließfach deponiert oder in ihre Familienchronik gelegt haben. Der Hausarzt erzählt, dass er sich angewöhnt habe, Patienten ohne Impfpass darauf aufmerksam zu machen, wo überall bei anderen seiner Patienten am Ende der Impfpass doch wieder aufgetaucht ist.

  • Tipp: Um sich viel Aufwand und womöglich unnötige Impfungen zu ersparen rät beispielsweise das Deutsche Grüne Kreuz: "Am besten legt man ihn zu anderen wichtigen Unterlagen wie Geburtsurkunde und Steuernummer."

Nachträge sind möglich - wenn die Daten vorliegen

Wer ihn partout nicht finden kann, kann sich beim Hausarzt einen neuen ausstellen lassen. Dafür fallen für den Patienten keine Kosten an. Der Arzt kann, mit Zustimmung des Patienten, auch bei den vorherigen Hausärzten entsprechende Patientendaten anfordern. "Wenn wir Glück haben, sind die Impfdaten dabei", sagt Lorenzen, der stellvertretender Vorsitzender des Sächsischen Hausärzteverbandes ist. Diese Daten ließen sich dann in den neuen Impfpass nachtragen.

Gerade bei jungen Erwachsenen, die zu einem Hausarzt wechseln, klappe das gut, weil beim Kinderarzt die Impfhistorie meist noch vollständig im System vorliege, so Lorenzen. Generell sind Ärzte verpflichtet, allgemeinmedizinische Unterlagen zu Patienten mindestens zehn Jahre aufzubewahren. Das Problem: Wichtige Impfungen liegen teils viel länger zurück. Und wer weiß noch, ob und wann und gegen was er in den 1980er oder 1990er Jahren geimpft wurde? "Wenn ich keine Unterlagen habe und sie sich auch nicht mehr auftreiben lassen, müsste ich dann eigentlich noch einmal eine Grundimmunisierung machen", sagt Lorenzen. Auffrischen reicht nicht.

Im Zweifel Impfung nachholen

Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) rät: Fehlen Informationen über Impfungen, die für den Patienten empfohlen - also indiziert - sind, dann sollten sie nachgeholt werden. "Nur dokumentierte Impfungen gelten als durchgeführt."

Abhilfe schafft womöglich die Anfang des Jahres ins Leben gerufene E-Patientenakte: Ab 2022 sollen Krankenversicherte dort auch ihre Impfdaten elektronisch hinterlegen können. So können diese Informationen nicht mehr samt Pass in irgendeiner Kiste verschwinden. Einige Krankenkassen bieten bereits einen E-Impfpass an.

Der digitale und elektronisch speicherbare Impfpass befinde sich "bedauerlicherweise noch in den Kinderschuhen", ordnet Klaus Lorenzen ein. Ein Problem dabei: Für jede Arztpraxis sei die separate Anschaffung eines zusätzlichen Impfmoduls zur Verwendung zusammen mit dem Praxis-Verwaltungssystem erforderlich.

Wer ihn hat: Impfpass zur COVID-Impfung mitbringen

Bei einer Covid-19-Impfung erhalten Patienten laut Lorenzen momentan immer eine Impfbescheinigung. Das ist ein DIN-A4-Blatt, auf dem die erste und zweite Impfung gegen das Virus bestätigt werden. Lorenzen, der schon in Pflegeheimen gegen Covid-19 geimpft hat, trägt diese zusätzlich immer in den Impfpass ein - sofern der Patient ihn findet.

Laut dem Bayerischen Gesundheitsministerium wird "die Coronaschutzimpfung, wie jede andere Impfung auch, im Impfausweis oder in einer Impfbescheinigung dokumentiert." Das deckt sich mit den Vorgaben zur Impfdokumentation im Infektionsschutzgesetz.

Dann gilt es, besonders gut auf ihn achtzugeben, da er durch die COVID-Impfung noch mal an Bedeutung gewinnt: Schon jetzt haben beispielsweise einige Reiseländer Lockerungen für Geimpfte eingeführt und ermöglichen die Einreise ohne Test und Quarantäne. (dpa/af)

Teaserbild: © dpa / Christin Klose/dpa-tmn