Viele Menschen leiden unter Fußbeschwerden. Die meisten Fußprobleme entstehen durch einen falschen Lebensstil, beispielsweise durch Überlastungen oder falsche Schuhe. Wir erklären Ihnen die häufigsten Fußerkrankungen und wie sie sich behandeln lassen.

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Fersensporn

Ein Fersensporn ist eine kleine, dornartige Kalkablagerung an der Ferse. Fersensporne bleiben oft über einen längeren Zeitraum unbemerkt. Erst wenn er Entzündungen verursacht, äußerst sich der Fersensporn durch starke, stechende Fußschmerzen.

Seine Behandlung ist langwierig und schwierig. Dafür eignen sich oft Hausmittel wie Fußbäder oder Fußmassagen. Auch entzündungshemmende Medikamente und Salben können helfen. Nur in Ausnahmefällen ist eine Operation notwendig.

Hammerzehen

Unter Hammerzehen versteht man Fehlstellungen von einer Zehe oder mehreren Zehen. Dabei ist meistens das Mittelgelenk der Zehen verschoben oder sogar versteift.

Die häufigsten Ursachen für Hammerzehen sind falsches Schuhwerk und ein schwaches Bindegewebe. Beides ist vor allem bei Frauen anzutreffen. Bereiten Hammerzehen Beschwerden, ist eine Operation in der Regel unumgänglich.

Hallux Valgus

Der Hallux Valgus ist ebenfalls eine Zehen-Fehlstellung, bei der sich der große Zeh unter den benachbarten schiebt. Durch die Fehlstellung bildet sich an der Fußinnenseite ein Ballen.

Aus diesem Grund nennt man den Hallux Valgus im Volksmund auch Ballenzeh. Wie bei den Hammerzehen sind auch beim Hallux Valgus in erster Linie Frauen betroffen.

Denn er wird fast immer durch hochhackige, kurze oder spitze Schuhe verursacht. In vielen Fällen, besonders im Anfangsstadium, lässt sich die Zehen-Fehlstellung mit den gängigen Hausmitteln und ohne eine Operation behandeln.

Fußpilz

Der Fußpilz gehört zu den Pilzinfektionen und macht sich durch einen anhaltenden Juckreiz und weißliche Hautschuppungen zwischen den Zehen bemerkbar. Im späteren Krankheitsverlauf können rötlich-blasige Hautveränderungen hinzukommen.

Eine Fußpilzinfektion ist unangenehm, aber grundsätzlich harmlos. Dennoch sollte sie rechtzeitig behandelt werden, denn je weiter der Fußpilz fortschreitet, desto größer werden die Hautschäden. Für die Behandlung werden Antipilzmittel (Antimykotika) eingesetzt. Diese sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

Druckstellen, Schwielen, Blasen, Hühneraugen

Diese Symptome treten als Folge einer Überlastung auf. Ursache muss nicht zwangsläufig eine Überlastung beim Wandern oder Joggen sein. Auch ungeeignete Schuhe können Druckstellen, Schwielen, Blasen oder Hühneraugen auslösen.

Gleichzeitig können Fehlstellungen des Fußgewölbes zu schmerzhaften Überlastungen von Knochen, Sehnen und Bindegewebe im Fuß führen. Ein typisches Beispiel dafür sind Schwielen an der Fußsohle, auch Hühneraugen genannt, die etwa beim Spreizfuß auftreten.

Das Entfernen von Hühneraugen sollten man besser einem Fachmann überlassen. Will man ein Hühnerauge selbst behandeln, funktioniert das am besten mit einem Hühneraugenpflaster aus der Apotheke.

Weitere Tipps gegen Fußprobleme

  • Tragen Sie bequeme, möglichst flache oder mäßig hohe Schuhe. Achten Sie bei deren Kauf auf atmungsaktive Materialien wie zum Beispiel Leder.
  • Kaufen Sie Schuhe niemals frühmorgens, denn die Füße werden im Laufe des Tages bis zu eine halbe Nummer größer.
  • Kaufen Sie spitze Schuhe immer eine Nummer größer: Vorne muss genügend Platz für Ihre Zehen sein. Tipp: Stopfen Sie die Spitze mit Watte aus.
  • Verwenden Sie Druckschutzpolster zur Vermeidung von Druckstellen.
  • Entspannen Sie die Muskulatur Ihrer Füße mit regelmäßigen Fußbädern.
  • Legen Sie abends die Füße hoch und bewegen Sie die Zehen auf und ab.
  • Laufen Sie zu Hause so oft wie möglich barfuß oder tragen Sie Gesundheitsschuhe.
  • Halten Sie Ihre Füße trocken: Trocknen Sie diese nach dem Baden gut ab und verwenden Sie bei schwitzenden Füßen Cremes und Badezusätze mit Eichenrinde oder Aluminiumsalzen.
  • Machen Sie regelmäßig Fußgymnastik. Diese sorgt für eine starke Muskulatur, schützt vor Verletzungen und beugt Schmerzen vor.
  • Bei akuten Schmerzen können entzündungshemmende Medikamente Linderung bringen.
  • Schuheinlagen können das Fußlängsgewölbe bei Fehlstellungen unterstützen.
  • Behandeln Sie Fußerkrankungen wie beispielsweise Blasen, Hühneraugen oder Fußpilz richtig.

Wann ist ein Arztbesuch unerlässlich?

"Sollten die Schmerzen länger als drei Tage anhalten, unter Belastung zunehmen oder im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen stehen, ist es ratsam einen orthopädischen Facharzt aufsuchen", so Dr. Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in der Gelenk-Klinik Gundelfingen.

Der Experte rät: "Wenn die Schmerzen bewegungseinschränkend sind, zusätzlich eine erhöhte Körpertemperatur gemessen wird, die Hautoberfläche rötlich verfärbt und ein Gelenk geschwollen ist, sollten Sie möglichst sofort einen Orthopäden zu Rate ziehen."

Verwendete Quellen:

  • meine-Gesundheit.de: "Fußprobleme"
  • meine-Gesundheit.de: "Fußpilz"
  • Gelenk-Klinik.de: Fußschmerzen: "Ursachen, Diagnose und Hilfe"
  • Dr. Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Gelenk-Klinik Gundelfingen