Sie werden durch Viren ausgelöst und können sehr hartnäckig sein: Warzen. Doch wie wird man diese unschönen Hautwucherungen wieder los?

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An Fingern, Füßen, im Gesicht, aber auch im Genitalbereich können sie wachsen und den Betroffenen sowohl durch Schmerzen und Juckreiz, aber auch aus kosmetischen Gründen Ärger bereiten: Warzen. Wie man diese Hautwucherungen richtig behandelt und bestenfalls schnell wieder loswird, erfahren Sie hier.

Was sind Warzen? Und wie entstehen sie?

Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die durch Viren (zumeist Humane Papillom-Viren, kurz: HPV) verursacht werden und oft auch von selbst wieder verschwinden - allerdings können bis dahin Monate oder sogar Jahre vergehen. Durch rissige Haut können sie in den Körper gelangen, sei es durch Händeschütteln oder Barfußlaufen im Schwimmbad.

Gerade wenn die Haut aufgeweicht ist, wird den Viren das Eindringen erleichtert. Begünstigt wird die Ansteckung zudem durch Fußschweiß, angegriffene Haut (wie bei Neurodermitis), ein geschwächtes Immunsystem, Neigung zu Allergien oder Rauchen, Stress und Diabetes. Kinder und Jugendliche bekommen relativ schnell Warzen, wenn sie das erste Mal mit den Erregern in Kontakt kommen und ihr Körper noch keine Immunantwort kennt.

Vorsicht ist geboten, wenn man eigene Warzen aufkratzt: Schnell können sich die Viren auf weitere Körperstellen übertragen, wo sie sich ebenfalls ausbreiten können. Nicht ansteckend sind hingegen "unechte" Warzen, da sie nicht durch Viren verursacht werden.

Welche Warzenarten gibt es?

Unterschieden werden folgende Warzenarten:

  • Vulgäre Warzen: Sie sind die bekanntesten und am weitesten verbreiteten Warzen. In 70 Prozent der Fälle handelt es sich bei Betroffenen um diese, auch Stachelwarzen, gemeine oder gewöhnliche Warzen genannte Art, die hauptsächlich an der Hand oder am Fuß auftritt und in etwa so groß ist wie ein Stecknadelkopf oder eine Erbse. Zunächst fällt sie durch ihre glatte Oberfläche auf, die im Laufe des Wachstums zunehmend verhornt und eine meist gräuliche Farbe aufweist.
  • Pinselwarzen: Die Sonderform der vulgären Warzen erinnert optisch an einen kleinen Pinsel und wachst gehäuft bei älteren Menschen an Augenlidern, Lippen, Nase oder am Hals.
  • Flachwarzen: Diese wenig erhabenen, hellen Warzen, die auch als Planwarzen oder juvenile Warzen bekannt sind, treten zumeist im Kindesalter vor allem im Gesicht oder an den Händen auf. Sie werden oft nur wenige Millimeter groß.
  • Warzen an den Fußsohlen: Hier werden Mosaikwarzen und Dornwarzen unterschieden. Mosaikwarzen haben ihren Namen aufgrund ihrer Anordnung und verursachen in der Regel keine Beschwerden. Dornwarzen hingegen wachsen nach innen und können daher beim Laufen stechende Schmerzen auslösen.
  • Feigwarzen: Feigwarzen sind Hautwucherungen im Genitalbereich. Diese auch Genitalwarzen, Feuchtwarzen oder spitze Kondylome genannten Warzen treten oft gehäuft auf und erscheinen rötlich, bräunlich oder weißlich gefärbt. Sie sind eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen - zumeist durch Schmierinfektionen.
  • "unechte" Warzen: Manche Warzen werden nicht durch das HPV ausgelöst und sind daher keine echten Warzen. Zu den "unechten" Warzen zählen Dellwarzen, Alterswarzen und Stielwarzen. Dellwarzen werden durch eine Gruppe von Pockenviren auslöst und weisen oft eine typische Delle in der Mitte auf. Oft betrifft es Kinder. Alterswarzen wiederum treten meist erst ab einem Alter von 50 Jahren auf - vorwiegend an Brust, Rücken und im Gesicht - sie sind nicht ansteckend. Die besonders im Alter stark verbreiteten Stielwarzen oder auch weiche Fibrome entstehen durch Wucherungen von bestimmten Bindegewebszellen. Auch sie sind harmlos und nicht ansteckend.

Was kann ich gegen Warzen tun?

Grundsätzlich gilt: In der Regel besteht kein medizinischer Grund, weshalb eine Warze entfernt werden müsste. Der Körper kann sich selbst gegen die Wucherungen wehren, braucht dafür aber rund zwölf bis 24 Monate. Es bleiben dabei keine Narben zurück. Lösen Warzen allerdings große Schmerzen aus oder stören zum Beispiel aus kosmetischer Sicht sehr, können sie mit Medikamenten oder operativ bekämpft werden. Vor allem invasive Maßnahmen sollten nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden.

Hausmittel bei Warzen

Wer unschönen Warzen natürlich und ohne Chemie beikommen will, der kann auf verschiedene Hausmittel oder Homöopathie setzen. Unter anderem sollen verschiedene Öle wie Teebaum-, Lavendel- oder Rizinusöl helfen, da sie antiseptisch und antiviral wirken.

Manch einer schwört auf Knoblauch - frisch aufgeschnitten oder in Form von hoch dosierten Knoblauchpräparaten - oder auf saure Gesellen wie Apfelessig und Zitronensaft zum Austrocknen der Warze, manche sogar auf eigenen Urin. Auch wenn das abschreckend klingt: Es kann einen Versuch wert sein, eine Woche lang den morgendlichen Mittelstrahl aufzufangen und die Warze damit zu betupfen, ohne den Urin abzuwaschen. Auch bei anderen Hautproblemen wie Neurodermitis wirkt Eigenurin zum Teil Wunder.

Ebenso sollen verschiedene Pflanzen- und Naturstoffe wie der Milchsaft des Schöllkrauts und des Löwenzahns, Thuja oder Silicea imstande sein, gegen kleine Hautwucherungen zu wirken. In Form homöopathischer Arznei ist ein Vorabgespräch mit einem Spezialisten für Homöopathie ratsam.

Medikamente bei Warzen

Rezeptfrei aus der Apotheke bekommen Betroffene Mittel zur Warzenentfernung, die Salizylsäure oder Milchsäure enthalten. Als Lösung, Sprays, Salbe oder Pflaster bekämpfen sie Warzen, indem sie ihre Hornschicht auflösen. Die aufgelöste Hornhaut muss dann regelmäßig vorsichtig entfernt werden. Die Anwendung von Ameisensäure wiederum führt dazu, dass die Warze von innen heraus ausgetrocknet und schließlich vom Körper abgesstoßen wird. Fluorouracil unterstützt zusätzlich, das Wachstum der Warze zu hemmen.

Durch ein verändertes Immunsystem können Warzen während der Schwangerschaft vermehrt auftreten. Wie bei Kleinkindern sollte allerdings die Anwendung von Medikamenten nur in Maßen geschehen. Besser: Geduld haben und die Selbstheilung abwarten - oder zum Arzt gehen.

Was können Ärzte gegen Warzen tun?

Hautärzte haben verschiedene Möglichkeiten, Warzen zu behandeln.

  • Kryotherapie: Dabei werden die Warzen mittels flüssigem Stickstoff vereist und bestimmte Zellen abgetötet. Oft müssen Sitzungen mehrfach wiederholt werden. Es gibt sogar rezeptfreie Vereisungs-Stifte, deren Wirksamkeit allerdings bislang nicht nachgewiesen wurde.
  • Lasermethode: Mittels Laserstrahlen können Warzen stark erhitzt und auf diese Weise zerstört werden.
  • Kürettage: Hierbei wird die zuvor aufgeweichte Warze nach lokaler Betäubung mit der sogenannten Kürette abgetragen.
  • Elektrokoagulation: Mithilfe von elektrischem Strom wird die Warze verschmort. Ungeeignet ist die Art der Behandlung für Wucherungen, die eher nach innen wachsen.

Auch wenn es noch so sehr in den Fingern juckt: Stielwarzen sollten niemals vom Patienten selbst abgeschnitten oder mit einem Faden abgebunden werden. Das könnte zu gefährlichen Entzündungen führen. (tsch)

Verwendete Quellen:

  • NetDoktor: "Warzen"
  • Deutsche Apotheker Zeitung: "Was hilft gegen Warzen?"
  • Hautinfo.at: "Warzen richtig behandeln"

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