(cfl) - Japaner nehmen ihre Snacks für unterwegs in kleinen Kästchen, den Bento-Boxes, mit. Damit die Essenpakete auch wirklich verspeist werden, verzieren einige besonders fingerfertige Zeitgenossen seit Kurzem die Speisen mit kunstvollen Figuren-Designs, den Charabens.

Eine der bekanntesten Charaben-Herstellerinnen ist Muku Sensei. "Die Zeit und die Mühe, die Mütter in die Bento-Boxes ihrer Kinder stecken, ist ein Zeichen ihrer Liebe", sagte die Japanerin dem Nachrichtensender N24. So schuf sie schmackhafte Kreationen für ihren Nachwuchs: "Ich stelle Charabens her, weil meine zwei Töchter immer so am Essen herummäkelten. Die Figuren sollten sie zum Essen animieren."

Seit fünf Jahren stellt Muku die ausdrucksstarken Figuren aus Nahrungsmitteln her. Mittlerweile verziert sie aber nicht mehr nur die Kästchen ihrer Töchter, sondern vor allem die ihrer Kunden. Also schmückt sie ihre Bento-Schachteln mit Micky Maus, Hello Kitty oder Pokemon-Charaktere.

Die Profi-Köchin braucht gerade einmal 40 Minuten, um einen Charaben herzustellen. Neben den verspielten Motiven für Kinder, stellt sie auch kunstvolle Figuren für Erwachsene her - wie etwa den Kämpfer Otani Oniji.

Der Kopf besteht aus gedämpften, weißem Fisch. Die Haare sind aus getrockneten Meeresalgen hergestellt. Beim Kimono kommen Trocken - und Krebsfleisch zum Einsatz, wie die Japanerin N24 berichtet.

Um den Umsatz anzukurbeln, vertreibt Muku ihre Gerichte mittlerweile per Smartphone-App. So können gestresste Schüler und Manager ihre Snacks für unterwegs auch gleich überall bestellen.