(sist/ah) - Schon seit längerem steht die Droge Cannabis im Verdacht, Depressionen auszulösen. Jetzt fanden niederländische Forscher heraus, dass bestimmte Genvarianten entscheiden, ob sich das Depressionsrisiko durch Haschischkonsum erhöht.

Obwohl es bereits belegt ist, dass Cannabiskonsum das Risiko für Schizophrenie und Psychosen erhöht, war die Datenlage im Zusammenhang mit Depressionen bisher unzureichend. Ein niederländisches Forscherteam der Radboud Universität Nijmegen kann den Verdacht jetzt durch eine Langzeitstudie, die in der Onlineversion des Magazins "Addiction Biology" veröffentlicht wurde, bestätigen: Cannabis löst vor allem bei Jugendlichen Depressionen aus, die eine bestimmte Variante des Serotonin-Gens besitzen. Dies ist bei etwa zwei Drittel der niederländischen Bevölkerung der Fall.

Die holländischen Wissenschaftler sammelten fünf Jahre lang Daten von 428 Familien mit jeweils zwei jugendlichen Kindern. Bei einem Teil von ihnen war die Genvariante festgestellt worden. Jährlich wurden die Jugendlichen zu ihren Verhaltensweisen und Stimmungen befragt.

"Obwohl der unmittelbare Effekt von Cannabis angenehm ist und Euphorie auslösen kann, beobachten wir, dass auf längere Sicht depressive Symptome zunehmen", so die leitenden Forscher Roy Otten und Rutger Engels.

In den Niederlanden ist Haschischkonsum in dafür vorgesehenen Gaststätten gesetzlich erlaubt. Für Jugendliche ist es deshalb besonders leicht, regelmäßig Marihuana und Haschisch zu rauchen. Laut der Studie haben 30 Prozent der 16-Jährigen die Droge mindestens schon ein Mal zu sich genommen.