Oft sind sie ein ungewolltes Mitbringsel aus dem Urlaub: Bettwanzen. Sie wieder loszuwerden, ist meist ein schwieriges Unterfangen. Nun liefert aber eine neue Studie Erkenntnisse darüber, wie man der weltweiten Plage Herr werden könnte.

Bettwanzen werden zum weltweiten Problem. Vor 30 Jahren galten sie noch als ausgestorben, heute breiten sich die Krabbeltiere immer weiter aus. In Städten wie New York sind die Wanzen seit Jahren eine wahre Plage.

Besonders verbreitet sind sie in den USA, Kanada und Australien. Dank immer preiswerterer Reisemöglichkeiten kommen Sie nun auch verstärkt zu uns.

Das Umweltbundesamt sieht auch in Deutschland ein zunehmendes Problem, sowohl bei Hotels und Pensionen als auch in privaten Häusern. Am Frankfurter Flughafen werden mittlerweile ganze Hundestaffeln auf die Suche nach den Wanzen geschickt.

Prinzipiell können sich die Tiere überall aufhalten, wo Menschen sind, also auch in U-Bahnen oder Kinos. Mangelnde Hygiene spielt dabei keine Rolle. Die Bettwanzen vermehren sich einfach nur sehr schnell.

Ein Weibchen kann innerhalb von wenigen Wochen für eine regelrechte Wanzen-Epidemie sorgen. Bis zu zwölf Eier pro Tag kann ein einziges Tier in dieser Zeit legen.

Allein in Berlin gab es vergangenes Jahr rund 5.000 Einsätze gegen Bettwanzen. Rund zwei Drittel der Einsätze erfolgten in Hotels und Hostels.

Schädlingsbekämpfer berichten immer wieder von einer starken Zunahme. Weil keine Meldepflicht besteht, gibt es allerdings keine genauen Zahlen.

Studie zeigt, was Bettwanzen anlockt

Eine aktuelle Studie könnte jetzt für eine effektivere Bekämpfung sorgen. Bisher wurde vermutet, dass die Bettwanzen vor allem durch das Kohlendioxid in der Atemluft angelockt werden. Doch das ist wohl nur die halbe Wahrheit.

Die Studie des britischen Forschers William Hentley von der Universität Sheffield wurde im Journal "Scientific Reports" veröffentlicht und beschreibt eine denkbar einfache Versuchsanordung.

Um ein Gefäß voller Bettwanzen wurden vier Wäschesäcke aufgestellt. Zwei davon enthielten getragene, zwei davon ungetragene Wäsche. Wie sich herausstellte, wurden die Wanzen von den Säcken mit der getragenen Wäsche deutlich stärker angezogen.

Nach einer bestimmten Zeit befanden sich auf den Beuteln mit der schmutzigen Wäsche mehr als doppelt so viele Bettwanzen, als auf denen mit sauberer Wäsche.

Die Forscher zeigten zudem in dem Versuch: Mit einer Kohlendioxid-Quelle im Zimmer verlassen die Bettwanzen ihr Versteck zwar schneller, um Nahrung zu suchen, aber das CO2 war nicht entscheidend dafür, welches Ziel sie ansteuerten.

So kann man sich vor Bettwanzen schützen

In der Studie betonen die Wissenschaftler, dass durch einen sorgfältigen Umgang mit den Koffern die Ausbreitung vermieden werden könnte.

Gepäck und Kleidung sollte in Hotels auf Metallständer gehängt werden, wo Bettwanzen sie nicht erreichen können. Der Koffer sollte mit einem Sack überdeckt werden.

Auch empfiehlt es sich, bei Verdacht die Kleidung im Koffer nach der Reise bei 60 Grad zu waschen oder den ganzen Koffer für zwei Tage in die Tiefkühltruhe zu stecken. Kälte und Hitze überleben die Tiere nicht.

Das Umweltbundesamt empfiehlt zudem, das Hotelzimmer auf Bettwanzenspuren in Betten, hinter Bilderrahmen oder Lichtschalterabdeckungen zu untersuchen und bei Befall ein anderes Zimmer zu verlangen.

Gebrauchte Möbel von der Straße oder aus dem Sperrmüll sollten besser stehengelassen werden.

Würde jeder Urlauber und Geschäftsreisende diese Regeln beachten, gäbe es nach Ansicht der Forscher wohl bald kein Problem mehr mit den Wanzen.

Wie wird man Bettwanzen wieder los?

Die Plage betrifft das Billighostel genauso wie das Nobelhotel. Denn die Wanzen sind nur schwer wieder loszukriegen. Gegen viele Chemikalien haben sie mittlerweile Resistenzen entwickelt.

Weil die Bettwanzen mehrere Monate ohne Nahrung überleben können, hilft es wenig die befallene Wohnung vorübergehend zu verlassen. Wenn man wiederkommt, hat man nur umso hungrigere Bettwanzen.

Wer einen Befall in seiner Wohnung bemerkt, sollte den Kammerjäger rufen. Nur mit starker Hitze, sogenannter Wärmeentwesung, kann man den Schädlingen beikommen.

Wird bei der Behandlung aber auch nur ein befruchtetes Weibchen übersehen, war die Prozedur umsonst. Mehrere Einsätze des Schädlingsbekämpfers können also durchaus nötig sein.

So nervig die Tiere aber auch sein mögen, Infektionskrankheiten übertragen sie zumindest nicht.