"Ist Gericht 24 auf Ihrer Speisekarte frei von Laktose und Gluten?" – Wofür man noch vor ein paar Jahren nur verständnislose Blicke erntete, haben heutzutage zumindest die meisten schon gehört. Lebensmittelunverträglichkeiten sind ein aktuelles Thema und für die Betroffenen zu Beginn vor allem unangenehm und belastend.

Kochen, Restaurantbesuche und Einladungen bei Freunden sind mit einer Lebensmittelunverträglichkeit oft schwierig und ziehen Erklärungen nach sich. Bei Nathalie Gleitman wurden 2014 eine Histamin- und Laktoseintoleranz diagnostiziert, auch Gluten verträgt die geborene Münchnerin nur in Maßen.

Aus anfänglicher Ratlosigkeit und Unsicherheit über die veränderten Essgewohnheiten – denn die Liste der verbotenen Lebensmittel ist sehr lang – entstand eine neue Leidenschaft: das kreieren eigener Rezepte aus frischen Zutaten.

Lecker Kochen mit Intoleranzen

Aus der Begeisterung ist mittlerweile ein Beruf geworden und das Erstlingswerk "Happy Healthy Food" entstanden. Eine Mischung aus Ratgeber, Kochbuch und spirituellem Begleiter. Da ich selbst seit über zwölf Jahren mit Intoleranzen lebe, habe ich einen neugierigen Blick hineingeworfen und ein paar Rezepte ausprobiert.

Unsere Bloggerin erklärt, wie Sie Ihren Konsum langfristig reduzieren können.


Der erste Eindruck von "Happy Healthy Food" macht vor allem hungrig. Lust auf Blaubeer-Karotten-Muffins? Spargel-Lachs-Salat? Oder eine orientalische Bulgur-Paprika-Pfanne?

Wer bisher gedacht hat, dass Intoleranzen nur Verzicht bedeuten, wird hier sehr schnell eines Besseren belehrt und ermutigt: Die Rezepte sind abwechslungsreich und bieten sowohl schnelle Gerichte als auch aufwendigere.

Ersten Geschmackstest bestanden

Als absoluter Müslifan bin ich zuerst über die Rezepte zum Müsli selber machen gestolpert. Da ich keinen Fruchtzucker essen darf, fallen die herkömmlichen Mischungen aus den Supermärkten für mich flach. Mit wenig Aufwand knuspriges Kokos-Granola im Backofen machen? Super Idee, auf die ich „alter Hase“ selbst noch gar nicht gekommen bin. An der Knusprigkeit muss ich nach dem ersten Versuch zwar noch etwas arbeiten, der Geschmack ist aber schon mal richtig gut.

Auch sehr lecker: ein fruchtiger Salat mit Blumenkohl-„Couscous“. Hierfür musste ich einen Blumenkohl mit einem Mixer bearbeiten, bis er die bröckelige Konsistenz von Couscous hat. Vermischt wird die Masse dann mit Granatapfelkernen, Cranberrys, Minze, Hanfsamen und Petersilie. Ich war überrascht, wie sehr der Blumenkohl wirklich an Couscous erinnert – der süße, würzige Geschmack des Salats hat mich überzeugt und er nun öfter auf meinem Teller landen.

Bis zur Diagnose oft ein weiter Weg

Der Weg bis zur Diagnose einer Lebensmittelunverträglichkeit ist oft lang. Magenschmerzen, ständige Übelkeit, Gewichtsverlust, Migräne, Müdigkeit – die auftretenden Beschwerden einer Intoleranz sind ebenso vielfältig wie von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Häufig zieht sich das Leiden über einen langen Zeitraum hin, bis der Übeltäter, die Unverträglichkeit, feststeht.

Frische Ideen für jeden Hunger

"Happy Healthy Food" ist eine gute Orientierung für "Neulinge" beim Thema Intoleranzen. Aber auch für Menschen, die schon gut mit ihrer Lebensmittelunverträglichkeit klar kommen, bietet das Buch neue Anregungen für den Kochlöffel.

Sie haben keine Intoleranz? Vielleicht reizen Sie ja ein saftiges Süßkartoffel-Kokos-Brot oder eine cremige Hähnchen-Pasta für einen Blick ins Buch?

Einziger Wehmutstropfen: Manche Zutaten sind in normalen Supermärkten schwer zu bekommen. Hier muss man schon etwas suchen und auch mal tiefer in die Tasche greifen. Und: An einigen Stellen ist mir das Buch zu "spirituell" - aber das ist nun mal Geschmackssache.

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