Auf Smartphones fühlen sich Bakterien und Pilzsporen offenbar sehr wohl. Die Keimdichte auf einem Handy-Touchscreen wird nur noch von der auf Spüllappen in der Küche übertroffen. Auch wenn nur ein kleiner Anteil der Mikroorganismen schädlich ist, raten Experten dazu, das Smartphone regelmäßig gründlich zu reinigen.

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3.895 Bakterien pro Quadratzentimeter fanden Wissenschaftler im Schnitt auf Smartphones von Krankenhauspersonal, die sie für eine Studie im Jahr 2009 untersuchten. Eine höhere Keimkonzentration findet man nur auf Spülschwämmen und -lappen. Selbst ein durchschnittlicher Toilettensitz ist deutlich sauberer als die untersuchten Handys.

Viele der Mikroorganismen, die sich auf dem Smartphone sammeln, stammen aus der Haut und dem Mund des Besitzers und sind meist unbedenklich. Doch über die Hände und belastete Kosmetikprodukte können sich auch schädliche Erreger dazugesellen. Insbesondere in der Erkältungszeit oder bei Krankenhausbesuchen sollte man daher auf eine gründliche Reinigung des Smartphones achten, um Infektionen zu vermeiden.

Wie wird das Display richtig sauber?

Dabei reicht es nicht aus, den öligen Schleier, der sich regelmäßig auf dem Smartphone bildet, ab und zu mit einem trockenen Tuch abzuwischen. Auch wenn der Touchscreen sauber aussieht: Bakterien überleben darauf bei Zimmertemperatur mehrere Tage, Pilzsporen sogar monatelang.

Zu aggressiv darf die Reinigung der empfindlichen Displays natürlich auch nicht sein. Glasreiniger, Spülmittel oder Alkohol können die Oberfläche beschädigen. Besser geeignet sind laut TÜV Rheinland desinfizierende Hygienesprays aus der Drogerie. Für die schnelle Reinigung zwischendurch empfiehlt die Prüforganisation spezielle Reinigungstücher für Monitore.

Verschmutzung vermeiden

Lebensmittelreste bilden einen perfekten Nährboden für Keime, auch wenn es sich nur um kleine Spuren handelt. Darum sollte man das Smartphone nicht während des Essens in die Hand nehmen.

Das gilt auch für den Toilettenbesuch. Wer auf dem stillen Örtchen gerne ein bisschen im Internet surft, riskiert, den ganzen Tag Fäkalspuren mit sich herumzutragen. Solche fanden britische Forscher auf jedem sechsten untersuchten Handy von Schülern laut einer Studie aus dem Jahr 2017.

Auch wenn man sich nach dem Toilettengang die Hände wäscht, bleiben die Verunreinigungen mitsamt der entsprechenden Krankheitserreger auf dem Display und kommen beim nächsten Telefongespräch mit dem Gesicht in Kontakt.

Kosmetikprodukte wie Cremes und Makeup sind ebenfalls eine geeignete Umgebung für das Wachstum von Krankheitserregern. Auch wenn das Mikrofasertuch den Touchscreen nicht desinfiziert, ist es daher sinnvoll, den Fettfilm, der über die Hände und das Gesicht aufs Display gelangt, regelmäßig zu entfernen.

In Kratzern sammeln sich Erreger besonders hartnäckig. Eine Display-Schutzfolie sorgt dafür, dass die Oberfläche intakt bleibt. Außerdem werden mit ihr auch viele Keime entfernt, wenn die Folie auch noch ab und zu ausgetauscht wird.

Hygienebewusstsein verhindert Infektionen

Wer nicht von jeder Krankheitswelle mit ausgeknockt werden möchte, sollte allgemein auf eine gute Hygiene achten. Die wichtigste Maßnahme ist dabei das regelmäßige gründliche Händewaschen. Die meisten der schädlichen Keime, die sich auf dem Handy breitmachen, stammen von den Händen, mit denen man zuvor Türgriffe, Geldautomatendisplays und andere Tummelplätze von Krankheitserregern angefasst hat.

Es ist auch sinnvoll, die Hände regelmäßig von den Keimen zu befreien, die man umgekehrt vom Smartphone aufgenommen hat. Denn unbewusst fasst sich jeder viele Male am Tag ins Gesicht. So gelangen Erreger auf die Schleimhäute und können Infektionen auslösen.

Verwendete Quellen:

  • Fatma Ulger et al.: "Are we aware how contaminated our mobile phones with nosocomial pathogens?"
  • Siiri Kõljalg et al.: "High level bacterial contamination of secondary school students' mobile phones"
  • Fraunhofer Institut Dresden: Hygiene im Handumdrehen - mit neuem Netzwerk 'CleanHand'
  • TÜV Rheinland: Smartphones und Tablets - Hygienesprays schützen vor Keimbefall
  • Techniker Krankenkasse: Zur Hände-Hygiene gehört auch das Handy
  • Techniker Krankenkasse: So schnell wird das Smart­phone sauberÄrzteblatt: Keimschleuder Küchenschwamm - Bakterienkonzentration erreicht Level von Fäkalproben
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