Maximal viel abnehmen und anschließend sogar das Gewicht halten: Bei der HCG-Diät sollen mithilfe des Schwangerschaftshormons HCG sowie einer extrem kalorienreduzierten Ernährung die Kilos nur so purzeln. Doch wie funktioniert die umstrittene Abnehm-Methode genau und ist sie eigentlich gesund? Wir klären auf.

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Promis wie Renée Zellweger und Catherine Zeta-Jones haben die HCG-Diät zum Abnehm-Trend erklärt. Denn die Schauspielerinnen sollen mit dieser Methode innerhalb kürzester Zeit viel Gewicht verloren haben. Kein Wunder, dass die Methode auch als Hollywood-Diät bezeichnet wird.

Das Prinzip dahinter: Mithilfe einer täglichen Dosis des Schwangerschaftshormons HCG (Humanes Choriongonadotropin) sollen Fettdepots abgebaut werden. Mit der Hormon-Injektion geht außerdem eine stark kalorienreduzierte Ernährung einher. Lediglich 500 Kilokalorien sind erlaubt.

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Wie funktioniert die HCG-Diät?

Entwickelt wurde die HCG-Diät in den 1950er Jahren von dem britischen Arzt Dr. Albert T.W. Simeons. Der Mediziner stellte fest, dass indische, schwangere Frauen trotz einer extrem geringen Energiezufuhr mehr Fett- als Muskelgewebe abbauten und dabei gleichzeitig ausgesprochen leistungsfähig waren.

Er schlussfolgerte, dass dieser Effekt auf die erhöhte Konzentrationen des Schwangerschaftshormons HCG zurückzuführen sei. Verabreichte er seinen Patientinnen zusätzlich niedrige Dosierungen des Hormons, verloren diese noch weiter an Gewicht. Die Idee hinter der HCG-Diät ist, dass das Schwangerschaftshormon auch dann Fettzellen abbaut, wenn kein Baby da ist.

Wurde das Hormon anfangs noch gespritzt, kann es dem Körper heutzutage auch mit Hilfe von Tropfen oder Globuli zugeführt werden. In Kombination mit einer sehr kalorienarmen Ernährung soll der Stoffwechsel dann auf Hochtouren gebracht werden.

Worauf sollte man bei der Diät besonders achten?

Die Stoffwechselkur besteht aus drei Phasen: der vorbereitenden Ladephase, der Diätphase und der Stabilisierungsphase. Während der Ladephase darf nach Lust und Laune geschlemmt werden, um den Stoffwechsel ordentlich auf Trab zu bringen. Mindestens 4.000 Kalorien pro Tag werden empfohlen. Erlaubt sind dabei alle Lebensmittel. Lediglich Alkohol ist tabu, da dieser den Stoffwechsel hemmt. Die Ladephase dauert zwei Tage.

Danach beginnt die Diätphase, die mindestens 21 Tage andauern sollte. Während dieser Zeit sind Kohlenhydrate, Alkohol, Fette, Butter und Öle sowie Milch und Zucker strengstens verboten. Außerdem darf die maximale Kalorienzufuhr von 500 kcal pro Tag nicht überschritten werden. Der Schwerpunkt liegt auf eiweißreichen Lebensmitteln, damit es nicht zum Muskelabbau kommt. Ab jetzt wird dem Körper auch das HCG-Hormon zugeführt. Um Mangelerscheinungen zu vermeiden werden Nahrungsergänzungsmittel empfohlen.

In der Stabilisierungsphase werden die Hormone nicht mehr eingenommen. Auch die Kalorienzufuhr wird auf 1.000 bis 1.200 kcal pro Tag erhöht. Gesunde Fett sind in dieser Phase wieder erlaubt, ebenso wie eine moderate Zufuhr von Kohlenhydraten. Ziel der Stabilisierungsphase ist es, den gefürchteten Jojo-Effekt zu vermeiden. Die Stabilisierungsphase dauert ebenfalls drei Wochen.

No Carb statt Low Carb: Die Ketogene Diät verzichtet fast komplett auf Kohlenhydrate. Stattdessen sollen die Mahlzeiten ausgesprochen fettreich sein. Ziel ist es, den Körper in eine Art Fastenstoffwechsel zu versetzen. Man spricht hier auch von dem Zustand der Ketose, dem die Diätform ihren Namen verdankt.

Für wen ist diese Ernährungsform geeignet?

Die HCG-Diät zielt darauf ab, in kurzer Zeit möglichst viel Gewicht zu verlieren. Daher ist sie eine Möglichkeit, vor einem bestimmten Event oder dem Sommerurlaub ein paar unerwünschte Kilos loszuwerden.

Nicht geeignet ist sie für Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende. Außerdem ist Menschen, die gesundheitlich beinträchtigt sind oder körperlich schwer arbeiten, von dieser Diät abzuraten.

Was sagen Experten zur HCG-Diät?

Ärzte warnen eindringlich vor der HCG-Diät. "Selbstverständlich verliert man durch die extrem kalorienreduzierte Ernährung an Gewicht", erklärt Prof. Dr. med. Till Hasenberg, Ernährungsmediziner am Helios Adipositas Zentrum West in Oberhausen. Doch die Beschränkung auf 500 Kalorien täglich sei höchst bedenklich.

"Durch die geringe Energiezufuhr fährt der Stoffwechsel extrem herunter", so der Mediziner weiter. Das sei über einen längeren Zeitraum nicht sinnvoll. Als Folge der einseitigen Ernährung drohe außerdem eine Unterversorgung an Nähr- und Mineralstoffen sowie Vitaminen. Durch die Mangelernährung können sich Nierensteine bilden und Herzrhythmusstörungen auftreten.

Auch die Zufuhr des HCG-Hormons selbst sieht Prof. Dr. Hasenberg kritisch. "Es sind Nebenwirkungen wie Regelstörungen, Müdigkeit, ständiges Frieren und Thrombosen denkbar."

Wissenschaftlich belegt ist es ohnehin nicht, dass das Schwangerschaftshormon beim Abnehmen hilft. Deshalb verwundert es auch nicht, dass HCG-Produkte laut der Deutschen Verbraucherzentrale gar nicht als Abnehmhilfe verkauft werden dürfen.

Verwendete Quellen:

  • Gespräch mit Prof. Dr. med. Till Hasenberg, Ernährungsmediziner am Helios Adipositas Zentrum West in Oberhausen
  • Netdoktor.de: HCG-Diät
  • Dge.de: Die HCG-Diät
  • Verbraucherzentrale: Diäten mit bestimmten Produkten, Schlankheitsmittel
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