Mit dem Abschluss einer Kasko-Versicherung kann man Schäden am eigenen Fahrzeug versichern. Tritt der Schadensfall ein, ob nun unverschuldet oder selbstverschuldet, übernimmt die Versicherung die Kosten. Vorausgesetzt, man hat zuvor die richtige Wahl getroffen.

Beim Abschluss einer Kasko-Versicherung gilt es, die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Dafür sollte man zunächst wissen, welche Versicherung am besten passt. Denn es gibt verschiedene Varianten und im schlimmsten Fall bleibt man am Ende doch auf den hohen Reparaturkosten sitzen.

Freiwillig

Im Unterschied zur obligatorischen Haftpflichtversicherung, die jeder Fahrzeughalter abschließen muss, ist die Kasko-Versicherung freiwillig. Während die Haftpflicht lediglich Schäden abdeckt, die man an anderen Autos verursacht, ist Kasko für Beschädigungen am eigenen Fahrzeug gedacht. Dabei wird zwischen Teilkasko und Vollkasko unterschieden.

Teilkasko

Eine Teilkasko-Versicherung wird wirksam, wenn unverschuldete Schäden am Auto auftreten, also bei Elementarschäden wie Sturm, Hagel, Überschwemmungen, Blitzschlag, Marderbefall oder bei Glasbruch und Wildunfällen. Auch wenn das Fahrzeug oder Teile davon gestohlen werden, tritt die Teilkasko in Kraft.

Vollkasko

Eine Vollkasko-Versicherung deckt die genannten Leistungen der Teilkasko immer mit ab, es sei denn, der Versicherungsnehmer schließt dies ausdrücklich aus. Grundsätzlich ist die Vollkasko jedoch vorrangig auf selbstverschuldete Schäden am fahrbaren Untersatz ausgerichtet. Das heißt, eine Vollkasko-Versicherung haftet bei Eigenverschulden, außerdem bei Kollisionen mit Fahrerflucht oder Beschädigungen durch Dritte, die nicht zahlungsfähig sind oder nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Zudem zahlt sie bei Vandalismus am Fahrzeug und kann - schon aufgrund der Sprachbarriere - bei unklaren Unfällen im Ausland viel Geld und Nerven sparen.

Selbstbeteiligung

Beide Versicherungen, Vollkasko und Teilkasko, werden mit variabler Selbstbeteiligung abgeschlossen, die meist zwischen 150 Euro und 1.000 Euro liegt. Eine Selbstbeteiligung ist nicht verpflichtend, empfiehlt sich aber, da sie die Versicherungssumme deutlich reduziert. Als Faustregel gilt: Je höher die Selbstbeteiligung, desto geringer der Versicherungsbeitrag. Es lohnt sich, hier etwas genauer zu rechnen und dann abzuwägen. Meist ergibt sich für die Teilkasko eine Selbstbeteiligung um 150 Euro, bei einer Vollkasko kann/sollte sie höher liegen.

Grundsätzlich sind die von der Versicherung erstatteten Summen anhängig vom Zeitwert des Autos. Daraus ergibt sich, dass Vollkasko besonders bei Neuwagen und sehr teuren Fahrzeugen ratsam ist. Je älter das Auto, desto zweifelhafter der Nutzen. Im schlimmsten Fall kann die Versicherungsprämie sogar über dem Zeitwert des versicherten Gefährts liegen.

Bei kleineren Schäden und Bagatellen empfiehlt es sich bei der Vollkasko-Variante oft, die entstandenen Kosten selbst zu tragen. Anderenfalls kann es im nächsten Versicherungsjahr zu einer Höherstufung kommen, die möglicherweise den Schadenswert noch übersteigt. Viele Versicherungen bieten hier auch Beratung an. So können Sie erfragen, welche Mehrkosten bei den Versicherungsbeiträgen insgesamt zu erwarten sind - und diesen Betrag dann zum eigentlichen Schaden ins Verhältnis setzen.

Die sogenannten Schadensfreiheitsklassen, die bei Haftpflicht- und Vollkasko-Versicherung eine Reduzierung des Beitrages bedeuten können und damit langjähriges unfallfreies Fahren belohnen, gibt es bei der Teilkasko nicht. Damit entfällt die Rabattierung ebenso wie die Höherstufung im Schadensfall. Es werden immer 100 Prozent der Versicherungssumme berechnet, abgestuft je nach Höhe der Selbstbeteiligung.

Fazit

Eine Vollkasko-Versicherung ist vor allem bei Fahrzeugen mit hohem Listenpreis und Neuwagen empfehlenswert. Für beide Kasko-Varianten sollte regelmäßig berechnet werden, wo der Zeitwert des Fahrzeugs aktuell liegt und ob sich die jeweilige Versicherung noch lohnt. Der Vergleich von Teil- und Vollkasko-Kosten kann manchmal eine Ersparnis bringen, da die Vollkasko-Versicherung aufgrund von Rabatten unter Umständen günstiger als die Teilkasko sein kann.

Eine Teilkasko versichert unkalkulierbare Risiken, die keinen direkten Zusammenhang mit der Person des Fahrzeughalters haben. Deshalb kann man hier keine Rabatte "erfahren" - auch der beste Chauffeur ist nicht vor Hagel, Diebstahl oder einem Hirsch vor der Motorhaube gefeit …

Jenseits aller Berechnungen ist auch bei den Kasko-Versicherungen entscheidend, wie risikobewusst Sie selbst sind. Sie haben die Wahl.