Tiefkühlwaren, frisches Obst und Gemüse - fast alles lässt sich heutzutage zur Haustür liefern. Foodwatch hat fünf Anbieter aus dem Zukunftsmarkt getestet. Wie schneiden die Online-Lebensmittelhändler im Vergleich ab?

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Im Test von Foodwatch mussten sich der Rewe-Lieferdienst, Amazon Fresh, Allyouneedfresh, Mytime und die Edeka-Tochter Bringmeister in einigen Kategorien beweisen und schnitten in Sachen Pünktlichkeit, Vollständigkeit und Zustand der gelieferten Produkte überwiegend gut ab.

Mängel beim Datenschutz und bei der Produktkennzeichnung

Der Umgang mit den Nutzerdaten lässt allerdings bei allen Anbietern zu wünschen übrig: Sämtliche Dienste verlangen Geburtsdaten von den Kunden, obwohl dies nur bei Zahlung auf Rechnung wirklich notwendig wäre. Außerdem weisen die Datenschutzerklärungen aller Plattformen Mängel oder Unklarheiten auf.

Bis auf Allyouneedfresh sammeln die Webseiten über Tracker meist unbemerkt Informationen zum Nutzerverhalten.

Schwächen bestehen bei allen Anbietern auch im Hinblick auf Produktkennzeichnungen. Die Herkunftsangaben für Obst und Gemüse sind beispielsweise nicht eindeutig.

"Egal ob im Online-Shop oder im Supermarkt um die Ecke: Verbraucherinnen und Verbraucher müssen alle vorgeschriebenen Produktinformationen schnell und einfach finden können. Viele Internethändler halten sich nicht an die gesetzlichen Kennzeichnungsvorgaben", sagt Martin Rücker, Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland, laut Pressemitteilung.

In dieser Hinsicht bestünde ein echtes Kontrolldefizit seitens der Behörden, die noch nicht im Online-Zeitalter angekommen seien, so Rücker weiter.

Preisvergleich der Online-Lieferdienste mit Tücken

Die Preise der Lieferdienste für den gleichen Warenkorb rangieren zwischen 41,41 Euro bei Amazon Fresh und 49,68 Euro bei Allyouneedfresh. Bringmeister, Rewe und Mytime tummeln sich im preislichen Mittelfeld zwischen 45 und 47 Euro.

Der Preisvergleich gestaltet sich allerdings schwierig, da beispielsweise Amazon für seinen Prime-Dienst jährliche Gebühren (69,90 Euro) und zusätzlich für den Dienst Fresh monatliche (9,99 Euro) Gebühren erhebt, dafür aber ab einem bestimmten Bestellwert Lieferkosten entfallen.

Auch die anderen Anbieter haben komplexe Tarifsysteme, die sich unter anderem an Lieferumfang, -zeitraum und -gebiet orientieren. Wer letztendlich am günstigsten oder teuersten liefert, ist deshalb nicht abschließend festzustellen.

Gerade das Liefergebiet offenbart laut Foodwatch einen Widerspruch: Kunden in Großstädten, die eigentlich kurze Wege zu ihren Supermärkten haben, bekommen die besten Konditionen für ihren Einkauf im Netz. Kunden in ländlichen Gebieten aber, für die die Lieferung der Einkäufe große Vorteile bieten könnte, werden entweder gar nicht beliefert oder müssen höhere Kosten tragen.

Die Vor- und Nachteile der fünf Anbieter im Überblick

Allyouneedfresh liefert deutschlandweit, wenn auch vergleichsweise teuer. Die Verfügbarkeit der Waren ließ beim Testkauf zu wünschen übrig.

Amazon Fresh punktete mit dem größten Sortiment und schnellen Lieferoptionen, allerdings sind die hohen Fixkosten durch benötigte Abos problematisch.

Die Preise von Bringmeister entsprechen den Preisen im Edeka-Markt, die schnelle Lieferung kann per Bar- oder EC-Zahlung an der Haustür beglichen werden - bei keinem der anderen Anbieter ist das der Fall. Negativ fällt Bringmeister jedoch vor allem bei den Kennzeichnungspflichten auf.

Die Lieferoptionen von Mytime, obwohl deutschlandweit verfügbar, sind die schlechtesten im Test. Auch der Testkauf selbst schnitt weniger gut ab. Einzig im eigentlich selbstverständlichen Bereich von Kennzeichnungspflichten tat sich der Anbieter positiv hervor.

Die Preise von Rewe Online entsprechen in etwa den Preisen in Rewe-Märkten, die Lieferoptionen sind laut Foodwatch komfortabel und beim Testkauf leistete sich der Anbieter kaum Patzer. Dagegen setzt Rewe auf seiner Website bei weitem die höchste Anzahl an Trackern ein und die Kennzeichnung der Herkunft von Obst und Gemüse war nicht immer eindeutig.

Foodwatch fordert nach ihrem Test deshalb alle Online-Lebensmittel-Händler dazu auf, ihrer Kennzeichnungspflicht nachzukommen. Generell weist die Verbraucherorganisation darauf hin, dass eine bessere Kontrolle des Lebensmittel-Onlinehandels, vorzugsweise durch den Bund, betrieben werden sollte.

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