Jörg Kachelmann hat noch eine Rechnung mit Alice Schwarzer offen. Der Wetterexperte lästert auf Twitter über die Steueraffäre der Frauenrechtlerin und will als Gerichtsreporter zu einem möglichen Steuerprozess antreten.

Nachdem bekannt wurde, dass Alice Schwarzer mehr Steuern hinterzogen haben soll als sie bislang eingeräumt hat, meldete sich Jörg Kachelmann über Twitter zu Wort. Der Wetterfrosch schrieb in seiner Nachricht: "Ich habe 2010 gelernt, dass sich jeder Idiot Gerichtsberichterstatter nennen darf. Also auch ich. Für wen darf ich zum Schwarzer-Prozess?"

Grund für den ironischen Tweet? Während seines Prozesses wegen mutmaßlicher Vergewaltigung - der mit einem Freispruch endete - entwickelte sich zwischen Kachelmann und Schwarzer ein verbaler Schlagabtausch. Der Wettermann saß damals auf der Anklagebank, die Journalistin im Zuschauerraum.

Schwarzers Anwalt bestätigt Steuerrazzia

Unterdessen hat Christian Schertz, der Anwalt der 71 Jahre alten Publizistin, bestätigt, dass Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft im Mai Hausdurchsuchungen vorgenommen haben. Zudem bezeichnete er aber die Mutmaßungen über die Höhe einer möglichen zusätzlichen Steuerschuld als "falsch".

Die Staatsanwaltschaft in Köln äußerte sich in der Sache nicht. Die Chefin der feministischen Zeitschrift "Emma" hatte Anfang Februar eingeräumt, seit den 1980er Jahren ein Schweizer Konto geführt, es aber erst 2013 beim Finanzamt angezeigt zu haben. Sie habe 200.000 Euro für die vergangenen zehn Jahre nachgezahlt, plus Säumniszinsen. (kom/dpa)