Es gibt abertausende Berufe auf der Welt. Mittlerweile weiß man wohl nur noch mit den wenigsten Jobbezeichnungen auf Anhieb etwas anzufangen. Es kann eben nicht jeder als Bankangestellter, Sekretärin oder Maurer arbeiten. Die folgenden Jobs sind nicht nur unbekannt - man muss sich auch fragen: Braucht man sie denn überhaupt?

Inselwart

Umgerechnet 75.000 Euro bekommt der "Insel-Ranger" für sechs Monate Sonne, Strand und Meer. Und das auch noch am australischen Great Barrier Reef, dem größten Korallenriff der Erde. In einer groß angelegten Medienaktion warb das Tourismusbüro von Queensland im Januar 2009 für "den besten Job der Welt".

Doch fürs Nichtstun wurde man auch hier nicht bezahlt: Der Gewinner musste immerhin Tauchen können, die Insel bereisen und einen Internet-Blog führen. Klingt immer noch mehr nach Urlaub als nach harter Arbeit. Aber genau deshalb war dieser Job ja auch so schwer zu bekommen: Laut der "ARD Tagesschau" (Online-Ausgabe) hatten sich mehr als 34.000 Kandidaten aus aller Welt beworben. Letztlich machte der Brite Ben Southall das Rennen.

Nippel-Zwicker

Sie fragen sich bestimmt, warum um alles in der Welt jemand dafür bezahlt werden sollte, in die Brustwarzen anderer Menschen zu kneifen. Doch in der Tat legt Pop-Diva Jennifer Lopez während Video-Drehs oder Foto-Shootings so viel Wert auf steife Warzen, dass sie einen persönlichen "nipple tweaker" beschäftigt. Standhafte Brustwarzen sind im Show-Biz tatsächlich wichtig: Als Zeichen für Erregung wirken sie auf den Betrachter erotisierend - und Sex verkauft sich eben gut. Dennoch sind andere Stars in dieser Hinsicht weniger extravagant: Damit sich die "Nippel" deutlich unter dem Stoff abzeichnen, legen sie selbst Hand an oder verwenden Eiswürfel.

Sonnencremer

Wie angenehm, wenn man sich um den Sonnenschutz nicht mehr selber kümmern muss! Der französische Badeort Les Sables d’Olonne bietet jetzt allen Sonnenbrandgefährdeten einen Creme-Service – und interessierten Bewerbern eine lukrative Stelle. Denn wer denkt, weißhäutigen Touristen Sonnenmilch aufzutragen, wäre ein schlecht bezahlter "Depperljob", der irrt: Für sechs Wochen bekommt der Sonnencremer satte 5.000 Euro, so die Nachrichtenagentur dpa.

Biertester

Eins vorneweg: Für diesen Job gibt es kein Geld. Die Wellington Market Company hat dennoch keine Zweifel, dass ihr Stellenangebot das Beste der Welt ist. Der erfolgreiche Bewerber wird nach Angaben des britischen "Telegraph" als Qualitätstester angestellt. Die Aufgabe? Sich durch sämtliche Pubs von London zu trinken.

Der Chef der Wellington Market Company hebt jedoch hervor, dass die Tätigkeit durchaus anspruchsvoll ist. Erfolgsaussichten haben Bewerber nur, wenn sie "ein fundiertes Wissen über die lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Biere" mitbringen.

Fotomontage-Forensiker

Auf den Seiten der Hochglanzmagazine wird getrickst, was das Zeug hält.

Da ist das ein oder andere Fettpölsterchen des Models wegretuschiert, der Busen etwas aufgepumpt und Augenringe werden unsichtbar gemacht. Der Bildbearbeitungsspezialist ist aus der Medienwelt heute nicht mehr wegzudenken.

Doch er hat auch einen Gegenspieler: Der Bild-Forensiker hat die Aufgabe, Fotomontagen als solche zu enttarnen. Mit statistischen Methoden kommt er Photoshop-Manipulationen auf die Schliche. So entlarvten Bild-Forensiker auch eine Fälschung des iranischen Militärs: Die PR-Abteilung der Revolutionsgarde, "Sepahnews", hatte Bilder eines Raketentests vom 9. Juli 2008 veröffentlicht. Diese zeigten vier Raketen kurz nach der Zündung.

Die Bilder waren dazu bestimmt, die militärische Macht des Irans zu illustrieren. Durch die Arbeit von Foto-Forensikern konnte der Schwindel offenbart werden: In Wirklichkeit zündete eine der Raketen fehl und blieb am Boden. Selbstverständlich hätte das die beabsichtigte Botschaft nicht gerade untermauert – und so kopierten die Fälscher eben einfach eine der Raketen und fügten sie an passender Stelle wieder ein.

Worterfinder

Die Franzosen sperren sich gegen jegliche Invasion fremdländischer Begriffe in ihren Wortschatz. Vor allem die altehrwürdige "Académie française" kümmert sich darum, das Französische rein zu halten und ausländische Worte, vorzugsweise aus der englischbasierten Computersprache, zu übersetzen. So heißt beispielsweise die Firewall im Französischen "pare-feu". Spam wird ebenfalls nicht mit dem in Deutschland durchaus üblichen englischen Terminus bezeichnet, sondern als "Pourriel" - eine Mischung aus Email ("Courriel") und Mülleimer ("poubelle"). Kreativ sind die Franzosen – das muss man ihnen lassen.

Foodstylist

Lebensmittel sehen in der Werbung oder in Kochbüchern immer besonders frisch und knackig aus – zum Reinbeißen eben. Das ist Sinn und Zweck der Sache, denn die Werbeindustrie möchte schließlich den (Kauf-)Appetit anregen.

Doch auch, wenn das Essen noch so verführerisch aussieht, genießbar ist es in den meisten Fällen nicht mehr: Der Food-Stylist motzt die Nahrungsmittel mit allen denkbaren und undenkbaren Tricks auf. So wird Speiseeis häufig aus Frischkäse hergestellt, ein Verdickungsmittel aus Algen hält Bierschaum in Form und Lebensmittelfarbe für Fleisch und Co. ist Standard.