Der Rausschmiss des Kettenrauchers Friedhelm Adolfs aus seiner Düsseldorfer Wohnung, in der er 40 Jahre lebte, erregt Aufsehen. Das Landgericht Düsseldorf bestätigte nun die Kündigung der Vermieterin. Wir beantworten die wichtigsten Fragen: Welche Rechte und Pflichten haben rauchende Mieter in Deutschland?

Darf ich in meiner Wohnung rauchen?

Grundsätzlich darf ein Mieter in seiner Wohnung rauchen, das garantiert das persönliche Freiheitsrecht. Das gilt auch für den Balkon - selbst wenn der Rauch zu den Nachbarbalkonen zieht.

Sollte der Nachbar allerdings Allergiker oder Asthmatiker sein, dessen Gesundheit sich durch das Passivrauchen verschlechtert, kann der Raucher zu mehr Rücksichtnahme aufgefordert werden. Zudem können Nachbarn im Einzelfall Mietminderungen erwirken, wenn sie zum Beispiel durch bauliche Mängel übermäßig unter dem Rauch leiden oder wegen des Qualms ihre Wohnung nicht mehr lüften können (Az. 311 S 91/10).

Ein Rauchverbot ist allerdings für Räume möglich, die der Mieter gemeinsam mit Nachbarn nutzt, wie das Treppenhaus oder der Aufzug (Az. 70 II 414/99).

Wann kann eine Kündigung drohen?

Normalerweise ist starkes Rauchen in der Wohnung kein Kündigungsgrund. Friedhelm Adolfs soll allerdings nach 40 Jahren seine Wohnung räumen, weil der 75 Jahre alte Kettenraucher seine Nachbarn mit Zigarettenrauch erheblich belästigt haben soll.

Die Vermieterin argumentierte vor Gericht, dass der Qualm die Gesundheit der anderen Mieter gefährde. Adolfs habe seine Wohnung unzureichend gelüftet und auch auf mehrmalige Abmahnungen nicht reagiert. Das Landgericht Düsseldorf gab ihr Recht. Die Kündigung gelte, auch wenn der Mieter grundsätzlich in seiner Wohnung rauchen dürfe. Der Fall könnte noch den Bundesgerichtshof beschäftigen. Welche Konsequenzen dies für andere Raucher in Mietwohnungen haben wird, steht noch nicht fest.

Darf mich mein Vermieter fragen, ob ich Raucher bin?

Der Vermieter darf sich erkundigen, ob der Mieter raucht, und dieser muss auch wahrheitsgemäß antworten. Er ist aber nicht verpflichtet, ungefragt über seine Rauchgewohnheiten Auskunft zu geben.

In Deutschland haben Gerichte unterschiedlich darüber geurteilt, ob ein Rauchverbot für die Wohnung ausgesprochen werden darf. Wenn Mieter mit ihrem Vermieter individuell vereinbart haben, ob und wie viel in der Wohnung geraucht werden darf, sollten sie sich auch daran halten. Ein Verstoß kann sonst letztendlich zur Kündigung führen. Vorformulierte Klauseln im Mietvertrag über ein Rauchverbot in der Wohnung sind dagegen unwirksam.

Muss ich als Raucher die Wohnung beim Auszug renovieren?

Rauchen gehört zur "vertragsgemäßen Nutzung" der Wohnung. Normale Abnutzungserscheinungen werden durch die Miete abgegolten, dazu gehören auch mögliche Ablagerungen und Verfärbungen durch Nikotin. Ist der Mieter vertraglich nicht zu Schönheitsreparaturen verpflichtet, muss er die Spuren beim Auszug auch nicht entfernen (BGH, Az. VIII ZR 124/05).

Eine seltene Ausnahme gibt es: Gerät durch "exzessives Rauchen" die Wohnung in einen so schlechten Zustand, dass sich die Schäden nicht mehr durch Schönheitsreparaturen beseitigen lassen, muss der Mieter Schadenersatz zahlen (BGH, Az. VIII ZR 37/07).