Die Ergebnisse der PISA-Studie 2015 sind da und die deutschen 15-Jährigen sind weiterhin im ersten Drittel der Teilnehmer. Doch können auch Sie beim Wissen der Schüler mithalten? Wir haben fünf Fragen für Sie ausgewählt.

Der komplette Test der PISA-Studie ist ausführlich und umfasst mehrere Fragengebiete, die sich in diesem Jahr vorrangig auf Naturwissenschaften beziehen. Können Sie diese Fragen beantworten?

Der Schwierigkeitsgrad fängt bei 1 an und steigt bis zu 5. Die Lösungen finden Sie am Ende des Artikels.

1. (Schwierigkeitsgrad: 3) Die meisten Zugvögel versammeln sich in einem Gebiet und ziehen nicht einzeln, sondern in großen Gruppen. Dieses Verhalten ist eine Folge der Evolution. Welche der folgenden Aussagen ist die beste naturwissenschaftliche Erklärung für die Evolution dieses Verhaltens bei den meisten Zugvögeln?

  • a) Vögel, die einzeln oder in kleinen Gruppen zogen, haben mit geringerer Wahrscheinlichkeit überlebt und Nachkommen bekommen.
  • b) Vögel, die einzeln oder in kleinen Gruppen zogen, haben mit höherer Wahrscheinlichkeit passendes Futter gefunden.
  • c) Das Fliegen in großen Gruppen ermöglichte es anderen Vogelarten, sich dem Zug anzuschließen.
  • d) Durch das Fliegen in großen Gruppen hatte jeder einzelne Vogel bessere Chancen, einen Nistplatz zu finden.

2. (Schwierigkeitsgrad: 5) Der Vogelzug ist eine jahreszeitenbedingte große Wanderung der Vögel zu und von ihren Brutstätten. Jedes Jahr zählen Freiwillige die Zugvögel an bestimmten Orten. Wissenschaftler fangen einige der Vögel ein und kennzeichnen ihre Beine mit einer Kombination aus farbigen Ringen und Fähnchen. Die Wissenschaftler nutzen die Sichtungen gekennzeichneter Vögel zusammen mit den Zählungen der Freiwilligen, um die Zugrouten von Vögeln zu bestimmen.

Nenne einen Faktor, der die Zählung der Zugvögel durch die Freiwilligen ungenau machen könnte, und erkläre, wie dieser Faktor die Zählung beeinflusst.

3. (Schwierigkeitsgrad: 4) Goldregenpfeifer sind Zugvögel, die in Nordeuropa brüten. Im Herbst ziehen die Vögel dorthin, wo es wärmer ist und wo es mehr Futter gibt, im Frühling kehren die Vögel zurück zu ihren Brutstätten.

Die Karten unten beziehen sich auf mehr als zehn Jahre Forschung über den Zug des Goldregenpfeifers. Karte 1 zeigt die Zugrouten des Vogels nach Süden im Herbst und Karte 2 zeigt die Zugrouten nach Norden im Frühling. Grau eingefärbte Bereiche sind Landflächen, weiße Bereiche sind Wasser. Die Dicke der Pfeile gibt die Größe der Zuggruppen und Vögel an.

Welche Aussagen über den Zug der Goldregenpfeifer werden durch die Karte gestützt?

Vergiss nicht, ein oder mehrere Kästchen auszuwählen.

  • a) Die Karten zeigen für die letzten zehn Jahre einen Rückgang der Anzahl von Goldregenpfeifern, die nach Süden ziehen.
  • b) Die Karten zeigen, dass sich die Zugrouten einiger Goldregenpfeifer nach Norden von den Zugrouten nach Süden unterscheiden.
  • c) Die Karten zeigen, dass ziehende Goldregenpfeifer ihre Winter in Regionen verbringen, die südlich und südwestlich ihrer Brut- oder Niststätten liegen.
  • d) Die Karten zeigen, dass sich die Zugrouten der Goldregenpfeifer in den letzten zehn Jahren von den Küstenregionen wegbewegt haben.

4. (Schwierigkeitsgrad: 2) Gesteinsbrocken im Weltraum, die in die Erdatmosphäre eintreten, nennt man Meteoroiden. Meteoroiden erhitzen sich und glühen, während sie durch die Erdatmosphäre fallen. Die meisten Meteoroiden verglühen, bevor sie auf der Erdoberfläche einschlagen. Wenn ein Meteoroid auf der Erde einschlägt, kann er ein Loch verursachen, das Krater genannt wird.

Wenn sich ein Meteoroid der Erde und ihrer Atmosphäre nähert, beschleunigt er. Warum passiert das?

  • a) Der Meteoroid wird durch die Erdrotation eingezogen.
  • b) Der Meteoroid wird vom Licht der Sonne vorangetrieben.
  • c) Der Meteoroid wird von der Masse der Erde angezogen.
  • d) Der Meteoroid wird vom Vakuum des Weltraums abgestoßen.

5. (Schwierigkeitsgrad: 2) Welche Auswirkung hat die Atmosphäre eines Planeten auf die Anzahl der Krater auf der Oberfläche des Planeten?

Je dicker die Atmosphäre eines Planeten ist, desto

  • a) mehr oder
  • b) weniger

Krater hat seine Oberfläche, weil

  • c) mehr oder
  • d) weniger

Meteoroiden in der Atmosphäre verglühen.

Lösungen:

1. a) Vögel, die einzeln oder in kleinen Gruppen zogen, haben mit geringerer Wahrscheinlichkeit überlebt und Nachkommen bekommen.

2. Die Schülerin/der Schüler identifiziert mindestens einen Faktor, der die Genauigkeit einer von Beobachtern
durchgeführten Zählung beeinträchtigen kann. Beispiele:

  • Möglicherweise übersehen die Beobachter bei der Zählung einige Vögel, weil sie hoch fliegen.
  • Wenn Vögel mehrmals gezählt werden, werden u.U. zu hohe Zahlen ermittelt.
  • Für in einer großen Gruppe fliegende Vögel können die Freiwilligen die Zahl lediglich schätzen.
  • Die Vögel ziehen in der Nacht.
  • Nicht überall, wo Zugvögel fliegen, gibt es Beobachter.
  • Die Beobachter können sich verzählen.
  • Einige Vögel kann man aufgrund von Wolken oder Regen nicht sehen.

3. Die Schülerin/der Schüler wählt BEIDE der folgenden zwei Antworten: b & c

4. c) Der Meteoroid wird von der Masse der Erde angezogen.

5. Je dicker die Atmosphäre eines Planeten ist, desto weniger Krater hat seine Oberfläche, weil mehr Meteoroiden in der Atmosphäre verglühen. (abi)