Alles besser wissen, den Chef frech duzen oder gleich am ersten Tag zu spät erscheinen - dass Sie diese klassischen Fehler als Praktikant in einer neuen Firma tunlichst vermeiden, versteht sich fast von selbst. Doch es gibt noch einige andere Fettnäpfchen, die auf Berufsanfänger lauern.

Wir verraten Ihnen die größten Job-Stolperfallen für Praktikanten und geben Ihnen Tipps, wie Sie diese gleich von vornherein vermeiden oder sich elegant herausmanövrieren können.

Wie war noch gleich der Name?

Mit einer Mischung aus Vorfreude und Muffensausen stürzt sich Praktikant in den ersten Arbeitstag. Doch Vorsicht, hier lauert schon das erste Fettnäpfchen: Traditionell geht zu Beginn erst einmal das große Vorstellen los - sei es als eine Runde durch die Abteilung oder nach und nach bei verschiedenen Gelegenheiten.

In dieser Situation heißt es trotz Aufregung Ruhe bewahren und aufmerksam sein - denn nichts ist schlimmer, als sich später nicht mehr an den Namen eines wichtigen Kollegen oder gar an den des Vorgesetzten erinnern zu können. Außer: Ihn mit dem falschen Namen anzusprechen.

Bei Unsicherheiten gibt es nur eine Lösung: ein höfliches, charmantes Nachfragen. Und das möglichst gleich. Richtig peinlich wird es, wenn man nach einigen Wochen in der Firma noch immer nicht weiß, wie der Kollege nebenan am Schreibtisch eigentlich heißt.

Der Klügere fragt nach

Das Gleiche gilt auch für alle anderen Bereiche des Arbeitsalltags. Gerade am Anfang, wo den Praktikanten viele neue Eindrücke und Aufgaben erwarten. Dass man da leicht durcheinander kommen kann und sich nicht sicher ist, wie - vielleicht auch vermeintlich simple - Aufgaben zu bewältigen sind, ist nur allzu verständlich.

Doch in dieser Situation einfach den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, schon alles irgendwie richtig zu machen, ist hier die falsche Herangehensweise. Nachfragen hat nichts mit Unselbstständigkeit zu tun, sondern zeugt von Interesse für den Job und einer realen Einschätzung der eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten.

Sind etwa wichtige Unterlagen erst einmal an die falsche Empfängerliste gesendet worden, ist der Eindruck meist gravierender beschädigt, als wenn der Neuling durch viel Fragerei auffällt.

Bloß nicht überheblich sein

Doch ein Praktikum besteht nicht nur aus ständig neuen Herausforderungen, auch Routineaufgaben gehören zum ganz normalen Arbeitsalltag - so auch das leidige Kaffeekochen oder Kopieren.

Nichts macht da einen schlechteren Eindruck, als ein Praktikant der klar signalisiert, dass er für diese Art von Jobs deutlich überqualifiziert ist. Erledigen Sie besser alles zügig, sorgfältig und ohne großen Aufhebens. Denn wer schon bei kleinen Gefälligkeiten Überheblichkeit durchschimmern lässt, dem werden wichtigere Dinge vielleicht gar nicht erst aufgetragen.

Werden die Routineaufgaben jedoch in Ihrem Arbeitsalltag zur Routine, sollten Sie klar signalisieren, dass Sie durchaus auch Aufgaben mit größerer Verantwortung übernehmen können und wollen und gezielt bei Kollegen nachfragen, wie Sie ihnen behilflich sein können.

Aus Fehlern lernt man

Besonders am Anfang wird es durchaus vorkommen, dass Sie eine Aufgabe nicht zur vollen Zufriedenheit aller erledigen - nur zu verständlich, angesichts des für die meisten Praktikanten völlig neuen Arbeitsbereichs. Wenn Sie nun Kritik einstecken müssen, sollten Sie die auf keinen Fall persönlich nehmen. Niemand ist perfekt und gerade Sie als Praktikant sind ja in dieser Firma, um zu lernen.

Sehen Sie also Kritik als Hilfestellung an, bedanken Sie sich für das Feedback und versuchen Sie einfach, es beim nächsten Mal besser zu machen. Gerade ein konstruktiver Umgang mit Kritik wird von Kollegen und Firmenchefs geschätzt und wird meist mit Pluspunkten im Arbeitszeugnis gewürdigt.

Zeigen Sie Engagement

Private Telefonate vom Arbeitstelefon aus führen, während der Arbeitszeit privat im Internet surfen oder die Mittagspausen nach Lust und Laune ausdehnen ... Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit in der neuen Firma neigen manche dazu zu glauben, sich als "alter Hase" einige Extras im Job erlauben zu dürfen. Doch egal, welche herausragenden Leistungen man bis dahin erbracht oder wie viele Komplimente man vom Chef für die gute Arbeit bekommen hat, wer sich zu viel herausnimmt, wirkt inkompetent und schadet nicht nur dem eigenen Ruf, sondern auch seiner Karriere.

Auch beim Erledigen von zugewiesenen Aufgaben sollte man nicht durch mangelndes Engagement negativ auffallen: Diese sollte man als "Muss"- und nicht etwa als eine "Kann"-Bestimmung sehen.

Wer also nichts zu tun hat, sollte nicht die Zeit bis zum Feierabend faul am Schreibtisch absitzen - so outet man sich schnell als unselbstständiger Anweisungsempfänger. Zeigen Sie stattdessen ruhig Eigeninitiative und fragen Sie nach neuen Aufgaben oder überlegen Sie sich selbst etwas und bringen eigene Vorschläge ein. Damit sollten Sie sich aber unbedingt Zeit lassen, bis Sie mit den Aufgabenbereichen und Bürostrukturen vertraut sind.

Keine Firmeninfos ausplaudern

Egal wie entspannt der Umgang in Ihrer Firma sein sollte - was gesagt wird, ist und bleibt vertraulich. Das betrifft Firmeninterna genauso wie private Dinge. Die Weitergabe von Informationen, die den Betrieb betreffen, kann sogar juristische Konsequenzen haben - doch auch das Ausplaudern persönlicher Informationen kann sich auf Ihre berufliche Karriere negativ auswirken.

Halten Sie sich also zurück, lästern Sie nicht über Kollegen und verbreiten Sie keine Firmeninfos weiter, auch wenn sie Ihnen noch so trivial erscheinen mögen. Das gilt gegenüber Außenstehenden genauso wie für den Kollegen am Schreibtisch nebenan.

So können Sie sicher sein, dass man sich auch noch nach Ihrem Praktikum voller Wohlwollen an Sie erinnert.