Erfolgreich sein mit Humor, eine sympathische Vorstellung. Doch wie geht das? Jumi Vogler ist Expertin für Humor und Wertsteigerung aus Hannover. In ihrem neuen Buch "Erfolg lacht!" verrät sie, wie es geht.

Humor gilt als eine der attraktivsten menschlichen Eigenschaften. Manche Menschen machen ihn sogar zur Profession. So auch der hauptberufliche Clown Peter Spiel. Uns hat er verraten, wie jeder Mensch ein Clown sein kann.

"Wo der Spaß aufhört, beginnt der Humor" ist das Credo der Trainerin. Denn Humor als Erfolgsrezept ist nicht nur etwas für Spaßmacher und Witzeerzähler, sondern für jeden. Gerade in Krisen wird er gebraucht. Deshalb empfiehlt sie: "Entwickeln Sie - besonders in schwierigen Zeiten - Ihr Humorpotential."

Dafür gibt es gute Gründe: Humor schafft beispielsweise die nötige Distanz zu Problemen. Berufstätige können flexibler und gelassener - und damit erfolgreicher - an Lösungen arbeiten. Innovationen werden möglich. "Wer Spaß und Freude in seinem Beruf hat, leistet mehr... die Motivation und Leistungsfähigkeit steigt ohne Erschöpfung und Selbstausbeutung. Das ist die Basis für beruflichen Erfolg", betont Vogler.

Außerdem hat Humor auch positive Auswirkungen auf das menschliche Miteinander. Er hilft beim Netzwerken, im Kundengespräch und bei der Präsentation. Arbeitnehmer können sich damit genauso motivieren wie ihre Kollegen. Natürlich macht Fröhlichkeit auch sympathisch. Eigenschaften, die Menschen auch im Beruf zugute kommen.

Um das eigene Humorpotential zu entwickeln, empfiehlt Vogler kleine Übungen. Beispiel: Setzen Sie sich jeden Tag eine rote Nase auf. Schauen Sie dabei in den Spiegel und lächeln Sie sich an oder schneiden Sie Grimassen. "Wenn Sie sich selbst anlächeln, glaubt Ihr Gehirn, dass Sie glücklich sind und schüttet Glückshormone aus. So bekommen Sie dann wirklich gute Laune", erklärt Vogler.

Hilfreich für die Humor-Entwicklung ist auch das Wissen um die Komik im eigenen Leben. Deshalb rät Vogler dazu, ein Humortagebuch zu führen: "Schreiben Sie dort alle komischen Situationen auf, die Ihnen im Alltag begegnen. So werden Sie bald eine stattliche Sammlung von Anekdoten haben, die Sie jederzeit in einer Unterhaltung zum Besten geben können." Mit Hilfe dieser Aufzeichnungen können auch Menschen, die von Hause aus keine Spaßmacher sind, zum Kommunikationstalent mutieren und eine gute Figur im beruflichen Smalltalk machen.

Humor hilft, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, sondern etwas Abstand zu sich selbst zu gewinnen. Auch hier rät Vogler zu einer Übung: Schreiben Sie Ihre Schwächen auf und notieren Sie bei jeder Schwäche, warum sie in Wirklichkeit eine Stärke ist! "Es macht Spaß, all den Schwächen, Mängeln und Defiziten eine rote Nase zu drehen und einfach positiv umzudeuten", betont sie. "Glauben Sie daran, dass Sie Ihre Situation positiv ändern können und lassen Sie Fehler zu! Denn Fehler sind der Weg zum Erfolg."

Die Buchautorin empfiehlt Führungskräften den Humor im Berufsalltag zu verankern. Denn Spaß und Freude seien wesentliche "Motivationspusher". "Veranstalten Sie mit Ihren Mitarbeitern ein Büro-Golfen, ein Karaoke-Singen oder küren Sie den humorvollsten Mitarbeiter." Sie ist sich sicher, Führungskräfte können Humor erlernen.

Anderen Menschen Freude und Spaß zu bereiten, hält Vogler für das Grundanliegen des Humors. Und das fängt schon mit Kleinigkeiten an: "Zeigen Sie Ihren Kollegen oder Mitarbeitern Anerkennung und loben Sie sie. Sie können Ihnen auch etwas schenken. Selbst bezahlt, versteht sich. Und nicht den obligatorischen Blumenstrauß zum Betriebsjubiläum. Sondern etwas, woran der Mitarbeiter Spaß hat." Wenn die Initiative nicht vom Chef kommt, können auch die Mitarbeiter selber Aktionen initiieren, die Freude und ein besseres Arbeitsklima schaffen.