Schon immer hatte Gold einen besonderen Wert. Und gerade in unsicheren Zeiten wird das Edelmetall für viele Menschen zu einer sicheren Wertanlage. Doch lohnt sich das wirklich und was muss man dabei beachten? Es gibt nämlich Fallstricke bei der Edelmetall-Anlage - ein Überblick.

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Viele Deutsche setzen auf Gold als Kapitalanlage. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Münchner Edelmetallhändler Pro Aurum hervor. Demnach glaubt mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Befragten, dass Gold über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren die höchsten Renditen erzielt. Lediglich 27 Prozent erwarten dasselbe von Aktien.

Doch warum ist Gold so beliebt und warum halten so viele Menschen eine Anlage in das Edelmetall für so sicher? "Dies liegt an seiner Seltenheit, seiner Unzerstörbarkeit und daran, dass es nicht beliebig vermehrt werden kann", erklärt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Sprecher der Geschäftsführung bei der Degussa Goldhandel GmbH.

Ein weiterer Vorteil: Das Edelmetall wird immer einen "Wert" haben. Gold ist auf der ganzen Welt als Tauschmittel anerkannt. Das bedeutet, dass man es nahezu überall und jederzeit in ein gerade begehrtes oder benötigtes Gut eintauschen kann. So bietet das Edelmetall im Vergleich zu Bargeld oder Aktien eine große Sicherheit, die den Menschen durch alle Zeiten hindurch immer sehr wichtig war.

Allerdings muss der Anleger einen wichtigen Punkt bedenken: Gold wirft keine regelmäßigen Dividenden oder Zinsen wie Aktien oder Erspartes ab. Lediglich durch Verkauf, kann ein Gewinn erzielt werden.

Vorteile von Gold im Vergleich mit anderen Edelmetallen

Welche Vorteile hat eine Investition im Vergleich zu einer Anlage in andere Edelmetalle? Zwei Gründe stechen hier heraus:

  • Es gibt geringere Unterschiede zwischen dem An- und Verkaufskurs.
  • Beim Kauf fällt keine Mehrwertsteuer an.

Anders liegt der Fall bei Silberbarren, Platin und Palladium: Hier werden 19 Prozent Steuer fällig. Bei Silbermünzen, die differenzbesteuert sind, fallen rund acht Prozent Mehrwertsteuer an.

Münzen, Barren, Medaillen oder Schmuck?

Gold kann man in den verschiedensten Formen, Größen und Reinheiten kaufen: als Barren, Münzen, Medaillen und Schmuck. "Für Käufer ist aber lediglich die Anlage in Form von Barren und Münzen interessant", erklärt Experte Wrzesniok-Roßbach weiter. "Bei diesen fällt keine Mehrwertsteuer an, sie sind weithin akzeptiert und die Spanne zwischen dem An- und Verkaufskurs ist je nach gewähltem Stück vergleichsweise gering."

Ob Barren oder Münzen gekauft werden, ist daher in erster Linie eine Frage des persönlichen Geschmacks. Münzen sind laut Wrzesniok-Roßbach etwas teurer, erzielen aber unter Umständen bessere Preise beim Wiederverkauf. Denn sie könnten - unter jedoch eher seltenen Umständen - einen Sammlerwert entwickeln. Außerdem muss man bei Münzen bedenken, dass kleinere Exemplare (1/2 Unze und kleiner) im Vergleich zur ganzen Unze deutlich teurer in der Anschaffung sind.

Grundsätzlich sollte man beim Goldkauf darauf achten, dass es sich um eine bekannte Münz- oder Barrenmarke handelt. Sonst kann es beim Wiederverkauf zu Abschlägen kommen.

Die bekanntesten Anlagemünzen, auch Bullionmünzen genannt, sind:

  • Krügerrand (Südafrika)
  • Maple Leaf (Kanada)
  • Australien Nugget - auch Känguru genannt (Australien)
  • Wiener Philharmoniker (Österreich)

Die wohl bekanntesten Barrenmarken in Deutschland sind Degussa oder Heraeus.

Wichtig: Goldbarren müssen unbedingt aus Feingold bestehen. Bei Münzen spielt das hingegen keine Rolle, wenn sie anerkannt sind. So besteht beispielsweise der Krügerrand nicht ausschließlich aus Feingold, sondern besitzt auch eine Kupferbeimischung. Er enthält trotzdem eine Unze Gold. Dank des Kupferanteils ist er jedoch etwas schwerer und zerkratzt nicht so leicht.

Ein Rückgaberecht gibt es beim Goldkauf grundsätzlich nicht, auch nicht beim Erwerb im Internet. Dies liegt an den Preisschwankungen, denen die Edelmetalle unterliegen.

Die richtige Aufbewahrung von Gold

Anleger sollten sich vor dem Kauf überlegen, wo sie ihre goldene Wertanlage aufbewahren wollen. Kleinere Summen lassen sich zu Hause in einem passenden Versteck oder einem Tresor aufbewahren. Bei größeren Kapitalanlagen lohnt sich die Nutzung eines Schließfaches - entweder bei einer Bank oder bei bankenunabhängigen Anbietern.

In jedem Fall empfiehlt es sich, für die Versicherung ein Verzeichnis aufzustellen, Rechnungen aufzubewahren und Fotos zu machen. Wer sein Gold zuhause aufbewahrt, sollte zudem unbedingt seine bestehende Hausratversicherung anpassen.

Welche Anlagestrategie soll ich bei Gold fahren?

Landläufig heißt es ja, man solle zehn Prozent seines Vermögens in Gold Investieren - stimmt das wirklich? Hier hat Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank AG, eine klare Meinung: "Der Anteil von Gold im Depot ist nicht fix, sondern hängt vom Risikoprofil des Anlegers ab." Zehn Prozent sei lediglich ein Mittelwert, um den der Anteil schwankt.

Kaufen könne man Gold außerdem zu jeder Zeit. "Ein saisonales Muster beim Goldpreis gibt es nicht", erklärt der Analyst. Zu jeder Zeit kaufen bedeute allerdings nicht, blindlings zu kaufen. "Man muss schon darauf achten, wie das Marktumfeld ist, das heißt Wechselkurs- und Zinsentwicklung, Risikowahrnehmung an den Märkten, (geo)politische Einflussfaktoren und Marktpositionierung, um nicht zum 'falschen' Zeitpunkt zu kaufen."

Verwendete Quellen:

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