Dass die Führung eines Girokontos nichts kostet, ist schon längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Viele Banken und Sparkassen haben die Einführung oder die Erhöhung von Gebühren angekündigt. Stiftung Warentest zeigt drei Wege auf, wie Sie den Kosten trotzdem noch entgehen können.

Kostenlose Girokonten sind selten geworden. Und auch viele Kunden, die bislang nichts für ihr Konto zahlen mussten, werden künftig zur Kasse gebeten: Viele Institute haben neue oder höhere Gebühren für die Kontoführung, Girokarte oder Überweisung per Schein angekündigt. Beispielsweise sollen Kunden der Postbank ab November 3,90 Euro monatlich für ihr bislang kostenloses Girokonto bezahlen.

Doch damit müssen Sie sich nicht abfinden: Die Stiftung Warentest hat die Preisstruktur von mehr als 200 Angeboten unter die Lupe genommen. So können Sie den meisten Gebühren entgehen:

Lösung 1: Kontomodell wechseln

Geldverdienen ist in der Zinsflaute nicht einfach für Banken und Sparkassen. Die Zeche zahlen oft die Kunden. Stiftung Warentest kritisiert teils "absurde" Gebühren.

Viele Banken führen unterschiedliche Kontomodelle. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie für Ihr Konto zu viel bezahlen, sollten Sie zunächst bei ihrem Geldinstitut nachfragen, ob es kein preiswerteres Modell für Sie gibt.

In dem Beispiel, dass die Stiftung Warentest errechnet hat, zahlt der Modellkunde bei der ostsächsischen Sparkasse 154,80 Euro im Jahr für ein Premiumkonto, ein Onlinekonto bei der gleichen Bank kostet mit 46,80 Euro weniger als ein Drittel – allerdings muss er dann auf eine Kreditkarte verzichten.

Lösung 2: Variable Kosten vermeiden

Um Kosten zu sparen, kann es manchmal auch ausreichen, sein Verhalten zu ändern.

Anstatt einen Überweisungsschein auszufüllen und in der Bank abzugeben, sollten Sie die Überweisung per Onlinebanking am Computer vornehmen.

Außerdem sollten Sie darauf achten, wo Sie Bargeld abheben: Wenn Sie die Automaten fremder Anbieter nutzen, kann das teuer werden.

Die meisten eigenen Geldautomaten haben die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken. Private Geldinstitute sind häufig in Verbünden vertreten, innerhalb derer die Abhebung kostenlos bleibt.

So kann ein Kunde der Hypovereinsbank auch kostenfrei bei der Postbank Geld abheben, weil beide Institute in der Cash Group vereint sind, die in Deutschland zusammengenommen rund 9.000 Automaten betreibt. Dazu zählen außerdem noch die Deutsche Bank, die Norisbank und die Commerzbank.

Im Cashpool sind unter anderem die Sparda-Banken, die Targobank, die Santander Consumer Bank und die BBBank vertreten. Ihre Kunden können auf etwa 3.000 Automaten kostenlos zugreifen.


Lösung 3: Bank wechseln

Es kann sich durchaus lohnen, die Bank zu wechseln. Für diejenigen, die den Aufwand bisher gescheut haben, gibt es gute Nachrichten: Seit dem 18. September 2016 müssen Banken per Gesetz den Kontowechsel erleichtern.

Der Übergang darf jetzt nicht länger als zwei Wochen dauern. 41 der von der Stiftung Warentest geprüften Banken bieten bereits einen Wechselservice per App oder Computer an. Bestenfalls erledigt die neue Bank fast den gesamten Schriftverkehr.

Das Ergebnis der Stiftung Warentest, in dem die Banken nach ihren unterschiedlichen Kosten aufgelistet sind, können Sie online nachlesen.

(ada)