Die Steuererklärung ist in manchen Fällen kompliziert. Deswegen können sich beim Ausfüllen der Formulare durchaus Fehler einschleichen. Was aber tun, wenn man sie zu spät bemerkt?

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Die Steuererklärung ist endlich fertig und eingereicht. Doch dann der Schock: Sie haben einen Fehler gemacht und jetzt erst bemerkt.

Können Sie dieses Problem ignorieren oder müssen Sie den Fehler im Nachhinein noch korrigieren? Wir klären auf.

Fehler muss sofort korrigiert werden

Steuerzahler müssen bei ihrer Steuererklärung ehrlich sein. "Wenn ein Steuerzahler feststellt, dass er Einnahmen vergessen hat, ist er verpflichtet, diesen Fehler unverzüglich anzuzeigen und die erforderliche Richtigstellung vorzunehmen", erklärt Christina Georgiadis von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH).

Geregelt ist das in Paragraf 153 der Abgabenordnung (AO). Die Berichtigung kann durch Abgabe einer korrigierten Steuererklärung oder formlos erfolgen.

Eine Einspruchsfrist ist in diesem Fall unerheblich, da diese nur für Fehler des Finanzamts gilt. "Wichtig ist die sogenannte Festsetzungsfrist", erklärt Georgiadis. Solange diese noch nicht abgelaufen ist, müssen Angaben korrigiert werden.

Die Festsetzungsfrist beträgt laut Gesetz im Normalfall vier Jahre, bei leichtfertiger Steuerverkürzung fünf und bei Steuerhinterziehung zehn Jahre. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuererklärung eingereicht wurde.

Angst vor Strafverfolgung müssen Steuerzahler nicht sofort haben. "Strafbar macht sich der Steuerzahler nur, wenn er vorsätzlich unrichtige Angaben macht oder bei Entdeckung des Fehlers diesen nicht unverzüglich anzeigt und berichtigt", erklärt Georgiadis.  © dpa

Für viele Bürger ist sie eine lästige Pflicht – die Steuererklärung. Jedes Jahr müssen wichtige Unterlagen herausgesucht, mehrseitige Formulare ausgefüllt und wichtige Fristen eingehalten werden.