Besonders zur Uraubszeit machen sich viele Menschen Sorgen, dass Einbrecher in Ihre Wohnung einsteigen könnten. Die Polizei gibt wertvolle Tipps, wie Sie einen solchen Albtraum verhindern können.

Es ist Sommer, der Urlaub naht – aber was passiert in dieser Zeit eigentlich mit der Wohnung? Viele Menschen fürchten, dass in der Urlaubszeit Einbrecher in ihre Wohnung eindringen und ihre Wertgegenstände stehlen könnten. "Die meisten Einbrüche passieren aber gar nicht im Sommer, sondern in der dunklen Jahreszeit", sagt Georg von Strünck. Er leitet die Beratungsstelle Einbruchschutz des Landeskriminalamtes Berlin.

Der Grund dafür ist einfach: Die Täter nutzen die Dunkelheit, weil sie nicht gesehen werden wollen. Die meisten Einbrüche passieren deshalb in den frühen Abendstunden – im Winter beispielsweise ab 16 Uhr.

Die Täter wollen den Kontakt mit den Bewohnern vermeiden. Deshalb steigen sie in der Regel dann ein, wenn niemand zu Hause ist und sie davon ausgehen können, dass die Bewohner bei der Arbeit sind, sagt der Experte. "Meistens können sie recht gut erkennen, ob jemand zu Hause ist oder nicht."

Im Sommer ist die Gefahr für die Täter größer

Im Sommer ist die Gefahr größer, dass die Täter erwischt werden: Die soziale Kontrolle durch das Umfeld ist im Sommer höher – das schreckt Täter von Einbrüchen oft eher ab.

"Viele Menschen sitzen abends lange draußen oder haben die Fenster geöffnet – sie würden mitbekommen, wenn bei ihren Nachbarn eingebrochen wird", sagt Georg von Strünck.

Und mit diesen Tipps können sich Senioren davor schützen.

Trotzdem sollte man sich natürlich auch im Sommer gegen Einbrecher wappnen. "Man sollte dafür sorgen, dass die Wohnung oder das Haus bewohnt aussieht", sagt der Experte. Wichtig ist deshalb, dass jemand regelmäßig den Briefkasten leert, damit er nicht überquillt. Zudem sollte man den Nachbarn Bescheid sagen, dass man verreist ist.

Einen Schutz gegen Einbrecher bieten außerdem Fenster und Türen, die mit einem Schloss gesichert sind, das die Täter nicht aufhebeln können. "Es kann auch helfen, wenn man das Radio laufen lässt, damit Geräusche aus der Wohnung dringen", sagt Georg von Strünck.

Einbrecher steigen nicht in reichen Vierteln ein

Manche Menschen fühlen sich sehr sicher vor Einbrechern, weil sie glauben, dass ein Einbruch sich bei ihnen nicht lohne. "Die meisten Einbrecher suchen nach Geld und nach Schmuck", sagt der Experte. "Da werden sie fast überall fündig."

Oft brächen die Täter zudem nicht irgendwo weit entfernt, sondern in ihrer eigenen Nachbarschaft ein. Georg von Strünck sagt: "Sich Gedanken darüber zu machen, wie man sich vor Einbrechern schützen kann, ist also für jeden sinnvoll."

Dabei sei es auch wichtig, soziale Netzwerke im Urlaub mit Vorsicht zu nutzen.

"Wenn jemand dort schreibt, dass er nun für drei Wochen im Urlaub ist und 1.000 Freunde hat, dann muss es nur einen darunter geben, der das ausnutzen möchte", warnt er: "Auch beim Einbruch gilt: Gelegenheit macht Diebe." Urlaubsbilder sollte man deshalb besser erst posten, wenn man wieder zu Hause ist.

Manche Einbrecher reisen aus dem Ausland an

Nicht immer stammen die Einbrecher allerdings aus der Nachbarschaft. "Wir beobachten immer wieder, dass es reisende Banden gibt, die sehr gut organisiert sind", sagt der Experte.

Manche dieser Banden reisten eigens nach Deutschland ein, um dort Einbrüche zu verüben. Diese Banden seien so gut organsisiert, dass jemand für sie Flüge buche und eine Wohnung anmiete. "Diese Person nimmt außerdem die Beute in Empfang, bevor die Täter woandershin weiterfliegen", sagt van Strünck.

Ein Schwerpunkt bei der Herkunft solcher Banden sei Südosteuropa. "Wir haben es aber mit Banden aus allen möglichen Ländern zu tun – beispielsweise auch aus Chile."

Was Arbeitnehmer bei tropischen Temperaturen beachten müssen.

Dass die Täter ihre Ziele mit Gaunerzinken oder anderen Zeichen markieren, kann der Experte von der Polizei allerdings nicht bestätigen. "Wir haben in Berlin ein Jahr lang alle potenziellen Zeichen erfasst, die wir nach Wohnungseinbrüchen gefunden haben. Dabei hat sich diese Vermutung nicht bestätigt."

Er vermutet, dass es im Zeitalter von Smartphones für die Täter schlicht zu aufwendig – und auch zu auffällig sei – ihre Ziele vor Ort zu markieren. Es komme allerdings manchmal vor, dass Einbrecher Erkundungsgänge durch Wohnsiedlungen machen und dabei auskundschaften, welche Häuser für sie interessant sein könnten.

Manchmal klingeln Einbrecher zuerst an der Haustür

Wollen sie zur Tat schreiten, klingeln Einbrecher zunächst manchmal an der Tür, um sicherzugehen, dass wirklich niemand zu Hause ist. "Falls dann doch jemand öffnet, haben sie in der Regel eine gute Ausrede", sagt van Strünck – beispielsweise eine Liste mit Unterschriften. Wenn sie einbrechen, sind die Täter meistens zu dritt. "Meiner Erfahrung nach steigen zwei ein, während ein dritter draußen aufpasst."

Angst, dass einem ein Einbrecher etwas tut, falls man nun doch zu Hause ist, müsse man in der Regel aber nicht haben, sagt der Experte. "Einbrecher greifen in der Regel nicht an, sondern wollen unerkannt flüchten."

Um sich selbst zu schützen, sollte man aber auf keinen Fall versuchen, einen Einbrecher selbst festzunehmen und ihn im Haus zu halten, bis die Polizei eintrifft.

Die Polizei berät vor Ort kostenlos zum Thema Einbruchschutz. In der Regel führt sie auch eine Liste über die Handwerksbetriebe, mit denen sie dabei zusammenarbeitet. Außerdem gibt es eine zentrale Beratungsstelle der Polizei, die auch im Internet viele Tipps veröffentlicht: www.polizei-beratung.de.