Mit dem Alter und der Seltenheit einer Briefmarke steigt ihr Wert. Besonders Fehldrucke sind bei Sammlern heiß begehrt. Manche Exemplare haben eine solche Berühmtheit erlangt, dass sie mehrere Millionen Euro wert sind. Kennen Sie alle berühmten und teuren Marken, die wir ausgesucht haben?

Manch einer mag Briefmarkensammeln als altbackenes oder langweiliges Hobby abtun. Allerdings dieser Zeitvertreib eine Menge Geld einbringen. Das passierte 2012 beispielsweise einem Rentner in Dresden, der auf dem Flohmarkt zwei Kilogramm Briefmarken für 20 Euro kaufte.

Darunter befand sich die äußerst seltene "Benjamin Franklin Z Grill" im Wert von drei Millionen Dollar. Sie ist aber bei Weitem nicht die wertvollste Briefmarke der Welt.

Briefmarken International

"One Penny Black": Die erste Briefmarke der Welt stammt aus dem Vereinigten Königreich. Die legendäre "One Penny Black" aus dem Jahr 1840 wurde nur knapp ein Jahr verwendet. Damals wurden Briefmarken mit einem roten Stempel entwertet. Da diese Farbe aber leicht abzuwischen war, entschied man sich später für einen schwarzen Stempel. Ein schwarzer Stempel auf der schwarzen "One Penny Black" hätte allerdings wenig Sinn gemacht, weshalb die "Penny Red" eingeführt wurde.

"British Guiana 1 Cent magenta": Die derzeit wertvollste Briefmarke der Welt ist die Briefmarke "British Guiana 1 Cent magenta". Sie stammt aus dem Jahr 1856 und wurde vom Auktionshaus Sotheby’s 2014 in New York für sagenhafte 9,5 Millionen Dollar versteigert.

"Bordeaux-Brief": Die "Rote Mauritius" und die "Blaue Mauritius" sind jeweils schon berühmte Briefmarken. In Kombination und auf einem Brief mit insgesamt vier alten Poststempeln von 1847 erlangen sie aber einen unvorstellbar hohen Wert: Der sogenannte "Bordeaux-Brief" ist eines der teuersten philatelistischen Sammlerstücke der Welt und brachte im Jahr 2014 6,125 Millionen Schweizer Franken ein.

"Tre-Skilling-Banco": Die "Tre-Skilling-Banco" war Teil der ersten Briefmarkenserie Schwedens im Jahr 1855. Eigentlich sollte sie die Farbe Grün tragen, aber es gab einen Fehldruck und einige von ihnen wurden gelborange. Heute ist nur noch eine Briefmarke dieses Fehldruckes erhalten.

"Inverted Jenny": Ein berühmter Fehldruck einer US-amerikanischen Briefmarke ist die "Inverted Jenny" aus dem Jahr 1918. Das Flugzeug, welches auf der Briefmarke zu sehen sein soll, fliegt auf den Fehldrucken verkehrt herum. Es existieren nur 100 Exemplare und ihr Wert liegt jeweils bei circa 120.000 Euro.

"Benjamin Franklin Z Grill": Zu den wohl seltensten und wertvollsten US-amerikanischen Briefmarken zählt die "Benjamin Franklin Z Grill". Heute existieren nur noch zwei Exemplare. Das erste liegt in der New York Public Library und das zweite ist in Privatbesitz. Der geschätzte Wert liegt bei rund drei Millionen US-Dollar.

Briefmarken aus dem deutschsprachigen Raum

"Schwarzer Einser": Deutschland war im Vergleich zu England recht spät mit der Herausgabe der ersten Briefmarke dran. Das damalige Königreich Bayern veröffentlichte im Jahre 1849 den "Schwarzen Einser" und damit auch die erste Briefmarke im heutigen Deutschland.

"Sachsendreier": Eine der wohl bekanntesten Briefmarken Deutschlands ist der sogenannte "Sachsendreier" oder "Sachsen, Drei Pfennig rot". 1999 wurde ein unbenutzter Bogen mit 20 dieser Marken für 920.000 Deutsche Mark versteigert.

"9 Kreuzer blaugrün": Fehldrucke gab es auch in Deutschland, der "9 Kreuzer blaugrün" aus Baden ist der bekannteste und eine der größten Raritäten der Welt, da diese Briefmarken ursprünglich rosa werden sollten. Scheinbar wurden die Bögen jedoch vertauscht. Es sind derzeit nur drei gestempelte Exemplare der Briefmarke bekannt. Im Jahre 1985 wurde ein Brief mit der Marke für 2,3 Millionen Deutsche Mark verkauft.

"Zinnoberroter Merkur": In Bezug auf die Auflage ist der "Zinnoberrote Merkur" die seltenste Briefmarke Europas und die wertvollste Österreichs. Die Briefmarke hat einen Wert von rund 150.000 Euro. Der hohe Preis ergibt sich aus der geringen Auflage und dem kurzen Verwendungszeitraum.

"Basler Taube": Die erste und einzige Briefmarke vom Schweizer Kanton Basel ist die "Basler Taube", von den Schweizern auch liebevoll "Basler Dybli" genannt. Sie ist auch die erste mehrfarbige Briefmarke der Welt.

(ff)