Der Herbst lässt Blätter auf die Straße regnen und der Winter anschließend Schneeflocken. Eine Menge Arbeit für Sie als Anwohner, die Straßen von Schnee und Eis zu befreien!
Gerade wenn eine gesetzliche Räumpflicht besteht, können Sie die Arbeit kaum vermeiden.

Schon alleine um möglichen Ordnungswidrigkeiten aus dem Weg zu gehen (die in einigen Bundesländern üblich sind). Oder um keine zivilrechtlichen Haftungsansprüchen auf sich zu ziehen, falls jemand auf Ihrem nicht-geräumten Grundstück ausrutscht.

Doch nicht jeder möchte oder kann dieser lästigen Arbeit selber nachkommen oder gar Familienmitglieder dafür gewinnen. Die Lösung liegt nahe: Sie beauftragen eine Firma bzw. eine selbstständige Person, die Ihnen die Arbeit abnimmt. Etwas Gutes hat die Sache dann doch: Denn Sie können sich einen Teil dieser Kosten vom Finanzamt wiederholen.

Diese und weitere Änderungen kommen demnächst auf uns zu.

Denn diese Arbeiten – Winterdienst bzw. Straßenreinigung – sind als sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen anerkannt. Und diese haushaltsnahen Dienstleistungen sind in einem gewissen Rahmen steuerbegünstigt. Dabei handelt es sich um hauswirtschaftliche Tätigkeiten in Privathaushalten, die normalerweise regelmäßig durch die Haushaltsmitglieder selber oder durch entsprechende Beschäftigte durchgeführt werden, wie z. B. auch Reinigungsarbeiten oder Gartenarbeiten.

Und jetzt kommt die gute Nachricht: Wenn Sie als Eigentümer oder Mieter zum Winterdienst bzw. zur Straßenreinigung verpflichtet sind, dann kann dieser Räumdienst auch auf öffentlichen Flächen außerhalb des Grundstücks praktiziert werden (also von öffentlichen Straßen und Gehwegen). Das war jahrelang strittig, wurde jedoch in einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 20.3.2014 bestätigt

Beim Winterdienst enden die haushaltsnahen Dienstleistungen also nicht, wie sonst üblich, an der Grundstücksgrenze. Vielmehr wird der angrenzende Gehweg in diesem Fall noch räumlich-funktional zum Haushalt gehörend gezählt.

Sie hatten mehr zurück erwartet? So legen Sie Widerspruch ein.

Das kann übrigens auch für andere haushaltsnahe Dienstleistungen gelten, solange es um die Tätigkeiten geht, die

  • üblicherweise von Familienmitgliedern erbracht werden,
  • in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt werden
  • und dem Haushalt dienen.

Welche Kosten können Sie steuerlich geltend machen?

Die Arbeitskosten für haushaltsnahe Dienstleistungen können auf Antrag in Höhe von 20 Prozent, maximal jedoch 4.000 Euro (20 Prozent von 20.000 Euro Kosten) im Jahr im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Nicht begünstigt sind Materialkosten (§ 35a EStG).

Wichtig: Als Nachweis benötigen Sie im Normalfall eine Rechnung sowie einen Beleg über die getätigte Überweisung. Barzahlungen werden nicht anerkannt (da die haushaltsnahen Dienstleistungen dafür gedacht sind, Schwarzarbeit entgegen zu wirken).

Weiterhin wichtig zu wissen: Der Staat beteiligt sind nur über eine Steuerersparnis an den Kosten. Wer keine Einkommensteuer zahlt, geht leer aus.

Eine Anmerkung: Wenn Sie den Winterdienst außerhalb Ihres Grundstücks steuerlich geltend machen wollen, kann es passieren, dass Ihr Finanzamt die Kosten möglicherweise nicht anerkennen will. In diesem Fall ist es ratsam, dagegen vorzugehen und sich auf das Urteil zu berufen.

Lothar Th. Jasper ist als leitender Steuerberater das Herzstück der Kanzlei Jasper Steuerberatung. Er ist Autor mehrerer Fachveröffentlichungen.