Der Umgang mit Tod und Leichen ... kein alltäglicher Job. Oder wie viele Leute in Ihrem Bekanntenkreis sind als Bestatter, Rechtsmediziner oder Kriminalkommissare unterwegs? Dabei sind diese Jobs alles andere als todlangweilig.

Im Fernsehen sehen wir sie fast täglich: Kommissare sind ganz nah dran, wenn es um den gewaltsamen Tod von Menschen geht. Entweder arbeiten sie in der sogenannten Sofortbearbeitung einer örtlichen Direktion und im Landeskriminalamt (LKA), Abteilung "Delikte am Menschen". "Wenn in Berlin ein Toter aufgefunden wird, kommen die Beamten von der sogenannten 'Sofortbearbeitung', früher auch Kriminaldauerdienst genannt.

Haben sie den Eindruck, dass es sich um Fremdverschulden handelt, rufen sie die Mordkommission", erklärt Prof. Heinz Jankowiak, Leitender Kriminaldirektor beim LKA Berlin. Alles weitere übernehmen dann die LKA-Beamten. Die Sofortbearbeitung sorgt nur noch dafür, dass möglichst keine Spuren zerstört oder verwischt werden. "Die Spuren selbst sichert und wertet das LKA aus."

Doch die Beamten von der Abteilung "Delikte am Menschen" sind nicht die einzigen, die in einem ungeklärten Todesfall aktiv werden: "Auch ein Rechtsmediziner ist in so einem Fall vor Ort", berichtet Jankowiak, der den Unterschied zwischen einem Pathologen und einem Rechtsmediziner auf den Punkt bringt: "Nicht jeder Pathologe ist ein Rechtsmediziner, aber ein Rechtsmediziner ist immer ein Pathologe mit einer pathologische Facharztausbildung." Die Obduktion eines Toten, der möglicherweise einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, nimmt also immer ein Rechtsmediziner vor ... auch wenn in Krimis häufig fälschlicherweise vom Pathologen die Rede ist.

Auch wenn Staatsanwälte in der Regel nicht am Tatort sind, ist das bei Mord und Totschlag anders: "Gerade bei Mordfällen arbeiten wir vom LKA ganz eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen", berichtet Kriminaldirektor Jankowiak. "So kommt der Staatsanwalt zum Leichenfundort und ist genau wie einer unserer Kollegen von der Mordkommission bei der Sofortobduktion mit dabei."

Jeder Krimifan weiß, dass bei einem Mord auch Kriminaltechniker mit von der Partie sind. Die Kriminaltechnik hat in ihren Reihen aber nicht nur Polizeibeamte, sondern auch Spezialisten mit ganz unterschiedlichen Ausbildungen. "Bei uns im LKA-Kompetenzzentrum Kriminaltechnik sind Physiker und Biologen ebenso beschäftigt wie Informatiker und Fotografen", betont Jankowiak.

Aber nicht jeder Todesfall ist ein Mordfall. Doch ohne Bestatter geht es auf gar keinen Fall. Sie waschen die Leichen, kleiden sie ein und betten sie in Särge. Aber ihre Aufgaben gehen weit darüber hinaus: So unterstützen sie die Angehörigen des Verstorbenen bei Behördenwegen oder organisieren je nach Wunsch Aufbahrung und Gestaltung der Trauerfeier.

Auch im Bestatter-Handwerk kann man sich fortbilden: Eine Möglichkeit bietet die Weiterbildung zum Thanatopraktiker. Mit seinem Know-How kann er die Verwesung von Verstorbenen verzögern und so dafür sorgen, dass sich Angehörige ohne Zeitdruck verabschieden können. Auch Unfallopfer können diese Experten wiederherstellen.

Die Plastinatoren des Gunther von Hagens arbeiten ebenfalls an und mit Leichen. Aber der Grund ist ein anderer: Sie präparieren Leichname, damit aus ihnen Ausstellungsstücke für die "Körperwelten" werden. Nachdem der Verwesungsprozess gestoppt ist, gilt es, mit Pinzette, Skalpell und Schere Haut, Fett- und Bindegewebe zu entfernen und einzelne anatomische Strukturen freizulegen. Am Ende einer langen Prozedur steht ein Ausstellungsexponat, das im In- und Ausland zahlende Besucher anlockt.

Nicht nur menschliche Leichname werden präpariert, sondern auch tote Tiere. Das ist die Aufgabe eines Tierpräparators. Zuerst häutet er den Kadaver ab. Danach bildet er das Tier mit Hilfe des Originalfells so lebensecht wie möglich nach. Dieses Handwerk schätzen nicht nur Jäger, Museen oder Zoos, sondern auch Privatleute, die ihre tierischen Lieblinge auch nach deren Ableben weiter um sich haben wollen.