Knapp 18 Euro treten Haushalte jeden Monat als Beitragsservice ab. Doch wofür genau zahlen die Deutschen eigentlich? Wir präsentieren die größten Ausgabenposten der öffentlich-rechtlichen Sender.

Was für und gegen den umstrittenen Rundfunkbeitrag spricht.

Wer als Verbraucher kurz und knapp wissen möchte, wohin seine monatlichen 17,98 Euro (ab 1. April 17,50 Euro) Rundfunkbeitrag fließen, der hat es schwer. Denn eine zentrale Übersicht gibt es nicht. Erst eine längere Recherche bei den einzelnen Medienanstalten ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland), ZDF (Zweites deutsches Fernsehen) und Deutschlandradio bringt Licht ins Zahlenwirrwarr.

So verteilen sich die Gebühren auf ARD, ZDF und Deutschlandradio

Auf einer Grafik stellt die ARD ihre Verwendung der Rundfunkgebühren dar. Von den 17,98 Euro Rundfunkbeitrag pro Haushalt stehen den Rundfunkanstalten der ARD 12,81 Euro pro Monat zu – rund 5,7 Milliarden Euro im Jahr. Allerdings stammen die Zahlen aus den Jahren 2012 und 2013.

Das ZDF erhält 1,9 Milliarden Euro im Jahr. Auf der Homepage beziehen sich die Angaben zu den Ausgaben zwar bereits auf das Jahr 2014, doch diese sind etwas unübersichtlich verteilt. Das Deutschlandradio bekommt jährlich 204 Millionen Euro, ein vergleichsweise kleiner Anteil des Rundfunkbeitrags.

Radiosender verbraten fast 13 Prozent des Rundfunkbeitrags

Das passiert, wenn man den Rundfunkbeitrag einfach verweigert.

Auf der Suche nach dem kostspieligsten Posten der Rundfunkbeiträge stoßen die Verbraucher auf die öffentlich-rechtlichen Radiosender. Sie schlagen monatlich mit 2,30 Euro zu Buche – umgerechnet sind das rund 13 Prozent des monatlichen Beitrags und knapp über eine Milliarde Euro jährlich.

Es gilt allerdings zu bedenken, dass dieses Budget auf über 70 regionale Sender verteilt ist. Die Radiosender werden von den neun Landesrundfunkanstalten betrieben, die sich in der ARD zusammengeschlossen haben. Dazu gehören beispielsweise der Bayerische Rundfunk (BR) oder der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR).

Zu MDR, BR und Co. fließt auch ein weiterer Löwenanteil der Beiträge. Für Sendungen rund um Politik und Gesellschaft, die für die einzelnen Landesrundfunkanstalten produziert werden, gibt jeder Beitragszahler monatlich 1,54 Euro aus. Auf das Jahr gerechnet sind das 685 Millionen Euro.

Öffentlich-Rechtliche geben Millionen für Sport aus

Beim ZDF hingegen schlagen die Sportsendungen mit dem höchsten Budget zu Buche: Hier werden jährlich durchschnittlich 227 Millionen Euro verbraten. Allein die Live-Übertragungen großer Sport-Events kosten jährlich an die 171 Millionen Euro.

Bei der ARD kommt der Sport immerhin an zweiter Stelle innerhalb der Ausgaben für den Fernsehbereich. Die ARD investiert nach eigenen Angaben 72 Cent des Rundfunkbeitrags für Sportsendungen und Übertragungen, das entspricht etwa 320 Millionen Euro im Jahr. Hinzu kommen aber noch die Sportsendungen aus den dritten Programmen; dorthin fließen noch einmal 15 Cent beziehungsweise rund 67 Millionen Euro.

Direkt nach dem Sport kommen die Ausgaben für Film- und Serienproduktionen. Diese gibt die ARD mit 61 Cent des monatlichen Beitrags an, umgerechnet also 271 Millionen Euro im Jahr. Eine Sendeminute des Tatorts kostet beispielsweise durchschnittlich 15.500 Euro, eine ganze Folge kommt also auf 1,4 Millionen.

Unterhaltung ist für ARD und ZDF teuer

Auch das ZDF lässt sich die Unterhaltung der Zuschauer einiges kosten: Spielfilme sind mit bis zu 154 Millionen Euro im Jahr nach dem Sport der zweithöchste Posten bei den Ausgaben. Über 100 Streifen mit durchschnittlichen Produktionskosten von je 1,4 Millionen werden jährlich ausgestrahlt. Hinzu kommen Vorabendserien für rund 88 Millionen Euro und Prime-Time-Serien für knapp 45 Millionen Euro. Die Lizenzgebühren für internationale Blockbuster oder Serien sind hier noch gar nicht inbegriffen.

Vergleichsweise gering erscheinen sowohl bei ARD als auch beim ZDF die Kosten für die prominenten Nachrichtensendungen. Das ZDF berappt hierfür 102 Millionen Euro im Jahr, wovon 54 Millionen auf die "Heute"-Sendungen und das "Journal" entfallen. Eine Ausgabe von Markus Lanz oder Maybrit Illner beispielsweise schlägt mit bis zu 107.000 Euro zu Buche. "ARD Aktuell", die Nachrichtensparte der ARD inklusive "Tagesschau" und "Tagesthemen", kostet den Beitragszahler etwa 26 Cent im Monat.