10 kuriose Fakten rund um das britische Pfund

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Von
Mathias Heim

Rund kann jeder. Die Briten verpassen ihrer neuen Ein-Pfund Münze lieber zwölf Ecken. Doch ihre Währung hat noch einige Überraschungen mehr parat.

Pfund Sterling ist der offizielle Name der Währung. Woher er kommt, wird in Fachkreisen heiß diskutiert. Der Name Sterling beschrieb im 11. Jahrhundert eine bestimmte Qualität von Silber. So könnte er für die Benennung der ersten Silbermünzen verwendet worden sein, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Währung zu erlangen. Der Begriff Pfund ist möglicherweise aus der Menge des verarbeiteten Metalls abgeleitet.
Die Währung kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Seit etwa 1200 Jahren bezahlen die Briten nun schon mit ihr. Damit ist sie die älteste Währung der Welt, die immer noch in Gebrauch ist. Die Queen ziert die Scheine und Münzen immerhin seit über 60 Jahren.
Ein Pfund sind 100 Pence. Das war nicht immer so. Das international übliche Dezimalsystem wurde beim Pfund erst 1971 eingeführt. Zuvor bekam man für einen Pfund noch 240 Pence bzw. 20 Shilling.
Diese Note hat man eher selten im Geldbeutel: Die 100 Millionen Pfund-Note wird nur für bankinterne Zwecke benötigt. Aktuell sind Banknoten von fünf bis 50 Pfund in Gebrauch. Bis in die 1980er Jahre waren auch noch Ein-Pfund-Noten üblich.
Auch bei den Banknoten tanzen die Briten aus der Reihe. Drucken darf nicht nur die Bank of England, sondern auch Geschäftsbanken in Schottland und Nordirland. Das ist so, als ob etwa die Commerzbank die Möglichkeit hätte, Euros zu drucken. Für Touristen ist hier ist Vorsicht geboten. Im Heimatland können nur die Scheine der Bank of England wieder umgetauscht werden.
Die von der Bank of England gedruckten Noten sind nicht überall in Großbritannien gesetzliches Zahlungsmittel, sondern nur in England und Wales. In Schottland kann der Zahlungsempfänger selbst entscheiden, ob er das Geld annimmt. Vor der Rückreise sollte man vor allem seine Münzen losgeworden sein. Die tauschen Banken nämlich nicht mehr um.
Auf der Vorderseite aller Pfund-Scheine ist das britische Staatsoberhaupt zu sehen. Seit 1970 werden die Rückseiten mit Porträts berühmter Persönlichkeiten geschmückt. Aktuell sind dort unter anderem Charles Darwin, Winston Churchill oder James Watt zu sehen. Die Gefängnisreformerin Elizabeth Fry ist im Moment die einzige Dame auf den Banknoten.
Die ersten Pfund-Noten waren noch per Hand geschrieben und entsprechend einfach zu fälschen. Die größte Fälschungsaktion starteten die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg. Sie wollten mit Millionen falscher Pfund-Noten Großbritannien in eine starke Inflation stürzen.
Die neuste Kuriosität in der langen Pfund-Geschichte: diese Scheine entfachten 2016 einen öffentlichen Streit. Die neuen fünf Pfund Noten bestehen aus Polymer und sollen somit schmutz- und feuchtigkeitsresistent sein. Da sie geringe Spuren von tierischem Fett enthalten, ernteten die Scheinchen jedoch zunächst starke Reaktionen. Geändert hat das nichts: Bis Mai 2017 werden über 300 Millionen Scheine im Umlauf sein.