Fußball, Serien und Spielfilme zum Festpreis: Seinen Streaming-Dienst Sky Ticket vermarktet Sky als unkompliziertes Monatsabo. Doch eine Vorgabe schränkte manche Nutzer massiv ein. Jetzt wird sie entschärft.

"Sofort streamen" und "Überall & aktuell": Mit solchen Slogans wirbt Sky für sein Abo Sky Ticket, bei dem sich Monatspakete der Kategorien Sport, Serien und Spielfilme buchen lassen. In der Praxis jedoch gerieten Kundinnen und Kunden, die den Dienst wirklich flexibel und allerorts nutzen wollten, also vom Diensthandy bis zur Kinderzimmer-Playstation, schnell an ihre Grenzen. Denn Sky Ticket ließ sich bislang maximal mit vier Geräten koppeln.

Wer dies bereits getan hatte und dann zum Beispiel ein neues Tablet mit seinem 30-Euro-Supersport-Ticket verbinden wollte, der musste im Gegenzug dafür den Zugang eines seiner bisherigen Geräte opfern. Praktisch funktionierte dies über die sogenannte Geräteliste, die sich im Browser sowie in der Sky-Ticket-App unter "Mein Account" verwalten lässt.

In den Details dieser Liste versteckte sich noch eine bemerkenswert kundenunfreundliche Regel. Sie lautete "Du kannst pro Monat nur ein neues Gerät hinzufügen" und bedeutete eine Menge Wartezeit, wenn es einmal um mehr als nur einen Gerätewechsel ging. Wer etwa alle seine bisherigen vier registrierten Geräte gegen vier neue Abspielmöglichkeiten tauschen wollte, der brauchte dafür theoretisch drei Monate: Kreuze im Kalender statt simpler Streamingspaß.

Manchem habe es zwar geholfen, beim Kundenservice Notfallhilfe in Form einer Listen-Rücksetzung zu erbitten, hört man von Sky-Ticket-Kunden. Grundsätzlich aber war die Regel so gemeint, wie sie formuliert war. Auf der Sky-Ticket-Website hieß es auch explizit, man könne zwar jederzeit alle Geräte aus der Geräteliste entfernen: "Beachte aber, dass du Sky Ticket dann möglicherweise eine Zeit lang nicht nutzen kannst, da du nur ein Gerät pro Kalendermonat hinzufügen darfst." Das hieß, klarer formuliert: Ja, es kann passieren, dass du dich aus Versehen komplett aussperrst - und dann für dein Abo zahlst, ohne überhaupt Inhalte abrufen zu können.

Diese Woche hat Sky Ticket diese aus der Zeit gefallen wirkende Regel nun aufgeweicht. Zunächst einmal können Kunden jetzt fünf statt vier Geräte registrieren. Zugleich wird aber auch die Zahl der maximalen Gerätewechsel pro Monat von einem auf fünf erhöht. Damit gewährt Sky Ticket seinen Kunden zwar noch immer keine volle, aber zumindest mehr Wechselfreiheit. Die neuen Geräteregeln sollen "in den nächsten Wochen" auch für Kunden eingeführt werden, die Sky mit einem Sky+ Receiver oder einem Sky Q Receiver empfangen, heißt es von Sky.

Auf SPIEGEL-Anfrage teilt Sky Ticket mit: "Die Erweiterung des Gerätemanagements ist ein großer Wunsch unserer Kunden, dem wir gern nachkommen. Die bisherige und auch die künftige Begrenzung der Geräteliste hat lizenzrechtliche Gründe." Für den Fall, dass Kunden durch unbedachte Löschungen einmal Abspielmöglichkeiten fehlen sollten, rät Sky Ticket diesen, sich an den Kundenservice zu wenden.

Schon vor einigen Wochen hatte es für Sky-Ticket-Kunden eine unspektakulär wirkende, praktisch aber gewichtige Verbesserung gegeben: So sind zumindest die Tickets Supersport, Entertainment und Cinema mittlerweile mit zwei Streams gleichzeitig nutzbar. Seitdem kann zum Beispiel ein Familienmitglied die Serie "Chernobyl" streamen, während ein anderes über dasselbe Entertainment-Ticket "Babylon Berlin" schaut. Zuvor funktionierte dies nicht. Grundsätzlich dürfe ein Sky-Ticket-Zugang nur mit volljährigen Personen aus dem eigenen Haushalt geteilt werden, heißt es in den AGB des Dienstes.

Im Marktvergleich sind auch die neuen Geräteregeln von Sky Ticket noch immer vergleichsweise hart. Bei Netflix etwa gibt es gar keine maximale Gerätezahl, bestätigt das Unternehmen auf SPIEGEL-Nachfrage. Man kann die App des Dienstes auf beliebig vielen Geräten installieren oder über beliebig viele Browser nutzen. Im teuersten Abo gibt es lediglich ein Limit von vier parallel laufenden Streams. Und das bald startende Disney+ wird - passend zur Familienzielgruppe - immerhin das Verbinden mit zehn Geräten zulassen, auf denen maximal vier Streams gleichzeitig laufen können.

Am ähnlichsten ist das Sky-Ticket-Modell noch dem des Sportstreaming-Konkurrenten DAZN. Dort existiert ein Limit von sechs verbundenen Geräten, über die ebenfalls maximal zwei Streams gleichzeitig möglich sind. Im Unterschied zu Sky Ticket lassen sich DAZN zufolge aber jederzeit neue statt alter Geräte koppeln.

Was die Geräteauswahl angeht, bietet Sky Ticket eine Vielzahl kompatibler Plattformen, hat aber noch Luft nach oben. So sind die drei genannten Konkurrenzdienste beispielsweise per App über Amazons Fire-TV-Geräte abrufbar. Eine Sky-Ticket-App für Fire TV gibt es dagegen nicht. Und - anders als bei Sky Ticket - muss für die Nutzung der anderen Dienste unter Windows 10 auch keine Zusatzsoftware in Form eines eigenen Players installiert werden. Was die Bildqualität bei neuen Serien angeht, führen unter anderem Disney+ und Netflix den Markt an, sie bieten ihren Nutzern auch 4K-Inhalte.

Bei Sky Ticket werden die Inhalte je nach Gerät in 720p (HD) oder 1080p (Full-HD) gestreamt. Die 1080p-Qualität wurde kürzlich für den Sky Ticket TV Stick, für Samsung-Smart-TVs, die Xbox One, Apple TV und Chromecast freigeschaltet - laut Sky für "auf Abruf verfügbare Programme". Auf allen weiteren Plattformen, dazu zählen etwa Windows-10-Computer oder die Playstation 4 - soll die Umstellung auf 1080p "in den kommenden Monaten" erfolgen.  © DER SPIEGEL