Wir haben Samsungs neues Tablet genau unter die Lupe genommen.

Das Galaxy Tab S3 löst nach zwei Jahren endlich den Vorgänger ab. Wir haben uns das Tablet von genauer angesehen und ziehen ein Fazit.

Alles beim Alten

… zumindest hinsichtlich der Ausstattung. Wie immer versucht Samsung, die Leistungskrone unter den Android-Tablets zu gewinnen. Das gelingt vor allem durch den flotten Prozessor und das sehr hochauflösende Display mit bekannter AMOLED-Technik. Ein wenig möchte Samsung auch im Revier von Apple wildern, denn der S-Pen wird gleich dazugelegt, sodass das iPad Pro durchaus als Konkurrent angesehen werden kann. Ob das gelingt, hängt nicht zuletzt aber auch von der Software ab.

Die Technik des Samsung Galaxy Tab S3

Das Tablet besteht aus einem Metall-Gehäuse mit Glas an der Rückseite. Sieht toll aus, allerdings dürfte das Gerät nicht zu viel Druck in diesem Bereich aushalten. Bei den Abmessungen orientiert sich Samsung an Apple: 9,7 Zoll ist das Gerät groß und sehr schlanke 6,1 Millimeter dünn. Das Gewicht von 428 Gramm ist außerdem niedrig genug, um das Tab S3 auch über längere Zeit frei in den Händen zu halten. Kleiner Nachteil des Glas-Rückens: Nach kurzer Zeit kristallisiert sich heraus, dass es sich um einen typischen Fingerabdruckmagneten handelt. Von der Eleganz direkt nach der Entnahme aus der Verpackung ist dann nicht mehr viel zu spüren.

Anders als beim ebenfalls brandneuen Galaxy S8 befindet sich der Fingerabdrucksensor vorne auf dem Home Button, was deutlich praktischer ist. Der AMOLED-Bildschirm strahlt schön hell und ist auch bei direktem Sonnenlicht gerade noch nutzbar, die Spiegelungen sind dann aber schon sehr nervig. Bei der Auflösung des Displays macht Samsung aber keinen Fehler, 2.048 x 1.536 Pixel entspricht der typischen 4:3-Auflösung vieler Tablets. Kritik auf hohem Niveau betrifft die verwendete AMOLED-Technik, die weiße Flächen immer ein wenig blau oder grau darstellt, wenn Sie von der Seite auf das Gerät schauen.

Samsung erweitert Android

Ausgeliefert wird das Galaxy Tab S3 mit Android 7.0. Wenn Sie schon einmal ein Smartphone mit diesem Betriebssystem benutzt haben, werden Sie es in seinen Grundzügen kennen. Samsung hat aber, wie immer, noch einmal Hand angelegt und einige weitere Funktionen eingebaut:

• Der Nutzer darf festlegen, wann Updates eingespielt werden, um etwa das Streaming von längeren Serien oder Filmen nicht zu unterbrechen.

• Da das Display genügend Fläche hergibt, dürfen Sie zwei Apps nebeneinander darstellen (ähnlich die die Split-Ansicht unter Windows 10).

• Soundcamp und Game Launcher sind zusätzliche Apps, die für das Musizieren oder die Nutzung von Spielen mehr Funktionen bieten.

• Starten Sie eine App, dürfen Sie sie in den Hintergrund verschieben. Später können Sie dann dort weitermachen, wo Sie aufgehört haben.

Insgesamt hat Samsung unter der Haube also einige Verbesserungen eingebunden, wenngleich keine davon weltbewegend ist. Die Split-Ansicht ist noch die wertvollste neue Funktion, allerdings ist diese sowohl im Tablet- als auch Desktop-Bereich schon lange ein alter Hut.

Für Musik ist das Galaxy Tab S3 weniger gut geeignet: Zwar verbaut Samsung gleich vier Lautsprecher, die über zwei Gehäuseseiten verteilt werden. Für das extrem dünne Design zahlt der Hersteller aber auch den Preis. Der Innenraum des Tablets reicht als Resonanzkörper einfach nicht aus, sodass tiefere Frequenzen einfach verschluckt werden. Bässe dürfen Sie auf keinen Fall erwarten. Für ein YouTube-Videos oder Videotelefonie reicht es natürlich aus, Musik oder soundtechnisch beeindruckende Filme machen aber weniger Spaß.

Der Stift als Allzweckwaffe

Einen wichtigen Stellenwert nimmt natürlich der S-Pen ein. Er funktioniert komplett batterielos und lädt sich einfach auf, wenn Sie ihn am Tablet befestigen. Mit zehn Gramm Gewicht bemerken Sie den S-Pen in Ihrer Hand fast gar nicht. Er könnte ruhig ein wenig mehr Gewicht auf die Waage bringen, um ein wenig Balance für feine Mal- oder Schreibarbeiten zu bieten.

Perfekt geeignet ist er beispielsweise für Notizen, für die schnelle Skizzierung oder auch, um Anmerkungen in Dokumenten zu hinterlassen. Wenn Sie den Knopf am dem S-Pen drücken, öffnet sich ein Menü, in dem Sie Ihre Notizen ablegen. Dort können Sie auch einen Teil des Bildschirms auswählen (um ihn etwa mit Anmerkungen zu versehen), Screenshots erstellen oder auch Wörter übersetzen. Dazu markieren Sie das Wort einfach mit dem Stift. PDFs dürfen Sie ebenfalls handschriftlich erweitern. 4.096 Druckstufen gehören im höheren Preissegment zum Standard und sind eher für Zeichner interessant.

Insgesamt ist der S-Pen ein toller Stift, der durch die makellose Handballenerkennung noch verbessert wird.

Leistung satt

Der verbaute Snapdragon 820 bietet eine hervorragende Leistung für Apps aller Art, dazu gibt es 4 GB RAM für das Multitasking. Die flüssige Bedienung des Samsung Galaxy Tab S3 ist permanent gegeben und über WLAN empfängt das Gerät auch noch sehr hohe Datenmengen. In Benchmarks befindet sich das iPad Pro zwar noch immer deutlich vor dem Angebot von Samsung, aber ob Sie diesen Unterschied im Alltag bemerken, sei dahingestellt. Nur gegen Geräte wie das Surface Pro 4 von Microsoft ziehen sowohl Samsung als auch Apple eindeutig den Kürzeren. Grund zur Freude bietet die Akkulaufzeit: Knappe zwölf Stunden HD-Video schafft das Tablet mit einer vollen Ladung. Hier kommt es jedoch auch darauf an, was Sie schauen: Das AMOLED-Display verbraucht mehr Strom, wenn viele helle Flächen im Video zu sehen sind.

AusstattungSamsung Galaxy Tab S3
ProzessorQualcomm Snapdragon 820 (2,15 GHz, 4 Kerne)
Arbeitsspeicher4 GB
Maße (L x B x H)23,7 x 16,9 x 0,61 Zentimeter
BetriebssystemAndroid 7.0
eingebauter Speicherplatz (Art) / davon frei32 GB (Flash) / 23.3 GB
Wireless-LAN / Bluetooth / UMTS / GPS11ac (2x2)/ 4.2 / LTE / ja
Anschlüsse1x USB Typ-C
Kartenleser (Formate)ja (Micro-SD, bis zu 256 GB)
Einschub für SIM-Karteja
Kamera: Auflösung Foto/Video4128 x 3096 / 4K
Frontkamera: Auflösung Foto/Video2576 x 1932 / Full-HD
Audioausgang1
Mikrofonja
Lichtsensorja
LieferumfangS-Pen mit Befestigungsclip und Ersatzminen, Netzteil, USB-Kabel, Öffnungs-Tool für SIM-Slot

Einfache Nutzung durch USB-C

Durch den USB-C-Anschluss stellt sich das Aufladen des Tablets als sehr einfach dar, auch der Anschluss von Festplatten oder USB-Sticks ist kein Problem. Die beiden Kameras sind in Ordnung, mehr aber auch nicht - was bei einem Tablet aber auch kein Beinbruch sein sollte.

Zum Preis von 679 Euro oder 769 Euro (mit LTE) bekommen Sie hier ein tolles Tablet, das vor allem für den Medienkonsum und die Arbeit mit Notizen geeignet ist. Große Dateien können Sie darauf nicht ablegen, denn dann limitiert der interne Speicher mit nur 32 GB.

Allgemeine DatenSamsung Galaxy Tab S3
Internetadresse von Samsungwww.samsung.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)769 Euro / 769 Euro
Technische Hotline01805/121213
Garantie24 Monate

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