Die Facebook-Tochter WhatsApp verschärft ihre Regeln fürs Weiterleiten von Nachrichten erneut. Statt zuletzt 20 Empfängern können jetzt auch in Deutschland nur noch fünf auf einmal ausgewählt werden.

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WhatsApp versucht durch neue technische Barrieren, die Verbreitung von Falschinformationen und Gerüchten einzudämmen: Ab diesem Montag wird es daher für Nutzer auf der ganzen Welt schwieriger, Beiträge schnell an viele Menschen zu verbreiten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sollen sich Inhalte fortan nur noch an maximal fünf Kontakte oder Chatgruppen auf einmal weiterleiten lassen. Das erfuhr die Agentur von der WhatsApp-Managerin Victoria Grand.

Auf einem unserer Test-Smartphones schien die Regel am Montagmittag für die Android-App bereits in Kraft getreten zu sein: Beim Versuch, eine Nachricht an mehr als fünf Personen oder Chats zugleich weiterzuleiten, erschien auf dem Display der Hinweis "Du kannst nur in 5 Chats teilen". Ein händisches Teilen derselben Nachricht an weitere Kontakte war anschließend aber weiter möglich.

Schon bekannt ist WhatsApps Fünf-Kontakte-Regel aus Indien: Der Dienst, der zu Facebook gehört, schränkte die Weiterleitungsfunktion in dem Land bereits vergangenen Sommer ein, nachdem per WhatsApp verbreitete Gerüchte und Fake News tödliche Folgen hatten. Ähnliche Probleme gab es in Indonesien, Myanmar und Sri Lanka.

In Deutschland war zuletzt eine Weiterleitung an 20 Kontakte auf einmal möglich, das vorherige Limit lag noch deutlich höher. Eine Regelanpassung hatte sich jedoch bereits im Dezember angekündigt.

Verschlüsselung als Feature und Hürde

Wird eine WhatsApp-Nachricht über die Weiterleitungsfunktion jemanden anderem geschickt, sieht derjenige nicht, wer die Nachricht ursprünglich verfasst hat: Er erfährt nur durch eine Kennzeichnung "Weitergeleitet", dass sie mittels der WhatsApp-Funktion weiterverbreitet wurde. Wird eine Nachricht händisch kopiert und in einen anderen Chat eingefügt, entfällt diese Kennzeichnung.

WhatsApp hat weltweit rund 1,5 Milliarden Nutzer. Der Kampf gegen Fake News oder auch gegen Spam-Kettenbriefe stellt den Dienst vor ein Problem, das mit einer seiner zentralen Funktionen zusammenhängt: Alle Nachrichten, auch die in Gruppen, sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Nur Sender und Empfänger können sie lesen. Eine Kontrolle der Inhalte durch Moderatoren ist so unmöglich.

Im Juli, als die Neuregelung für Indien bekannt gegeben wurde, hatte es von WhatsApp geheißen: "Heute beginnen wir einen Test zur Beschränkung der Weiterleitungsfunktion, der für alle Benutzer von WhatsApp gelten wird. In Indien, wo Menschen mehr Nachrichten, Fotos und Videos weiterleiten als in jedem anderen Land der Welt, testen wir auch eine Untergrenze von fünf Chats, an die Nachrichten auf einmal weitergeleitet werden können, und entfernen die Weiterleiten-Taste neben Mediennachrichten."

Weiter schrieb WhatsApp damals: "Wir glauben, dass diese Änderungen - die wir weiter auswerten - dazu beitragen werden, WhatsApp so zu belassen, wie es ursprünglich geplant war: als eine private Messaging-App."  © SPIEGEL ONLINE

Nutzer von WhatsApp und Facebook bekommen derzeit einen Kettenbrief weitergeleitet, der in Abwandlungen schon seit acht Jahren sein Unwesen treibt. Was hinter "Ute Lehr" und dem angedrohten Datenklau steckt und wie Sie reagieren sollten.